24.11.1980

SPIEGEL Gespräch„Ihnen wäre das Lachen vergangen“

Karl-Heinz Hoffmann über seine Wehrsportgruppe und die Neonazis in der Bundesrepublik
SPIEGEL: Herr Hoffmann, Sie gelten als eine der Führer-Figuren des Neonazismus in Deutschland. Beleidigt Sie oder ehrt Sie das?
HOFFMANN: Keins von beidem. Ich weiß nicht, wer in mir eine Führer-Figur sieht. Jedenfalls kann ich nicht Führer-Figur des Neonazismus sein, weil ich weder Neo- noch Altnazi bin und auch keine Ziele des Nationalsozialismus vertrete.
SPIEGEL: Als Rechtsextremist schätzen Sie sich selber ein?
HOFFMANN: So stuft mich das Innenministerium ein. Ich selber halte mich für einen absolut undogmatischen fortschrittlichen Pragmatiker.
SPIEGEL: Und damit können Sie sich nicht in das hiesige Parteienspektrum einordnen?
HOFFMANN: Ich finde weder in den staatstragenden Parteien noch in den Randgruppierungen eine politische Heimat, im ganzen System nicht.
SPIEGEL: Ihre Wehrsportgruppe hat der Bundesinnenminister im Januar verboten, Ihre Privatarmee ist stiftengegangen oder hält sich vielleicht auf Abruf versteckt. Ihre Phantasie-Uniformen, S.77 die zugeschweißten Flinten, den ganzen militärischen Klunkerkram und Ihre schwülstigen Traktate hat die Polizei abgeräumt. Jetzt sitzen Sie hier in diesem Rest von Schloß wie ein Komödiant ohne Kulissen und haben Zeit zum Nachdenken. Was beschäftigt Sie mehr: Deutschlands Zukunft oder Deutschlands Vergangenheit?
HOFFMANN: Ich halte mich an den Verbotserlaß. Zeit zum Nachdenken habe ich mir immer genommen, besonders noch bevor ich anfing, organisatorisch etwas auf die Beine zu stellen. Von Anfang an hat mich die Zukunft mehr beschäftigt. Sie erfüllt mich mit Sorge. Was unsere Vergangenheit anbelangt -- die spezielle, die Sie ja wohl meinen --, so habe ich ein normaleres Verhältnis zu ihr als viele, die sie immer noch dämonisch sehen.
SPIEGEL: Wer packt denn hier in Ermreuth jetzt zu, daß die Gewölbe nicht einstürzen und es nicht reinregnet? Bis zum Verbot konnten Sie die ganze Truppe für sich hier schuften lassen. Müssen Sie jetzt selber arbeiten?
HOFFMANN: Ich würde mich heute wahrscheinlich wieder der Verfolgung aussetzen, weil man sagen würde, das sind Ersatzhandlungen, er will seine Organisation aufrechterhalten, die Arbeiten dienen dem Zusammenhalt. Ich kann es den Leuten unter den jetzigen Umständen nicht mehr zumuten, ihre Arbeitskraft zu investieren. Vorher konnte ich das mit einer gewissen moralischen Begründung.
SPIEGEL: Mit welcher denn?
HOFFMANN: Ich muß die kleinliche Justiz beachten. Deshalb antworte ich Ihnen hierauf nicht.
SPIEGEL: So kleinlich ist sie gar nicht gewesen. Nach dem Bombenanschlag auf dem Münchner Oktoberfest hat man Sie nach zwei Tagen wieder laufen lassen. Ist es richtig, daß Gundolf Köhler, der Attentäter von München, zeitweise in gewissen Beziehungen zu Ihnen gestanden hat?
HOFFMANN: Sie stehen ja auch zeitweise in einer gewissen Beziehung zu mir, wenn Sie so wollen. Schließlich sind Sie heute hier bei mir. Nichts anderes war bei Herrn Köhler der Fall, jedenfalls nicht wesentlich mehr.
SPIEGEL: Da gibt es wohl Unterschiede. Wir haben nicht die Absicht, Ihrer Wehrsportgruppe beizutreten.
HOFFMANN: Ich will gar nicht bestreiten, daß Köhler sich damals für die Mitgliedschaft in der Organisation interessiert hat. Entscheidend ist doch, ob es zu einer Mitgliedschaft und zu einer Tätigkeit im Laufe der Zeit gekommen ist oder nicht.
SPIEGEL: Hat er denn irgendwann bei Wehrsportübungen mitgemacht, Uniform angelegt und das ganze Brimborium bei Ihnen absolviert?
HOFFMANN: Er kann bestenfalls ein motorisiertes Ausrücken und ein Biwak irgendwo im Felde mitgemacht S.78 haben. Das ist so ziemlich alles. Keinerlei Schulungen.
SPIEGEL: Er soll Ihnen geschrieben und um Hilfe gebeten haben, weil er in seiner Heimatgemeinde eine Ortsgruppe aufziehen wollte. Haben Sie ihn nicht an Ihren Freund Heinzmann in Tübingen verwiesen?
HOFFMANN: Meine flüchtige Bekanntschaft mit Köhler liegt um Jahre zurück, mindestens bis zum Jahre 1976. Sie war so kurz, daß ich mich nur mühsam an ihn erinnern kann.
SPIEGEL: Haben Sie ein schlechtes Gedächtnis?
HOFFMANN: Eigentlich nicht. Der Name ist mir im Gedächtnis geblieben, weil etwas Unübliches bei seinem Besuch passierte. Seine Eltern holten ihn nämlich am nächsten Tag ab. Das erstaunte mich etwas, und deswegen habe ich mir den Mann gemerkt.
SPIEGEL: Hatten Sie den Eindruck, daß Sie für ihn ein Vorbild waren, eine Autoritätsperson, zu der er aufsah?
HOFFMANN: Ich merke Ihren Fragen an, daß Sie die Theorie des geistigen Umweltverschmutzers unterstützen. Mir ist das nicht besonders angenehm. Mir wäre es lieber, wenn wir über Dinge sprechen, die mir wirklich am Herzen liegen.
SPIEGEL: Vielleicht geht Ihnen das näher: Die Ermittler haben Anfang 1980 bei Ihnen eine Anweisung zur Herstellung von Sprengladungen gefunden mit dem Tarntitel "Das Märchen vom bösen Wolf". Da steht drin, wie man Rohrbomben baut, Thermitbomben, Napalm. Wozu?
HOFFMANN: Wissen Sie, ich habe so vieles hier angesammelt -- vom Weißbuch zur zivilen Verteidigung bis über die Kleinkriegsanleitung von Che Guevara oder Mao Tse-tung. Wenn mich eine solche Broschüre erreicht, schmeiße ich sie nicht weg. Sie hat jedenfalls für die Ausbildung unserer Männer absolut keine Rolle gespielt.
SPIEGEL: Nach dem Münchner Attentat sind im September die Wohnungen einiger Ihrer Anhänger durchsucht worden. Dabei soll man Sprengstoff, Zündkapseln und 10,5-cm-Kartuschen gefunden haben. Ist das richtig?
HOFFMANN: Die können gar nicht Wohnungen von Wehrsportgruppenmitgliedern oder -anhängern durchsucht haben, weil es die Gruppe seit Ende Januar nicht mehr gibt.
SPIEGEL: Aber die Leute gibt es, die Ihrer Gruppe angehört haben.
HOFFMANN: Das ist für mich ohne jegliches Interesse, weil ich nicht in die Privatangelegenheiten anderer hineinstöbere. Wenn man mir am 30. Januar die Kontrolle über diesen Personenkreis bei Strafandrohung versagt hat, kann man nicht acht Monate später hingehen und mir vorhalten, wenn in diesem Personenkreis irgendwas Strafbares gefunden wird. Wenn man S.79 Sprengstoff oder Waffen zu einem Zeitpunkt gefunden hätte, wo ich die Kontrolle über diesen Personenkreis hatte, so wäre Ihre Frage berechtigt.
SPIEGEL: Sie machen es sich leicht, wenn Sie sagen, es kümmert mich nicht, was die Leute, die bis zum 30. Januar in einem persönlichen und organisatorischen Zusammenhang zu mir standen, nach dem 31. tun. Eine bequeme Art, Verantwortung zu leugnen.
HOFFMANN: Das könnte so manchem passen, mir zwar die Kontrolle zu entziehen, andererseits aber weiterhin die Verantwortung aufzulasten. Bisher ist mir kein Fall bekannt geworden, wo einer von denjenigen Leuten, die bei mir mehr oder weniger Funktionärsstatus hatten oder für die ich eine Bezugsperson war, in irgendeiner Weise straffällig geworden wäre.
SPIEGEL: Einige Tage vor dem Münchner Attentat tauchten in Beirut vier junge deutsche Rechtsextremisten auf. Bei einem von ihnen, Odfried Hepp, hatten Ermittler im Notizbuch schon mal Name und Adresse von Gundolf Köhler gefunden. In diesem Zusammenhang wird auch Ihr Name genannt.
HOFFMANN: Offenbar ist das Durcheinander komplett. Die westlichen Geheimdienste sind alles Nullen. Ich rede über meine Auslandskontakte nicht.
SPIEGEL: Hepp und zwei seiner Gesinnungsfreunde, Kay-Uwe Bergmann und Steffen Dupper, sollen die "Wehrsportgruppe Schlageter" gegründet haben, Hepp außerdem eine "Kampfgruppe Schwarzwald" -- alles Ableger von Ihrem Verein?
HOFFMANN: Das ist nicht mein Ressort. Ich weide mich an der Unfähigkeit der Dienste. Ich will den Dschungel nicht lichten.
SPIEGEL: Was sollte der ganze Firlefanz mit Uniformen, Bammel-Blech und Attrappen-Kanonen? Wo steckt der Sinn, erwachsene Leute so absurd aufzuputzen und mit ihnen durchs bayrische Unterholz zu kriechen?
HOFFMANN: Sie denken an die vielen Bilder, die es von mir in Uniform gibt. Vergessen Sie dabei nicht, daß die Journalisten ein besonderes Interesse hatten, gerade solche Bilder zu bekommen.
SPIEGEL: Sie posieren doch mit Lack und Litze in Ihrem eigenen Blättchen, genannt "Kommando".
HOFFMANN: Da ist es ja auch angebracht, genauso wie es angebracht war, in der Uniform eine Übung durchzuführen. Aber den größten Teil meines Lebens verbringe ich in Zivil. Offenbar bedeutet die Uniform mehr, als man ihr gemeinhin zubilligen mag. Beweis dafür scheint mir zu sein, daß das Versammlungsgesetz das Tragen einer gleichartigen Kleidung als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung mit zwei Jahren Gefängnis S.80 belegt. Die großen Parteien aber brechen diesen Paragraphen permanent.
SPIEGEL: Fühlen Sie sich im grauen Filz stärker?
HOFFMANN: Nicht stärker als in Zivil. Ich trage beides zu den Gelegenheiten, wo es hingehört und paßt. Die Uniform nur bei der militärischen Übung -- und immer weitab der Öffentlichkeit.
SPIEGEL: Blech auf dem Kopf und der graue Rock an Brust und Bein macht erst den ganzen Mann?
HOFFMANN: Nicht so, aber ein Soldat, voll aufgepackt mit Helm und Spaten, Feldflasche und allem, was dazugehört, macht einen ganz anderen Eindruck als der Zivilist an der Ecke.
SPIEGEL: Aber mit der Macht Ihrer Argumente und Ihrer Überzeugungskraft scheint es nicht weit her, wenn Sie so viel Aufputz nötig haben.
HOFFMANN: Könnten Sie sagen, wenn ich auf politischen Veranstaltungen in dieser Aufmachung erschienen wäre. Das ist aber nicht der Fall.
SPIEGEL: Vielleicht wären Sie''s gerne, wenn Sie gedurft hätten.
HOFFMANN: Ganz gewiß nicht. Es ist mir natürlich klar, daß Sie auf diesen Fragen gern herumreiten. Im militärischen Bereich geht das nicht anders; sonst haben Sie einen Sauhaufen. Und der Anführer eines Sauhaufens wollte ich nicht sein.
SPIEGEL: Sie sind Jahrgang 1937. Haben Sie in einer Armee gedient?
HOFFMANN: Nein. Ich bin von der Polizei zur Musterung vorgeführt worden, weil ich mich geweigert habe, in der Bundeswehr zu dienen.
SPIEGEL: Aus welchen Gründen?
HOFFMANN: Man kann doch von mir nicht verlangen, daß ich als Deutscher, dessen Land keinen Friedensvertrag hat, in eine Armee eintrete ohne nationalen Auftrag und für die Ziele der Vereinigten Staaten.
SPIEGEL: Ihr Titel ist "Major" ...
HOFFMANN: ... nein, ich habe als einziger in der gesamten Organisation keinen fest umrissenen Dienstgrad gehabt. Ich bin nur als "Chef" angeredet worden. Soweit meine Leute eine Funktion hatten, hatten sie auch einen bestimmten Dienstgrad.
SPIEGEL: Was für Funktionen hatten die denn?
HOFFMANN: Innerhalb der WSG entsprach das dem Dienstgradwesen einer regulären Armee. Wir haben manchmal zum Spaß gesagt: Bei uns ist alles so geheim, daß wir zuweilen Mühe haben, selbst zu wissen, was wir tun. Es gibt in der Tat manches, was wir in der Vorstellung hatten und was wir unserem politischen Gegner nicht auf die Nase binden wollten. Nicht etwa, weil es moralisch nicht vertretbar gewesen oder den Strafgesetzen zuwidergelaufen wäre, sondern weil wir ihn nicht in die Lage versetzen wollten, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
SPIEGEL: Was war die Marschrichtung, das Ziel?
HOFFMANN: Ich bin nicht bereit, darüber viel zu referieren. Wenn ich es täte, setzte ich mich der Gefahr einer Strafverfolgung aus. Dann würden mir die Juristen hinterher sagen, ich hätte die verbotenen Ziele der Organisation propagiert. Ich habe 1974 auf die Frage eines Journalisten im österreichischen Fernsehen gesagt: "Die Wiedervereinigung Deutschlands mit Österreich ist im Moment nicht denkbar, nicht machbar; aber das muß ja nicht auf alle Zeiten so bleiben." Daraufhin hat mir die Polizeidirektion Wien die Einreise nach Österreich verboten bei Strafandrohung von 4000 Mark und S.83 für eine unbefristete Zeit. Begründung, ich hätte nationalsozialistische Propaganda gemacht.
SPIEGEL: Aber die Heimholung von Österreich ins Reich werden Sie mit Ihren 400 Waffenfexen wohl nicht lösen. Was im Ernst hatten Sie denn nun vor mit Ihrem Verein?
HOFFMANN: Es würde Ihnen sicher gefallen, wenn ich mich hier ins Tellereisen begebe. Das tue ich nicht.
SPIEGEL: Warum üben Sie mit Waffen, wenn auch nur mit verlöteten?
HOFFMANN: Allein schon das Wort "verlötet" -- das habe ich oft gehört. Verlötet mußte es wohl heißen, damit gleich jemand sagen konnte, das kann man ja ganz leicht wieder aufmachen.
SPIEGEL: Sie hätten sich ja auch mit Spielzeugwaffen von Karstadt armieren können.
HOFFMANN: Im Grunde genommen waren es ja Spielzeugwaffen. Jedenfalls keine Waffen im Sinne des Gesetzes.
SPIEGEL: Meist spielen ja allenfalls Kinder mit Waffen, mit Spielzeugwaffen. Warum sind Sie und Ihre Männer damit umgegangen? Man vermutet natürlich, daß jemand, der mit Waffen -auch mit zugeschweißten -- rumhantiert, irgendwann ganz gerne auch mal schießen möchte.
HOFFMANN: Sie sollten sich entscheiden. Entweder sollten Sie sagen, das sind gefährliche Leute, die wissen, was sie wollen, oder das sind alles alberne Kasper.
SPIEGEL: Vielleicht ja auch beides.
HOFFMANN: Nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis, daß das Schießen, das Aggressive und das Töten nicht der alleinige Bestandteil einer militärischen Organisation ist. Es gibt auch noch ganz andere Kriterien. Zum Beispiel das Kriterium der Kameradschaft, das Zusammenhalten durch dick und dünn.
SPIEGEL: Dazu braucht man doch keine Waffen, nicht mal Pappwaffen. Wir können uns Freundschaften, Kameradschaften und Gruppenzusammenhalt auch ohne falsche Flinte vorstellen, Sie nicht?
HOFFMANN: Wir brauchten die Waffen oder Waffenattrappen nicht zwingend, aber wir konnten sie gebrauchen, und wenn nichts dagegen stand, benutzten wir sie. Sie wissen genau, daß dies eine militärische Organisation war und daß einer militärischen Organisation alle militärischen Attribute einschließlich Uniform und Gewehr gemäß sind.
SPIEGEL: Ist eine militärische Organisation mit Spielzeugwaffen nicht schlicht komisch?
HOFFMANN: Die gesetzliche Lage ließ uns keine andere Möglichkeit.
SPIEGEL: Hätten Sie gern scharfe Waffen gehabt?
HOFFMANN: Sie werden erstaunt sein -- ich sage: nein. Ich war eigentlich immer froh, daß wir keine scharfen Waffen hatten, aus einem einzigen Grund. Weil ich mir sagte, ein Unfall mit der Waffe bei der Bundeswehr kann vertuscht werden und spielt keine Rolle; ein einziger Unfall mit der Waffe bei uns hätte das Ende unserer Organisation bedeutet.
SPIEGEL: Das Ende hat Sie ja nun auch so erreicht.
HOFFMANN: Das letzte Wort hat am 25. November das Bundesverwaltungsgericht.
SPIEGEL: Was für Leute sind oder waren es, die zu Ihrer Gruppe gehörten?
HOFFMANN: Da ist alles vertreten, auch unterschiedliche Motivationen.
SPIEGEL: Altersstruktur, Bildungsgrad ...
HOFFMANN: ... für den aktiven Dienst in der WSG war ein wehrfähiges Alter natürlich Voraussetzung. Jeder, der brauchbar war für uns, konnte irgendwo eine Stelle besetzen -- ein Älterer ebenso wie ein Jüngerer. Allerdings nach unten hin habe ich schon etwas begrenzt. WSG-Männer mit 16 oder 17 Jahren waren die Ausnahme, drunter gab es keine.
SPIEGEL: Hatten Sie auch eine Art Aufbauorganisation, eine politische Abteilung?
HOFFMANN: Es gab auch einen größeren Kreis von Personen, die wir nicht haben erkennen lassen, die politisch stark motiviert waren.
SPIEGEL: Dieser Kreis ist nicht verboten?
HOFFMANN: Der ist überhaupt nicht bekannt ...
SPIEGEL: ... und arbeitet weiter wie bisher?
HOFFMANN: Arbeiten können wir nicht im Moment. Sie rechnen zuwenig mit der Kleinkariertheit unserer Justiz. Auch was nicht verboten ist, wird sofort als Ersatzorganisation der verbotenen Organisation strafrechtlich belangt. Im Geltungsbereich dieses Gesetzes ist im Moment absolut nichts zu machen.
SPIEGEL: Wieviel Leute hatten Sie zum Schluß beisammen?
HOFFMANN: Ich werde Ihnen doch nicht Fragen beantworten, über die die Ermittlungsbehörden heute noch nachdenken.
SPIEGEL: Es sollen rund 600 gewesen sein.
HOFFMANN: Ich werde Ihnen Zahlen weder dementieren noch bestätigen.
SPIEGEL: Welche Rolle spielten Frauen in Ihrer WSG? S.85
HOFFMANN: Der Prozentsatz war relativ gering. Ich habe keinen Grund gesehen, das Aufnahmeersuchen einer weiblichen Person abzulehnen, nur weil sie kein Mann ist.
SPIEGEL: Sie hatten auch mal Fallschirmjäger?
HOFFMANN: Das gab es.
SPIEGEL: Wie haben Sie die denn in die Luft gekriegt -- etwa mit eigenen Flugzeugen?
HOFFMANN: Nicht mit eigenen Flugzeugen, aber wir hatten eine eigene Springer-Ausbildung und ein eigenes Abzeichen. Es gibt schon Leute, die uns geflogen haben. Die will ich Ihnen aber nicht nennen. Jeder kriegt Schwierigkeiten, der mit uns irgend etwas zu tun hat.
SPIEGEL: Wie lief ein Manöver ab?
HOFFMANN: Sehr unterschiedlich. Das ist auch der Grund, warum ein Zugriff der Behörden eigentlich nicht möglich war.
SPIEGEL: Wie ging''s los? Hier im Hof wurde gepfiffen, und alles nahm Aufstellung?
HOFFMANN: So einfach nicht. Dann hätten wir jedes Wochenende die Polizei auf dem Hals gehabt. Wir haben auch Anmarsch und Abmarsch konspirativ planen müssen.
SPIEGEL: Irgendwann waren Sie dann ja mal konspirativ auf einem Haufen beisammen. Was dann? "Marsch ab ins Gelände" -- oder wie ging das vor sich?
HOFFMANN: Die wesentliche Aufgabe bestand darin, zu üben, wie ein Personenkreis aus weitläufigen Gebieten -- oftmals bis zu 400 und 500 Kilometer entfernt, teilweise auch aus dem Ausland -- geheim an einem bestimmten Punkt zu einer bestimmten Zeit zusammenkommen kann und sich von dort wieder entfernen kann, ohne daß es jemand merkt. Zweitens bestand das Wesentliche darin, sich im Gelände so zu verhalten, daß man von anderen gar nicht erst gesehen wird. Aufs Militärische übertragen: Das Wichtigste für den Soldaten ist, daß er nicht zur Zielscheibe wird. Das ist viel wichtiger als der eigene Angriff und das Schießen. Und das ist sehr schwer, wenn Sie eine größere Personenzahl mit Gerät -manchmal im Winter -- irgendwo im Walde verschlucken lassen wollen.
SPIEGEL: Ihr Panzerspähwagen ist ja wohl nicht so leicht zu verstecken?
HOFFMANN: Der ist nie ausgerückt. Wir wußten ganz genau, daß die Polizei nur darauf wartete, um sich dieses Stück unter den Nagel zu reißen. Aber man kann einen Panzer ja auch aufladen, ihn in eine private Kiesgrube fahren und dort rumtoben lassen.
SPIEGEL: Und die Leute? Kamen zu Fuß, querfeldein, mit Kompaß?
HOFFMANN: Bleibt alles geheim.
SPIEGEL: Und wozu nun das Ganze? Da kommen also irgendwelche Leute von sonstwoher heimlich auf irgendeine Wiese. Dort stehen Sie nun, mit Blech auf dem Kopf und der Spielzeugpistole in der Hand ...
HOFFMANN: ... kein Blech -- Silicum-Hartstahl. Blech hat die Feuerwehr. Ihre Frage ist doch müßig. Es hat sich ohnedies erledigt. Seit dem 30. Januar gibt es das alles nicht mehr.
SPIEGEL: Spielte die Abenteuerlust eine Rolle?
HOFFMANN: Ich glaube nicht.
SPIEGEL: Das Ganze hat ja auch einen Anstrich von Operette. Wir hätten S.87 uns wahrscheinlich das Lachen nicht verbeißen können.
HOFFMANN: Ich glaube nicht, daß Sie gelacht hätten.
SPIEGEL: Warum nicht?
HOFFMANN: Allein die Umstände hätten Ihnen das Lachen wahrscheinlich vergehen lassen.
SPIEGEL: Hätten Sie uns Angst eingejagt?
HOFFMANN: Das weniger. Aber wenn Sie drei Tage nichts Richtiges zu essen kriegen und müssen 25 Kilometer laufen, bei 30 Grad unter Null ...
SPIEGEL: ... haben Sie denn Ihr Aufmarschgebiet in Sibirien? 30 Grad unter Null gibt''s hier doch gar nicht.
HOFFMANN: Da kennen Sie die Oberpfalz nicht, eines der kältesten Gebiete.
SPIEGEL: Wo haben Sie denn den ganzen Kram hergekriegt -- die Kanone, den Panzer und das Schießzeug?
HOFFMANN: Guderian hat einmal gesagt, den Nachschub der Russen kann man nicht zerschlagen, er hat keinen. So war das bei uns auch. Irgendwelche Zuschußbetriebe für die WSG gab es nicht. Jeder brachte mit, was notwendig war, einschließlich Verpflegung. Wir waren unabhängig und stabil.
SPIEGEL: Den Schützenpanzer konnte ja keiner mal eben so mitbringen.
HOFFMANN: Doch. Den hat auch mal einer mitgebracht. Wir haben ihn gemeinsam instand gesetzt. Wenn ein junger Mensch zur Arbeit fahren muß und ein Auto braucht, dann kann das ja auch ein Jeep sein, und damit kann er auch auf die Übung fahren. Das war das Prinzip. Genauso wie die Leute ihre persönliche Ausrüstung mitbrachten -- vom Rucksack über den Stahlhelm --, brachten eben auch einige, die sich das leisten konnten oder sich das absparten, ein Kraftfahrzeug mit -- auf ihren Namen zugelassen, mit ihrem Geld gekauft, ihr Eigentum.
SPIEGEL: Gehört Ihr Schloß hier auch in diese Mischkategorie?
HOFFMANN: Das Schloß ist Privateigentum einer Person, die mit der gesamten Wehrsportgruppe überhaupt nichts zu tun hat.
SPIEGEL: Es gehört Ihrer Lebensgefährtin. Aber es wurde immerhin zum Krieg spielen genutzt.
HOFFMANN: Gearbeitet wurde hier, ja. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
SPIEGEL: Haben Sie einen Waffenschein?
HOFFMANN: Ich hatte immer einen Waffenschein, und ich habe die Berechtigung, Waffen zu besitzen, erst vor kurzer Zeit nach einem nahezu fünfjährigen Rechtsstreit verloren.
SPIEGEL: Ihre Einsätze hatten Sie ja nicht nur heimlich im Unterholz, sondern auch öffentlich. Da gab es Ihren Aufmarsch in Tübingen, wo sie bei S.90 der Versammlung eines rechtsextremen Studentenverbandes mitgemischt haben. Sie sind da als Rollkommando auf den Plan getreten.
HOFFMANN: In Tübingen ist die WSG nicht in Uniform angerückt, nicht um irgendeine Aktion zu machen, sondern ich war von Herrn Heinzmann eingeladen worden, in der alten Tübinger Mensa zu sprechen. Als wir nach 400 Kilometern bei Eis und Schnee dort ankamen, standen 200 krakeelende, linksorientierte Leute vor unserem Versammlungslokal, verwehrten uns den Zutritt, schmissen mit Tomaten und Eiern und beschimpften uns. Nachdem wir uns das zwei Stunden lang angeschaut haben, machte ich dann -- alleine -- den Versuch, mir den Weg zum Eingang zu bahnen. Ich wollte wenigstens einmal versuchen, ob man uns nicht doch hineinläßt. Dabei wurde ich von Demonstranten überfallen. Daraufhin kamen mir einige meiner Leute zu Hilfe. Das hatte zur Folge, daß ein furchtbares Gemetzel daraus wurde. Es wurde deswegen so schrecklich, weil wir hoffnungslos in der Minderzahl waren. Wir waren sieben Personen der WSG und mit den Studenten vom HTS zusammen knapp 15 Mann -- einem Haufen von etwa 200 gegenüber, die auch im Bewußtsein ihrer zahlenmäßigen Übermacht und auch sonst siegesgewohnt furchtbar zugelangt haben.
SPIEGEL: Sie haben wie Berserker zurückgehauen.
HOFFMANN: Nachdem auf mich eingeschlagen wurde, kamen meine Kameraden und schlugen sofort zu. Das Ganze dauerte fünf Minuten.
SPIEGEL: Wer hat gesiegt?
HOFFMANN: Von einem Sieg kann man da nicht sprechen. Im Grunde genommen war diese ganze Angelegenheit für uns ein großer Nachteil, weil uns das -- auch juristisch gesehen -- ewig nachhängt und es Gerechtigkeit für uns nicht geben wird. Auf unserer Seite gab es nur einen Verletzten, und der hatte bezeichnenderweise eine Verletzung an den Hoden, durch den Tritt einer Frau. Beim Gegner kamen sieben Schwerverletzte an den Tropf im Krankenhaus, meistens Kopfplatzwunden.
SPIEGEL: Das spricht dafür, daß Sie brutal geknüppelt haben.
HOFFMANN: Es spricht dafür, daß wir in der Auseinandersetzung besser waren.
SPIEGEL: Rücksichtsloser.
HOFFMANN: Mußten wir. Das ging sogar so weit, daß ein Photo zeigt, wie einer meiner eigenen Männer und ich gegenseitig mit dem Stock auf uns ausholen. Ich hab'' ihm im Handgemenge auf den Kopf geschlagen, weil die Übermacht zu groß war und ich nur den Gedanken hatte, so viele wie möglich niederschlagen, daß du hier wieder rauskommst. Da hab'' ich auf alles eingeschlagen, was um mich herumstand -- unter anderem auch auf meinen eigenen Kameraden.
SPIEGEL: Sie haben also die Übersicht verloren. Für den General in der Schlacht -- oder sagen wir für den Kommandochef -- ein mißlich Ding.
HOFFMANN: Sie können sich diese Spitze sparen. Wenn Sie mal in eine solche Situation kommen, dann möcht'' ich Sie sehen. Wir sind ja nicht hingegangen, um eine Kommando-Aktion durchzuführen. Dann hätte ich nämlich woanders gestanden, hätte einen Krisenstab gebildet. Ich hab'' drum gekämpft, daß mir nicht die Knochen zusammengeschlagen werden.
SPIEGEL: Bei der Tübinger Veranstaltung ging es um die Apartheidspolitik, die Sie natürlich verteidigen. Was haben Sie für Auslandskontakte? War Rhodesien ein Anlaufpunkt?
HOFFMANN: Ich möchte grundsätzlich über meine Auslandskontakte, welcher Art sie auch immer sein mögen, nicht sprechen.
SPIEGEL: Ist es richtig, daß Sie der rhodesischen Regierung Söldner andienen wollten?
HOFFMANN: Ich bin doch kein Menschenhändler.
SPIEGEL: Aber die Regierung von Rhodesien wollte Söldner von Ihnen.
HOFFMANN: Ich möchte über diese Kontakte nicht sprechen.
SPIEGEL: Ist es richtig, daß es eine Reihe von Ortsgruppen der WSG gibt oder gab, lokale Organisationen oder Unterorganisationen?
HOFFMANN: Das kann ich Ihnen bestätigen, da amtsbekannt.
SPIEGEL: Wie viele?
HOFFMANN: Das ist weniger amtsbekannt, deswegen will ich dazu nichts sagen.
SPIEGEL: Für die Erreichung Ihrer Ziele rechnen Sie mit langen Fristen und haben Mao zitiert, der zwei Jahrzehnte auf die Machtergreifung hingearbeitet hat.
HOFFMANN: Richtig. Und wenn es drei und vier Jahrzehnte wären.
SPIEGEL: Da dürften Sie aber schon etwas tapprig sein. Was geschieht denn jetzt nach dem Verbot? Fühlen Sie sich nun erst richtig ernst genommen, machen Sie im Geiste weiter?
HOFFMANN: Eigentlich hätte Voraussetzung des Verbots eine konkrete Gefährdung des Staates sein müssen. Das wird selbst in der Verbotsverfügung nicht behauptet. Dafür andere Dinge -- zum Beispiel, ich hätte das Ansehen des Staates gefährdet. Darüber kann man streiten. Ich bin der S.92 Auffassung, daß ich das nicht getan habe, jedenfalls nicht das Ansehen des deutschen Volkes.
SPIEGEL: Sie unterscheiden zwischen dem Ansehen des deutschen Volkes und dem des Staates ...
HOFFMANN: ... die Repräsentanten des Staates, die politisch herrschenden Kreise schätze ich nicht sonderlich. Ich bin aber der Auffassung, daß sie nicht das deutsche Volk repräsentieren.
SPIEGEL: Was war, als Sie 1973 Ihre Wehrsportgruppe gründeten, der Anlaß, welche Ziele hatten Sie?
HOFFMANN: Rudi Dutschke hat mal gesagt, es sei der Apo in der Anfangszeit gar nichts anderes übriggeblieben, als gelegentlich zu provozieren. Hätten wir nicht provoziert, wären wir nie dagewesen. Das ist richtig und trifft irgendwo auch für uns zu.
SPIEGEL: Ist Dutschke ein Vorbild für Sie?
HOFFMANN: In gewisser Weise ja. Ich finde vieles in seinen Gesprächen wieder, was ich selbst auch denke. Beispielsweise den berühmten Satz: "Darüber, Genossen, sind wir uns doch wohl alle im klaren, daß die parlamentarische Demokratie historisch überholt ist." Da hat er recht. Aber er war wohl ein Vertreter des Klassenkampfes, und in diesem Punkte hätten wir keine gemeinsame Linie gehabt. Ich halte den Klassenkampf -- einen Kampf innerhalb eines Volkes gegeneinander -- für etwas Verwerfliches.
SPIEGEL: Warum haben Sie einen militärischen Verein und keine Partei aufgemacht?
HOFFMANN: Spezielle Gründe sprachen gegen eine Parteigründung. Ich hätte sonst genau das getan, was man vom Bundesbürger will. Er soll sich im Parteienleben erschöpfen, sich abarbeiten, spenden und aufopfern für irgendeine Idee, aber dann soll er letzten Endes an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern. Nein, da müßten die Voraussetzungen ganz anders sein. Da müßte der Grundsatz, daß man Minderheiten gestatten möchte, zu Mehrheiten zu werden, auch tatsächlich ernst genommen werden.
SPIEGEL: Gäbe es die Fünf-Prozent-Klausel nicht, würden Sie dann eine Hoffmann-Partei ausrufen?
HOFFMANN: Es wäre eine der Voraussetzungen. Zweite Voraussetzung wäre, die Leute müssen wieder so weit kommen, daß sie sagen, ich gebe meine Stimme einer Partei, deren Programm ich voll unterstützen kann. Und wenn die nicht da ist, dann kriegt meine Stimme niemand.
SPIEGEL: Haben Sie am 5. Oktober gewählt?
HOFFMANN: Nein. Ich wähle nicht -- aus eben diesen Gründen.
SPIEGEL: Wer hätte Ihnen -- relativ gesehen -- am nächsten gestanden?
HOFFMANN: Überhaupt keiner.
SPIEGEL: KPD oder DKP sind Ihnen genauso zuwider wie CSU oder NPD?
HOFFMANN: Alle samt und sonders.
SPIEGEL: Gefällt Ihnen nicht einmal Franz Josef Strauß?
HOFFMANN: Ich schätze ihn persönlich nicht besonders -- aus vielen Gründen. Er ist hundertprozentig der Mann der Vereinigten Staaten und würde eine aggressive Politik machen, die zu unserer Vernichtung führen könnte. Er ist auch rein persönlich nicht die geeignete Figur. Ich sehe es ja, welcher Art seine politischen Argumente sind, wenn er sich mit den Leuten auseinandersetzt, die sich nicht verteidigen können. Er hat zum Beispiel gesagt, ich sähe doch wirklich wie ein Kasper aus. Ist das die geistige Auseinandersetzung mit dem Extremismus? Herr Strauß propagiert zu Wahlzeiten eine Politik mit Hilfe der nationalen Kräfte, stimuliert sie, wirft ein paar schöne Phrasen hin, aber hinterher verrät er sie wieder.
SPIEGEL: Wofür treten Sie denn nun selber ein? Angenommen, es gäbe die Fünf-Prozent-Klausel nicht und Sie würden eine Partei ins Leben rufen, was wäre Ihr Programm?
HOFFMANN: Ich bin in der glücklichen Lage, auf kein eigenes Parteivolk Rücksicht nehmen zu müssen. Würde ich mich an der Parteipolitik beteiligen, dann könnte ich das nicht durchhalten, müßte ich mir überlegen, welche Argumente gebe ich meinen möglichen Wählern? Das andere wäre: Was mache ich nach einer Machtübernahme? Das große Ziel bleibt natürlich die Wiedervereinigung Deutschlands.
SPIEGEL: Das haben Sie ja nicht gerade exklusiv.
HOFFMANN: Das haben wir schon in der Präambel des Grundgesetzes. Das bleibt. Wobei ich den Alleinvertretungsanspruch, die damalige Hallstein-Doktrin, immer für unmoralisch gehalten habe. Es gibt zwei deutsche Teile, mit Gewalt gegründet. Wieso sagt ein besetzter Teil zum anderen besetzten Teil: Du hast nichts zu sagen, wir haben alles zu sagen? Mit gleichem Recht könnte das der andere ja auch tun.
SPIEGEL: Die Bundesrepublik ein besetzter Staat?
HOFFMANN: Ja. Sie hat nur eine Scheinsouveränität. Wir sind in erster Linie von den Vereinigten Staaten besetzt, aber auch von allen anderen Soldaten, die nicht in einer deutschen Uniform hier stehen.
SPIEGEL: Daß die hier keine Befugnisse zur Gestaltung der Politik haben, paßt sicher nicht in Ihr Weltbild?
HOFFMANN: Jeder bundesdeutsche Regierungschef muß sich im Prinzip S.94 seine Aufträge in den Vereinigten Staaten holen und sein eigenes politisches Wollen dort absegnen lassen. Deutschland müßte nach meiner Auffassung in völliger Neutralität leben. Ich halte überhaupt nichts vom Nato-Bündnis, natürlich ebensowenig vom Warschauer Pakt. Deutschlands Unglück rührt weitgehend von seiner unseligen Bündnispolitik her -- beginnend schon im Ersten Weltkrieg.
SPIEGEL: Die parlamentarische Demokratie paßt Ihnen nicht?
HOFFMANN: In einem gravierenden Punkte bin ich anderer Meinung. Ich bin nicht einverstanden mit dem derzeitigen System, Führungskräfte für die Regierung zu finden. Außerhalb der Politik unterliegen die anderen Bereiche der Gesellschaft -- zum Beispiel die Wirtschaft -- ganz anderen Gesetzen. Man wird doch nicht auf die Idee kommen, zum Chefarzt eines Krankenhauses nun durch Wahlen über Pförtner und Sanitäter jemanden zu machen, der bisher nur die Steppdecken zusammengelegt hat.
SPIEGEL: Der hätte aber in der Politik wohl auch keine Chancen, Bundeskanzler zu werden.
HOFFMANN: In der Politik ist das vorstellbar. In der Politik kann ein Schauspieler Ministerpräsident werden, siehe USA.
SPIEGEL: Gibt es ein Land auf der Erde, dessen Regierungsform Ihrem Vorbild nahekommt?
HOFFMANN: Nein. Ich finde aber Einzelheiten, die übernehmbar wären, in verschiedenen Ländern wieder. Zum Beispiel das System, was sich Tito für seine Nachfolge gewünscht hat: eine regierende Gruppe, die nach einer bestim mten Zeit immer wieder teilweise abtritt und in einem rotierenden System neuen Zuwachs bekommt.
SPIEGEL: Möchten Sie in einem solchen Staat lieber zu den Regierenden gehören oder zu den Regierten?
HOFFMANN: Es wäre auch sehr schön, einfach nur Privatier zu sein, wenn alles in Ordnung wäre. Ich glaube, daß das Regierenmüssen sehr viel Streß bedeutet. Ich strebe nicht so sehr danach. Aber ich kann mir vorstellen, daß vielleicht einmal der Ausspruch des Freiherrn vom Stein herangezogen werden müßte: "Ist keiner da, wohlan, dann muß ich es tun."
SPIEGEL: Was war Adolf Hitler in Ihren Augen für ein Mann?
HOFFMANN: Schwer zu sagen, weil ich ihn nicht persönlich kennengelernt habe und mir nur die Veröffentlichungen der Nachkriegspropaganda zur Verfügung stehen. Wenn über diesen Mann so viel gelogen und so viel Unwahres berichtet worden ist wie über mich, könnte man bei genauen Recherchen vielleicht zu ganz anderen Schlüssen kommen.
SPIEGEL: Haben Sie gar kein Urteil über die Figur Hitlers?
HOFFMANN: Das will ich nicht sagen. Aufgrund dessen, was ich verbürgt von ihm weiß -- das ist nicht viel --, halte ich von ihm mehr als von seinen ideologischen Vorstellungen. Ich habe kein allzu großes Interesse daran, mich hier als Verteidiger des Dritten Reiches zu produzieren, will aber umgekehrt auch nicht verurteilen, wo mir das nicht zusteht. Bevor ich etwas verurteile, möchte ich genaue Kenntnis haben.
SPIEGEL: Das Dritte Reich ist schließlich schon 35 Jahre lang vorbei. Da hatten Sie weder Zeit noch Gelegenheit, sich objektiv zu informieren?
HOFFMANN: Ich habe mehr als 20 000 Seiten Zeitgeschichte gelesen, speziell zu dieser Zeit. Aber eigentlich ist es gerade das, was mich hindert, ein abschließendes Urteil zu äußern. Je mehr man sich damit befaßt, um so schwieriger wird es.
SPIEGEL: Sie sollen Hitler mal als genialen Mann bezeichnet haben.
HOFFMANN: Wenn Sie das gerne von mir hören wollen: Ich halte Adolf Hitler nicht für einen Dummkopf. Ich glaube nach wie vor, daß er in seiner Art genial war. Das hat aber nichts damit zu tun, daß ich etwa seine politischen Programme zu unterstützen beabsichtige.
SPIEGEL: Wie stellen Sie sich denn die praktische Durchsetzung Ihrer Interessen vor? Wie wollen Sie die Wiedervereinigung erreichen?
HOFFMANN: Erste Voraussetzung wäre unser Austritt aus der Nato.
SPIEGEL: Und Sie meinen, dann verläßt die DDR Ihnen zuliebe den Warschauer Pakt?
HOFFMANN: Damit ist die DDR noch nicht aus ihrem Bündnis entlassen, das ist klar. Da sagen mir natürlich viele Leute, was machst du, wenn der Russe kommt und uns hier kassiert? Wir müssen doch wehrbereit sein.
SPIEGEL: Dann kommt die Wehrsportgruppe?
HOFFMANN: O nein. Dann würde es uns wahrscheinlich materiell nicht mehr so gutgehen wie jetzt. Aber wir hätten eine ganz wichtige Frage vom Tisch. Wir hätten zwar noch die Fremdherrschaft, aber doch die Wiedervereinigung. Ein wesentlicher Punkt, um den wir uns sonst raufen müßten, wäre damit schon bereinigt.
SPIEGEL: Wiedervereinigung durch den Einmarsch der Russen? Die Begeisterung wird allenthalben hochschlagen.
HOFFMANN: Wiedervereinigung unter einheitlicher Fremdherrschaft.
SPIEGEL: Dann sind Sie aber weg vom Fenster mit Ihrer Wehrsportgruppe.
HOFFMANN: Das ist richtig. Wir wären wahrscheinlich die ersten, die an die Wand gestellt würden. Aber das darf man nicht persönlich sehen. Ich setze mich nicht für meine Person ein, sondern ich setze mich für das ein, wofür sich zuwenig Deutsche einsetzen, nämlich für den historischen Bestand unseres Volkes. Darauf bezogen, wär'' mir das den Preis wert. Wenn der eigene Tod überhaupt einen Wert hat, so wäre das der sinnvollste Tod.
SPIEGEL: Aber daß von 70 Millionen Deutschen hüben und drüben wohl 69 Millionen Ihr Modell für verheerend halten, ficht Sie nicht an? S.96
HOFFMANN: Ich wünsche mir die Russen nicht her; ich rufe sie nicht. Ich halte das nicht für einen glücklichen Umstand. Was ich politisch propagiere, ist überhaupt nicht populär.
SPIEGEL: Gott sei Dank.
HOFFMANN: Ich gehe davon aus, daß sich Fremdherrschaften im Laufe der Zeit regulieren lassen. Man kann sich auch als unterdrücktes Volk etwas mausern. Es gibt Zeiten, wo auch der Unterdrückte unentbehrlich wird.
SPIEGEL: Für Völker, die von den Russen unterdrückt werden, hat das Mausern bekanntlich Grenzen.
HOFFMANN: Die DDR zum Beispiel scheint sich doch gemausert zu haben; die Polen auch. Die Russen nehmen viel Rücksicht.
SPIEGEL: Wenn Sie das Sagen hätten, würden Sie die Todesstrafe wieder einführen?
HOFFMANN: Nein. Man neigt gefühlsmäßig dazu, vielleicht bei Rauschgiftdelikten. Die Todesstrafe ist so etwas Unwiderrufliches. Auch diese Erfahrungen mit München, diese Anschuldigungen, bekräftigen mich noch. Es ist für mich ein Alptraum, wenn Leute getötet werden für etwas, was sie vielleicht nicht begangen haben.
SPIEGEL: Wie würden Sie mit Ihren politischen Feinden umspringen?
HOFFMANN: Ich würde sie in Ruhe lassen. Sie dürften sagen, reden und veröffentlichen, was sie wollen, sofern sie nicht verleumden.
SPIEGEL: Wie würde es unsereins ergehen?
HOFFMANN: Kommt darauf an, was Sie schreiben. Wenn Sie aus politischem Interesse bewußt die Unwahrheit schreiben, würde ich Sie dafür bestrafen lassen.
SPIEGEL: Wenn jemand sagen oder schreiben würde, Hoffmann ist ein verbohrter Knallkopf ...
HOFFMANN: ... kann er schreiben ...
SPIEGEL: ... und seine Ideen führen das Land ins Unglück.
HOFFMANN: Kann er schreiben. Das ist seine subjektive Meinung.
SPIEGEL: Wovon leben Sie?
HOFFMANN: Meine Bedürfnisse sind derart geschrumpft, daß das keine große Rolle mehr spielt.
SPIEGEL: Von nichts lebt niemand.
HOFFMANN: Aber von sehr wenig, und das läßt sich immer finden.
SPIEGEL: Wieviel brauchen Sie im Monat?
HOFFMANN: Möchte ich so konkret nicht sagen, aber es ist nur das Notwendigste. S.97
SPIEGEL: Sie müssen essen, sich kleiden, heizen ...
HOFFMANN: ... richtig, aber schauen Sie sich um, was wir hier verfeuern.
SPIEGEL: Holz. Das können Sie nicht alles im Wald klauen, oder hat Ihnen jemand auch einen eigenen Forst zur Verfügung gestellt?
HOFFMANN: Nein, das nicht.
SPIEGEL: Sie rauchen nicht ...
HOFFMANN: ... nein, und ich trinke auch keinen Alkohol.
SPIEGEL: Hatte die WSG finanzielle Förderer?
HOFFMANN: Wir hatten keinen finanziellen Zustrom.
SPIEGEL: Von keiner Seite irgendwelche Spenden?
HOFFMANN: Das will ich so nicht sagen. Aber nur in ganz unbedeutendem Umfang.
SPIEGEL: Es soll anonyme Geschäftsleute gegeben haben, die Ihnen immer mal wieder Geld zuschanzten.
HOFFMANN: Nennen Sie mal Größenordnungen, die Sie sich vorstellen.
SPIEGEL: Wir stellen uns alles vor -- von einer Mark bis zu einer Million.
HOFFMANN: Wenn irgend jemand -- ob Geschäftsmann oder nicht -- 20 Mark für die Wehrsportgruppe übrig hatte, dann braucht man darüber doch gar nicht zu diskutieren.
SPIEGEL: Vielleicht hatte ja auch mal jemand mehr übrig? Hat Ihnen Herr Schickedanz mal was zukommen lassen?
HOFFMANN: Schickedanz ist tot -- was wollen Sie? Ich halte Schickedanz eher für einen CDU-Spender. Die Größenordnungen unserer Spenden waren so gering, daß es sich nicht lohnt, darüber zu debattieren.
SPIEGEL: Haben Sie mal Aufträge übernommen zum privaten Schutz von Leuten, die Anlaß hatten, um ihre Sicherheit besorgt zu sein?
HOFFMANN: Der Sachlage entsprechend, müßte ich mir heute selber eine solche Firma anheuern, um für meinen Schutz zu sorgen.
SPIEGEL: Die haben Sie doch wohl immer noch zur Verfügung. Die müssen Sie doch nicht erst anheuern.
HOFFMANN: Auch auf Umwegen können Sie mich nicht veranlassen ...
SPIEGEL: ... wir sind doch auch jetzt nicht allein hier in diesem Haus. Die stillen jungen Herren, die so folgsam Tee kochen und die Tür aufmachen und schließen, würden sich doch -- da tun wir ihnen sicher nicht Unrecht -- im Ernstfall für Sie schlagen.
HOFFMANN: So wie Sie das sehen, ist es falsch.
SPIEGEL: Wie sehen Sie das denn? S.99
HOFFMANN: (schweigt).
SPIEGEL: Sie haben 1976 im Mautkeller in Nürnberg gesagt: "Ich bin fanatisch und kompromißlos für die Einhaltung des geltenden Rechts." Die Justiz hat das offenbar anders gesehen -- Sie sind mehrfach vorbestraft.
HOFFMANN: Ich habe zwei rechtskräftige Vorstrafen. Eine Vorstrafe wegen Tragens eines schwarzen Hemdes während der Faschingszeit: 8000 Mark Geldstrafe ...
SPIEGEL: ... die Herr Dr. Frey, der Herausgeber der "National-Zeitung", für Sie bezahlt hat.
HOFFMANN: Ja. Die zweite Strafe war ein Jahr Gefängnis auf Bewährung -- wiederum für das Tragen einer militärischen Bekleidung und wegen angeblichen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Obwohl der betroffene Beamte vor Gericht erklärt hat: Herr Hoffmann hat mich nicht geschlagen oder bedroht.
SPIEGEL: Für Ihre Schlacht in Tübingen sind Sie doch auch verurteilt worden -- seibeneinhalb Monate Gefängnis.
HOFFMANN: Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es besteht ja immer noch die Möglichkeit, daß ich einen Freispruch erziele.
SPIEGEL: Wie lebt man als vorbestrafter Rechtsextremist hier in dieser Gegend?
HOFFMANN: Wir haben in der Bevölkerung der Fränkischen Schweiz viele Freunde. Wir haben die Zuneigung immer gespürt. Wenn uns die Leute gesehen haben, haben sie gesagt: "Das ist der Hoffmann mit seine Leut''." Wir waren immer willkommen. Es kommt vor -- auch jetzt hier --, daß mir jemand einen Sack Kartoffeln schenkt.
SPIEGEL: Heute auch noch?
HOFFMANN: Ich habe immer da, wo ich eine Zeitlang wohnte, sei es nun in Almoshof oder in Heroldsberg oder hier, eigentlich nie Schwierigkeiten mit der Bevölkerung gehabt und meine Männer auch nicht. Allerdings räume ich ein, daß nach diesen massiven Anschuldigungen in bezug auf die Münchner Bombe sich einiges geändert hat. Es gibt Leute, die auf die gegenüberliegende Straßenseite gehen und mich nicht mehr grüßen möchten.
SPIEGEL: Angenommen, wir würden hier im Dorfgasthaus die Leute fragen, was ist das eigentlich für ein Mann, mit dem ihr hier so lebt. Was würden wir da zu hören kriegen?
HOFFMANN: Ich könnte das ziemlich genau voraussagen für die Zeit vor diesen Anschuldigungen. Was man jetzt reden wird, kann ich so präzise nicht sagen.
SPIEGEL: Haben die Leute jetzt Angst vor Ihnen?
HOFFMANN: Vor mir ganz bestimmt nicht.
SPIEGEL: Würden die Leute sagen: Das ist ein schrulliger Spinner, ein Clown oder der ist ein gefährlicher Mann mit verrückten, wilden Ideen, ein Führer von übermorgen?
HOFFMANN: Im Einzelfall ist alles möglich. Dort wo ich gelebt habe, bin ich immer als normaler Mensch akzeptiert worden. Aber das mit dem Oktoberfest liegt außerhalb der Linie. Es ist was anderes, ob man politisch diffamiert wird, ob man als Kasper hingestellt wird oder als Massenmörder.
SPIEGEL: Herr Hoffmann, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
S.76 Auf Schloß Ermreuth bei Nürnberg mit Redakteuren Heinz Höfl und Hans-Wolfgang Sternsdorff; sowie Hoffmann-Hund "Rommel". *
Von Heinz Höfl und Hans-Wolfgang Sternsdorff

DER SPIEGEL 48/1980
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