05.09.1983

GESTORBENGerhard Storz

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Gerhard Storz, 85. Der Pfarrersohn aus dem Württembergischen war - teils im Wechsel, teils gleichzeitig - Schauspieler, Regisseur, Lehrer, Politiker, Schriftsteller. Immer fühlte er sich als Therapeut der Sprache: "Menschliche Rede scheint chiffriert worden zu sein, versiegelt in Formeln, hineingepreßt in mechanische Funktionen", schrieb er einmal. Nach dem Lehrerexamen zog es den Schöngeist (zu seinen Vorfahren gehörte Schillers Lehrer Jakob Friedrich Abel) keineswegs in die Schule. Er ließ sich beurlauben und ging ans Theater (unter anderem als Oberspielleiter in Dortmund). Erst nebenbei, dann vor allem schrieb er Literarisches ("Der Lehrer", "Einquartierung") und Literaturwissenschaftliches ("Der Dichter Friedrich Schiller"). 1958 holte die CDU Storz als Kultusminister nach Stuttgart. Dort setzte er sich mit Erfolg für eine Reform der gymnasialen Oberstufe ein - Fazit seiner Erfahrungen als Oberstudiendirektor in Schwäbisch Hall. Nach sechs Jahren legte Storz sein Ministeramt nieder und wirkte - unter anderem - als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (1966 bis 1977). Seine Memoiren ("Im Lauf der Jahre") gab Gerhard Storz als Fünfundsiebzigjähriger heraus. Vergangenen Dienstag starb er in Leonberg.

DER SPIEGEL 36/1983
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