Die Regierung Südkoreas will sämtliche Aids-Infizierte des Landes in einem Lager konzentrieren. Nächsten Monat tritt ein Gesetz in Kraft, das 1,1 Millionen Dollar für den Bau einer Quarantäne-Anlage vorsieht. Gesundheitsminister, Provinzgouverneure und Bürgermeister werden ermächtigt, Träger des HIV-Virus in das Camp einzuweisen. Allen ausländischen Besuchern des Landes soll im nächsten Jahr bei der Einreise ein Aids-Unbedenklichkeitszeugnis abverlangt werden - freilich erst nach Beendigung der Olympischen Sommerspiele 1988, die Hunderttausende von Besuchern in die südkoreanische Hauptstadt Seoul bringen werden.
DER SPIEGEL 43/1987
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