02.01.2016

GlobalUnd wo sind die Fortschritte?

Trotz alledem – 2016 könnte zum besten Jahr für die Menschheit werden. Der Trend hin zu mehr Freiheit wird sich fortsetzen, auch wenn es hier und da Einschränkungen gibt. In Burma und Venezuela treten erstmals wirklich demokratisch gewählte Parlamente zusammen. In Afrika begehren immer mehr Bürger friedlich gegen ihre Langzeitregenten auf. Amerika könnte seine erste Präsidentin bekommen, Guantanamo doch noch geschlossen und in Kolumbien einer der längsten Bürgerkriege der Welt endlich beendet werden. Nachdem die USA und Irland 2015 die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt haben, werden deutlich mehr homosexuelle Paare heiraten. Die jüngst verabschiedete Uno-Resolution zu Syrien könnte einen überfälligen politischen Prozess einleiten – und den Beginn einer engeren Kooperation zwischen Amerika, Russland und China markieren. Und selbst wenn Bürgerkriege und politische Konflikte weiterhin viele Opfer fordern: Deutlich mehr Menschen weltweit sterben durch zivile Gewaltverbrechen – und auch hier werden die Todeszahlen dem Trend entsprechend weiter sinken. Impfstoffe gegen Ebola und Malaria werden 2016 erstmals großflächig eingesetzt. "Durch Impfungen, Moskitonetze und Antibiotika werden mehr Menschen als je zuvor vor Infektionskrankheiten geschützt. Auch deshalb werden weniger Kleinkinder sterben, sodass Zehntausende Eltern weniger als 2015 ihre Kinder beerdigen müssen", erklärt Charles Kenny vom Center for Global Development in Washington. "Die weltweite Fruchtbarkeitsrate wird auf den niedrigsten Stand aller Zeiten sinken, und zusammen mit der verbesserten Gesundheitsversorgung und einem Rückgang von Kinderheiraten bedeutet das, dass weniger Frauen denn je bei der Geburt sterben. Die Lebenserwartung wird ihren höchsten Stand erreichen, und die Zahl der Menschen, die in absoluter Armut leben, wird geringer sein. Mehr Kinder gehen zur Schule, weniger Frauen werden beschnitten und ihr Anteil an den Arbeitnehmern wird langsam weiter ansteigen." Technologischer Fortschritt wird die Kosten alternativer Energien senken und die globale Gesundheit verbessern. Zu guter Letzt könnte der Ölpreis laut IWF auf bis zu 20 Dollar pro Barrel fallen – allein das würde die Weltwirtschaft um 0,3 Prozent wachsen lassen.
Von Jvm

DER SPIEGEL 1/2016
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