10.03.1980

Mit keinem Stoff der Erde so viel Geld gemacht

SPIEGEL-Report über die Silber-Spekulation und die zunehmende Knappheit des Edelmetalls
Bisweilen verdient Nelson Bunker Hunt selbst für texanische Verhältnisse ein bißchen reichlich: Wenn er abends sein Büro in Dallas verläßt, ist er manchmal ein paar hundert Millionen Dollar vermögender als beim Frühstück.
Das Talent hat er vom Vater. Der alte Hunt hatte seine ersten Dollar, um die Jahrhundertwende, am Pokertisch gewonnen und dann mit Öl seine erste Milliarde gemacht. Sohn Nelson Bunker, 53, setzt auf Silber.
Der Milliardär mißtraut dem Geld. Seit sieben Jahren legt er hartnäckig Dollar in Silber an. Und die Preise, die das Edelmetall inzwischen an den Warenbörsen erzielt, scheinen Hunts Investment-Philosophie zu bestätigen.
Allein im letzten Jahr stieg der Preis für eine Unze Silber (31,1 Gramm) von knapp sechs auf gut 25 Dollar. Im Januar 1980 sprang die Silber-Notierung vorübergehend sogar über die 50-Dollar-Marke.
Finanzexperten in Wall Street und anderswo, die den Texaner jahrelang als Spinner verspottet hatten, wurden inzwischen leiser. Spekulanten in aller Welt suchen inzwischen das Hunt-Rezept zur eigenen Vermögensbildung zu nutzen.
Mit keinem Stoff der Erde -- auch nicht mit Gold -- war in den vergangenen S.163 Monaten so viel Geld zu machen wie mit Silber. Getrieben von Inflationsfurcht und Kriegsangst, stürzten sich Millionäre und Kleinsparer, Finanzchefs von Konzernen und die Neureichen aus den Ölstaaten auf das edle Metall.
Nelson Bunker Hunt, der Silber schon tonnenweise kaufte, als kaum ein anderer daran dachte, war immer dabei. Lord Nelson -- wie der Texaner in Dallas genannt wird -- hat offenbar den Ehrgeiz, der Welt zu beweisen, daß nicht nur mit Öl Milliarden zu verdienen sind.
Zwei Milliarden Dollar, grob geschätzt, hatte der alte H. L. Hunt 1974 bei seinem Tode dem Clan hinterlassen. Die Hunts kontrollieren mit der Placid Oil Company, einer der größten unabhängigen Öl-Gesellschaften Amerikas, Öl- und Gasquellen in acht US-Bundesstaaten.
Die Familie Hunt -- Nelson Bunker hat noch drei Brüder -- gilt als größter Grundbesitzer in Amerika, verfügt über ein paar Millionen Tonnen Kohle und ist der größte Zuckerproduzent der Staaten. 400 Pizza-Geschäfte, eine Chemiefabrik sowie einige Bürohäuser, Hotels und Einkaufszentren laufen nebenher noch mit.
In Dallas halten sich die Hunts eine Fußballmannschaft. Bruder Lamar hat seine Finger dazwischen, wenn Jimmy Connors und Björn Borg im weltweit organisierten World Championship Tennis aufeinandertreffen. Und Nelson Bunkers Zuneigung gilt einem Stall von rund 1000 Rennpferden.
Geldleute von der Ostküste, die wie die Rockefellers immer im Verdacht stehen, liberal zu sein, mag Hunt nicht. Das ist eben der Süden: Der Milliardär versäumt kaum einen Gottesdienst und ist Mitglied der rechtsradikalen John Birch Society.
Die Hunts besaßen immer genug Geld, um Spekulationen großen Stils zu betreiben -- und notfalls zu verlieren. Im Frühjahr 1977 hatten sie an den Warenbörsen fast ein Drittel der erwarteten Soja-Ernte in Amerika aufgekauft. Das war nach geltendem amerikanischen Recht nicht zulässig.
Mit unverkennbarem Unverständnis reagierten Nelson Bunker und seine Brüder auf die Forderung eines Gerichts, die Profite aus der Spekulation wieder abzuliefern. "Sie haben so viel Geld", meinte ein verständnisvoller Richter, "daß Sie alle Märkte durcheinanderbringen, auch wenn Sie es gar nicht wollen."
Der Spruch wenigstens, wenn auch nicht das Urteil, schien den Hunt-Brüdern zu gefallen. Ganz im Sinne der Richter-Worte wird auch Nelson Bunker Hunt nicht müde, seine bescheidene Rolle auf den Silbermärkten zu betonen.
Er sei gar nicht stark genug, sagt er, um im Milliardenspiel mit Silber etwas S.165 zu bewirken. Er habe nur bisweilen "einige erfolgreiche Geschäfte" gemacht.
In der Tat. So soll Lord Nelson im vergangenen Jahr mit dem Kommandeur der saudiarabischen Nationalgarde, Abdallah Ibn Abd el-Asis, zusammengearbeitet haben, um über eine Bermudas-Firma Silberbarren im Werte von 500 Millionen US-Dollar zu kaufen. Die erworbenen Barren verschwanden schließlich in englischen und Schweizer Tresoren.
In Zürich fühlen sich Hunt und Partner inzwischen sicherer. Denn die US-Aufsichtsbehörden sind nervös geworden: Seit September letzten Jahres forscht ein 25köpfiges Silber-Komitee der New Yorker Warenbörse Comex nach den Hintermännern der Hortungskäufe.
Gleichzeitig suchten die Warenbörsen die Kaufhysterie zu dämpfen. Als erstes dekretierte der Börsen-Präsident von Chicago, daß Spekulanten, die etwa im Januar zum derzeitigen Preis Silber per Termin März gekauft hatten, nur einen Teil der Ware tatsächlich verlangen durften.
Diese erste Abwehrmaßnahme provozierte jedoch nur noch größere Käufe zu einem künftigen Liefertermin. Denn nun wußten die Spekulanten, daß der begehrte Stoff wirklich ernsthaft knapp war.
Schließlich war Silber in solchen Mengen auf Termin gekauft worden, daß niemand die fälligen Mengen hätte liefern können -- es war mehr, als in den Lagerhäusern von Chicago und New York lag.
Die New Yorker Warenbörse schränkte den Silberhandel Anfang Januar dieses Jahres drastisch ein; es durften nur noch begrenzte Mengen gekauft werden. Und als der Silberboom Ende Januar zur Hysterie wurde, stellte die Comex den Terminhandel vorübergehend völlig ein.
Silberanhänger Hunt suchte sich -"als Amerikaner bedaure ich das" -andere Handelsplätze, vor allem in der Schweiz. Angeblich kauft er unbeirrt weiter. Nach Hunts Überzeugung wird sein Silberschatz in wenigen Jahren seinen Wert vervielfachen.
In der Tat wird das kostbare Metall immer dringender benötigt. Seit Jahren schon klafft eine gewaltige Lücke zwischen dem Silberverbrauch in aller Welt und der Produktion (siehe Graphik).
Silber fehlt fast überall. Ganze Branchen, wie die Photoindustrie, sind in ihrer Produktion auf den massenhaften Einsatz von Silber angewiesen.
Nur Gold ist in vielem besser -- aber auch zwanzigmal teurer. Silber -- im vergangenen Jahr wurden ohne Ostblock weltweit rund 433 Millionen Unzen verbraucht -- widersteht der Korrosion und leitet Elektrizität sowie Wärme ähnlich hervorragend wie Gold.
Vor allem in modernen Technologien ist das Metall seiner edlen Eigenschaften wegen unentbehrlich. In der Elektronik-Industrie etwa werden die aus Kupfer gefertigten Bauelemente mit Silber beschichtet. Die amerikanische Elektronik- und Rüstungsindustrie allein verbraucht jährlich rund 48 Millionen Unzen Silber -- mehr als die gesamte US-Förderung.
Über ein Drittel des weltweit von der Industrie benötigten Silbers indes geht S.166 in Filmfabriken und Photolabors. Allein die drei größten Silberverbraucher der Welt -- die USA, Japan und die Bundesrepublik -- verarbeiten fast die Hälfte ihres jährlichen Bedarfs von rund 270 Millionen Unzen in der Photoindustrie.
Dabei erfordern nicht nur wachsende Film- und Photographierlust, sondern auch der Photosatz in der Druckindustrie und technische Prüfverfahren immer größere Silbermengen. Mit Hilfe der Röntgenphotographie etwa werden in der Rüstungs- und Luftfahrtindustrie Produkte auf Materialfehler untersucht.
Größter Konsument von Photosilber ist der US-Multi Eastman Kodak. Der Branchenführer bezog im vergangenen Jahr 1555 Tonnen (50 Millionen Unzen) Silber an den internationalen Börsen.
Nur einen geringen Teil des für Filme verwendeten Silbers können die Kodak-Chemiker zurückgewinnen, 1979 rund 620 Tonnen (rund drei Viertel des gesamten Jahresverbrauchs in der Bundesrepublik). Der Rest bleibt in den Fixierbädern fremder Labors hängen oder geht auf andere Weise verloren.
Der größte europäische Photokonzern, Agfa-Gevaert, hat bereits belegt, wie hart die Branche von der Preisexplosion ihres Rohstoffs betroffen ist. Das Unternehmen mußte sein Kapital um 200 Millionen Mark aufstocken.
Die belgische Gevaert-Gruppe -bisher zur Hälfte Eigentümer -- konnte dabei nicht mithalten. Der zweite Eigentümer, die Bayer AG, hält nun 60 Prozent des Kapitals.
Der drastische Anstieg des Silberpreises macht auch deutschen Verarbeitern immer mehr zu schaffen. Beim Mannheimer Elektrokonzern Brown, Boveri & Cie. (BBC) schlägt das teure Edelmetall inzwischen auf die Preise von mehreren Dutzend elektronischen Präzisionsgeräten durch.
Der Konzern verarbeitet jährlich in allen Sparten insgesamt rund 20 Tonnen Silber. Die BBC-Techniker brauchen das Edelmetall für Niederspannungsschaltgeräte, für Halbleiter-Bauelemente sowie für Anoden und Spezialdrähte.
Zu ersetzen ist Silber bei diesen Produkten nicht. Obendrein ist eine spätere Rückgewinnung des verarbeiteten Metalls kaum möglich, da die silberführenden Teile in der Regel integrierte Bestandteile sehr großer und kostspieliger Anlagen sind.
Stärker noch als in Europa steigt die Nachfrage nach Silber in Japan und Nordamerika. Allein in der Photoindustrie verbrauchten die Amerikaner 1979 rund 40 Prozent mehr Silber als vier Jahre zuvor. Die Japaner, zweitgrößter Silberverarbeiter westlich orientierter Industrienationen, brachten es im gleichen Zeitraum sogar auf S.168 einen Mehrkonsum von mehr als 60 Prozent.
Der Chef-Geologe der amerikanischen Bergbau-Behörde Bureau of Mines in Washington, Harold Drake, hat errechnet, daß der Silberkonsum Amerikas bis 1985 um weitere 40 Prozent auf 230 Millionen Unzen ansteigen wird. Für einen Großteil der Entwicklungsländer erwartet Drake sogar noch höhere Zuwachsraten.
Selbst der Silberverbrauch für Schmuck und Tafelsilber wird laut Drake weiter steigen. Silber biete nach dem spektakulären Goldpreis-Anstieg "immer noch eine attraktive Alternative".
Die Prognose scheint die Einschätzung des texanischen Groß-Spekulanten Nelson Bunker Hunt zu bestätigen. Wenn alle Verbrauchsschätzungen auch nur annähernd Wirklichkeit werden, dann dürfte die jährliche Silberlücke zwischen Förderung und Verbrauch von zuletzt 81 Millionen Unzen in wenigen Jahren auf 130 bis 190 Millionen Unzen steigen.
Denn die Silberproduzenten können bei dem sprunghaft steigenden Verbrauch längst nicht mehr mithalten. In Peru und Chile wird kaum mehr gefördert als vor einem Jahrzehnt. Kanada, einst wichtigster Silberproduzent, produziert seit 1976 immer weniger.
Nur Mexiko, größter Silberschürfer der westlichen Welt, hat seine Produktion innerhalb von drei Jahren um beachtliche 31 Prozent erhöht. Exportiert wird in Zukunft allerdings wahrscheinlich weniger: Seit Jahresbeginn sind die Silberverkäufe mit einer 40-Prozent-Steuer belegt.
Im Jahresschnitt konnten alle westlichen Produzentenländer zusammen ihre Silberförderung von 1960 bis 1978 nur um 1,3 Prozent steigern. Und die Lage wird kaum besser.
Die Experten des Silver Institute in Washington, der weltweiten Vereinigung von Produzenten, Verarbeitern und Silberschmelzern, erwarten -- wegen der höheren Preise -- zwar einen Förder-Aufschwung von 4,6 Prozent pro Jahr bis 1982. Doch der Bergbau-Boom werde nicht lange anhalten, weil Vorkommen sowie die technischen Möglichkeiten der Ausbeutung begrenzt seien.
Resümee der Geologen: Der Minenausbau reiche "bei weitem nicht", um die langfristige Lücke zwischen Verbrauch und Produktion zu schließen.
Seit Jahren schon sind die Verbraucher darauf angewiesen, daß die Besitzer von Silber größere Mengen aus ihren Altbeständen zum Kauf anbieten. Hunt war bei diesen Anbietern nie dabei. "Ich habe überhaupt keine Lust, mein Silber zu verkaufen", sagt der Texaner (siehe Interview Seite 173).
Andere, die bislang verkauft haben, sind zurückhaltender geworden. So will inzwischen auch das US-Schatzamt, vor Jahrzehnten größter Silberbesitzer der Welt, kein Silber mehr abgeben.
Um den Preis niedrig zu halten, hatten die Amerikaner in den sechzigern und Anfang der siebziger Jahre etwa S.169 1,8 Milliarden Unzen Silber verkauft. Die Unze war noch 1972 für gut eineinhalb Dollar zu haben.
Verlorene Mühe: Kaum stellte das Schatzamt seine monatlichen Auktionen ein, stieg der Silberpreis kräftig an.
Im Januar, als Nelson Bunker Hunt und andere große Spekulanten die Hausse anheizten, mußten die Beamten tatenlos zusehen. Sie konnten kein Silber mehr abgeben, um den Preis zu drücken: Ihr Vorrat von 139 Millionen Unzen reicht nicht einmal, um den diesjährigen Bedarf der amerikanischen Industrie zu decken.
Auch andere Quellen drohen zu versiegen. Alte Münzen etwa, die in verschiedenen Ländern regelmäßig eingeschmolzen wurden, werden bald kaum noch zu haben sein. "Die Leute fangen jetzt erst richtig an, neben Gold auch Silbermünzen zu horten", berichtet Herbert Kaufmann vom Schweizerischen Bankverein.
Völlig offen ist, welche Mengen die indischen Silber-Händler künftig abgeben werden. Denn im Februar letzten Jahres stoppte die Regierung in Neu-Delhi den Edelmetall-Export, der zuvor bis zu 65 Prozent der chronischen Silber-Defizite ausglich.
Die Inder besitzen immer noch den größten Silberhort der Welt. Da der indische Staat den Wert der Rupie bis 1927 durch Silber garantierte, wurden allein im Zeitraum von 1874 bis 1932 fast drei Milliarden Unzen nach Indien geschafft. Noch heute ist die Silber-Mitgift einer indischen Braut wichtiges Beiwerk einer Vermählung.
Seit dem Exportstopp blüht zwar der indische Silber-Schmuggel; im vergangenen Jahr flossen immerhin noch rund 33 Millionen Unzen, meist über Pakistan, aus dem Lande. Aber die Regierung will jetzt härter durchgreifen. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Dutzend Händler inhaftiert und mehrere Millionen Silber-Unzen beschlagnahmt.
Ohne neuen Nachschub aus Indien jedoch "droht der Silbermarkt schon in Kürze auszutrocknen", meint Edelmetallchef Hans Schnyder von der Schweizerischen Bankgesellschaft. Selbst im günstigsten Falle rechnen die Schweizer Silber-Experten nur noch mit 10 bis 15 Millionen Unzen Schmuggelware aus Indien -- ein Drittel der 78er Ausfuhren.
Und es kommt noch schlimmer. Inzwischen hat sich nämlich eines der früheren Überschußländer in die Käuferschlange eingereiht. Die Sowjet-Union, selbst drittgrößter Silberproduzent der Welt, sucht seit dem Jahreswechsel verstärkt die eigenen Lager wieder aufzufüllen.
Bis Anfang 1971 hatten die Sowjets jährlich zwischen 10 und 15 Millionen Unzen aus den Silbergruben Sibiriens nach Zürich eingeflogen. Nun kaufen sie seit Wochen bei den Silber-Banken S.172 der Schweiz -- insgesamt bisher 20 bis 30 Millionen Unzen.
Den Grund der Käufe glaubt der Edelmetall-Experte des Schweizerischen Bankvereins, Hans Winteler, genau zu kennen: "Die Russen haben einen strategischen Bedarf." Verstärkte Rüstung erfordert vor allem auch mehr Silber.
Die Spekulanten, jedenfalls die mit dem großen Geld, haben längst die Konsequenzen gezogen. Sie kaufen nicht nur das edle Metall -- sie beteiligen sich auch an den Fördergesellschaften.
Seit Monaten schon versuchen wohlhabende Araber, kanadische und mexikanische Silber-Minen zu übernehmen. Die mexikanische Regierung ließ inzwischen den Handel mit Aktien der Minengesellschaften einstellen, weil sie verhindern will, daß Ausländer sich ihrer wertvollen Silbervorkommen bemächtigen.
Eine arabische Investmentgruppe aus Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten erwarb für mehrere Millionen US-Dollar ein Aktien-Paket an der kanadischen Silbergesellschaft Lacana. Das Unternehmen betreibt zwei der größten reinen Silberminen Mexikos.
Auch der Texaner Hunt möchte schon bei der Produktion des Metalls verdienen. So betrieb der Südstaatler die Übernahme von Sunshine Mining, dem Besitzer von Amerikas größter Silbermine. Der Versuch mißlang. Statt Hunt stieg eine Luxemburger Finanzholding bei Sunshine Mining ein --Neureiche aus Kuweit, Dubai und Saudi-Arabien.
Zusammen mit den Arabern will Sunshine-Boß Michael Boswell die älteste Silbermine Amerikas zum größten Produzenten des Kontinents ausbauen. In zwei Jahren sollen rund 100 Millionen Dollar investiert werden.
Aber Lord Nelson gibt so leicht nicht auf. Mitte Januar beteiligte sich der bei Sunshine abgeblitzte Texaner mit sieben Millionen Dollar an einem anderen Bergbau-Unternehmen, der Goldfield Corporation.
Goldfield hat bis jetzt vor allem Kohle gefördert, wird nun aber mit Hilfe der Hunt-Millionen gleich mehrere Silber-Bergwerke in Betrieb nehmen. Zehn Millionen Dollar muß Hunt noch dazugeben -- dann wird er zur Hälfte am künftigen Gewinn beteiligt.
Vorletzte Woche fädelte Hunt einen weiteren Coup ein. Für insgesamt 300 Millionen Dollar will der Texaner den US-Minen-Konzern Gulf Resources and Chemical Corporation schlucken.
Mit solchen Investitionen, meinte Hunt, könnte nichts schiefgehen: "Alles Silber, was auf den Markt kommt, wird in wenigen Tagen aufgekauft."
Nicht zuletzt von Nelson Bunker Hunt. "Für Silber", prophezeit der Texaner, "sehe ich eine phantastische Zukunft voraus."

DER SPIEGEL 11/1980
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