An der Seite der Chomeinihörigen Revolutionswächter kämpfen seit kurzem auch etwa 30000 Iraker: Flüchtlinge, Exilanten und ehemalige Kriegsgefangene. Im Iran leben derzeit rund eine halbe Million Menschen aus dem westlichen Nachbarland, die überwiegend aus grenznahen Gebieten, aus Nadschaf und Kerbela, stammen - Städte, die den schiitischen Moslems als heilig gelten. 1981, nach Ausbruch des Golfkriegs, waren sie in den Iran vertrieben worden, da Iraks Präsident Saddam Hussein in den schiitischen Landsleuten eine fünfte Kolonne der Teheraner Mullahs vermutete. Die Rekrutierung Zehntausender von Irakern stellt vor Beginn der zu erwartenden iranischen Herbst-Offensive an der Landfront weniger einen militärischen Vorteil als einen hoch einzuschätzenden Propaganda-Erfolg dar. Teherans Hoffnung: Die Kampfmoral der irakischen Armee werde vielleicht bröckeln, wenn sie jetzt auch noch auf eigene Landsleute schießen müsse.
DER SPIEGEL 43/1987
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