05.04.1993

Erfolgreiche Eindringlinge

Entgegen den Vermutungen von Verhaltensforschern und Ökologen ist es einer erst vor wenigen Jahren auf südpazifischen Inseln eingewanderten Echsenart gelungen, ihre dort ansässigen nahen Verwandten zurückzudrängen. Beide Echsenarten zählen zur Familie der Geckos; die einheimischen unterscheiden sich von den Invasoren vor allem durch die Art der Fortpflanzung: Sie produzieren ihre Nachkommen auf eingeschlechtlichem Wege durch Parthenogenese, die Neuankömmlinge pflanzen sich zweigeschlechtlich fort. Wegen dieser mühsameren Art der Vermehrung, hatten die Wissenschaftler angenommen, müßten die Eindringlinge im Nachteil sein und die eingeborenen Geckos ihren dominanten Status erhalten können. Doch die Zuzügler machten diesen Nachteil mehr als wett. Sie sind körperlich etwas größer, und die heimischen Geckos scheuen es, sich an den Freßplätzen mit den stärkeren Eindringlingen anzulegen.


DER SPIEGEL 14/1993
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