17.03.1980

Brunsbütteler Pannen

Die Hamburger Elektrizitätswerke (HEW) und das Kieler Sozialministerium streiten mit dem Bonner Innenministerium über eine Betriebsgenehmigung für das Kernkraftwerk Brunsbüttel. Der Atommeiler war im Juni 1978 nach einem spektakulären Störfall abgeschaltet worden, weil das Bedienungspersonal gegen "Anordnungen oder Betriebsvorschriften" verstoßen hatte. Eine neue Betriebsgenehmigung ist nun fraglich geworden, nachdem am 2. März während des Probebetriebs 150 000 Liter leicht radioaktiven Wassers in das Reaktorgebäude geflossen sind, das Bonner Innenministerium aber erst zwei Tage später durch eine dpa-Meldung von dem Unfall erfuhr. Die Ursachen konnten selbst HEW-Leute und Kieler Ministerialbeamte, die zu dieser Zeit zufällig im Bonner Innenministerium waren, nicht nennen. Staatssekretär Günter Hartkopf will jetzt untersuchen lassen, ob die alten Fehler auch Grund für die neue Panne waren: "Es muß auch überprüft werden, ob die Zuverlässigkeit der HEW als Betreiber von Kernkraftwerken überhaupt noch gegeben ist."

DER SPIEGEL 12/1980
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