Evo Fernandes, 44. Bis vor zwei Jahren war er Generalsekretär der von Südafrika unterstützten Rebellenbewegung Renamo, die seit 1977 mit einer 21 000 Mann starken Armee durch wahllose Terrorakte den Sturz des marxistischen Regimes in der ehemals portugiesischen Kolonie Mosambik betreibt. Der frühere Ausbilder bei der Polizei der Kolonialherren ließ sich ein Jahr nach der Unabhängigkeit Mosambiks 1975 mit portugiesischem Paß im vornehmen Badeort Cascais nahe Lissabon nieder. In der Organisation blieb der Rebellenfunktionär indischer Abstammung auch nach seiner Absetzung 1986 einflußreich und galt als Vertreter der harten Linie. Seine Gegner unter den Guerillas - gefördert von den USA - bemühten sich in letzter Zeit verstärkt um einen Waffenstillstand mit der Regierung in Maputo. Nach einem Treffen mit einem mosambikanischen Agenten der Sicherheitspolizei wurde Evo Fernandes am vergangenen Donnerstag auf einer Landstraße 32 Kilometer westlich von Lissabon erschossen aufgefunden.
DER SPIEGEL 17/1988
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