07.06.1999

POLEN

Papstbesuch soll Kirche sanieren

In der Heimat von Papst Johannes Paul II. laufen der katholischen Kirche die Gläubigen davon. Nur noch jeder zweite Bürger geht regelmäßig zur Messe. Das Spendenaufkommen ist erheblich zurückgegangen. Neuen Zulauf soll der Kirche nun die sechste Pilgerfahrt des Papstes in seine polnische Heimat bringen. Der katholische Klerus will den Besuch als gigantische Sympathie-Show inszenieren. Entlang der Papstroute wurden überall die Fassaden der Häuser renoviert, die Straßen neu asphaltiert. Die 19 Städte, die der Papst in 13 Tagen besuchen soll, konkurrieren miteinander in Größe und Ausschmückung der päpstlichen Bühnen: Auf dem Flughafen von Elbing wurde ein sieben Meter hoher Altarhügel aufgeschüttet, in Zoppot ragen die Altarbauten gar 31 Meter gen Himmel. In Pelplin wird der Papst unter einem 33 Meter hohen Stahlkreuz beten. Allein die 50 Tonnen schwere Stahlkonstruktion des Altars in Warschau kostete 220 000 Mark. Vorwürfe der Gigantomanie weist die Kirchenleitung empört zurück. "Wir wollen den Heiligen Vater gebührend empfangen, ihm unsere Dankbarkeit und Liebe zeigen."


DER SPIEGEL 23/1999
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