02.08.1999

BURKINA FASO Hort der Subversion

Das Land ist bettelarm, militärisch unbedeutend und hat nur elf Millionen Einwohner. Dennoch beunruhigt Burkina Faso (früher Obervolta) seine Nachbarn: Staatschef Blaise Compaoré, 48, unterhält zwielichtige Verbindungen mit Oppositionellen und Rebellenführern. So finden Exilpolitiker wie Kongo-Brazzavilles gestürzter Präsident Pascal Lissouba und Tuareg-Aufständische Aufnahme in der Hauptstadt Wagadugu. Jonas Savimbi, Boss der angolanischen Unita, fliegt hin und wieder ein, um seinen in Burkina Faso lebenden Sohn zu besuchen und Geschäfte abzuwickeln. Zwei Führer, die den Sahelstaat als Nachschubbasis für ihre Bewegung nutzen durften, sind aufgestiegen: Charles Taylor, früher Milizenchef und heute Präsident von Liberia, und Foday Sankoh, Chef der blutrünstigen Guerrilla von Sierra Leone, der nach einem Friedensabkommen vom Juli Partner in der Regierung seines Landes wird. Wegen seiner Verbindungen zu Regime-Gegnern schneiden die Staatschefs etlicher Nachbarländer zunehmend den Burkina-Faso-Präsidenten. Nigerianische Offiziere der westafrikanischen Eingreiftruppe Ecomog, die in Liberia und Sierra Leone versuchte, Frieden zu schaffen, nennen Compaoré offen einen Kriegstreiber.

DER SPIEGEL 31/1999
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