21.06.1993

GESTORBEN

James Hunt

45. Im Formel-1-Zirkus war er der Mann, der alle gängigen Vorurteile über Rennfahrer bestätigte: Der langmähnige Brite bevorzugte Champagner und blonde Models, rauchte Marihuana, und auf Smoking-Empfängen kreuzte er schon mal barfuß in Jeans und T-Shirt auf. Seine Playboy-Exzesse hinderten ihn jedoch nicht, sich Mitte der siebziger Jahre auf der Rennstrecke zum Gegenspieler des betont gefühlsarmen Österreichers Niki Lauda zu entwickeln. In einem McLaren gewann er 1976 die Weltmeisterschaft. Drei Jahre später mochte er nach 92 Grand-Prix-Läufen und zehn Siegen das enorme Risiko - die Autos galten noch als rasende Benzinbomben - nicht mehr akzeptieren und stieg aus. Doch statt wie beabsichtigt ein bürgerliches Familienleben zu führen, durchlitt Hunt geschäftliche und private Pleiten. Als das Vermögen aufgebraucht war, verkaufte er sich der englischen Presse, indem er in provokanten Interviews und bösen Kolumnen über den Motorsport herzog. James Hunt starb am vergangenen Dienstag in Wimbledon an Herzversagen.


DER SPIEGEL 25/1993
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