03.03.1980

WDRDie Wände wackeln

Gegendarstellung. Der Bericht "WDR: Die Wände wackeln" im "Spiegel" Nr. 4 vom 21. 1. 1980 enthält eine Reihe unzutreffender Tatsachenbehauptungen, die der Richtigstellung bedürfen:
1. Die Behauptung, der WDR habe wegen Protesten von Poststaatssekretär Dietrich Elias anstelle der Wiederholung des Beitrags "Kraftproben: Ulrich Jochimsen. Der Mann, der sich mit der Post anlegte" einen anderen Beitrag gebracht, obwohl Herr Staatssekretär Elias keine rechtlichen Schritte angedroht habe, ist teils unrichtig, teils unvollständig und daher irreführend.
Richtig ist, daß der WDR den Beitrag in unveränderter Form zu einem späteren Zeitpunkt wiederholte. Herr Elias hatte dem WDR eine Gegendarstellung angedroht, die der WDR entsprechend den Bestimmungen des Landespressegesetzes von Nordrhein-Westfalen nach der Wiederholung gesendet hat.
2. Die Behauptung, die zuständigen Redakteure hätten gegenüber der Absicht von Fernsehdirektor Hübner, die Sendung "Die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" zu untersagen, zur List gegriffen und den Hamburger Bürgermeister Klose zum Interview eingeladen, ist unrichtig.
Richtig ist, daß Herr Klose mit Wissen und Einverständnis von Herrn Hübner zu dem Interview eingeladen wurde.
3. Die Behauptung im Zusammenhang mit dem geplanten Streik der Rundfunkmitarbeiter, nach 20.00 Uhr hätten Mitarbeiter ohne besondere Berechtigung das Haus nicht mehr betreten dürfen, ist falsch.
Richtig ist, daß auch an diesem Tage alle Mitarbeiter, die einen dienstlichen Anlaß hatten, die Gebäude des WDR betreten durften. Das WDR-Gebäude Elstergasse stand an diesem Abend zusätzlich allen Mitarbeitern zur Verfügung.
4. Die Behauptung, im WDR-Studio Düsseldorf seien Funkangestellte sogar von scharfen Hunden bedroht worden, ist unrichtig.
Richtig ist, daß vom WDR weder im Studio Düsseldorf noch in anderen Komplexen des WDR im Zusammenhang mit dem drohenden Streik Wachhunde eingesetzt wurden.
5. Die Behauptung, die gesamte Zuschauerpost zur Sendereihe "Holocaust" stünde, nachdem die Briefschreiber einen Formbrief erhalten haben, achtlos in einem Container auf dem Redaktionsflur herum, ist unrichtig.
Richtig ist, daß die rund 12 000 eingegangenen Briefe nach erster summarischer S.244 Sammlung wissenschaftlich ausgewertet werden. Eine erste Auswertung von Medienwissenschaftlern liegt bereits vor.
F.-W. v. Sell Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Köln

DER SPIEGEL 10/1980
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