27.06.1988

Magisches Beinkleid

Von der verblüffenden Karriere des auf der Welt immer noch beliebtesten Kleidungsstücks erzählt eine Kulturgeschichte der Jeans, die auch schon äußerlich auf ihren Gegenstand einstimmt: Sie ist rundherum mit Jeans-Stoff bezogen. Ihr Autor, Daniel Friedmann, ein Pariser Anthropologe, Soziologe und seit seinem 14. Lebensjahr Jeans-Maniac, rekapituliert in sechzehn knappen Kapiteln die legendäre Erfindung der famosen Hosen durch den aus Franken stammenden jüdischen Krämer Levi Strauss im März 1853 ebenso wie den sozialen Weg des Beinkleids zum politischen Symbol ("In Jeans für die Bürgerrechte"), Emanzipationssignal ("Frauen in Jeans") oder zur Knast-Uniform ("Jeans im Gefängnis"). Mit den höheren kulturellen Weihen veredelt die robusten Röhren ein "Resümee", das ihre magische Anziehungskraft mit dem nostalgischen Jahrhundert-Klassiker Marcel Proust assoziiert: "In Jeans auf der Suche nach der verlorenen Zeit" (Daniel Friedmann: "Das Jeans-Buch". Transit-Buchverlag; 192 Seiten; 38 Mark).

DER SPIEGEL 26/1988
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Magisches Beinkleid

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