16.11.1987

Kunst-Glanzlicht auf Hannover

Sie schrieben sich in modernen Kleinbuchstaben und ohne Komma "die abstrakten hannover", und sie setzten der Stadt für einige Jahre ein Kunst-Glanzlicht internationaler Ausstrahlung auf. Nun gedenkt das dortige Sprengel Museum mit einer würdigen Schau der fünf Gründer-Figuren von 1927 und ihrer weitreichenden Kontakte. Teils längst befreundet, hatten sich Lokalheros Kurt Schwitters sowie Carl Buchheister, Rudolf Jahns, Hans Nitzschke und Friedrich Vordemberge-Gildewart zwecks Beschleunigung des Kunst-Fortschritts, doch ohne enges Dogma, zusammengetan; der Niederländer Cesar Domela wurde auswärtiges Mitglied. Die "abstrakten" malten konstruktive Bilder stießen mit Reliefs in den Raum, mit typographischen Entwürfen und Möbeldesign ins praktische Leben vor- besonders Architekt Nitzschke, dessen Gemälde im Bombenkrieg verbrannt sind. In der Ausstellung werden die Hannoveraner nun von geistesverwandten Zeitgenossen wie Malewitsch oder Mondrian umzingelt und, Schwitters ausgenommen, großenteils übertrumpft. Auf dem Veranstaltungskalender des Museums figurieren sie zwischen einer Schwitters-Retrospektive 1986 und einer großen Schau des Sowjet-Abstrakten El Lissitzky vom kommenden Jahr an.

DER SPIEGEL 47/1987
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