07.06.1993

Atemhilfe für Asthmatiker

Zwei Jahre lang versuchte der Student Christoph Klein, 27, aus dem rheinischen Sankt Augustin, westdeutsche Pharmaproduzenten für seine - wie er sagt - "genial einfache" Idee einer wirkstoff- und treibgassparenden Inhalierhilfe zu gewinnen, ohne Erfolg. Kleins Erfindung, ein gerades Mundrohr, das der Asthma-Kranke nach Art eines Schwertschluckers ansetzen muß, sprüht das bei der Anfallvorbeugung oder -behandlung zu inhalierende Wirkstoff-Aerosol auf direktem Weg in die Lunge. Die herkömmlichen Dosier-Aerosole mit ihren L-förmig gebogenen Mundrohren haben gegenüber dem Kleinschen Rohr nur einen Wirkungsgrad von rund 30 Prozent. Ein Großteil der Wirkstoffe bleibt bei diesen Geräten im Mundraum kleben - wodurch zudem die Gefahr von Pilzerkrankungen erhöht wird. Doch der Branche verschaffte die Verschwendung bislang satte Gewinne: Aerosol-Sets (samt Einweg-Düse) kosten in den Apotheken etwa 40 Mark, die Herstellungskosten liegen bei Pfennigbeträgen. Nach zwei Jahren erfolglosen Verhandelns meldete sich nun doch noch ein Interessent: Die ostdeutsche Plastic GmbH Halberstadt will Kleins Asthma-Pfeife in Serie produzieren.

DER SPIEGEL 23/1993
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