19.09.1994

Schiwys Flop-Station

Den Berliner Radiosender r.s.2 hat Peter Schiwy, 58, heruntergewirtschaftet - dennoch wurde der Ex-Intendant des Norddeutschen Rundfunks mit einer neuen Lizenz belohnt. Vom Bund hatte CDU-Mitglied Schiwy den einst populären Sender Rias 2 übernommen und zum Minusbetrieb r.s.2 verwandelt: Die Hörer schalteten um, die Schulden wuchsen auf über zehn Millionen Mark. Schiwy verstieß zudem unentwegt gegen die Auflagen der Berliner Medienanstalt, ein journalistisches Programm mit hohem Wortanteil zu servieren. Weil das Geld nie reichte, bot Großgesellschafter Schiwy (44 Prozent) die Flop-Station zunächst heimlich feil, dann fand er in der Nordwest-Zeitung und in Radio Schleswig-Holstein neue Mehrheitsgesellschafter. Die genervten Medienwächter schrieben danach die Frequenz neu aus. Bei CDU-Zirkeln jedoch warb Schiwy für sein Modell, die Medienanstalt stimmte schließlich zu: Schiwy bleibt mit 14 Prozent an r.s.2 beteiligt, aus dem Management ist er aber raus. Schiwy bescheiden: "Eigentlich wollte ich nie Geschäftsführer werden."

DER SPIEGEL 38/1994
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 38/1994
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Schiwys Flop-Station

  • Ergreifendes Netzvideo: Junge im Rollstuhl vergnügt sich auf Trampolin
  • Brutaler Bandenkrieg in El Salvador: MS13 gegen Barrio18
  • Amateurvideo aus der Sahara: Die Mini-Sandlawine, die nach oben wandert
  • Seit 38 Jahren vermisst: Größte Biene der Welt wieder gesichtet