DER SPIEGEL



Fernsehkritik a la Ost

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Regierungssprecher Friedhelm Ost läßt seine Mitarbeiter weiter fernsehen. Ihre Analysen trägt Ost morgens um acht Uhr Kanzler Helmut Kohl vor. Besonderes Augenmerk müssen die jeweiligen Zwangsfernseher auf Magazinsendungen wie "Monitor" richten. Die letzte Ausgabe vom 6. Oktober wertete Regierungsdirektor Günter Schutze, Leiter des Mittel- und Südamerika-Referats (Ref. IV B/2), aus. Titel seiner TV-Expertise: "Deutsche Firmen und Chiles Militär". Auszüge:
" Aufhänger war die Tatsache (es wurde erwähnt), daß "
" übermorgen das Schicksal der 14 Chilenen im Bundestag zur "
" Sprache kommt. Gleich vorneweg ist zu sagen, das Fazit "
" dieser Sendung war, daß Herr Bednarz (Moderator) sagte, "
" im Bundestag müsse man auch über die deutsche "
" Unterdrückungshilfe für die chilenischen Militärs reden, "
" und was er damit meinte, zeigte er gleich. Und zwar "
" herausgehoben aus dieser ewigen Geschichte, daß die "
" chilenischen Militärs und Gendarmerie die harmlose "
" Bevölkerung verfolgen, und zwar in diesem Falle die "
" Ausrüstung der Polizei. "
" Ganz abgesehen davon, daß diese Vereinfachung, daß es "
" da nur um Freiheitskampf geht, und nicht erwähnt wird, "
" daß da auch terroristische Aktionen stattfinden; lassen "
" wir das mal beiseite. Jedenfalls wurde gezeigt und "
" gesagt, daß die chilenische Regierung bei Daimler-Benz "
" sowohl Lastwagen wie Personentransporter (wie Jeeps) "
" bestellt und gekauft habe, die dann in Chile umgerüstet "
" werden für Polizeieinsätze als Wasserwerfer, als Jeeps, "
" als Mannschaftswagen und auch zehn Hubschrauber bei MBB "
" gekauft wurden, die dann also, wie es hieß oder gezeigt "
" wurde, zur Unterdrückung der Bevölkerung dienten. Dies "
" ist wie gesagt nicht gerade ein Ruhmesblatt, wenn da so "
" einige Leute nach drei Tagen in Chile wieder alles besser "
" wissen und sich keinerlei Mühe machen, zu nuancieren ... "
" Eins vielleicht doch noch: diese Leute, die immer "
" Chile so schön herausgreifen, wenn sie nach den Kriterien "
" vorgehen, das heißt, daß die deutsche Industrie, die "
" deutschen Firmen nichts exportieren könnten, weil die "
" dortige Regierung dies vielleicht mißbrauchen für "
" bestimmte Zwecke könnte, wenn wir uns so verhalten "
" würden, dann müßten wir ja unsere Handelsbeziehungen "
" zumindest in 60 Ländern von 160 abbrechen. "


DER SPIEGEL 43/1987
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