12.09.1988

Stalins Strafe für sieglose Sportler

In der glasnostfiebrigen Sowjet-Union decken nun auch Sportler Verfehlungen des jahrzehntelang gefürchteten Josef Stalin auf: Bevor Athleten und Mannschaften zu Wettkämpfen ins Ausland reisen durften, habe der Parteichef eine schriftliche Siegesgarantie verlangt. Dennoch verlor während der Olympiade 1952 in Helsinki das sowjetische Kicker-Kollektiv, dessen Stütze Spieler des Moskauer Armeeklubs ZDSA bildeten, mit 1:3 - ausgerechnet gegen die Jugoslawen, deren KP von Stalin nur vier Jahre zuvor aus der internationalen Kommunistenorganisation Kominform verstoßen worden war. Am Tag nach der Niederlage mußte die Mannschaft die Rückreise "in einem Viehwaggon" antreten, wie sich nun ein Spieler in der Gewerkschaftszeitung "Trud" erinnerte. Die ZDSA-Mannschaft wurde aufgelöst. Die Spieler erhielten Spielverbot, verloren alle Privilegien.


DER SPIEGEL 37/1988
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