Jürgen Nimptsch, Chef des Bonner Stadtverbandes der Lehrergewerkschaft GEW und SPD-Stadtrat im benachbarten Troisdorf, bekam die Quittung für Kritik an seinem Genossen Johannes Rau. Am Anfang dieses Jahres hatten Nimptsch und Kollegen nicht nur ihren Schülern Zeugnisse ausgestellt, sondern auch dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. "Mangelhaft" habe sich der Landesvater um Schülerinnen und Schüler gekümmert, "ungenügend" sei sein Einsatz für Arbeitszeitverkürzung, "mangelhaft" seine Glaubwürdigkeit (SPIEGEL 6/1988). Der stellvertretende SPD-Vorsitzende war vergrätzt, und das hatte Folgen: Nach eifrigem Zureden von Parteiprominenz stimmten einige Sozialdemokraten gegen Nimptsch als Vizerektor einer neuen Gesamtschule und hievten statt dessen den Kandidaten der oppositionellen CDU auf den Job.
DER SPIEGEL 16/1988
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