17.10.1988

RÜCKSPIEGEL

Zitate, Der SPIEGEL berichtete ...

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in der "FAZ"-Literatur-Beilage: *

Es ist auch nicht gerade eine Entdeckung, daß die Literatur schon ziemlich lange einen schwierigen Verteidigungskrieg führen muß. Und es sind nicht nur allerlei teuflische, doch keineswegs überflüssige technische Erfindungen, die ihre Existenz fortwährend bedrohen. Da gibt es, beispielsweise, ein regelmäßig erscheinendes Druckerzeugnis, das durchaus nicht den Ehrgeiz hat, Literatur zu publizieren, das indes ungleich interessanter, spannender und auch dramatischer ist als nahezu alle Romane und Erzählungen, die in unseren Jahren in deutscher Sprache geschrieben werden. Ich rede natürlich vom SPIEGEL.

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Zitate

Der Kolumnist Neal Ascherson im britischen "Observer": *

Strauß hatte eine dicke Faust, aber eine dünne Haut. Aufgebracht durch seine Kritiker, beging er Ende 1962 den großen Fehler seines Lebens, indem er den SPIEGEL besetzen ließ und die Verhaftung der Redakteure aufgrund der lächerlichen Anklage des Landesverrats veranlaßte ... Strauß war eine Art oligarchischer Schurke ("thug"), wie er nur in einer Demokratie gedeihen kann, und alle, die ihn einen Faschisten nannten, hatten immer unrecht. Aber ich bin froh, daß sie sich, wenn auch unter diesem falschen Etikett, zusammentaten, um ihn zu stoppen.

RÜCKSPIEGEL

Der SPIEGEL berichtete...

... in Nr. 5/1988 WALDHEIM - "GONG-SCHLAG ZUR LETZTEN RUNDE" über ein Telegramm, das der bis dahin unbescholtene jugoslawische Historiker Dusan Plenca in jugoslawischen Archiven aufgetrieben haben wollte, für dessen Authentizität er sich eidesstattlich verbürgte und das den österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim in die unmittelbare Nähe deutscher Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg auf dem Balkan rückte. *

Das vermeintliche Telegramm vom 22. Juli 1942 ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefälscht - wie und von wem, ist Gegenstand eines Gerichtsverfahrens in Belgrad. Der SPIEGEL bedauert den Abdruck des Schriftstücks sowie die daraus resultierende Bezeichnung des Bundespräsidenten Waldheim als eines "Mittäters bei Kriegsverbrechen".


DER SPIEGEL 42/1988
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