22.03.1993

Kohl will in die Borsig-Villa

Nach Bundespräsident Richard von Weizsäcker will auch Bundeskanzler Helmut Kohl seine Berlin-Präsenz verstärken. Noch in diesem Jahr, versprach Kohl Parteifreunden an der Spree, werde er die Borsig-Villa, einst im Besitz der gleichnamigen Berliner Industriellenfamilie, als Dienstwohnung und provisorischen Berliner Amtssitz herrichten lassen.

Das prächtige Gebäude am Tegeler See, derzeit Sitz der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung, wird seit Wochen schon von Sicherheitsexperten sowie Beamten aus dem Kanzleramt und Protokoll-Fachleuten inspiziert. "Alle paar Tage rückt eine neue Delegation aus Bonn an", klagt der Vorsitzende des Stiftungs-Kuratoriums, Hans-Rimbert Hemmer. Er rechnet fest mit der Kündigung, "vielleicht sogar noch im März".

Die Entscheidung des Bundespräsidenten, nicht in das Kronprinzenpalais "Unter den Linden" umzuziehen, sondern seinen Sitz im West-Berliner Schloß Bellevue zu behalten, hat die Pläne für die künftige Stadtmitte durcheinandergebracht. Am Dienstag dieser Woche will der gemeinsame Bonn-Berliner Hauptstadt-Ausschuß über die neue Lage beraten und "Nägel mit Köpfen machen" (Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer).

Präsident, Kanzler und Außenminister Klaus Kinkel haben sich mit der Bauministerin und dem Berliner Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen bereits auf ein neues Konzept geeinigt: Der Palast der Republik und das ehemalige DDR-Außenministerium sollen abgerissen werden; auf dem dann wieder freigelegten Gelände des Berliner Stadtschlosses sollen nicht nur das neue Außenministerium, sondern auch ein Kongreß-Zentrum und eine Bibliothek gebaut werden.


DER SPIEGEL 12/1993
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