01.06.1992

Verdacht gegen Giese

Auf die feierliche Übergabe des 41. Hörspielpreises der Kriegsblinden, geplant für den 25. Juni in Bonn, fällt ein Schatten: Preisträger Horst Giese, ein Potsdamer Schauspieler und Stimmen-Imitator (Glanznummer: Goebbels), ist in den Verdacht geraten, er habe 1961, kurz nach dem Mauerbau, einen Berliner Fluchthelfer in eine Stasi-Falle gelockt - was diesem die Verurteilung zu 26 Monaten (Ost-)Gefängnis eintrug. Bis dieser Vorwurf geklärt ist, wird die Preisübergabe wahrscheinlich verschoben. Beschuldigt wird Giese, 66, von dem Berliner Architekten Carl-A. von Halle, der als Student versucht hatte, Gieses Ehefrau von Ost nach West zu schleusen: zu ihrem Mann. Giese, dem der Preis für eine "subversive" (FAZ) Jazz-Wort-Collage beim Rias zuerkannt wurde, sagt, er werde "ohne Grund" verdächtigt.

DER SPIEGEL 23/1992
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