11.07.1988

Auf die Spitze getriebene Irrsinnslogik

Milliardenteure Kriegsschiffe in einem engen Meerbusen; computergesteuerte Waffensysteme, die menschliches Denken ersetzen sollen; Kommandanten, die dem technischen Teufelswerk nicht gewachsen sind: Amerikas Machtentfaltung am Golf führte fast unausweichlich zum Abschuß jenes Airbus, einer Zivilmaschine, bei dem 290 Menschen umkamen - Menetekel für eine noch größere Katastrophe? Der Iran reagierte bislang maßvoll. *
Dies könnte, wenn wir nicht sehr vorsichtig sind, zur Grabinschrift unserer Zeit werden: Es war niemandes Fehler - die Computer haben es getan."
Mit diesem Satz traf der amerikanische Kommentator Richard Reeves den Kern der tödlichen Affäre um den Abschuß des iranischen Airbus am Golf - der, von Washington zum verständlichen, wenngleich bedauerlichen Irrtum eines kampfgestreßten Kreuzerkapitäns heruntergespielt, die Welt vergleichsweise gleichgültig ließ.
Dabei forderte das Ende des Flugs IR 655 noch mehr unschuldige Opfer als die Katastrophe des 1983 von den Sowjets abgeschossenen Korea-Jumbos Flug KE 007. Damals war ein Aufschrei des Entsetzens um die Welt gegangen, verdammte Ronald Reagan die "terroristische Tat" der Führer des Reichs des Bösen, bei der 269 Menschen starben, sprach die US-Regierung von "kaltblütigem, geplantem Massenmord".
Nichts dergleichen angesichts der 290 von einer computergesteuerten US-Rakete zerfetzten Passagiere des iranischen Airbus, darunter 66 Kinder unter zwölf Jahren. Sowjetsprecher Gerassimow zierte sich vornehm, man wolle nicht mit gleicher Münze zurückzahlen.
Doch der irrtümliche Volltreffer am Golf offenbarte ungleich größere Gefahren für die Menschheit als die bewußt befohlene Vernichtung des KAL-Jumbos abseits der Insel Sachalin.
Gelogen und unmenschlich argumentiert wurde da soviel wie dort; drei von vier Amerikanern fanden die Reaktion der Kreuzerbesatzung durchaus richtig: Ja, auch sie hätten die Rakete abgefeuert. Da die Opfer aber fast nur Mitbürger der wild gewordenen Mullahs waren, der US-Präsident flugs sein "tiefes Bedauern" über die "menschliche Tragödie" aussprach und womöglich sogar Dollar für die Angehörigen der Opfer
zahlen will, hielt sich die Empörung der Politiker, Medien und Menschen auch weltweit in Grenzen.
Vor allem aber schien, dank geschickter Öffentlichkeitsstrategie und der schwer begreiflichen High-Tech-Abläufe, kaum jemand zu durchschauen, was sich da an Bord des 1,2 Milliarden Dollar teuren US-Kreuzers "Vincennes" und am heißen Himmel des Golfs vorletzten Sonntag tatsächlich abgespielt hatte.
Vieles an dem Drama gemahnt an Stanley Kubricks beklemmende Weltuntergangssatire "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben". In dem Film kann nichts, nicht einmal ein Befehl des amerikanischen Präsidenten, die Weltvernichtungsmaschine mehr stoppen. Denn: Ein zum Schutz gegen menschliches Irren ausgearbeitetes elektronisches System bewirkt, daß die Menschheit vor der Korrektur eines menschlichen Irrtums "geschützt" wird.
"Der Computer funktionierte, der Mensch hat versagt", urteilte ein britischer Experte für militärische Supertechnik über die Golftragödie. In Wahrheit waren eine Technik, die längst dabei ist, sich selbständig zu machen, und der bei der Bedienung dieser höchst komplizierten Computer-Mordmaschinen überforderte Mensch einander in einer Situation konfrontiert worden, der beide offenbar nicht mehr gewachsen waren.
Und so könnte der verhängnisvolle Raketenschuß durchaus Menetekel für eine künftige Menschheitskatastrophe sein. Denn die Technik war die modernste, die auf diesem Gebiet derzeit weltweit genutzt wird. "Star Wars at sea" nennen ihre Schöpfer sie stolz, Vorboten von Reagans SDI-Projekt, mit dem er die Welt vor einem atomaren Holocaust bewahren will, das aber viel eher geeignet scheint, eine solche Katastrophe auszulösen.
Denn der kombinierte Aberwitz von Killertechnik und Kommißkopfmentalität, der diesmal 290 ahnungslose Flugzeugpassagiere das Leben kostete, der bei anderer Gelegenheit aber womöglich den Weltuntergang auslösen könnte, ist kaum noch nachzuvollziehen:
Das phasengesteuerte, aus 4100 Sendern und Empfängern bestehende Radar des von Militärs als Wunderwerk gepriesenen "Aegis"-Systems (siehe Kasten Seite 116) an Bord der "Vincennes" konnte den Airbus nicht von einem drei bis viermal kleineren F-14-Jagdflugzeug unterscheiden und stempelte den zivilen Jet zum Feind, der zu vernichten war.
Die von der Umwelt abgeschlossenen militärischen Entscheidungsträger im fensterlosen Kommandoraum des Kreuzers versuchten erst gar nicht, das bedrohliche Objekt mit eigenen Augen von der darüberliegenden Brücke wahrzunehmen, was mit einem Feldstecher wahrscheinlich möglich gewesen wäre. Aber selbst das hätte wohl nichts genützt. Denn, auf die Spitze getriebene Irrsinnslogik, das Flugzeug wäre wohl auf jeden Fall abgeschossen worden, auch wenn es als Zivilmaschine der Iran Air erkannt worden wäre.
Dies räumten Vertreter des Pentagon gegenüber Kongreßabgeordneten insgeheim ein: Der Kapitän habe allein wegen des Kurses der Maschine, der genau auf sein Schiff zulief, auf den Knopf drücken müssen. Denn "woher
sollten sie wissen, daß der Jet nicht mit Sprengstoff vollgepackt war", so ein Militär.
Den fatalen Kurs wiederum hatte der Flugkapitän womöglich nur eingeschlagen, um die hektisch warnenden Funkbefehle des Kriegsschiffs zu befolgen - absurdes Ergebnis menschlicher Unzulänglichkeit und automatischer Technik in einer Konfliktsituation, die unweigerlich in die Katastrophe mündete.
Von der Minute an - genau 10.47 Uhr Ortszeit am vorletzten Sonntag -, in der die vollbesetzte Passagiermaschine in das elektronische Spinnennetz des Kampfroboters auf der "Vincennes" geriet, war ihr Schicksal besiegelt. Sie mußte abgeschossen werden, obwohl - weiterer Aberwitz - das Flugzeug selbst dann dem Super-Kriegsschiff gar nicht ernsthaft hätte gefährlich werden können, wenn es tatsächlich eine F-14 und nicht ein ziviler Airbus gewesen wäre.
Der von den USA noch an den Schah gelieferte F-14-Jäger, von dem die Iraner gerade noch vier oder fünf Stück haben, verfügt, den Amerikanern natürlich bekannt, über keinerlei Waffe, mit der er einem derart gerüsteten Kreuzer aus der Ferne etwas antun könnte: Er trägt lediglich Luft-Luft-Raketen und Maschinenwaffen.
Die 290 Menschen sind Opfer eines von Menschen erdachten "Schlachtfeld-Management-Systems", das, wie jetzt alle Spezialisten wissen wollen, zur falschen Zeit am falschen Ort eingesetzt wurde, in Wahrheit aber von Menschen gar nicht mehr völlig beherrscht wird (siehe Interview Seite 115).
Auch die höchstleistungsfähigen militärischen Elektronengehirne sind letztlich nur so klug wie der Mensch, der sie programmiert - und der ist allemal fehlbar.
Zwar mögen heutzutage kaum noch Schnitzer vorkommen wie bei Exemplaren älterer Computergenerationen, die 1960 einmal den aufgehenden Mond mit anfliegenden Russenraketen verwechselten und Atomalarm auslösten. Nur die Tatsache, daß sich der damalige Sowjetführer Nikita Chruschtschow gerade in New York aufhielt und kluge Köpfe im Pentagon bedachten, die Russen würden nicht gerade dann Raketen auf Amerika abschießen, wenn ihr Chef sich im Zielgebiet befindet, verhinderte seinerzeit eine gefährliche Eskalation.
Ein andermal lösten fliegende Wildgans-Schwärme Raketenalarm aus - die Computer mußten neu programmiert werden.
Doch fatale Fehler werden auch noch bei moderner High-Tech eingegeben. So wurde der britische Zerstörer "Sheffield" im Falklandkrieg von einer Rakete zerstört, die ein argentinisches Kampfflugzeug abgeschossen hatte. Das Abwehr-Radar des Zerstörers identifizierte die anfliegende Rakete korrekt als französische "Exocet". Aber die Programmierer der Royal Navy, den Blick starr auf das rote Feindbild fixiert, hatten die von den verbündeten Franzosen produzierte "Exocet" nicht als gegnerisches Projektil eingetippt, also sprach die Raketenabwehr des Zerstörers auf die tödliche Gefahr nicht an.
Das Aegis-Wunderwerk wiederum, das am Golf so mörderisch reagierte, kennt im Zweifelsfall überhaupt nur Feinde. Zivilflugzeuge sind systemfremd, ihre Unterscheidung von militärischen ist kein automatischer Programmbestandteil - militärisch durchaus logisch, schließlich könnten im Zeitalter des Terrorismus ja auch zivile Maschinen nach Kamikazemuster zum Todessturz auf ein Ziel angesetzt werden.
Genau dies - Schiiten müssen ja allesamt potentielle Märtyrer sein - wurde vergangene Woche zu einer von vielen amerikanischen Ausreden in dem Abschuß-Drama: Kapitän Will Rogers III. hätte ja glauben können, daß der fanatische Ajatollah Chomeini etwa einen Airbus voller irakischer Kriegsgefangener auf sein kostbares Schiff werfen wollte.
So führte neben der furchterregenden Zukunfts-High-Tech die geradezu alttestamentliche Feindschaft zwischen den beiden Greisen Ronald Reagan, 77, und Ruhollah Chomeini, 88, wie zwangsläufig zur Tragödie.
Der Ex-Schauspieler Reagan verdankt seine Wahl zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt auch dem Tun des finsteren Gottesmannes aus Ghom. Vor allem die Geiselnahme des gesamten amerikanischen Botschaftspersonals in Teheran und die so blamabel fehlgeschlagenen Befreiungsversuche seines Vorgängers Jimmy Carter bescherten Reagan den Triumph; er versprach dem gedemütigten Amerika wieder "heroische Träume".
Die aber zerrannen dann am selben Chomeini. Um wiederum amerikanische Geiseln aus der Haft schiitischer Gefolgsleute des Ajatollah im Libanon zu befreien, ließ der Präsident dem öffentlich als "Mörderbande" geschmähten Teheraner Regime über seinen dubiosen _(Schauspieler Peter Sellers. )
Weltstrategen Oliver North heimlich Waffen zuschieben.
Die Affäre, die als "Irangate" in die Zeitgeschichte einging, verdarb Ronald Reagan die Freude an seiner zweiten Amtszeit. Und das neuerlich blamierte Amerika verstrickte sich unentwirrbar in den blutigen Golfkrieg, den es durch seine Einmischung nur noch weiter anheizte.
Heldentaten vollbrachten die USA dort nicht. Das Airbus-Massaker droht vielmehr den Präsidenten kurz vor dem Ende seines Wirkens noch auf eine Stufe mit jenen als Mördern gescholtenen Machthabern aus dem "Reich des Bösen" zu stellen, die das Jumbo-Massaker vor fünf Jahren zu verantworten hatten - so emsig sich Washington auch bemühte, jede Parallele zwischen den toten iranischen und den toten koreanischen Passagieren wegzuwischen.
Das publizistische Krisenmanagement war anfangs deshalb so erfolgreich, weil zunächst in Washington mangels Mitspielern gar keine Krisenstimmung aufkommen konnte.
Die Hauptstadt befand sich, wie ganz Amerika, aus Anlaß der 212. Wiederkehr des Unabhängigkeitstages am 4. Juli auf Kurzurlaub. Dies nutzten die Publicity-Strategen des Präsidenten raffiniert aus. Reagan selbst wußte bereits am Sonntag um 9.52 Uhr, was das offizielle Washington noch viele Stunden lang bestritt - daß seine Navy ein vollbesetztes Zivilflugzeug abgeschossen hatte. Der Stellvertretende Sicherheitsberater John Negroponte hatte den Chef telephonisch an dessen Wochenendsitz Camp David unterrichtet.
Da Ruhe zur ersten Bürgerpflicht erklärt wurde, schloß Präsidentensprecher Marlin Fitzwater kurzerhand die Presseräume des Weißen Hauses. Telephonische Anfragen wurden abgewiesen.
In den nächsten dreieinhalb Stunden debattierte der überstürzt nach Washington zurückgekehrte Sicherheitsberater Colin Powell am Telephon mit Reagan in Camp David, Vizepräsident George Bush in Maine und Außenminister George Shultz in Massachusetts praktisch nur über die eine Frage: Wie kann verhindert werden, daß der Airbus-Abschuß zu einem amerikanischen KAL-Fall wird?
Der Krisenstab beschloß erst mal, die Affäre "cool" zu spielen. Der Präsident solle sein Weekend nicht unterbrechen, das Geschehen aber - im Gegensatz zu den verstockten Russen anno ''83 - bedauern.
Das tat er am Nachmittag in einer 28-Zeilen-Meldung, in der er den Tod der 290 Zivilisten als "entsetzliche menschliche Tragödie" beklagte. Zugleich aber unterstrich er, was vom Krisenstab als Sprachregelung zur Erklärung des Abschusses festgelegt worden war: daß der Flug IR 655 das Opfer einer "korrekten Verteidigungshandlung" geworden sei.
Diese Floskel beherrschte während der folgenden Tage jede Stellungnahme der Regierung und wurde von Englands Regierungschefin Margaret Thatcher sogleich kritiklos übernommen.
Auch die übrigen Verbündeten verbargen aus Bündnisdisziplin ihr helles Entsetzen über die Katastrophe am Golfdarauf einigte sich Außenminister Hans-Dietrich Genscher beispielsweise mit seinem französischen Kollegen Roland Dumas telephonisch. Präsident Reagan selbst erklärte das lästige Thema schon
nach zwei Tagen kurzerhand für "abgeschlossen" - doch das klappte dann nicht.
Denn unterdessen waren die Widersprüche um den wahren Ablauf des Dramas zu groß geworden. Die erste, von Admiral William Crowe, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, noch am Sonntag gezogene Verteidigungslinie, wonach vor allem der Airbus-Pilot selbst am Desaster schuld sei, brach bald zusammen. Bis zum Wochenende stand zweifelsfrei fest: *___Der Airbus hatte sich nicht, wie von Kapitän Rogers und ____Admiral Crowe behauptet, außerhalb der zivilen ____Flugstraße "Amber 59" befunden. *___Er war wohl auch nicht im Sinkflug auf die "Vincennes" ____zugekommen - dem Kapitän Rogers war die Situation so ____bedrohlich erschienen, daß er glaubte, schießen zu ____müssen -, sondern hatte vom Tower gerade die Anweisung ____zu weiterem Steigflug bekommen, als er getroffen wurde.
Und daß der Pilot tatsächlich insgesamt zwölf dringende Funkwarnungen auf militärischen und zivilen Notfrequenzen mißachtete, wie die Amerikaner behaupten, erscheint höchst zweifelhaft.
Die Besatzung hat bei dem Kurzflug über den Golf auf die Anweisungen von zwei Airport-Towers und zwei Flugleitstellen zu achten.
Lange schon beklagen sich Schiffs- und Flugzeugbesatzungen über den abenteuerlichen Wellensalat, der im Golf beinahe jede Routine-Verständigung behindert, ja vollends unmöglich macht, seit zu allen anderen auch noch die U. S. Navy ständig dazwischenfunkt.
Gerade die elektronisch hochgerüsteten Schiffe wie die "Vincennes" haben zivile Flugkapitäne zur Verzweiflung gebracht - und zumindest schon eine Beinahe-Katastrophe verursacht:
Am 8. Juni versuchten sie mit immer drohenderen Funksprüchen, einen Jumbo der British Airways aus ihrem Luftraum zu verscheuchen und auf einen Kurs abzudrängen, der ihn unweigerlich mit einer anderen Verkehrsmaschine hätte kollidieren lassen. Zivile Fluglotsen, die den Piloten befahlen, unter allen Umständen auf Kurs zu bleiben, verhinderten das Unglück in letzter Minute.
Seither bemühen sich Flugzeugbesatzungen, die einander oft auch noch widersprechenden Funk-Orders der Navy-Sheriffs zu ignorieren. Am vergangenen Mittwoch, vier Tage nach dem Airbus-Abschuß, zeigte ein Vorfall im Golf, daß es im Zweifel auch gar nichts nützt, auf die Funksprüche der Kriegsschiffe zu antworten:
Der US-Zerstörer "John Hancock" erhöhte seine Gefechtsbereitschaft, als ein aus Richtung der iranischen Küste durch einen Sandsturm anfliegender Hubschrauber die Aufforderung zur Identifizierung nicht beantwortete. Wie sich später herausstellte, hatte der von der Fernsehgesellschaft NBC gecharterte Helikopter sehr wohl geantwortet - auf eben der Notfrequenz, auf der er angefunkt worden war. Die "Hancock" hatte, aus welchen Gründen immer, den Spruch bloß nicht aufgefangen.
Ähnlich mag es beim Airbus gewesen sein - oder aber noch schlimmer. Denn eine objektiv nicht notwendige Kursänderung der Maschine zur Mitte des Luftkorridors und gleichzeitig in Richtung auf den todbringenden Kreuzer zu könnte die Reaktion auf die Warnungen der Amerikaner gewesen sein - in seiner Steigkurve hatte sich der Airbus dem westlichen Rand der Luftstraße genähert. Wäre es so gewesen, hätte die "Vincennes" sich ihr Opfer sozusagen direkt vor die Raketenwerfer gelenkt.
Der Pilot kann das nicht mehr aufklären, er ist tot wie alle seine Passagiere. Jede Unterstellung aber - wie sie nicht nur in den USA geäußert wurde -, er habe womöglich im Auftrag des Ajatollahs tatsächlich eine Kamikaze-Aktion im Sinn gehabt, ist absurd: Der Flugkapitän des Airbus hatte erst vor wenigen Wochen bei einem Stopp in Frankfurt seine Flucht aus dem Iran vorbereitet.
Fest steht, daß nicht nur das Verhalten der US-Kapitäne vor Ort, sondern die gesamte amerikanische Golfpolitik weiter umstritten bleiben wird, auch wenn etwa Vizepräsident George Bush patriotisch lobte, der "Vincennes"-Kapitän habe "nur diese heroischen Jungs, die besten jungen Matrosen, die wir je in der Navy hatten", vor Unheil beschützt.
Denn daß der Golf durch Amerikas Flottenaufmarsch nicht sicherer geworden ist, belegen eindeutige Zahlen. Seit die U. S. Navy ab März 1987 verstärkt in die Straße von Hormus einlief, um sowjetisches Engagement im Golf zu konterkarieren und kuweitische Öltanker unter US-Flagge sicher aus dem Kriegsgebiet zu leiten, ist die Zahl der kriegerischen Zwischenfälle drastisch gestiegen.
Schon am 17. Mai vorigen Jahres passierte den Amerikanern selbst das erste große Malheur, als die US-Fregatte "Stark" von zwei "Exocet"-Raketen in Brand geschossen wurde, wobei 37 Seeleute starben. Die Raketen waren allerdings nicht von den Iranern, sondern von einer irakischen "Mirage" abgeschossen worden - ein "bedauerlicher Irrtum", wie Bagdad eilends versicherte.
Reagan warnte damals grimmig, so ein Irrtum dürfe "nie wieder passieren", doch der Zwischenfall forderte die folgenden Irrtümer geradezu heraus. Denn "Stark"-Kapitän Glenn Brindel, der von den Irakern keine Feindseligkeiten erwartet
und deshalb nicht reagiert hatte, wurde strafversetzt.
Fortan wurde ständig unter höchster Alarmbereitschaft gefahren und in den Kommandozentralen der Schiffe die Devise ausgegeben, auch in Zweifelsfällen zu schießen - eine Haltung, die von den "Rules of Engagement" der U. S. Navy durchaus abgedeckt wird.
Innerhalb der Nato ist die amerikanische Interpretation der Weisung, wann ein Schiffskommandant schießen darf, umstritten. Das Bündnis hat zwar die amerikanischen Regeln im Kern übernommen. Im streng geheimen Dokument MC 192/1 von 1979 heißt es, daß Selbstverteidigung, also der Schießbefehl, bei einer "hostile action" erlaubt ist: Wenn der andere zuerst schießt, darf man sich wehren.
Doch das Dokument hat noch einen zweiten Absatz, den einige Bündnispartner schon mehrmals ändern wollten, dabei aber auf das Veto der Amerikaner stießen. Danach darf der Kommandant schon feuern, wenn sich ein Flugzeug, ein Schiff oder U-Boot in eine potentielle "Schußposition" begibt, also eine feindliche "Absicht" erkennbar ist.
Genau in dieser Situation wähnte sich wohl der Texaner Rogers, als er am vorvergangenen Sonntagmorgen mitten in einem Seegefecht mit iranischen Rennbooten in seiner klimatisierten und kevlargepanzerten Befehlskatakombe auf der "Vincennes" die ersten digitalen Signale eines unidentifizierten Flugzeugs auffing, das sich seinem Standort näherte.
Es war von Bandar-e Abbas gestartet, das die Iraner sowohl als zivilen wie als militärischen Flugplatz nutzen. Am normalen Radar ist der Größenunterschied zwischen einem Airbus und einem Kampfflugzeug nicht ohne weiteres erkennbar - beides blipt auf dem Schirm als Punkt.
Warum aber das Zielanalysegerät SLQ-32 des Aegis-Systems den Airbus nicht als solchen identifizierte, warum angeblich zweideutige "Transponder"-Signale vom Airbus her aufgefangen wurden, das dürfte, zumindest bis zum Abschluß der von der Navy eingeleiteten Untersuchung, wohl ein Geheimnis bleiben. Immerhin: Vergangenes Wochenende gaben Washingtoner Regierungsbeamte zu, daß die "Vincennes" schon einmal, nach wenigen Tagen im Golf-Einsatz, vorübergehend ausgefallen war, weil das Radarsystem nicht funktionierte.
Das Nachbarschiff "Sides" jedenfalls, eine elektronisch ebenfalls hochgerüstete Fregatte, empfing sowohl andere Höhen- wie auch Transpondersignale als die "Vincennes".
Daß Rogers durchaus Zweifel über die wahre Identität des angeblich angreifenden Kampfflugzeugs beschlichen, zeigte er, als er hastig zivile Flugpläne durchforsten ließ. Den planmäßigen Flug IR 655, der bloß um gut eine halbe Stunde verspätet war, fand einer seiner Offiziere aber erst, als die tödlichen SM-2-"Standard"-Raketen schon unterwegs waren. Im Computerkrieg muß binnen Sekunden entschieden werden, nachträgliche Korrekturen sind kaum mehr möglich.
Mindestens eine Rakete, wahrscheinlich beide Geschosse fanden um 10.55 Uhr ihr Ziel - der Airbus hatte sich gerade acht Minuten in der Luft befunden. Pilot Mohssen Rezayian hatte nur noch Zeit für einen mitten im Wort erstickten Notruf, der vom Kontrollturm in Bandar-e Abbas aufgefangen wurde, der 300 000-Einwohner-Stadt am Ostufer des Golfs, wo fünf Tage später das grauenvolle Ergebnis des Volltreffers der "Vincennes" eingeflogenen Journalisten vorgeführt wurde.
Auf einem Parkplatz am Hafen lagen die wenigen Trümmer der Maschine, die aus dem Meer - sie waren noch in iranische Hoheitsgewässer gestürzt - geborgen werden konnten: Teile einer Vorderflügelkante, Schwimmwesten, die niemand mehr anlegen konnte, und die gelbe Hülle einer Notrutsche. Die größten Einzelstücke waren eine Trennwand und die Radarnase des Airbus.
In einem Kühlhaus sammelten die Iraner die Leichen und Körperteile von 164 aus dem Wasser gefischten Menschen, teils in verschweißten Kunststoffolien, die durch die Kühlung mit einer Eiskruste bedeckt waren. Obwohl die Kühlaggregate auf Hochtouren dröhnten, kamen sie gegen den stechend-süßlichen Verwesungsgeruch nicht an. Die Soldaten, die das kurzzeitig zum Massaker-Museum umfunktionierte Kühlhaus bewachten, schützten sich mit Mundmasken aus weißem Mull gegen den Gestank.
Begräbnis-Züge für die Opfer in Bandar-e Abbas und anderen Städten, vor allem in der Hauptstadt Teheran, gerieten zu Rache-Demonstrationen gegen die Amerikaner, und doch erreichten sie nicht annähernd Ausmaß und Heftigkeit früherer Haßausbrüche gegen den "großen Satan", wie die USA im Revolutions-Jargon heißen.
In Teheran war am Tag des Airbus-Abschusses nichts so wie früher, wenn es galt, Amerika anzuprangern. Kein persönlicher Auftritt des Revolutionsführers Ajatollah Chomeini, keine Massendemonstrationen fanatischer Zuhörer, die nach seinen Brandreden einst zu Millionen in kollektiver Hysterie durch die Straßen zogen.
Nicht einmal die Originalstimme des greisen Schiiten-Papstes, der schwer
krank ist und an der Schwelle zum Tod lebt, drang zu seinem Volk. Ein Sprecher des staatlichen iranischen Rundfunks verlas Chomeinis Aufforderung an die 50 Millionen Iraner, nun "auf das Schlachtfeld für einen totalen Krieg gegen den großen Satan" zu ziehen.
Diesmal sei "unser Krieg", so Chomeini, "kein Krieg gegen die Führer der reaktionären Länder, er ist kein Krieg gegen die Mächte des Westens oder des Ostens. Es ist ein Krieg der Unterdrückten gegen die Unterdrücker. Er ist gerichtet gegen die Ungleichheit, sei sie nun kommunistisch oder kapitalistisch".
Völlig offen ließ der Imam damit, ob er nun eine Terrorwelle gegen amerikanische Einrichtungen wie Botschaften oder Kasernen oder - was wahrscheinlicher ist - einen "ideologischen" Krieg gegen das verhaßte Reagan-Reich plane. Dabei, darauf beharrt er, würde am Ende dieses Feldzugs "der Islam als Sieger" (Chomeini) übrigbleiben.
Doch den starken Worten des herrschenden Gottesgelehrten wurde - bislang einmalig in der neunjährigen Geschichte der "Islamischen Republik Iran" - wenig später aus dem inneren Kreis der Mullahkratie widersprochen. Ausgerechnet Haschemi Rafsandschani, 54, einflußreicher Parlamentssprecher und erst kürzlich von Chomeini zum Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte ernannt, wagte das Ungeheure: In einer Rede vor dem Madschlis, dem persischen Parlament, warnte Rafsandschani vor "übereilten Reaktionen" und sagte, sein Land habe mehr zu gewinnen, wenn es sich internationale Sympathie erhalte.
Solch moderate Töne gegen Chomeinis Haßtiraden auf den Erzfeind, gegen die Racheschwüre des Ajatollahs: Spielt der durchtriebene Rafsandschani mit seinem politischen Schicksal?
Oder zeigt seine Rede, daß Rafsandschanis Macht in der Mullah-Clique - er gilt als einer der aussichtsreichsten Bewerber für die Chomeini-Nachfolge - schon so ausgebaut ist, daß er es sogar wagen kann, des Ajatollahs Äußerungen öffentlich zurechtzurücken und gar zu kritisieren?
"Rafsandschani pokert um den vollen Einsatz", urteilt ein europäischer Diplomat in Teheran: "Gewinnt er, ist er der Mann der Zukunft. Wenn nicht, ist es ein schlimmer Rückschritt für das Land."
Rafsandschani ist Wortführer jener iranischen Spitzenpolitiker, die eingesehen haben, daß wachsende weltweite Isolation ihr Land politisch und wirtschaftlich ruinieren. Der geschickte Taktierer, seiner Karriere mindestens ebenso verbunden wie dem Koran, versucht schon seit einiger Zeit, die Beziehungen vor allem zu wichtigen westlichen Ländern zu verbessern. Sein bislang größter Erfolg: die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Frankreich im Juni.
Mißtrauisch belauert von den konservativ-fundamentalistischen Mullahs, denen Rafsandschani - zu Unrecht - als "zu westlich" erscheint, hat der Parlamentschef in der jüngsten Vergangenheit heilige Kühe geschlachtet. Öffentlich kritisierte er den schwachen Zustand der iranischen Streitkräfte, die, zerfallen in die reguläre Armee und in die Chomeini-hörigen Pasdaran-Revolutionsgardisten, erst jüngst schwere Niederlagen gegen den Kriegsgegner Irak einstecken mußten.
Und, schiere Blasphemie in den Augen seiner konservativen Widersacher: Er dachte öffentlich über ein Ende des bald achtjährigen Golfkriegs nach, der nach dem eisernen Willen des rachsüchtigen Greises andauern soll bis "zur völligen Vernichtung des irakischen Satans Saddam Hussein und dessen Bande".
Längst hat Rafsandschani erkannt, daß die revolutionäre Stimmung im Volk zusammengebrochen ist. Auch der Zulauf von freiwilligen Jugendlichen zu den Pasdaran ging zurück. Die Regierung erwägt sogar, demnächst die allgemeine Wehrpflicht von derzeit schon 28 Monaten zu verlängern, hat "alle Iraner, die ein Gewehr tragen können", aufgefordert, sich an die Front zu melden.
Mehr noch als die militärischen Schlappen im Golfkrieg beschäftigt den Parlamentssprecher aber der rasante Niedergang der iranischen Wirtschaft. Vor drei Monaten, nach den letzten Parlamentswahlen, legte Rafsandschani einem von ihm eingesetzten Ausschuß einen ungeschminkten Bericht "zur Lage der Nation" vor.
Danach weist das iranische Budget für das vergangene und für das laufende Fiskal-Jahr jeweils Fehlbeträge von 100 Milliarden iranischer Tuman (18 Milliarden Mark) aus. "Besonders schnell wirkende Maßnahmen", heißt es im Bericht, seien erforderlich, um "diese prekäre wirtschaftliche Situation einigermaßen in den Griff zu bekommen".
Gemeinsam mit Premierminister Hussein Mussawi beschloß der Ausschuß folgende Maßnahmen: *___Auf dem internationalen Geldmarkt sollen neue ____Kredite beschafft werden. *___Die iranischen Gold- und Devisenreserven müssen ____herhalten. *___Die Geldknappheit ist mit dem Druck von mehr Banknoten ____zu bekämpfen.
Darüber hinaus sollen demnächst die Steuern deutlich erhöht werden. Erhoffte Mehreinnahmen: zwölf Milliarden Mark.
Für das Jahr 1988/89 will die iranische Regierung 2,3 Milliarden Dollar ihrer Gold- und Devisenreserven in Anspruch nehmen. Zuletzt waren es 800 Millionen gewesen, zuzüglich der 1,2 Milliarden Dollar von Auslandskonten, "um Waffen auf dem internationalen Markt zu bezahlen".
In dem Bericht kündigte Rafsandschani auch an, daß die Verteidigungsausgaben fürs laufende Jahr um 22 Prozent erhöht werden müssen: von 5,7 Milliarden auf 6,9 Milliarden Dollar. Dafür werden die Budgets anderer Ministerien deutlich beschnitten: Beim Erziehungsressort sind es 30 Prozent weniger, im Gesundheitswesen sogar 54 Prozent.
Hauptursache der desolaten Wirtschaftslage sind die zurückgegangenen Einnahmen aus dem Erdölexport, dem mit Abstand wichtigsten Devisenbringer des Iran.
1987, so der Rafsandschani-Bericht, führte das Land Erdöl im Wert von 9,7 Milliarden Dollar aus, "nicht einmal die Hälfte von dem, was wir 1985 an Öl verkauften". Für dieses Jahr fürchtet der Parlamentspräsident einen Einnahmerückgang auf fünf Milliarden Dollar.
Die bittere Bilanz Rafsandschanis ist auch ein Eingeständnis der wachsenden militärischen Überlegenheit des Irak. Denn die Exportrückgänge entstanden vor allem durch den Tankerkrieg im Persischen Golf.
Die irakische Luftwaffe hat inzwischen zahlreiche Raffinerien, Tanklager und Verladestationen der Iraner so schwer beschädigt, daß sie unbrauchbar geworden sind. Erst vor wenigen Wochen gelang es irakischen Kampffliegern, die Raffinerie von Täbris "wie beim Zielschießen völlig flachzubomben" (so ein saudiarabischer Militär).
Vorvergangenen Donnerstag meldete die Bagdader Armeeführung einen weiteren Erfolg: Ihre Kampfflugzeuge bombardierten die Raffinerie von Kangan. Diese Erdgas-Verarbeitungsanlage nahe Buschehr am Golf, ein 180-Millionen-Dollar-Projekt, stand kurz vor der Inbetriebnahme. Bei dem Luftangriff starben 13 südkoreanische Bauarbeiter, 37 wurden verletzt.
Schon längst vermuten die Teheraner Kriegsherren, daß die eklatante Luftüberlegenheit des Irak vor allem mit Hilfe amerikanischer logistischer Unterstützung zustande gekommen sei. Washington dementierte bislang.
Doch daß im Pentagon zumindest darüber nachgedacht wird, wie den Irakern zu helfen sei, zeigt ein streng geheimes "Positionspapier", das Washington unlängst einigen handverlesenen Golf-Potentaten zukommen ließ. Da heißt es: "So kann Washington über geheime Kanäle seine Freunde, zum Beispiel Frankreich, auffordern, seine militärische Unterstützung für den Irak zu vergrößern und so zu dosieren, bis der Iran langsam die Idee einer Feuereinstellung akzeptiert."
Weiter: "Unter militärischer Unterstützung versteht Washington etwa, exakte und detaillierte Informationen an die irakische Luftwaffe zu geben, ja sogar fertige Pläne zu liefern, nach denen die irakische Luftwaffe iranische Erdölanlagen, Kraftwerke und andere vitale Anlagen bombardieren kann."
Eine andere Pentagon-Variante, den Iran "zu zwingen, die Idee des Friedens zu akzeptieren", ist von den Persern abgekupfert. "Man muß Chomeini unmißverständlich erklären, daß die amerikanischen Streitkräfte in der Lage sind, ... die iranischen Häfen zu verminen, so daß sie ihre 250 000 Barrel täglich nicht mehr exportieren können."
"Diese Politik der stufenweisen Verminung wird", so hoffen die Autoren des Geheimreports, "Chomeini zum Frieden zwingen, denn eines Tages verschwindet die wirtschaftliche Basis für die Fortsetzung des Krieges."
Bislang hat allerdings Amerikas militärische Machtentfaltung Frieden und freie Schiffahrt im Golf nicht garantieren können - gegen Minen und Kleinkampfboote sind die Amerikaner unzweckmäßig gerüstet. Schlimmer noch, mit ihrer High-Tech-Rüstung haben sich die Amerikaner in eine Klemme manövriert. Weil die unüberschaubare Kriegsregion zu ständiger Alarmbereitschaft zwingt, können die Computerwaffen jederzeit wieder losgehen. Und auch Amerikas politische Position in Mittelost hat Schaden genommen: Nach dem Airbus-Abschuß ertönte nun auch am Westufer des Golfs, im westlich orientierten Scheichtum Dubai, erstmals der Ruf "Nieder mit den USA".
Zwar regt sich im Kongreß längst Widerstand gegen das gesamte Golf-Abenteuer mit seinen unklaren Zielen, doch Amerika tut sich wie immer schwer, sich aus den Verschlingungen zu befreien, in die es sich mit seinem gewaltigen Einsatz militärischer und moralischer Energien begeben hat.
"Jedesmal wenn wir in eine solch blamable Situation wie jetzt geraten, wird es schwieriger, einen Abzug aus dem Golf zu erwägen", klagte der Fraktionsgeschäftsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Tony Coelho:
"Das sähe aus, als würden wir weglaufen."
[Grafiktext]
STAR-WARS-SYSTEM ZUR SEE Das computergesteuerte Gefecht der U.S.S. Vincennes in der Straße von Hormus Airbus A 300 Bordhubschrauber phasengesteuertes Radar phasengesteuertes Radar Luftabwehrraketen U.S.S. Vincennes automatisches Geschütz iranische Kampfboote Das phasengesteuerte Radar des Kreuzers Vincennes überwacht unablässig den Raum um das Schiff. Dabei stülpen sich die Radarimpulse wie eine gigantische Käseglocke über den Kreuzer und erfassen in einer Halbkugel von 324 Kilometer Radius jedes Objekt. Als der Bordhubschrauber der Vincennes über Funk den Angriff dreier iranischer Kampfboote meldet, bekämpfen die vom Radar gesteuerten automatischen Geschütze die Boote - zwei Kampfboote wurden versenkt, das dritte beschädigt. Minuten nach dem Gefecht entdeckte das Radar das iranische Passagierflugzeug Airbus A 300. Die Besatzung im Gefechtsraum sah sich von dem, vom Computer angeblich als F-14-Kampfflugzeug ausgewiesenen. Linienflugzeug bedroht und gab die radargesteuerten Luftabwehrraketen frei.
[GrafiktextEnde]
Schauspieler Peter Sellers.

DER SPIEGEL 28/1988
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