25.07.1994

GESTORBENJulian Schwinger

76. Wenn es um Eleganz und Raffinesse ging, wurde er zum Eiferer. Schließlich war er Architekt einer Theorie, die als eine der schönsten und jedenfalls als die genaueste aller physikalischen Theorien gilt: die Quantenelektrodynamik (QED). 1965 erhielt er dafür gemeinsam mit Richard Feynman und Shinichiro Tomonaga den Nobelpreis. Mit 16 hatte Schwinger alles gelesen, was es über die damals ganz neue Quantenmechanik zu lesen gab. Mit 17 schrieb er seinen ersten Artikel, in Physical Review, der Hauspostille der Physiker-Elite. Mit 21 war er Doktor der Physik. In der Öffentlichkeit blieb er im Schatten des quirligen Miterfinders der QED: "Feynman war der Champagner, Schwinger das Sauerkraut", spottete einer seiner Freunde. Julian Schwinger starb am vorvergangenen Samstag an Bauchspeicheldrüsenkrebs in Los Angeles.

DER SPIEGEL 30/1994
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GESTORBEN:
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