19.01.1987

SPIEGEL Gespräch„Die Gesellschaft ist keine Hammelherde“

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger über die Wahl und den Überdruß an Bonn *
SPIEGEL: Herr Enzensberger, Sie haben - lang ist''s her - 1961 für die SPD Wahlkampf betrieben.
ENZENSBERGER: Fünf halbherzige Seiten in einem Taschenbuch. Ich war nie Mitglied einer "Wählerinitiative.
SPIEGEL: Wie verhalten Sie sich heute?
ENZENSBERGER: Ich übe Wahlkampfenthaltung - nicht zu verwechseln mit Wahlenthaltung.
SPIEGEL: Liegt das daran, daß alle Themen, die die Leute wirklich interessieren, in diesem langweiligen Wahlkampf verschwiegen werden? Tschernobyl, Rhein-Verschmutzung, Atom-Angst, Aufrüstung?
ENZENSBERGER: Für mich ist der Wahlkampf die schlechteste Gelegenheit zu politischen Äußerungen. Bei der Wahl muß man mit dem Wortschatz eines Kindergartens und mit der Grammatik eines Computers auskommen. Es ist verblüffend zu sehen, wie viele Nuancen die westdeutschen Wähler in dieser Stummelsprache ausdrücken können.
Trotzdem frage ich mich, ob sich die Gesellschaft durch Wahlkämpfe noch mobilisieren läßt. Vielleicht beschaftigen sie hauptsächlich ihre Anstifter, die politische Klasse, also eine Minoritat.
SPIEGEL: Die ARD-Wahlsendung am vorletzten Sonntag hatte nur 3,7 Millionen Zuschauer. Trotzdem ist die Wahlbeteiligung hoch.
ENZENSBERGER: Vielleicht finden die Leute, daß ein reduziertes Murmeln immer noch besser ist, als ganz zu schweigen.
SPIEGEL: Wo artikulieren sich dann die politischen Bedürfnisse? Hat die politische Kaste überhaupt noch Berührung mit ihrer Basis?
ENZENSBERGER: Das ist eine strukturelle Frage. Ich glaube, daß sich das Verhältnis von Staat und Gesellschaft, genauer gesagt: von Regierung und Gesellschaft, in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Die Bundesrepublik ist relativ stabil und relativ erfolgreich, nicht weil, sondern obwohl sie von den Leuten regiert wird, die von den Wahlplakaten herunter grinsen. Obwohl der Postminister alles tut, um die Post zu ruinieren, kommen immer noch Briefe an. Obwohl der amtierende Kanzler sich wie der Elefant im Porzellanladen aufführt, gedeiht der Osthandel. Eine Firma, die so geführt würde wie diese Regierung, wäre längst pleite. Dieses Paradox läßt nur eine Erklärung zu: Die Bundesrepublik kann sich eine inkompetente Regierung leisten, weil es letzten Endes auf die Leute, die uns in der "Tagesschau" langweilen, gar nicht ankommt. Die realen gesellschaftlichen Prozesse verlaufen dem Bonner Zirkus gegenüber weitgehend autonom.
SPIEGEL: Heißt das, die Leute interessieren sich nur noch für überschaubare, lokale Politik, weil da wirklich etwas zu andern ist? _(In seiner Münchner Wohnung. Mit ) _(Redakteuren Peter Stolle, Hellmuth ) _(Karasek und Stenograph Horst-Peter Neu ) _((M.). )
ENZENSBERGER: Daran ist sicher etwas Wahres, aber das ist nicht alles. Der ganze Aggregatzustand der Gesellschaft hat sich verändert. Der beliebte Vergleich mit den fünfziger Jahren hinkt schon aus diesem Grund. Damals stand die Gesellschaft sozusagen vor der Regierung stramm. Denken Sie nur an den Respekt, der seinerzeit irgendwelchen Herren entgegengebracht wurde, nur weil sie Minister waren, von einem Patriarchen wie Adenauer ganz zu schweigen. Was von oben kam, war ein "Hoheitsakt", und damit basta.
SPIEGEL: Und heute?
ENZENSBERGER: Heute erregt das alles nur noch ein Achselzucken. Im alten Europa hat man das Gemeinwesen immer nach dem Moden des menschlichen Körpers beschrieben. Die Regierung war das Oberhaupt, der Kopf. Diese Metapher ist endgültig passe. Ein Zentrum, das alles vorhersieht, steuert und entscheidet, ist nicht mehr vorhanden. Das Gehirn der Gesellschaft ist nicht mehr lokalisierbar, am allerwenigsten in Bonn. Innovationen, Zukunftsentscheidungen gehen schon längst nicht mehr von der politischen Klasse aus. Im Gegenteil: Erst wenn eine neue Idee zur Banalität geworden ist, fällt bei Parteien und Regierungen der Groschen. Die wirklichen Entscheidungen werden dezentral getroffen in einem weitverzweigten Nervensystem das von keinem Punkt aus kontrollierbar ist. Die Politik wird, wie die Theoretiker sagen, zu einem stochastischen, das heißt zufallsabhängigen Prozeß. Dadurch verlieren die Zentralinstanzen an Autoritat und an Gewicht. Ihr Spielraum schrumpft, aber auch ihre Gefährlichkeit nimmt ab. Die Regierung wird zum Papiertiger.
SPIEGEL: Das ist eine sehr strukturalistische Beschreibung der Macht. Aber der Vergleich mit den fünfziger Jahren will doch auf etwas anderes hinaus. Heute wie damals gilt, daß die Politik eigentlich außen vor bleibt, heute wie damals sucht man ein neues Biedermeier, das heißt das Glück im Privaten. Man will weg von der Politik, laßt die in Bonn nur machen. Vielleicht begünstigt die CDU damals wie heute diese Stimmung. Man kann die Politik an sie delegieren, weil sie verspricht, möglichst wenig zu tun.
ENZENSBERGER: Ja, dieses Gejammer über die Entpolitisierung kann man von allen Seiten hören. In der liberalen Presse und in der linken Szene, überall heißt es vorwurfsvoll: diese jungen Leute, die nur Konsum im Kopf haben, diese Yuppies, die nur an ihr Privatleben denken. Ein eigenartiger Predigerton! Ähnlich wie ein Pfarrer der feststellen muß, daß seine Kirche leer bleibt.
SPIEGEL: Als ob es eine Pflicht zur Öffentlichkeit gäbe!
ENZENSBERGER: Auch die Politiker sind beleidigt darüber, daß sich die Leute immer weniger für sie interessieren. Sie sollten sich lieber fragen, woran das liegt. Ich vermute, daß die Parteien einer Selbsttäuschung aufsitzen, daß sie eine falsche Definition von Politik haben. Bin ich unpolitisch, weil ich auf das Gestammel von Herrn Möllemann oder Bangemann verzichten kann? Ich sehe nicht ein, was daran verwerflich oder egoistisch sein soll.
Der langweiligste Teil im SPIEGEL sind die ersten zwanzig Seiten. Der Bonner Tratsch, der Bonner Ekel, das Bonner Gerangel. Komisch, daß sich Ihre Zeitschrift von diesen Insider-Geschichten hypnotisieren läßt. Mir kommt das so vor, wie wenn der Angestellte Bangemann abends vom Büro nach Hause kommt und seiner Frau erzählt: Der A. hat im Vorzimmer gestänkert, der B. will den C. abschmettern, der D. will dem E. eins auf die Schnauze geben, und der Buchhalter F. soll entlassen werden. Für den, der nicht zur Firma gehört, gibt es nichts öderes.
SPIEGEL: Und welchen Begriff von Politik wollen Sie dem der Parteien entgegensetzen?
ENZENSBERGER: Der Kern heutiger Politik ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation. Es ist ja nicht so, daß der einzelne dem Staat gegenübersteht. Insofern stimmt auch die These von der Privatisierung nicht. Jedes Interesse auch das privateste, artikuliert sich politisch in organisierten Gruppen. Das beginnt bei den alltäglichsten Sachen: Schulfragen, Mieterproblemen, Verkehrsregelungen.
SPIEGEL: Sie denken an die Bürgerinitiativen. Aber gibt''s die noch?
ENZENSBERGER: Die entstehen jeden Tag ad hoc und lösen sich wieder auf.
SPIEGEL: Das wäre die Lokalisierung der Politik. Daran knüpft sich eine andere Erscheinung. Die Wahl wird durch tägliche Meinungsumfragen ersetzt. Als es in Hamburg heftig schneite, wurde "Ted" (eine Art demoskopischer Computer) befragt, wie viele Leute für Salz und wie viele gegen Salz sind.
ENZENSBERGER: Damit sind wir aber immer noch auf der Ebene der Kommunalpolitik. Aber denken Sie mal an Burgerinitiativen, die Siemens heißen oder Nixdorf oder Hoechst. Die hat es immer gegeben: organisierte Macht außerhalb des Parteiensystems. Heute ist diese Art, gesellschaftlichen Druck auszuüben, kein Vorrecht der Kapitalinteressen mehr. Heute stehen dem Staat alle möglichen Gruppen gegenüber, Minoritäten aller Art. "Bürgerinitiativen" in diesem Sinn sind nicht nur alte Organisationen wie die Gewerkschaften, die Kirchen, die Medien. Auch die Sportler sind hochorganisiert, die Homosexuellen, die Waffenhändler, die Autofahrer, die Behinderten, die Eltern, die Steuerhinterzieher, die Geschiedenen, die Naturschützer,
Terroristen und so weiter. Sie können 10000 Machtinstanzen in unserer Gesellschaft ausmachen. Das Resultat ist eine undurchsichtige Gemengelage. Genau das Gegenteil von einem Volk, das sich um seine Bonner Häuptlinge schart.
SPIEGEL: Meinen Sie, daß sich Politiker vor kleinen und amorphen Lobbys fürchten?
ENZENSBERGER: Die Regierung möchte ich sehen, die es riskieren würde, eine Weltmeisterschaft zu kippen oder eine Olympiade abzuschmettern, selbst wenn sie dafür die besten Gründe hätte. Sogar das Lachen über Greenpeace ist den Parteien spätestens seit Tschernobyl und Basel vergangen.
SPIEGEL: Dann wäre der politische Apparat in Bonn in Ihren Augen nur noch eine Art von Makler-Instanz. Aber worauf führen Sie den Vertrauensschwund zurück? Ist er durch Flick oder Neue Heimat zu erklären?
ENZENSBERGER: Nicht nur das. Die Parteien haben sich auch strukturell verändert. Sie können das an der Rekrutierung der politischen Klasse sehen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es üblich, daß ein Politiker irgendeine Art von Lebenserfahrung vorzuweisen hatte. Heute haben Sie den Typ des ehrgeizigen Abiturienten, der es in der Schüler-Union zu etwas bringt dann wird er Studentenpolitiker, schließlich Funktionär. Seine Lebenserfahrung beschränkt sich auf die Fähigkeit, einen Parteiapparat zu manipulieren.
Das führt zu verschiedenen Konsequenzen. Zum einen traut man solchen Leuten Fähigkeiten, wie sie von jedem andern erwartet werden, nicht mehr zu. Ein Politiker ist jemand, der nichts gelernt hat. Zum zweiten ist er auf den Apparat auf Gedeih und Verderb angewiesen. Zum dritten entwickelt er eine Zeitperspektive, die immer nur bis zur nächsten Landtagswahl reicht. Und schließlich führt seine soziale Lage zu einem ganz spezifischen Realitätsverlust. Die politische Klasse ahnt nicht, was in der Gesellschaft los ist. Sie isoliert sich in einer wagenburgartigen Situation.
SPIEGEL: Schon Willy Brandt brachte es fertig, immer von "den Menschen draußen im Lande" zu reden.
ENZENSBERGER: Das ist natürlich eine Projektion. In Wirklichkeit sind die Leute in Bonn die Eingeschlossenen. Eine amüsante Folge davon ist, daß die politische Klasse die Gesellschaft für dumm und frech hält. Die Gesellschaft ist genau der umgekehrten Meinung. Die Frage, wer recht hat, ist relativ leicht zu entscheiden. Daß nur der Parteiapparat weiß, wo es langgeht, und daß alle anderen blöde sind, ist ja eine sowjetische Auffassung.
SPIEGEL: Führt diese Entfremdung auch dazu, daß politische Skandale gar nicht mehr als Skandale wahrgenommen werden? Wie kommt es dazu, daß die Gesellschaft gleichgültig, ja fast apathisch die nahezu kriminellen Züge der politischen Kaste erträgt?
ENZENSBERGER: Diese Gesellschaft ist nicht mehr enttäuschbar. Sie hat sehr früh, sehr rasch registriert, was in Bonn los ist. Zu dieser zynischen Auffassung trägt auch die Selbstdarstellung der Parteien bei. Die Politiker versuchen, den Schwund ihrer Autorität, die Erosion der Macht und des Vertrauens durch einen riesigen Werbeaufwand zu kompensieren. Aber diese Materialschlachten sind kontraproduktiv. Ihre Botschaften sind tautologisch und leer. Sie sagen immer nur eines, nämlich "Ich bin ich" oder "Wir sind wir". Die Null-Meldung ist die bevorzugte Art ihrer Selbstdarstellung. Das bestärkt natürlich die Leute in ihrer Auffassung, daß von dieser Kaste kein Gedanke zu erwarten ist. Die Leute winken ab und ziehen allenfalls Ankündigungen in Betracht, die ihre eigenen, engsten Interessen betreffen, etwa im Hinblick auf Steuern, Sozialleistungen und Subventionen. Wenn auf den Plakaten steht: "Es geht um Deutschland", dann weiß jeder, daß das leeres Stroh ist. Es geht im höchsten Fall um den Milchpfennig oder um die Stütze.
SPIEGEL: Aber warum trennt sich dann die Gesellschaft nicht von dieser trostlosen politischen Klasse, beispielsweise durch Wahlenthaltung, eine spektakuläre Wahlenthaltung? Die Amerikaner haben bei Kongreß-Zwischenwahlen eine Beteiligung von durchschnittlich 40 Prozent. Bei uns liegt sie bei Bundestagswahlen immer über 80 Prozent.
ENZENSBERGER: Wir sind gebrannte Kinder. Diese Wahlbeteiligung ist ein Votum gegen den Einparteienstaat, gegen die Diktatur, die sich niemand zurückwünscht, nicht einmal der verworrenste Rechtsradikale. Über 80 Prozent wollen keine Diktatur. Insofern _(Oben: bei der Friedensdemonstration in ) _(Bonn, mit Erhard Eppler; ) _(unten: Blockade der Fahrrinne von einer ) _(Leverkusener Autobahnbrücke, 1986. )
sieht sich der Wähler vermutlich als Verhinderungskünstler.
SPIEGEL: In vielen Analysen ist zu lesen, daß der "Wähler, bewußt oder unbewußt, bei Landtagswahlen jedesmal das Votum bei der Bundestagswahl korrigiert. Er baut die andere, die unterlegene Partei auf, bereitet den Wechsel vor, versucht vielleicht auch, den Übermut einer herrschenden Partei zu brechen.
ENZENSBERGER: Sehr vernünftig. Das sind Strafaktionen der Wechselwähler. Dabei spielt vielleicht auch das in der deutschen Psyche tief verwurzelte Gefühl der Schadenfreude eine Rolle. Der Genuß des Wahlabends ist der Anblick des jeweils Geohrfeigten. Er stottert vor Wut über die Idioten, die ihn nicht gewählt haben, darf das aber um keinen Preis zugeben.
SPIEGEL: Er muß sich bedanken.
ENZENSBERGER: Das ist einer der wenigen Genüsse, die das Ritual zu bieten hat. Der wichtigste politische Inhalt der Wahl ist aber die Tatsache, daß es Wahlen gibt und daß wir die Verfassung, die sie garantiert, behalten wollen.
SPIEGEL: Die Wahlprognosen sind häufig ungenau. Die Demoskopen behaupten, das liege daran, daß sich der deutsche Bürger schämt zu gestehen, daß er nicht zur Wahl gehen will. Das will der den Meinungsforschern vorher nicht verraten. Wahlenthaltung gilt offenbar als unmoralisch.
ENZENSBERGER: Die geringe Auskunftsfreudigkeit hat auch noch andere Gründe. Man belügt die Demoskopen, weil man sich nicht in die Karten gucken lassen will. Sechs Prozent reichen, um die Prognosen durcheinanderzubringen. Das gleiche werden wir bei der Volkszählung erleben. Auch darin äußert sich ein anderes, unberechenbares Politikverständnis.
SPIEGEL: Um auf die bevorstehenden Wahlen zurückzukommen. Seit der Niedersachsen-Wahl erleben wir den Verfall der SPD. Und vollig lethargisch sehen die Intellektuellen dem Niedergang der Partei zu.
ENZENSBERGER: Aber das ist ja gerade meine These, daß eine Partei wie die SPD an ihrer Staatsfixierung, an ihrem Entscheidungszentralismus scheitern muß. Es ist nach wie vor ihre Grundidee, daß die Gesellschaft von einem Punkt aus gesteuert werden soll. An diesem Hebel sitzt ein guter Hirte, der für die Gesellschaft, vor allem für die Benachteiligten, das Beste will und der auch ganz genau weiß, wie dieses Beste verwirklicht werden muß. Das sagen ihm seine Soziologen, seine Gewerkschaftsschulen, sein Brain-Trust, seine Programmkommission. Man muß nur den Machtapparat mit den richtigen Leuten besetzen, dann ist alles unter Kontrolle. Wenn aber die Kommandohöhen nur noch Maulwurfshügel sind?
SPIEGEL: Sie sehen also die Sozialdemokratie als eine konservative Partei?
ENZENSBERGER: Was ihr Staatsverständnis betrifft, auf jeden Fall. Sie sehen das - um nur ein Beispiel zu nennen - an ihrer rigiden Schulpolitik. Nur keine Experimente, keine Eigeninitiativen, kein Leben außerhalb der Vorschrift! Aber unsere Gesellschaft ist nicht mehr auf Vordermann zu bringen. Selbst in der Sowjet-Union funktioniert das nicht mehr. Die zaghaften Reformansätze dort sind ja nicht einem plötzlichen Anflug von Humanität zu verdanken, sondern der schlichten Einsicht daß Gesellschaften, die einen gewissen Komplexitätsgrad, eine gewisse ökonomische Entwicklungsstufe überschritten haben, nicht mehr zentral gesteuert werden können. Die SPD ist aus historischen Gründen besonders schlecht gerüstet, um das zu kapieren.
SPIEGEL: Demnach müßten die Intellektuellen zu den Grünen überlaufen, um dort ihre politische Heimat zu finden.
ENZENSBERGER: Die Intellektuellen und ihre politische Heimat sind in diesem Zusammenhang meine geringste Sorge. Aber es ist natürlich richtig, daß die Grünen, bei aller Konfusion, wacher und rascher auf die Signale der Gesellschaft reagieren als andere Parteien. Unsere traurige politische Klasse hat sie bisher nicht kooptiert. Die meisten grünen Vertreter verfügen über irgendwelche praktischen Lebenserfahrungen außerhalb der Apparate. Manche kennen sogar den Zustand der Bargeldlosigkeit, der in Bonn unbekannt ist. Auffällig ist auch, daß sie sich für die Zukunft interessieren. Sogar ihre Defekte sind neuartig und jedenfalls interessanter als die selbstgefällige Dickhäuterei der Herren vom Kartell.
SPIEGEL: Was ist in dieser Situation von den Intellektuellen zu erwarten?
ENZENSBERGER: Wenn meine Lagebeschreibung zutrifft, muß sie für alle gelten also auch für die Intellektuellen. Es ist nicht immer angenehm, die eigene Medizin zu schlucken, aber Selbstexperimente haben manches für sich. Ich sehe in der Tat gewisse Analogien zwischen den Politikern auf der einen und den Intellektuellen auf der anderen Seite. In unserer Tradition gibt es ja nicht nur die Vorstellung von einer politischen, sondern auch die von einer geistigen Führung. Mit dieser Begründung haben die clercs, also die Intellektuellen, in der Vergangenheit ihren Anspruch auf eine zentrale Position in der Gesellschaft begründet. Sie hatten es dabei nicht auf die Macht abgesehen, wohl aber auf Einfluß. Sie glaubten, sie hätten die Erkenntnis, die gesellschaftliche Einsicht für sich gepachtet. _(Mit Lukas Beckmann, Martin Bangemann, ) _(Willy Brandt und Helmut Kohl. )
SPIEGEL: Und auch die Moral.
ENZENSBERGER: Nun wird es in einer diffusen, dezentralisierten Gesellschaft den Intellektuellen nicht anders ergehen als den Politikern: Auch ihre Autorität wird relativiert, ihre privilegierte Position ist im Schwinden.
SPIEGEL: Es gibt dazu zwei Thesen. Eine davon lautet: Aus dem Standardsatz "Der Geist weht links" habe sich bei den Intellektuellen selbst eine Antithese, ein Wende-Geist herausgebildet. Man kann dafür Namen wie Botho Strauß oder Peter Handke als Beispiele anführen. Die andere These ist: Inzwischen seien viele Forderungen, welche die Linke in den fünfziger und sechziger Jahren gestellt habe, verwirklicht, zum Teil sogar von konservativen Regierungen. Dafür müsse man nicht mehr kämpfen. Der Essayist Michael Rutschky hat das als Grund für die Langeweile angeführt, die dieser Wahlkampf ausstrahlt.
ENZENSBERGER: Beide Thesen sind mir zu ideologisch, sie bleiben dem Schema des Parteiensystems verhaftet. Ich bleibe lieber bei meiner Form der Beschreibung. Wenn das Gehirn der Gesellschaft nicht mehr lokalisierbar ist, dann ist auch die intellektuelle Produktivität nicht mehr bei einer sozialen Untergruppe wie den Professoren, den Schriftstellern den Intellektuellen zu lokalisieren. Beachten Sie noch eine weitere Analogie: Genauso, wie die Politiker die Wähler für blöd halten und umgekehrt, so glaubt auch der Intellektuelle im allgemeinen, daß er alles besser weiß, und die Bevölkerung glaubt, daß er ein Spinner ist. Ich bin kein Populist und neige nicht dazu, mich bei einer Mehrheit anzubiedern, aber die Frage muß doch erlaubt sein: Wenn die Gesellschaft tatsächlich oft klüger ist als die Politiker, könnte sie dann nicht unter Umständen auch manchmal klüger sein als die Intellektuellen oder jedenfalls als der einzelne Intellektuelle? Wo kommen heute neue Ideen her? Wo bewegt sich etwas? Ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht, daß dafür ein kleiner, erlauchter Kreis von Meisterdenkern in Betracht kommt.
SPIEGEL: Und die Universitäten? Das waren doch die Kaderschulen des Aufbruchs von 1968.
ENZENSBERGER: Man kann wohl eher behaupten, daß die Universität heute das Reich der Mittelmäßigkeit ist, eine Art kultureller Karstlandschaft. Nicht einmal ihre führenden Vertreter nehmen für die Hochschulen eine zentrale intellektuelle Rolle in Anspruch.
Überhaupt, in einem Punkt hinkt der Vergleich zwischen dem Clan der Politiker und dem der Intellektuellen. Während die einen vom Gefühl ihrer grenzenlosen Wichtigkeit erfüllt sind, neigen die anderen zum Selbstzweifel. Langsam, aber sicher breitet sich unter den Intellektuellen die Einsicht aus, daß ihre alte Präzeptorenrolle ausgespielt ist. Den berühmten Schriftsteller, der sich einbildet, er sei das Gewissen der Nation, können Sie mit der Lupe suchen.
SPIEGEL: Könnte das nicht heißen, daß ein Autor wie Sie, Herr Enzensberger, sich vor seiner früheren Rolle drücken will? In den Nachrufen auf Böll hieß es, er sei die letzte Figur gewesen, die in Deutschland eine politisch-moralische Instanz war. Denken Sie an Sartre, an Graß.
ENZENSBERGER: Ich habe das alles noch miterlebt: die sanitäre Aufgabe der Intellektuellen nach dem Ende des Faschismus, die ganze ideologische Müllabfuhr, eine recht mühsame und langwierige Arbeit. Aber ich möchte hartnäckig bleiben und zu meiner These zurückkehren. Eine Person wie Böll war ja kein historischer Zufall. Böll war die Gegenfigur zu Adenauer. Die Gesellschaft hat damals solche Erscheinungen benötigt und hervorgebracht: Autorität und Gegen-Autorität.
Daß solche Figuren heute nicht mehr vorhanden sind, muß nicht unbedingt an Talentmangel liegen oder Charakterlosigkeit. Vielleicht liegt es daran, daß sie in gewisser Weise überflüssig geworden sind. Ich glaube, es ist eine Vergesellschaftung solcher Rollen eingetreten. Wir haben Böll verloren. Aber dafür haben wir Amnesty und Greenpeace.
SPIEGEL: Wir wüßten auf Anhieb gar nicht, wer Herr Greenpace ist.
ENZENSBERGER: Eben. Das ist etwas historisch Neues. Alles unbekannte Leute! Wenn ich aus dem Fenster sehe, frage ich mich oft, was die Frau gegenüber macht, Hausaufgaben oder Politik? Ich möchte in diesem Zusammenhang ein kleines Denkmal für den unbekannten Techniker errichten, der die Kassette mit der Neujahrsansprache des Herrn Bundeskanzlers vertauscht oder verwechselt hat. Ich glaube nicht an die diversen Verschwörungstheorien. Die wahre Erklärung ist viel interessanter.
Stellen Sie sich einen Metteur bei der Londoner "Times" im Zeitalter der Queen Victoria vor. Ausgeschlossen, daß dieser Mann eine Rede der Königin vertauscht hätte. Er wäre von der Wichtigkeit der Sache völlig durchdrungen gewesen und hätte den Bleisatz ehrfürchtig gehütet.
Unserm Techniker dagegen flüsterte sein Unbewußtes etwas ganz anderes ein: Was auf dieser blöden Kassette drauf ist, das ist doch gehüpft wie gesprungen. Mit dieser Einsicht steht er nicht allein da. Er hat in diesem Augenblick als Vertreter einer Gesellschaft gehandelt, die genauso denkt wie er.
SPIEGEL: Außerhalb der politischen Kaste war die Empörung über den vertauschten Kohl fast gleich Null.
ENZENSBERGER: Haben Sie die Überschrift in der "Süddeutschen Zeitung" gesehen? "Bundeskanzler Kohl sieht keine Meinungsverschiedenheiten in der Außenpolitik". Darunter steht, daß er für das Selbstbestimmungsrecht sei. Das ist ein Aufmacher! Das sind Schlagzeilen! Die ideale Null-Meldung. Die Nachrichten im Fernsehen kann man nur noch mit Hilfe der Fernbedienung ertragen. Auf zehn Sekunden Nachricht kommen fünf Minuten Ohrenschmalz. _(Mitte: ehemaliger US-General Matthew ) _(Ridg way, Ex-Luftwaffengeneral Johannes ) _(Steinhoff. )
SPIEGEL Wollen Sie damit sagen, daß es Ihnen völlig gleichgültig ist, wer nach dem 25. Januar regiert?
ENZENSBERGER: Das möchte ich nicht sagen. Ich sehe immer noch gewisse Nuancen, in denen sich die Parteien unterscheiden, Nuancen hygienischer Art.
SPIEGEL Alternativen, bei denen man sich weniger schämen muß?
ENZENSBERGER: Graduelle Unterschiede in der Peinlichkeit.
SPIEGEL: Von bestimmten jungen Wähler-Gruppierungen hat man gesagt, die interessiere an der Politik nur noch das ästhetische Moment. Kommt Ihre Einstellung dieser Haltung nicht nahe?
ENZENSBERGER: Die Stimmabgabe ist eine ziemlich schwache, äußerst ritualisierte, weitgehend symbolische politische Äußerung. Das spricht nicht gegen ihre Bedeutung. Aber jede symbolische Äußerung hat eine ästhetische und eine moralische Dimension. Im Gefühl der Peinlichkeit kommt beides zum Vorschein.
Die Gegenprobe können Sie bei Herrn von Weizsäcker machen. Er beschäftigt sich damit, die moralische und ästhetische Situation der Republik erträglicher zu machen, soweit das die Grenzen seines Amtes erlauben. Damit hat er Erfolg. Die Leute verstehen das. Auf diese Weise hat er eine Art von Glaubwürdigkeit gewonnen, die anderen Politikern völlig abhanden gekommen ist.
SPIEGEL: Aber diese Rolle kann er nur im Rahmen einer stillschweigenden Abmachung spielen, die zum Inhalt hat, daß auf der anderen Seite Herr Kohl weiter seinen Goebbels-Vergleich loslassen kann?
ENZENSBERGER: Ich sehe da nicht ein abgekartetes Spiel, sondern eine funktionelle Verteilung. Genau in dem Maß, in dem er der Logik der Apparate nicht unterworfen ist, kann der Präsident sich wie eine Person benehmen, also selbständige Gedanken äußern, über flüssige Lügen vermeiden, moralische und ästhetische Unterscheidungen treffen und eine gewisse Neugier für die Außenwelt an den Tag legen.
Ein Mann, der im politischen Apparat vorankommen will, darf das alles nicht. Er darf sich für Probleme außerhalb des Apparates eigentlich gar nicht ernsthaft interessieren. Er wird sonst zu einer Belastung. Denken Sie sich einen Politiker in einem Umwelt-Ressort, der ein Kind hätte, das wegen einer chemischen Vergiftung schwerbehindert ist. Dieser Mann wäre untragbar. Er wäre nämlich an seiner Aufgabe allzu interessiert.
Der loyale Parteipolitiker darf dagegen nur ein einziges Kalkül kennen: Hilft es meinem Verein, wenn ich so oder so handle, oder schadet ihm das? Er wird deshalb die fragliche Position nur erreichen, wenn er überzeugungsneutral ist. Das Problem darf ihn nicht interessieren, nur die Konsequenzen der Problemlösung, der Problemverschleierung für seine Machtgruppe.
SPIEGEL: Also kann uns Umweltminister Wallmann - was wir schon lange argwöhnen - in Wahrheit gar nicht helfen? Auch wenn er behauptet, daß "keine gesellschaftliche Gruppe" ihn daran hindern könne, etwas zu verbieten, "wo ich etwas für zwingend geboten halte". Das ist doch, angesichts der geballten Interessen der chemischen Industrie bloßer rhetorischer Größenwahn.
ENZENSBERGER: Ja, nur daß dieser Sachverhalt auch eine Kehrseite hat. Wenn die Politiker sich für nichts mehr interessieren außer für die Reste ihrer Macht, wenn sie von nichts mehr überzeugt sind, es sei denn von ihrer Unentbehrlichkeit, dann gilt das auch für die rechte Politik. Und das ist in gewisser Weise beruhigend. Die Union versucht ja, der Langeweile des Wahlvolks dadurch zu begegnen, daß sie die rhetorische Dosis steigert. Daher die schrillen Töne, das scheinbar zwecklose Geifern, der Appell an die vermuteten Restbestände an rechtsradikaler Dumpfheit. Aber natürlich weiß Herr Dr. Strauß genausogut wie Sie und ich, daß die Ostpolitik nicht auf den Kopf gestellt, daß das Asylrecht nicht abgeschafft wird und daß Wackersdorf zwar gebaut werden, aber nie in Betrieb gehen wird. Es kommt ihm auch in keiner Weise darauf an. Derselbe Politiker, der, wenn es nach seinen Reden geht, den Bundesrekord an Antikommunismus hält, ist im Zweifelsfall, wenn es ihm paßt, jederzeit bereit, einen Milliardenkredit für die DDR zu besorgen. Wenn es dabei einen Blumentopf zu gewinnen gäbe, wäre er der erste, alle Kernkraftwerke abzuschalten und für die Sonnenenergie einzutreten, weitere zwei Millionen Türken nach Deutschland zu holen oder ein Bündnis mit der Sowjet-Union zu schließen. Es müßte nur für die CSU etwas dabei herausspringen.
SPIEGEL: Aber sehen Sie nicht die Gefahr, daß die Regierung der Wende dabei ist, die historische Verantwortlichkeit total zu zerstören und abzubauen?
ENZENSBERGER: Nehmen wir einmal an, dieses ideologische Rollback-Unternehmen beruht auf einem Kalkül...
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ENZENSBERGER: Das kann kein Zufall sein. Also wieder mal jemand, der von seiner eigenen Schlauheit überzeugt ist, der Spitzenpolitiker, der sich einbildet, an der Spitze zu stehen, Vorentscheidungen zu treffen, mit einem Wort: zu führen. Was ist das Resultat? Wir haben seit 1945 kaum Jahre erlebt, in denen so viel über die Verbrechen des Dritten Reiches nachgedacht, geschrieben, gestritten wurde wie jetzt. Auschwitz ist gegenwärtiger denn je. Die Leute, die unsere Geschichte zuschaufeln wollten, haben sich als Ausgräber erwiesen.
SPIEGEL: Das wäre eine Art Dialektik der Aufklärung, die List der Vernunft.
ENZENSBERGER: Es ist immer wieder dieselbe Geschichte: Die Gesellschaft ist eben nicht die Hammelherde, die der Politiker in ihr vermutet. Was in den fünfziger Jahren noch möglich war, ein Problem zu tabuisieren, eine Diskussion stillzulegen, das kann heute aus strukturellen Gründen nicht mehr gelingen. Der Versuch ist kontraproduktiv
und zum Scheitern verurteilt. Wenn etwa eine Regierung auf die Idee käme zu sagen, das Wort "Jude" solle künftig bei uns nicht mehr ausgesprochen werden, dann wären die Folgen absehbar: Alle Medien würden sich ununterbrochen mit diesem Thema beschäftigen, die Deutschen würden von nichts anderem mehr sprechen. Leute wie Dr. Kohl und seine Helfer bieten die beste Garantie dafür, daß die Diskussion über die Nazi-Verbrechen in absehbarer Zeit nie abreißen kann. Sie heizen die Auseinandersetzung viel effektiver an als der linke Aufklärer, der treuherzig versucht, an die Tatsachen zu erinnern.
SPIEGEL: Wir sind da etwas skeptischer als Sie.
ENZENSBERGER: Aber sehen Sie sich den Herrn Bundeskanzler doch nur an! Er ist ja das beste Beispiel dafür was ich sage. Er gleicht einem Mann der einen Leimtopf aus dem Weg räumen will. Bei diesem Versuch muß er den Leimtopf aber anfassen. Der Leim zieht Fäden. Der Mann ist nach einiger Zeit über und über mit Leim bekleckert. Er verteilt den Leim, den er weghaben wollte nach allen Seiten. Seine Krawatte trieft jeden Tag von neuem. Herr Kohl kann hinkommen, wo er will, er kann reden, wovon er will, immer fällt ihm der Faschismus ein, alles erinnert ihn an Hitler, an Goebbels, an den "Stürmer", an die Hitler-Jugend. Der Faschismus ist seine Obsession. Seine Fixierung an die Nazizeit ist phantastisch. Das ist schon sehr interessant. Psychisch gesprochen ist das ein klarer Fall von Wiederkehr des Verdrängten. Moralisch gesprochen nennt man das glaube ich, den Fluch der bösen Tat.
SPIEGEL: Sie erweisen sich ja als geradezu unerhörter Optimist. Das klingt nach unausweichlicher Beförderung des Fortschritts, so, als wäre da eine unsichtbare, rettende Hand am Werk.
ENZENSBERGER: Glauben Sie wirklich? Unser ganzes Gespräch hat sich im Grunde immer nur um die Fassaden gedreht. Wir haben, ganz wie es sich im Wahlkampf gehört, die wirklichen Gefahren ignoriert: die Rüstung, die Außenpolitik, die Arbeitslosigkeit, die Probleme der Ökonomie. Statt dessen haben wir uns über die Politiker und über die Intellektuellen unterhalten. Es ist ja relativ leicht, sich von diesen Selbstdarstellern ein Bild zu machen. Aber wohin bewegt sich das Ganze, dieses große, weiche, empfindliche Ungeheuer, das wir Gesellschaft nennen, mit seinem weitverzweigten Gehirn? Es ist doch eine unheimliche Vorstellung, daß darüber keine begründete Aussage möglich ist. Manchmal reagiert dieses Ganze überraschend intelligent, phantasievoll, realistisch, manchmal kommt es einem schäbig, dumpf und tückisch vor. Ich weiß auch nicht, was es im Sinn hat, und deshalb muß ich ohne Optimismus und ohne Pessimismus auskommen.
SPIEGEL: Herr Enzensberger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
*KASTEN
Hans Magnus Enzensberger *
war neben Böll, Graß und Walser einer der Wortführer der Gruppe 47 und damit intellektueller Wegbereiter für den Machtwechsel 1969 in Bonn. Der Schriftsteller und Essayist rechnete als einer der ersten mit dem realen Sozialismus am Beispiel Kubas ab. Als Herausgeber des "Kursbuch" war er kritischer Analytiker der außerparlamentarischen Opposition. Er gründete 1980, nach dem Vorbild des "New Yorker", die Zeitschrift "TransAtlantik". Mit dem Verleger Franz Greno gibt Enzensberger, 57, der in München und Venedig lebt, die "Andere Bibliothek" heraus.
In seiner Münchner Wohnung. Mit Redakteuren Peter Stolle, Hellmuth Karasek und Stenograph Horst-Peter Neu (M.). Oben: bei der Friedensdemonstration in Bonn, mit Erhard Eppler; unten: Blockade der Fahrrinne von einer Leverkusener Autobahnbrücke, 1986. Mit Lukas Beckmann, Martin Bangemann, Willy Brandt und Helmut Kohl. Mitte: ehemaliger US-General Matthew Ridg way, Ex-Luftwaffengeneral Johannes Steinhoff.
Von P. Stolle und H. Karasek

DER SPIEGEL 4/1987
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„Die Gesellschaft ist keine Hammelherde“

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