10.10.1994

Zeitgeschichte„Nix zo kriesche“

Da nun die Nachkriegszeit für die Deutschen zu Ende gegangen ist, trifft es sich gut, daß jüngst in Berlin eine neue und kompetente Biographie des Gründungskanzlers Konrad Adenauer vorgestellt wurde. Ohne liebendes Interesse für den Menschen Adenauer und ohne gewisse Grundkenntnisse wird man das umfangreiche Werk von Henning Köhler, Professor für Moderne Geschichte an der Freien Universität Berlin und Jahrgang 1938, schwerlich in Angriff nehmen. Aber eine derartig um Objektivität bemühte Biographie des ersten Kanzlers der Altrepublik wird sich so schnell nicht wieder einstellen*.
War uns bisher von seinem Leibbiographen, dem Bonner Lehrstuhlinhaber für Politische Wissenschaften, Hans-Peter Schwarz, 60, Adenauer in einer Gloriole geschildert worden, in einer Mischung von Karl dem Großen und Bismarck, so können wir ihn uns jetzt plastischer denken, in sich widersprüchlicher und oft gar nicht zu durchschauen. Was bleibt, ist alles in allem der große Staatsmann, und an solchen Gestalten ist die deutsche Geschichte nicht eben reich.
Der von Köhler dargestellte und wieder in einen normalen Sterblichen zurückverwandelte Rhein-Heros gewinnt zunehmend an Statur. Ein großes, ernstes Leben - mit spitzbübischen Einsprengseln - liegt vor uns.
Hans-Peter Schwarz hätte seine Quasi-Monopolstellung als Adenauer-Fachmann sicherlich nicht erringen können, wenn er Tatsachen verschwiegen oder verdreht hätte. Nur bog er offenkundiges Versagen ** Hier berühren sich die beiden Kon- _(trahenten. Auch Schwarz sieht ja keine ) _(Animositäten Adenauers gegen das ) _(Bismarck-Reich. Allenfalls störte den ) _(Kanzler ein von ihm befürchtetes ) _(Stimmrecht der Berliner ) _(Bundestagsabgeordneten. Adenauers Vater ) _(hatte es im Gerichtsdienst zwar zu ) _(schlechter Bezahlung, aber zu hohen ) _(militärischen Auszeichnungen wegen ) _(seiner Verwundung in der Schlacht bei ) _(Königgrätz gebracht. Er wurde sogar noch ) _(eine Art Fourage-Leutnant. * Henning ) _(Köhler: "Adenauer". Propyläen Verlag, ) _(Berlin; 1324 Seiten; 98 Mark. ) - vielfach auch der Kanzler-Nerven - in einmaliges Kalkül, in kälteste Staatsräson um: so beim Präsidentschafts-Salto rückwärts 1959, so beim Bau der Mauer 1961, als der Kanzler dem Sowjetbotschafter Smirnow ein von dem mitgebrachtes Beschwichtigungspapier unterzeichnete. Konrad Adenauer war nie ein Mann der großen Konzepte, wie etwa der taktisch auch nicht unbegabte Abraham Lincoln. Aber ein solcher Mann wäre 1947 auch nicht gebraucht worden.
Köhler suchte (und fand) die durchgängige Ambivalenz dieses Kanzlers. Er will den ganzen Adenauer vorführen; nicht den eindimensionalen (von Köln nach Europa), sondern den zutiefst widersprüchlichen: der in Katastrophensituationen auf den Rhein-Staat und die Franzosen setzt, nach beiden Weltkriegen; bei anderen Konstellationen aber überraschend national denkt und handelt. Der gute Draht zu Frankreich ist geblieben, wenn auch den Deutschen bis heute die Reparaturen obliegen. Dennoch ist Adenauers nationaler Grundzug stärker als bisher von Köhler angenommen**.
Es finden sich bei Henning Köhler Sätze wie: "Sein ganzes Leben lang hatte Adenauer soziale Probleme ernst genommen." Ohne ihn hätte die CDU/ CSU, meint Köhler, "die dynamische Rente schwerlich akzeptiert". Die Montan-Mitbestimmung dürfe "als Beweis großer Führungskraft gelten" - alles sehr richtig. Und lapidar konstatiert der Kanzler-Biograph: "Die Westverträge sind als Adenauers größte politische Leistung zu sehen", "sein Anteil" sei "entscheidend". Ich, der ich als anfänglicher Gegner das Zustandekommen dieser Verträge von außen miterleben konnte, sehe das nicht ganz so. Sie wären, wenn auch vielleicht später und mit einigen Hängepartien, in jedem Fall geschlossen worden. Denn es gab keine Alternative, wie sich bald herausstellen sollte. Adenauers Ausdauer und Schubkraft bleiben gleichwohl zu bewundern.
Dankenswerterweise behandelt Köhler das Gewese um die Stalin-Note von 1952 kurz. Etliche wichtigere Leute als ich hielten gleich mir Adenauers strikte Ablehnung schlicht für unzulässig.
Das Angebot, wenn es denn eines war, wurde gekillt, und auch die russischen Staatsarchive werden nichts für das Urteil hergeben, was Stalin gewollt haben könnte. Er starb am 5. März 1953. Auch engelsgleiche Absichten wären aber bei den drei Westalliierten wie auch bei der westdeutschen Wählermehrheit nicht auf Gegenliebe gestoßen. Adenauer gab sich nicht als bequemer Partner für seine Alliierten aus, und er war auch keiner. Diese aber setzten unverbrüchlich auf ihn, weil sie sich einen der Westbindung ergebeneren Verbündeten, der ein solches Prestige bei seinen Landsleuten genoß, mit Recht nicht vorstellen konnten. Sie ließen ihm Dinge durchgehen, die in einer etablierten Demokratie schwer vorstellbar gewesen wären. Nur eben, diese Demokratie sollte ja in der Bundesrepublik erst etabliert werden, und zwar durch Adenauer.
Und der war von simpler, manchmal geradezu primitiver Denkart (Francois-Poncet zu mir: "Simplificateur"), die er auch teils nutzte, was seine innenpolitischen Gegner zur Weißglut trieb. Dem mit ihm befreundeten Theodor Heuss bescheinigte er zum Beispiel im Rundfunk, als er dessen Nachfolge antreten wollte, er habe die Befugnisse des Präsidentenamtes nicht ausgeschöpft. Das machte selbst Heuss zornig, aber über seinen Briefwechsel mit dem Kanzler urteilte er milde: "Er (der Briefwechsel) war nicht taktvoll, und dies nicht aus bösem Willen, sondern aus Mangel an Formulierungskraft." Adenauer denke "im Elementaren personalistisch".
Wer eine Probe von Köhlers abgewogener Geschichtsschreibung lesen will, sollte sich das Kapitel "Der Vertrag mit Israel" vornehmen. Der Bankier Hermann Josef Abs, im übrigen für die allgemeine Schuldenregelung ebenso zuständig, stellte dort seine Fähigkeiten unter Beweis. Adenauer brauchte speziell eine DM-Übereinkunft mit dem "Weltjudentum", rechtzeitig vor seiner triumphalen Amerikareise 1953.
Als Adenauer sich nach der Bundestagswahl 1961 mit der Regierungsbildung ungemein schwertat, wollte Bundespräsident Heinrich Lübke den damaligen Bundesinnenminister Gerhard Schröder wegen dessen lauer Berlin-Haltung nicht als Bundesaußenminister (anstelle des ausgebrannten Brentano) akzeptieren. Die Staatsrechtslehre gibt ihm hier inzwischen unrecht. Lübke verlangte damals statt Schröder den erfahrenen Abs.
Adenauer hatte nichts gegen Abs, Dankbarkeit war seine Sache nicht. Trotzdem erledigte er den Wunsch des Präsidenten mit dem frei erfundenen Totschlage-Argument, Abs habe dem "Freundeskreis Heinrich Himmler" angehört, der mit seinen Spenden die Germanenforschung des Reichsführers-SS finanziert habe. Dies war eine Adenauersche Ruchlosigkeit, und gewiß nicht seine einzige. Er dachte eben "personalistisch". Abs überlebte generös, und Schröder trieb seine eigene Politik.
Mit dem von ihm gewählten Schlüssel kann Henning Köhler auch Adenauers unter Historikern umstrittene Haltung zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG), die von Paris zu Fall gebracht wurde, und der Mitgliedschaft seines Staates in der Nato auflösen. Adenauer war für beides, mußte aber den guten Europäer herauskehren. Kam die EVG, gut, man würde sie verbessern können. Sollte man die Bundesrepublik aber als Vollmitglied in die Nato befördern, nun, desto besser. Köhler sieht hier, und wieder kann man ihm beistimmen, eine "taktische Meisterleistung".
Nach Lage der Dinge mußte die Bundesrepublik auf ABC-Waffen verzichten. Das tat Adenauer, aber widerwillig, und er wollte es später nicht mehr wahrhaben. Den echten Preis aber, den er zahlen sollte, verlangte der von ihm herzlich gehaßte Pierre Mendes France, mit Rücksicht auf die Stimmung in der Nationalversammlung. Er forderte die Defacto-Abtrennung der Saar.
Hier scheint des Kanzlers engster außenpolitischer Gehilfe Herbert Blankenhorn (ich hörte ihn nur in der Saar-Frage auf die Franzosen schimpfen) das Äußerste herausgeholt zu haben, vermutlich mit Hintergedanken. Das Saar-Abkommen mußte in die feierliche Unterschriftentour mit einstündiger Verspätung nachgereicht werden.
Am 5. Mai 1955 um 12 Uhr hißte ein Angehöriger des Bundesgrenzschutzes, einen alten Wehrmachtsstahlhelm auf dem Kopf, im Park des Palais Schaumburg _(* Während einer französisch-deutschen ) _(Militärparade bei Reims. ) die Bundesflagge. Konrad Adenauers Staat war souverän, die Hohen Kommissare gingen. Der 79jährige nahm eine einzigartige Stellung ein, er hatte Grund, auf seine Leistung stolz zu sein. War dies sein Zenit? Ich glaube, ja.
Nach soviel Lob ist es an der Zeit, sich mit den auch intellektuellen Schattenseiten der Adenauerschen Außenpolitik zu befassen. Da ist seine zwiespältige Haltung zu Berlin, gar nicht einmal aus Animositäten geboren; sein Unbefriedigtsein angesichts der atomaren Impotenz, Stichwort "Diskriminierung"; sein latentes und immer personalistisch gefärbtes Mißtrauen gegenüber allen Partnern, seien es Jean Monnet, John Foster Dulles, Macmillan, Eden, Eisenhower, Kennedy, bis er sich Charles de Gaulle in die Arme werfen kann. Der wiederum kehrt alle Bonner Vorsätze zu einem geeinten Europa über den Haufen, will und wird aus der Befehlsstruktur der Nato aussteigen und macht die Ansätze zu einer europäischen Atommacht brüsk zunichte.
Er kennt Adenauers rheinstaatliche Vergangenheit und schätzt ihn, was er nicht verhehlt. Das schmeichelt dem alten Mann, wie anders. Bis zum Schluß wird Adenauer de Gaulle bewundern, obwohl er sich ja keineswegs verhehlen kann, daß der Franzose ihm gegenüber mit seinem Vertrauen zurückhält. Er ließ sich mit der kargen Erklärung beruhigen, "de Gaulle lüge nur, wenn es in sein Konzept passe, er lügt nicht grundsätzlich".
Den ehemaligen Hochkommissar John McCloy schätzte Adenauer ebenfalls, obwohl sich sonst das Verhältnis zum wichtigsten Verbündeten, ohne den zumindest West-Berlin nicht zu halten war, panikartig und fast neurotisch entwickelte. Da er sich aber nicht wirklich und auch nicht kompetent beraten ließ, hielt er monatelang an der unhaltbaren Vorstellung fest, taktische Atomwaffen gehörten in den konventionellen Bereich, Stichwort "Weiterentwicklung der Artillerie". So blieb es Adenauer in seinem Innersten verwehrt, den Grundgedanken der nuklearen Abschreckung zu erfassen und dann entsprechend zu argumentieren. Sein neuer, ihm nahezu aufgezwungener Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (Köhler findet gute Worte für ihn) hätte ihn darüber belehren können. Aber der und Adenauer wollten nur scheinbar dasselbe: die Bundeswehr mit Atomwaffen bestücken.
Von der Nato her blieb das Thema unschädlich, die USA wußten, was sie wollten. Adenauer und Strauß aber betrieben eine geheime Nebenpolitik, für die sie im finanziell gebeutelten Frankreich Verständnis fanden. Mit Frankreich und Italien wollten sie eine eigene Atombombe entwickeln, Zusatz Adenauers: "Wir müssen sie produzieren." Das stellt auch Strauß so dar, und beide hielten dicht. Vor seiner Fraktion wünschte der Kanzler sich, "wir hätten etwas mehr Hybris als Kleinmut". Das war im März 1958.
Einsam, wie er sich selbst gemacht hatte, fiel er binnen kurzem aus der Hybris in die Panik. Es war Nikita Chruschtschow, der in seiner Note vom 27. November 1958 den Abzug der Besatzungsmächte aus West-Berlin und die Aufwertung seiner DDR gefordert hatte. Kein anderes Ereignis seit der Blockade von 1948 veränderte die politische Szene so schlagartig und nachhaltig.
Im Februar 1959 reiste der todkranke Adenauer-Freund John Foster Dulles in Bonn an. Der Krebskranke löffelte seine Hafergrützesuppe und kam dann zur Sache. Dem erschrockenen Kanzler erklärte der keineswegs eisenfressende Außenminister den geheimen Phasenplan der Amerikaner, wie man jeweils auf östliche Maßnahmen adäquat reagieren würde, bis hin zu - in letzter Konsequenz - dem Einsatz von Atomwaffen.
Dulles zeichnete das alles auf als Eventualität. Aber schon angesichts dieser Eventualität brach Adenauers Weltbild zusammen. "Dulles war von letzter Härte", notierte sich Heinrich Krone, der Fraktionsvorsitzende. Die "Politik der Stärke", in der Zwischenzeit immer wieder einmal hervorgekramt oder auch wieder heruntergestuft, war gescheitert. Henning Köhler: _____" Er (Adenauer) erkannte im Februar 1959 nicht, daß die " _____" Bereitschaft zur letzten Konsequenz nicht das bewußte " _____" Inkaufnehmen eines Atomkrieges bedeutete, sondern, im " _____" Gegenteil, beim Gegner bremsend wirken sollte. "
Wurde Entschlossenheit glaubhaft demonstriert, konnte die Gegenseite in Schach gehalten werden. Dulles konnte gar nicht anders, als dem Kanzler diese Konsequenz vor Augen zu führen.
Adenauer rückte ab von allem, was er angebetet und gepredigt hatte. Atomkrieg wegen Berlin? Nein, das durfte er nicht mitmachen. Welch ein auch intellektuell bemerkenswerter Positionswandel in kürzester Frist. Der neue Bundespräsident Heinrich Lübke wurde gegen Adenauers strikten Willen in West-Berlin gewählt, er als Kanzler hatte darauf keinen Einfluß.
Dulles erlag seinem Leiden, die Berlin-Krise frettete sich fort und beschäftigte auch den neuen Präsidenten John F. Kennedy, den Adenauer für schwach hielt. In einer Fernsehansprache vom 25. Juli 1961 drohte JFK mit schneidender Härte, wenn auch historisch konfus: _____" Ich habe sagen hören, West-Berlin sei militärisch " _____" nicht zu halten. Dies gilt für Bastogne auch und in der " _____" Tat auch für Stalingrad. Jede gefährliche Position ist zu " _____" halten, wenn tapfere Männer dafür einstehen. "
Mal abgesehen davon, daß Stalingrad auch von den tapfersten Männern nicht hatte gehalten werden können, war dies exakt die Position des toten Dulles. Bastogne in den Ardennen wurde 1944 tatsächlich gehalten.
Kennedy beließ es nicht bei Worten. Truppenverstärkungen wurden beschlossen, Reservisten einberufen. Strauß berichtete Adenauer in Cadenabbia, die Amerikaner forderten, daß die Bundeswehr auf volle Kriegsstärke gebracht und drei weitere Divisionen aufgestellt werden sollten. Reservisten müsse man einberufen.
Da konnte ein Adenauer nur die Hände ringen. Erst mußte er doch bei den Wahlen die absolute Mehrheit verteidigen. "Sichtbare Kriegsvorbereitungen" würden die Wähler negativ beeinflussen. Bestimmte Kreise der Bevölkerung würden dadurch "anfällig für die Stimmabgabe für die SPD" werden. Das deutsche Volk sei ja "innerlich noch so labil infolge des verlorenen Krieges". So schrieb der Mann, der im Jahre 1952 von einer Neuordnung in Osteuropa gesprochen hatte. In einem Vermerk hielt er fest, "daß zwischen den Sozialdemokraten und gewissen amerikanischen Demokraten Verbindungen bestünden . . ." oh, oh, oh.
Diesem gelernten Paniker bescheinigte sein engagierter Apologet Hans-Peter Schwarz, Adenauer habe von Bethmann Hollwegs Politik bei Kriegsausbruch 1914 gelernt. Daß Bethmann in den Krieg wollte - "Chance, zu gewinnen" -, sollte auch ein Politikprofessor wissen. Der Vergleich ist daher nicht nur schief, wie Köhler nun kollegial meint, er ist schlicht idiotisch.
Ging es Kennedy um die Verhinderung des Krieges, so ging es Adenauer um seine Wahlen und seine Macht. Als Satyrspiel sei hier noch angefügt, daß Adenauer während der Kuba-Krise im Oktober 1962 das Bomben und die Besetzung Kubas empfahl. Kuba war weit weg, und er mußte nicht mitmachen. Daß die Sowjets West-Berlin besetzen konnten, kam ihm entweder gar nicht in den Sinn, oder er nahm es in Kauf.
"Der Abstieg begann", resümiert Köhler zum Schluß über die SPIEGEL-Affäre, und ich muß die Stationen dieses Abstiegs nicht aufzählen, bei Köhler weitere 208 Seiten lang.
Auf der letzten Seite berichtet Köhler von meiner Begegnung mit Adenauer, bei der er sich ausgerechnet mir gegenüber Sorgen über die Gesundheit von Herbert Wehner machte. Umarmung, Rührung. Um seine eigene Gesundheit sorgte er sich nicht mehr. Auf dem Sterbebett sagte er der weinenden Familie auf Kölsch: "Do jitt et nix zo kriesche" - da gibt es nichts zu weinen.
Die neue Zeit war längst da, desto ehrlicher die Nostalgie allenthalben. Das Deutschland, in dem wir uns jetzt einrichten müssen, hätte er vielleicht nicht gewollt; wohl aber hat kein anderer mehr dazu beigetragen als er. Y
Binnen kurzem fiel er aus der Hybris in die Panik
Er rückte ab von allem, was er gepredigt hatte
** Hier berühren sich die beiden Kontrahenten. Auch Schwarz sieht ja keine Animositäten Adenauers gegen das Bismarck-Reich. Allenfalls störte den Kanzler ein von ihm befürchtetes Stimmrecht der Berliner Bundestagsabgeordneten. Adenauers Vater hatte es im Gerichtsdienst zwar zu schlechter Bezahlung, aber zu hohen militärischen Auszeichnungen wegen seiner Verwundung in der Schlacht bei Königgrätz gebracht. Er wurde sogar noch eine Art Fourage-Leutnant. * Henning Köhler: "Adenauer". Propyläen Verlag, Berlin; 1324 Seiten; 98 Mark. * Während einer französisch-deutschen Militärparade bei Reims.
Von Rudolf Augstein

DER SPIEGEL 41/1994
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DER SPIEGEL 41/1994
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