21.11.1988

Unilever klagt gegen Finanzamt

Dem neuen Hamburger Finanzsenator Hans-Jürgen Krupp steht eine heikle Auseinandersetzung mit einem seiner größten Steuerzahler bevor. Rund 125 Millionen Mark Körperschaftsteuer soll die deutsche Tochter des Nahrungsmittel-Multis Unilever an die Finanzbehörde der Hansestadt nachzahlen. Der enorme Betrag - er entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Hamburger Körperschaftsteuer - ist das Ergebnis einer Betriebsprüfung, die sich mit der Bilanz des Jahres 1976 beschäftigte. Der Marktführer bei Margarine (Rama) will die Steuerschuld nicht anerkennen. Die Finanzbeamten haben bisher wenig unternommen, um das Geld einzutreiben. "Um endlich zu wissen, wie wir dran sind", so ein Unilever-Sprecher, hat der britisch-niederländische Konzern beim Finanzgericht eine Untätigkeitsklage gegen die Hamburger Steuerbehörde eingereicht. Wenn die Steuerbehörde den Prozeß erfolgreich durchsteht, könnte Senator Krupp allein mit den Unilever-Millionen zwei Drittel des Hamburger Wohngelds bezahlen.


DER SPIEGEL 47/1988
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