17.08.1981

„Ergreife dein Maschinengewehr“

Peter Scholl-Latour bei den Partisanen im vergessenen Krieg in Afghanistan
Das Unternehmen begann als Maskerade. Wir hatten uns im Basar von Peschawar afghanische Kleidung schneidern lassen und mit Staunen die unförmig weiten Hosen anprobiert. Dazu gehörten ein flatterndes Hemd, das bis auf die Knie fiel, und eine Weste.
Als wir uns am Abend vor dem Aufbruch unter dem gewaltigen Paschtunen-Turban oder der runden Mütze der Nuristani im Spiegel betrachteten, kamen wir uns reichlich grotesk vor, zumal uns die Bartstoppeln nach Jassir-Arafat-Mode im Gesicht standen.
Aber die Mudschahidin der afghanischen Widerstands-Organisation Hisb-i-Islami, die wir über die Grenze nach Afghanistan begleiten wollten, hatten kategorisch auf dieser Kostümierung bestanden: Wir hätten sonst keine Chance, die pakistanischen Kontrollen zu passieren, und in Afghanistan selbst würden wir uns in europäischer Kleidung größten Gefahren aussetzen.
Um sechs Uhr früh waren wir zum Hauptquartier der Hisb-i-Islami im Stadtteil Fairabad bestellt. Dort warteten bereits drei grell bemalte afghanische Autobusse, in die sich etwa 180 Mudschahidin gezwängt hatten. In dieser Menge würden wir unauffällig untertauchen und uns gegenüber den pakistanischen Polizisten im Notfall als Turkmenen oder Usbeken ausgeben.
Die Stimmung in den Bussen war freudig erregt. Die meisten jungen Männer, die noch unbewaffnet waren und im Zuge eines sorgfältig ausgeklügelten Rotationssystems nach einer Erholungszeit in der Etappe wieder in das Kampfgebiet zurückkehrten, fieberten dem "Heiligen Krieg" entgegen.
Vor dem Eingang zum Hauptquartier der Hisb-i-Islami, das festungsähnlich um eine improvisierte Moschee gruppiert war, standen schwer bewaffnete Posten mit Kalaschnikoff-Schnellfeuergewehren, die jeden Besucher nach Waffen oder Sprengstoff abtasteten.
Am Vortag hatten wir im Innern des verschachtelten Gebäudes den Führer dieser fundamentalistischen islamischen Partei interviewt. Gulbuddin Hekmatjar, ein etwa 30jähriger hagerer Mann, machte aus seinen Überzeugungen keinen Hehl.
Seine Bewegung stand in vorderster Front gegen die sowjetische Invasion, aber im Gegensatz zu anderen afghanischen Widerstandsgruppierungen lehnte er jede Zusammenarbeit mit dem Westen und vor allem mit Amerika ab. "Wir brauchen die Hilfe aus dem Ausland nicht", beteuerte Hekmatjar, "im Notfall werden wir uns die Waffen auf dem Schlachtfeld selbst besorgen."
Der Führer der Hisb-i-Islami stand schon seit sieben Jahren im Widerstand gegen die Staatsgewalt. Seine Freunde, junge Militärs und Studenten, hatten 1974 im Namen des militanten Islam gegen das autoritäre Regime des Präsidenten Daud geputscht und waren fast alle hingerichtet worden.
Hekmatjar - sein Blick war leicht verschleiert und nach innen gekehrt, wie das bei frommen und zutiefst engagierten Moslems oft der Fall ist - sprach zu uns mit leiser, beherrschter Stimme und gab im Hinblick auf die muselmanische Bevölkerung Sowjet-Zentralasiens eine kühne, ja geradezu vermessene Erklärung ab: Ziel der Hisb-i-Islami sei nicht nur die Befreiung Afghanistans, sondern aller Glaubensbrüder, die jenseits des Amudarja dem Joch der Fremdherrschaft und der Gottlosigkeit ausgesetzt seien.
Wir waren in Peschawar häufig gefragt worden, warum wir uns ausgerechnet die Hisb-i-Islami als Weggefährten ausgesucht hätten.
Dieser extrem islamischen Gruppe hatte ich mich ganz bewußt zugewandt: Sie will neben dem Kampf gegen die russischen Eindringlinge auch die eigenen Feudalherren dem Egalitarismus des Frühislam unterwerfen und steht andererseits den obskuren oder zumindest naiven Glaubensvorstellungen der ländlichen Mullahs mit Mißtrauen gegenüber; ich hatte die Erfahrung gemacht, daß im Partisanenkrieg den radikalen, den unversöhnlichen Organisationen die Zukunft gehört.
Die Gründer der Hisb-i-Islami und auch ihre jetzige Führung entstammen S.112 im wesentlichen der afghanischen Intelligenzia und einem Flügel des Kleinbürgertums, der in der Rückkehr zu den Grundprinzipien des Früh-Islam eine religiöse und vor allem auch gesellschaftliche Erneuerung sucht.
Es scheint sich zu erweisen, daß diese muselmanischen Revolutionäre, die in mancher Beziehung den Moslembrüdern verwandt sind, über verschwörerische und organisatorische Fähigkeiten verfügen, die den anderen Kampfgruppen abgehen.
Ohne Zweifel hat die prosowjetische Propaganda des Babrak-Karmal-Regimes in Kabul die Hisb-i-Islami zur vorrangigen Zielscheibe gemacht; sie stellt Hekmatjar stets mit blutüberströmtem Gesicht dar. Offenbar wollen die regierenden Marxisten auch die afghanischen Oligarchien und die Mullahs in eine breite Abwehrfront gegen diese Tendenz radikaler islamischer Erneuerung miteinbeziehen.
Als die Busse sich nach längerer Wartezeit endlich in Bewegung setzten, sprangen die Unterführer von ihren Sitzen auf und schrien "Nara-i-takbir", was in der Übersetzung etwa "Anrufung und Verherrlichung" bedeutet.
Daraufhin antworteten die Mudschahidin im Chor "Allahu akbar", Gott ist groß, und dieser Schrei wiederholte sich dreimal, wobei sie mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf den Himmel zeigten.
Es wurde eine endlose Fahrt. Als wir das Stammesgebiet der Paschtunen erreichten, hielten die pakistanischen Soldaten und Polizisten, die immer noch die Forts aus der Kipling-Ära bewachten, unseren Transport häufig an.
Aber der brausende Ruf "Allahu akbar" und die Versicherung unserer Mitreisenden, es handele sich um afghanische Mudschahidin, die an die Front zurückkehrten, bewahrten uns vor einer genaueren Identitätsprüfung, die unserer Reise ein plötzliches Ende hätte setzen können.
Durch felsiges Gebiet schlängelte sich die Straße in Richtung Parachinar. Die Reis- und Getreidefelder wurden seltener, hingegen häuften sich die Behelfssiedlungen der afghanischen Flüchtlinge und die schwarzen Ziegenfellzelte der buntgekleideten Nomaden.
Die mühselige Reise dauerte zehn Stunden. Wir hatten die Höhe von 2000 Meter überschritten; die Luft wurde dünner und kühler. Über einen Schotterweg erreichten wir schließlich bei sinkender Sonne das Grenzdorf Teremangal, am Ende einer pakistanischen Gebietsspitze, die sich tief in afghanisches Territorium hineinbohrt.
Teremangal wirkt wie ein großer Karawanen-Umschlagplatz aus der Zeit Marco Polos. Lange Reihen von zweihöckrigen Kamelen treffen mit ihren Lasten ein. Die knallrotgekleideten Paschtunenfrauen halten sich von den fremden Männern fern im Hintergrund. Die steile Höhe, wo sich bereits die afghanische Grenze abzeichnete, wird von einem pakistanischen Fort bewacht. Es herrscht eine geheimnisvolle Betriebsamkeit in Teremangal, die Atmosphäre eines großen Abenteuers.
Wir wurden eilig in einem Teehaus untergebracht, damit die Spitzel aller nur denkbaren Organisationen nicht vorzeitig bemerkten, daß hier ein deutsches Fernsehteam seinen Weg nach Afghanistan suchte. Der Kommandant unseres Unternehmens, ein bärtiger Paschtune mit Lammfellmütze, der den Namen "Schahid", das heißt "Bekenner", trug, erklärte uns, daß wir mitten in der Nacht aufbrechen würden, 30 bewaffnete Mudschahidin zu unserem unmittelbaren Schutz bei uns bleiben und eine weitere Gruppe von 150 Mann in einigem Abstand zusätzliche Sicherung gewährleisten würde.
Wir hatten in Peschawar bereits vier Esel und sechs Pferde gekauft, um unsere schwerfällige TV-Ausrüstung zu transportieren. Die Nacht in Teremangal war vor allem mit Packen und Vorbesprechungen ausgefüllt - bei grünem und schwarzem Tee, der uns wach und nervös machte. Wir kamen praktisch nicht zum Schlafen.
Der Aufbruch in der Dunkelheit und im Schlamm, es hatte tags zuvor geregnet, vollzog sich in einem großen Durcheinander. Als wir über einen Steilhang, der nicht enden wollte, auf die Grenzlinie zuhasteten, verbreitete die frühe Sonne ihr erstes Licht, und wir hatten Glück, daß die pakistanischen S.114 Grenzsoldaten uns nicht in letzter Minute noch aufhielten.
Die afghanische Grenzstellung auf der anderen Seite war verwüstet und ausgebrannt. Daneben entdeckten wir einen zerstörten sowjetischen Mannschaftspanzer. Schahid, der neben mir ritt, erklärte, dieses Gebiet sei bereits seit zwei Jahren von Russen und von Kommunisten befreit.
Hohe grüne Kiefernwälder geleiteten uns talabwärts. Wir befanden uns in einem Gebiet, wo vor Ausbruch der Feindseligkeiten deutsche Entwicklungshelfer ein großes Forstprojekt gefördert hatten. Aber alle Ausländer waren aus diesem Territorium längst verschwunden, und von dem Sägewerk standen nur noch die Außenmauern.
Kommandant Schahid, der nur Paschtu und Dari - die persische Verkehrssprache vor allem im mittleren und nördlichen Afghanistan - beherrschte, ließ mich durch unsere beiden Dolmetscher, den afghanischen Ingenieur-Studenten Wali aus Hildesheim und den Soziologie-Studenten Amin aus Straßburg, wissen, daß wir uns nunmehr in kleinen Gruppen von zwei bis drei Mann weiterbewegen sollten.
In etwa sechs Kilometer Entfernung zeigte er uns ein befestigtes Militärlager, das sich noch in Händen der prosowjetischen Regierungstruppen befand und von wo gelegentlich auf die durchziehenden Mudschahidin das Feuer eröffnet wurde.
"Im allgemeinen verhalten sie sich friedlich, in der Erwartung, daß auch wir sie in Ruhe lassen", erklärte Schahid; "sie werden ohnehin nur durch Hubschrauber versorgt und sind weitgehend isoliert."
Wir kamen durch eine Reihe von Dörfern, die teilweise noch bewohnt waren, auch wenn gelegentlich Raketenangriffe Löcher in die Lehmmauern gerissen hatten. Das Getreide stand hoch. Die Aprikosenbäume trugen erste Früchte.
Unsere Begleiter waren nicht sonderlich gut bewaffnet. Sie trugen britische Enfield-Gewehre aus dem Zweiten Weltkrieg und zeigten einige Nervosität, weil angeblich der Paschtunenstamm der Dschördschi kein zuverlässiger Partner im Kampf gegen die Russen und gelegentlich sogar käuflich sei. Möglicherweise offenbarte sich hier auch zum ersten Mal die Rivalität zwischen den afghanischen Widerstandsgruppen, denn bei weitem nicht alle Mudschahidin sympathisieren mit den strengen Eiferern der Hisb-i-Islami.
Im Laufe dieses ersten Tages entdeckten wir, welche Strapazen uns bevorstanden. Ein Steilhang folgte dem anderen. Wir stolperten durch steinige Flußbette und quälten uns mühselig die Saumpfade empor. Als wir den ersten großen Paß in 4300 Meter Höhe erreichten, wo der schneeweiße Bergkegel des Safid Koh wie zum Greifen nah erschien, sank unsere Zuversicht, und wir fragten uns, wie wir unser Unternehmen durchstehen sollten.
Nach einer ersten Rast in einer jener zahlreichen Steinhütten, wo rund um einen riesigen Ofen stets Tee zubereitet wird und die deshalb von den Afghanen "Samowar" genannt werden, setzten wir mit müden Knien unseren Weg fort. Erstaunlich, wie belebt diese schroffe Gebirgspiste war.
Alle Mudschahidin, die sich - von Pakistan kommend - ins Innere Afghanistans bewegten, waren mit Infanterie-Waffen ausgerüstet. Diejenigen S.115 aber, die - aus dem Innern kommend - in Richtung Teremangal zogen, waren unbewaffnet. Der Schluß lag nahe, daß sich in der Nähe der Grenze umfangreiche Arsenale und Waffenverstecke befinden.
Besonders beeindruckte uns eine Truppe schlitzäugiger Mongolen, die im Laufschritt einen Steilhang hinaufhasteten. Sie gehörten dem Volk der Hasara an, das im unzugänglichen Kerngebiet Afghanistans rund um Bamijan und seine herrlichen Reste buddhistischer Kultur siedelt.
Die Hasara, die der schiitischen Glaubensrichtung anhängen, zählen zu den wackersten Kämpfern des Heiligen Krieges und werden in ihren Fels-Reduits von den prosowjetischen Streitkräften kaum behelligt. Diese Nachkommen Dschingis Khans eilten wie ein Spuk an uns vorbei, grüßten mit "Salem aleikum" und waren bereits hinter der nächsten Höhe verschwunden.
Gegen Abend erreichten wir ein felsiges Gebirgstal und einen neuen "Samowar". Der Ort wurde Laredar genannt. Bewaffnete Gruppen lagerten bereits um die Teehütte.
Der Zeitpunkt war gekommen, mit dem Kommandanten Schahid ein grundsätzliches Gespräch zu führen. Der ursprüngliche Plan der Hisb-i-Islami war es nämlich, unser Kamerateam bis weit ins Landesinnere, in die Provinz Parwan, nördlich von Kabul, zu eskortieren.
Die Strecke, die wir auf dem Hin- und Rückmarsch hätten zurücklegen müssen, betrug in der Luftlinie 600 Kilometer, in Wirklichkeit wohl das Doppelte. Aber wir hatten an diesem ersten Tag bereits erfahren, daß die Zeit- und Streckenbegriffe der Mudschahidin unsere Kräfte weit überforderten.
Bei den Afghanen gehörte es offenbar zum männlichen Wettstreit - es ist ein Stück Prahlerei dabei -, ausgedehntes und schwieriges Hochgebirgsgelände in einem Minimum von Zeit zu bewältigen. Nur durch diese fast unglaublich wirkende Beweglichkeit und Ausdauer läßt sich erklären, daß der Widerstand gegenüber der sowjetischen Machtentfaltung sich im ganzen Land behauptet.
Die russischen Infanteristen sind natürlich ebensowenig wie ein deutsches Kamerateam in der Lage, ein vergleichbares Marschtempo anzuschlagen oder sich in dieser Wildnis zurechtzufinden.
Später sollte sich herausstellen, daß die Hisb-i-Islami mit unserer Expedition eine ganz präzise Absicht verband: Starke Gruppen von Mudschahidin waren in der Umgebung des früheren Ausflugortes Paghman etwa 20 Kilometer vor Kabul konzentriert worden und sollten dort den Sowjets und ihren afghanischen Verbündeten eine offene Schlacht liefern.
Es kam zu einem schwierigen Gespräch mit Schahid, als ich ihm erklären mußte, daß wir den Marschrhythmus und die Zielsetzung, die uns von den Mudschahidin vorgeschrieben waren, nicht akzeptieren konnten. Unsere Tour hätte sich auf mindestens zwei Monate ausgedehnt, und nach zwei Wochen Marsch hätten wir vermutlich einen solchen Grad der Erschöpfung erreicht, daß die Kameraarbeit nicht mehr möglich gewesen wäre.
Ehe der Kommandant mit seinen Partisanen dann schließlich im Eilmarsch seinen Weg auf die zehn Wegstunden entfernte Ortschaft Asrow fortsetzte - sie war in den Vortagen von den Russen bombardiert worden -, verabschiedeten wir uns mit dem dreifachen Bruderkuß, der bei den afghanischen Bergvölkern üblich ist.
Zwei bewaffnete Mudschahidin wurden zu unserem Schutz zurückgelassen; das war keine überflüssige Vorsichtsmaßnahme, denn das Material und auch das Bargeld, das wir transportierten, stellten in dieser Wildnis einen unvorstellbaren Reichtum dar.
Dieser Aufenthalt in Laredar wurde zu einem ungewöhnlichen Erlebnis. Wir befanden uns offenbar auf einer der großen Infiltrations-Schneisen der Widerstandskämpfer, die in die Umgebung von Kabul und in den äußersten Norden Afghanistans führen.
Ohne Unterlaß trafen neue Trupps von Mudschahidin verschiedenster rassischer und politischer Zugehörigkeit ein. Sie rasteten kurz neben unserem Samowar, tranken eine Tasse Tee und kochten etwas Reis ab.
Dann verrichteten sie in frommer Inbrunst ihr Gebet. Die Gewehre hatten sie dabei in Greifweite. Der jeweilige Befehlshaber fungierte auch als Vorbeter, als "Imam". Die Fatiha, die Eröffnungssure des Koran, hallte feierlich durch das felsige Gebirgstal.
Zwei Greise mit weißen Bärten sprachen uns heiter und freundschaftlich an. Sie zeigten auf den Himmel und beschrieben die Hubschrauber, fluchten auf die "Schurawi", die Sowjets, und ahmten das Bellen eines Maschinengewehrs nach. Selbst für diese alten Männer, die sich mit erstaunlicher Behendigkeit im steilen Gelände bewegten, war der Heilige Krieg offenbar ein Mordsspaß.
Wenn eine bewaffnete Gruppe auftauchte, fragten wir stets nach ihrer politischen Zugehörigkeit. Waren es Männer der Hisb-i-Islami, umarmten sie unsere beiden Leibwächter, und wir setzten uns zu ihnen ans Feuer. Als jedoch Partisanen des "Harakat-Inkelab-i-Islami" S.116 auftauchten und ein Plakat mit dem Bild ihres Anführers Mohammadi an die Steinmauer unserer Teestube hefteten, war die Atmosphäre gespannt, fast feindselig.
Gleich am ersten Tag war uns aufgefallen, daß die Afghanen sich niemals ohne ihre Feuerwaffe bewegen. Der Besitz eines Schießeisens ist für sie die unentbehrliche Bestätigung ihrer Virilität. Ich mußte an den Satz von Montherlant denken, wonach das Gewehr "das zweite männliche Glied" sei.
Bis spät in die Nacht diskutierte ich mit unserem Dolmetscher, dem Soziologiestudenten Amin, über die ideologische Ausrichtung seiner Partei und den hinderlichen Bruderzwist der verschiedenen Partisanengruppen.
Für diese einfachen und frommen Männer ist der Islam eine obsessionelle Religion, die jeden Bereich ihres täglichen Lebens durchdringt. Die Hisb-i-Islami lehnt die im Westen wohlbekannte und oft geförderte "National-Islamische Front" des Feudalherren und Propheten-Nachkommen Gailani strikt ab.
Diese Bewegung sei zu proamerikanisch und nicht geeignet, den sozialrevolutionären Zielen, die sich die islamischen Fundamentalisten gesteckt hatten, gerecht zu werden, sagt Amin. Mit tiefem Ingrimm spricht er von der winzigen, aber wohl recht wirksamen Aktionsgruppe der Maoisten, die sich unter der Bezeichnung "Sama" zu gezielten Sabotageakten aufrafft.
Der Westen neige nun einmal leider dazu, die okzidentalisierten Großbürger und Stammesfürsten, die sich früher in der Umgebung des Kabuler Hofs bewegten, zu unterstützen. Andererseits sei bei den linksorientierten Intellektuellen in Frankreich und in Deutschland die Tendenz vorhanden, marxistische Splittergruppen überzubewerten und deren Kampf mit engagierter Sympathie zu verfolgen.
Vor unserem Aufbruch hatte ich mich gründlich bei ausländischen, auch amerikanischen Beobachtern umgehört und die Meinung der pakistanischen Spezialdienste eingeholt.
Alle waren sich darin einig, daß die straff organisierte Bewegung des "Ingenieurs" Gulbuddin Hekmatjar über die besten Chancen verfügt, sich am Ende durchzusetzen. Gelegentlich wurden ihre konspirative Erfahrung und ihre unerbittliche Disziplin mit der kommunistischen Partisanenbewegung Titos in Jugoslawien während des Zweiten Weltkrieges verglichen, während man in Gailani oder anderen prowestlichen Figuren afghanische Parallelfälle zu dem unglücklichen serbischen Oberst Mihailovic sieht.
In Laredar verbrachten wir die Nacht auf dem bloßen Boden des mit Qualm gefüllten "Samowar". Das Kamerateam wurde in der ersten Nacht das Opfer zahlloser Flohbisse, und dieses Ungeziefer sollte uns auch in den folgenden Tagen ständig begleiten.
Als erste Speise wurden uns etwas Reis und ein paar Kartoffeln angeboten, dazu der grüne, gezuckerte Tee. Wir sollten nicht zur Ruhe kommen. Der "Wirt" unseres Etablissements stolperte ständig über die Schlafenden, um karge Vorräte für neue Gruppen von Mudschahidin aus seinen Kisten und Schachteln zu holen.
Diese Krieger blieben ein paar Stunden am Lagerfeuer sitzen, wärmten sich und traten wieder unverdrossen ihren Marsch ins Gebirge an. Auch eine Karawane mit Verwundeten traf ein und wurde in Richtung Pakistan weitergeleitet: Die Russen hatten den Tesin-Paß bombardiert, der zur Straße Kabul - Dschalalabad überleitet. Dabei gab es 17 Tote und eine Vielzahl von Verwundeten.
Schon am frühen Morgen näherten sich Kamele aus der Richtung der pakistanischen Grenze, die mit Bazooka-Geschossen beladen waren. Der Strom der Mudschahidin riß nicht mehr ab. Unser Kameramann Baldur Freek sprach vom "Mudschahidin Highway".
Ein Vergleich mit Vietnam war hier völlig unangebracht, denn die US-Luftaufklärung hätte eine solche Partisanenkonzentration längst zerschlagen, wir hätten mit B-52-Flächenbombardements rechnen müssen.
Zu unserer großen Überraschung war auch das Waffenarsenal der Mudschahidin weit besser als erwartet. Jagdgewehre und altertümliche Flinten sind längst verschwunden.
Die Grundausrüstung ist neben dem Enfield-Gewehr mehr und mehr die russische Kalaschnikoff, auch AK 47 genannt. Dazu kommen leichte Maschinengewehre sowjetischer und britischer Fabrikation und eine Luftabwehrwaffe relativ schweren Kalibers, die bei den Russen "Daschka" heißt.
Immer wieder stellten wir fest, daß an panzerbrechenden Mitteln kein Mangel ist und die Rohre der RPG-7 samt Geschossen zum häufigsten Frachtgut gehören.
Wir sahen uns sorgfältig die Ursprungszeichen dieser Bazookas an. Offenbar gehört es zu einer stillschweigend vereinbarten Politik, die afghanischen Partisanen mit Gerät sowjetischer Fabrikation oder zumindest sowjetischen Typs zu versorgen.
Ein bärtiger Paschtunenkrieger, ein Hüne, erklärte uns durchaus glaubwürdig und unter Zustimmung seiner Gefolgsleute, daß die Mudschahidin ihre ursprüngliche Panzerfurcht längst überwunden hätten, daß sie oft vor Freude tanzten, wenn russische Panzer gemeldet werden und die Streiter des Heiligen Krieges sich dann um die Ehre streiten, die Bazookas aus längster Entfernung abzufeuern.
Die sowjetischen Kampfflugzeuge, meist MiG-21, haben viel von ihrer Wirkung verloren und gelten vor allem als psychologisches Mittel der Kriegsführung.
Gefährlich, tödlich und fast unverwundbar hingegen bleiben die sowjetischen Hubschrauber vom Typ Mi-24, die aufgrund ihrer Titanium-Panzerung auch mit schweren Maschinengewehren vom Kaliber 12,7 Millimeter, wie sie neuerdings angeblich von den Chinesen auf Umwegen geliefert werden, nicht heruntergeholt werden können.
Ganz eindeutig fehlt es dem afghanischen Widerstand an Boden-Luft-Raketen. Die Gebirgskrieger sind den Raketen S.117 und Bordwaffen der Mi-24 hilflos ausgeliefert. Die Truppenbewegungen der Russen auf den von ihnen tagsüber kontrollierten Straßen vollziehen sich unter dem unentbehrlichen Schutz der unverwundbaren Helikopter.
Man kann sich also ohne viel Phantasie ausmalen, wie grundlegend sich die strategische Gesamtsituation verändern würde, falls die Afghanen tatsächlich eines Tages auch nur in bescheidenem Ausmaß mit Boden-Luft-Raketen vom Typ Sa-7 ausgerüstet würden. Es käme dann zu einer entscheidenden Wende des Krieges.
Die Russen würden in die Defensive gedrängt und könnten vermutlich nicht einmal die unentbehrlichsten Verbindungswege, die vom Amudarja über den Salang-Paß nach Kabul und von dort über die große Ringstraße nach Kandahar und Herat führen, halten.
In den folgenden Tagen unseres Weitermarsches konnte ich feststellen, daß der Vergleich zwischen Afghanistan und Vietnam ziemlich irreführend ist. Wir kamen auf unserem späteren Weg nach Asrow durch Gebirgsdörfer, die zwar gelegentlich aus der Luft beschossen worden waren; aber eine systematische Vernichtungsaktion durch die sowjetische Luftwaffe, wie sie in Indochina in den "free fire zones" durch die U.S. Air Force üblich war, findet in Afghanistan nicht statt.
Auch die Getreidefelder, die kurz vor der Ernte standen, waren nicht durch Chemikalien vernichtet worden. Eine ununterbrochene Luftwaffen-Präsenz, wie sie sich die Amerikaner auch in den entlegensten Winkeln Indochinas leisten konnten, existiert hier nicht. Offenbar werden die russischen Hubschrauber und MiGs voll und ganz benötigt, um die wichtigsten Städte abzuschirmen und die großen strategischen Straßen zu überwachen.
Auch das Zahlenverhältnis dürfte sich mehr und mehr zuungunsten der Roten Armee auswirken. Bei der Partisanenbekämpfung wird von den Experten das Verhältnis 10:1 zugrundegelegt, um eine Erfolgschance zu bieten. Davon ist man in Afghanistan unendlich weit entfernt.
Selbst wenn die Russen statt 85 000 Mann, wie stets offiziell angegeben wird, 100 000 Soldaten in Afghanistan stationiert hätten - davon sind bestenfalls 20 000 Mann wirkliche Kampftruppen -, ist das ein völlig unzureichendes Aufgebot.
Die afghanische Regierungsarmee, die auf russischer Seite kämpft, ist in den letzten Monaten wie Ziegenleder geschrumpft, ihre Kampfbereitschaft läßt stark zu wünschen übrig. Immer wieder kommt es zu massiven Desertionen. Der derzeitige Mannschaftsstand wird mit höchstens 35 000 Mann beziffert.
Dem stehen nach vorsichtigen Schätzungen rund 100 000 gut bewaffnete, hochmotivierte und im Gebirgskampf erfahrene Mudschahidin gegenüber, darüber hinaus gibt es mindestens 100 000 zusätzliche Partisanen, die tagsüber als Bauern und Händler leben, jederzeit jedoch den verschiedenen Widerstandsbewegungen als bewaffnete Hilfskräfte zur Verfügung stehen.
Gegen Mittag kündigte mir Amin die Ankunft einer etwa 300 Mann starken Einheit der Hisb-i-Islami an. Diese Männer, die sich zur Tarnung vor Luftangriffen in Gruppen von 20 bis 30 Mann aufgelöst hatten, waren gut bewaffnet und unterstanden einem straffen Kommando.
Amin machte sich mit dem Befehlshaber bekannt, einem bärtigen Tadschiken mit schwarzem Turban. Der etwa 30jährige Führer trug den Namen Abd el-Wadud und verfügte über besonderes Prestige.
Sein älterer Bruder, Mohammed Omar, hatte 1974 als Medizinstudent an dem islamischen Putsch gegen Präsident Daud in führender Position teilgenommen und war nach dem Scheitern des Staatsstreichs hingerichtet worden. Er gilt als Märtyrer, als "Schahid", und wurde im Gespräch stets als "Doktor Schahid" erwähnt.
Nach kurzem Gespräch erklärte sich Abd el-Wadud bereit, uns ein Stück weiter ins Landesinnere in Richtung auf die Straße Kabul-Dschalalabad, die ich mir als Ziel gesetzt hatte, zu begleiten. Im Gegensatz zu unseren ersten Begleitern zeigte er volles Verständnis für die Gebote unserer Fernseharbeit und unseren langsamen Marschrhythmus.
Seine Männer bildeten einen wilden, verwegenen und sympathischen Haufen. Es waren keine Paschtunen unter ihnen, sondern nur Tadschiken und Usbeken aus dem Norden Afghanistans. Die Tadschiken sind der Sprache und dem Typus nach Perser, bekennen sich jedoch überwiegend zum sunnitischen Zweig des Islam.
Der Großteil ihrer Stammesbrüder lebt jenseits der Grenze in Sowjetisch-Tadschikistan. Die Usbeken hingegen gelten als Turkvolk, sind dem Typus nach den Mongolen verwandt.
Ich konnte nicht umhin, immer wieder einen Vergleich zwischen den afghanischen Mudschahidin und ihren palästinensischen oder iranischen Gesinnungsgefährten anzustellen. Bei diesen Afghanen war große Gelassenheit und Selbstsicherheit zu spüren, gepaart mit gottergebener Bereitschaft zur Selbstaufopferung. Von der Hysterie so vieler palästinensischer Fedajin oder von der S.118 hektischen Neurotik so mancher iranischer Pasdaran war hier keine Spur.
Abd el-Wadud stammt aus der Provinz Tachar im äußersten Nordosten Afghanistans. Sein Ursprungsdorf liegt nur 50 Kilometer von der sowjetischen Grenze am Amudarja entfernt. 1979 hatte er der Regierung des später ermordeten Präsidenten Hafisullah Amin vorgetäuscht, er wolle sich mit 300 Gefolgsleuten dem Kampf der marxistischen Regierung gegen die Aufständischen anschließen.
Er nahm 300 Gewehre in Empfang, ging damit in den Widerstand und führte den ersten Angriff auf die Provinzhauptstadt Faisabad in Badachschan.
Ursprünglich war Abd el-Wadud wohl Lehrer, aber inzwischen ist er zu einem exemplarischen Führer im Heiligen Krieg herangewachsen. Er versammelt seine Leute unter dem Bild Hekmatjars, und der Student Kais aus Kabul feuert mit einem Megaphon die Sprechchöre an. Die Mudschahidin lassen ihre Partei, die Hisb-i-Islami, hochleben, ihren Führer Hekmatjar und die Unabhängigkeit Afghanistans. Aber der ewig wiederkehrende Ruf lautet: "Allahu akbar."
Nach den Schmähungen der Sowjet-Union, des Kommunismus und der roten "Quislinge" von Kabul ertönt auch der Ruf: "Margbar Amerika" - "Tod den Amerikanern."
Die Frontstellung gegen Moskau hat hier keineswegs zu einer Versöhnlichkeit gegenüber dem Westen geführt, auch wenn wir in späteren Gesprächen erfuhren, daß die iranische Revolution Chomeinis nicht ganz nach dem Geschmack der meisten afghanischen Widerstandskämpfer war. Ein wesentlicher Unterschied, so übersetzte mir Amin, sei in dem Umstand zu suchen, daß die straffen Strukturen des schiitischen Klerus bei der sunnitischen Mehrheit Afghanistans befremdend wirkten.
Von nun an setzten wir unsern Weg - teils zu Fuß, teils zu Roß - gemeinsam mit der Truppe Abd el-Wadud fort. Wir durchquerten eine wilde und für uns äußerst mühselige Gebirgslandschaft. Die Pferde bewegten sich mit äußerster Behendigkeit an den Steilhängen und im Geröll des Flußbettes, das uns gegen Abend aufnahm. Als wir in der übernächsten "Tschaichana" eintrafen, die weit geräumiger, wenn auch nicht hygienischer war als unser letzter "Samowar" von Laredar, hatte sich das Gros der usbekisch-tadschikischen Truppe Abd el-Wadud bereits am Flußbett eingefunden.
Sie bildeten mit ihren Lagerfeuern, ihren Pferden und Eseln, den Fellmützen und Waffen ein äußerst wildes, kriegerisches Bild. Amin erklärte mir, daß die Stimmung dieses Heerlagers bereits typisch sei für Nordafghanistan und seine dortigen Nomadenvölker. Wir selbst fühlten uns ein wenig wie bei Dschingis Khan zu Gast.
Abd el-Wadud teilte uns mit, daß auch er an der großen Sternfahrt in die Provinz Parwan teilnehme, wohin uns der Paschtunenführer Schahid hätte begleiten sollen. Doch sein eigentliches Endziel sei seine heimatliche Provinz Tachar und die unmittelbare Nachbarschaft von Sowjetisch-Tadschikistan.
Die einfachen Mudschahidin, die sich um uns gedrängt hatten und uns in jeder Weise ihre Freundschaft bekundeten, versicherten am Lagerfeuer, ihre Absicht sei, nicht nur Afghanistan von den gottlosen "Schurawi", den Sowjets, zu befreien, sondern auch ihren muselmanischen Brüdern in Sowjetisch-Tadschikistan, -Usbekistan, -Turkmenistan die Unabhängigkeit von den Russen und die Wiederherstellung des wahren Glaubens zu bringen. Sie teilen die kühnen Träume ihres Vorsitzenden Hekmatjar.
Unser Fernsehteam von fünf Mann integrierte sich inzwischen reibungslos in die kriegerische Truppe Abd el-Wadud. Im Lager von Aserre - so hieß der kleine Rastplatz - kreiste das Gespräch der Mudschahidin ständig um die militärische Lage. Für diese einfachen Männer aus dem Gebirge, die ansonsten als Pächter oder Tagelöhner ein mühseliges Brot verdienten, stellt der Heilige Krieg das große Abenteuer, die männliche Erfüllung dar.
Wir erfuhren, daß die wichtigsten Städte Afghanistans wie Kandahar und Herat nur sehr sporadisch von der Sowjet-Armee voll kontrolliert wurden. Zwischen den Widerstandskämpfern der verschiedensten Provinzen bestand offenbar ein relativ gut funktionierendes Rotationssystem, auch wenn die Kriegsbedingungen insgesamt für einen westlichen Beobachter chaotisch wirken.
Die Hisb-i-Islami, die zweifellos über die solidesten Strukturen verfügt, hat in jeder Provinz eine sogenannte Schura, eine gewählte Versammlung, als lokales Gremium eingesetzt. S.119
Natürlich versuchen die Afghanen, die Rivalitäten, die zwischen den verschiedenen Organisationen bestehen, herunterzuspielen. Dennoch ist das Mißtrauen, ja die Feindschaft zwischen den verschiedenen Fraktionen groß. Es soll sogar zu bewaffneten Auseinandersetzungen und zu Überfällen auf Waffenkarawanen kommen.
Es gibt zahlreiche Stammesorganisationen im Landesinnern, die im pakistanischen Peschawar oder Quetta kaum bekannt sind und ihren "Dschihad" völlig autonom führen. Doch diese Vervielfältigung kann sich auch als Vorteil für die Partisanen erweisen. Für die sowjetische Militärmaschine besteht nicht die geringste Chance, durch eine gut gezielte Operation die Front ihrer Gegner ein für alle Mal zu zerschlagen. Der afghanische Widerstand ist eine Art Hydra, der ständig neue Köpfe nachwachsen.
Die orientalische Mentalität dieser Krieger muß ohnehin jeden europäischen Strategen zur Verzweiflung treiben. Bei unserem Abstecher nach Afghanistan konnten wir feststellen, daß die sogenannten freien Gebiete sich ausdehnen, von der sowjetischen Intervention immer weniger behelligt werden.
Es war ein sehr stimmungsvoller Abend in Aserre. Die verwegenen Gestalten der Mudschahidin zeichneten sich beim Abendgebet vor einem schwefelgelben Himmel ab. Durch das steinige Tal hallte das Wiehern der Pferde und der Schrei der Esel, von dem der Prophet Mohammed laut einem "Hadith" gesagt haben soll, es sei der häßlichste Laut der Schöpfung.
Bevor wir im Qualm unserer Tee-Hütte, umgeben von Schwärmen von Flöhen, einschliefen, übersetzte uns Amin das Lied, das vom Lagerfeuer zu uns herüberklang:
"Ergreife dein Maschinengewehr! So verehrst du das Blut unserer Märtyrer. Zerstöre die Paläste der Unterdrücker, denn du wirst mit Hilfe Allahs siegen! Vernichte die Partei des Teufels!"
Von Aserre ging es in steilen Schluchten abwärts in Richtung auf die Ortschaft Asrow. Das Land war hier dichter besiedelt. Die Lehmburgen, die der Paschtunenstamm der Mangal errichtet hatte, erinnerten in ihrer abweisenden Architektur an die "Ksur" des marokkanischen Hochatlas. Eine seltsame Gleichförmigkeit der islamischen Welt zwischen äußerstem Maghreb und äußerstem Maschrek wurde hier sichtbar.
Über einzelnen Gräbern flatterten bunte Fahnen. Sie zeigten an, daß hier "Schuhada", Gefallene des Heiligen Krieges, bestattet waren. Neben immer neuen Gruppen von Mudschahidin, die sich in beiden Richtungen, nach Nordwesten und Südosten, bewegten, begegneten wir auch Flüchtlingen, die vor den russischen Bombardements Asyl in Pakistan suchten.
Sie hatten nur armselige Habseligkeiten bei sich. "Das sind die angeblichen Feudalherren, von denen Radio Kabul immer in seinen Propagandasendungen berichtet", sagte Wali.
Die Sonne stand im Zenith, als wir das Tal von Dschanohel erreichten. Gemessen an unseren bisherigen Unterkünften wirkte dieser Rastplatz fast lieblich und erinnerte an die Beschreibung S.120 des Paradieses im Koran: "Gärten, durcheilt von Bächen."
Unsere Ansprüche waren auch recht bescheiden geworden, und die Maulbeeren, von den Afghanen "Tut" genannt, erschienen uns als köstliche Speise, obwohl sie noch gelb und unreif waren. Abd el-Wadud hatte Tee, etwas Hammelfleisch und Fladenbrot, "Nan" genannt, für uns vorbereiten lassen.
Wir lagerten unmittelbar neben einer schlichten, weißgetünchten Moschee aus Lehm. Es war Freitag, und die Krieger Abd el-Waduds bereiteten sich zum großen Gebet und zur Predigt, zur "Chutba", vor.
Vorher führten uns ein paar Kinder des Dorfes, wo ebenfalls Bombardierungen stattgefunden hatten, zu zwei Blindgängern, mächtige russische Bomben, deren Stahlmäntel im Lehm steckten. Die Dorfjugend amüsierte sich damit, auf diese hochexplosiven Ungetüme Steine zu werfen.
Um ein Uhr mittags versammelten sich die Mudschahidin zum Gebet. Vorbeter und Prediger war Abd el-Wadud. Er verkörperte jetzt die ideale islamische Kriegergestalt, den "Amir el Muminin". Er war geistlicher Führer, militärischer Kommandant und höchste politische Autorität.
Bei seinem Gebet hielt er anstelle des traditionellen "Schwert des Islam" - "Saif el Islam" - eine Kalaschnikoff in der Hand, wie das zum ersten Mal in Teheran von Ajatollah Taleghani vorgeführt worden war.
Die wilden Männer vom Volk der Usbeken und Tadschiken waren in innige Frömmigkeit versunken. Abd el-Wadud richtete seine Ansprache auf Dari an seine Gefolgsleute:
"Ihr seid die glücklichsten Menschen auf Erden! Für euch stehen nur zwei glorreiche Wege offen: Entweder ihr überlebt als Sieger und werdet als ''Ghasi'' hoch geehrt; oder ihr sterbt als Märtyrer des Glaubens, als ''Schuhada'', und dann findet ihr Einlaß zu den Ehrenplätzen des Paradieses."
Dann führte er aus, daß allein der Glaube an Allah zu diesem Kampf befähige, denn nur ein frommer Moslem könne es wagen, die ungeheure Macht der Sowjet-Union herauszufordern.
Während der "Chutba" erhob sich jener usbekische Unterführer, den wir wegen seines wilden Aussehens Dschingis Khan getauft hatten, und zitierte mit lauter Stimme einen Vers des Koran:
"Wenn einer sagt, daß die Toten, die auf dem Wege Allahs sterben, tot seien, dann irrt er; sie sind lebendig! Ihr wißt es nur nicht."
Nach dieser frommen Veranstaltung legten wir uns zur Siesta nieder. Unser Toningenieur Helmut Walter hatte mir seinen Walkman mit Kassette geliehen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, plötzlich und unerwartet in dieser Wildnis die pathetischen Klänge der Tannhäuser-Ouvertüre zu hören. Als die Posaunen machtvoll einsetzten, überraschte ich mich dabei, daß ich lauthals sang: "Im Kreuz ist Heil!" - was glücklicherweise keiner unserer afghanischen Freunde verstand.
Am Nachmittag inszenierten die Mudschahidin eine Kampfübung für unsere Kameras. Bei einem wirklichen Gefecht wären wir ohnehin nicht zum Filmen gekommen, sondern hätten vor den sowjetischen Hubschraubern Deckung suchen müssen. Aber auch diese Demonstration war eindrucksvoll.
Obwohl wir wußten, daß die Partisanen im Anschlag lagen, brauchten wir eine geraume Zeit, bis wir sie hinter den Felsbrocken entdeckten.
An vietnamesischen Verhältnissen gemessen, die so oft als Vergleich zitiert werden, bietet die Gebirgswelt des Hindukusch mit ihren unglaublichen Klüften und dem weitverzweigten Höhlensystem noch besseren Unterschlupf als der indochinesische Dschungel, wo die Lebensbedingungen selbst für die Nordvietnamesen - wie wir aus eigener Erfahrung wußten - ziemlich unerträglich waren und wo die Malaria-Quote bei den "Bodoi" häufig bei 30 Prozent lag.
Überrascht waren wir von der Feuerdisziplin der bunten afghanischen Truppe. Abd el-Wadud hatte die strikte Anweisung gegeben, daß mit der Munition nicht verschwenderisch umgegangen würde. Wenn trotzdem häufig und begeistert geballert wurde, war das ein Zeichen dafür, daß keine akuten Nachschubprobleme für Munition mehr bestanden.
Die Partisanen bewegten sich mit der Behendigkeit von Gemsen in der Felswand, obwohl die meisten nur zerrissene und völlig ausgelatschte Halbschuhe ohne Socken trugen. Selbst im Winter, so sagten sie uns, verfügten sie über kein besseres Schuhwerk und müßten sich damit im Schnee bewegen. Das beschleunige lediglich ihr Tempo.
Auf meine Frage antwortete Abd el-Wadud, das militärische Training seiner Männer sei so relativ befriedigend, weil eine Vielzahl von Offizieren der früheren afghanischen Armee sich den Mudschahidin angeschlossen hätten und für eine systematische Instruktion sorgten. S.121
Als feierlicher Höhepunkt wurde uns ein Reiterspiel, ein "Buskaschi", vorgeführt. Diese rüde Veranstaltung ist vor allem in Nordafghanistan höchst populär. Die Reiter der Steppe prügeln sich dabei um eine tote Ziege. Sehr oft kommt es zu schweren Stürzen und Unfällen, denn jeder von diesen verwegenen Nomaden möchte der beste "Chapandoz", der kühnste Reiter, sein.
Bei unserem Spiel ging es relativ harmlos zu. Die Saumpferde eigneten sich schlecht zu wilden Kraftproben. Dennoch spürten wir einen Hauch tollkühner Ausgelassenheit dieser auf ständige Kraftproben ausgerichteten Männerwelt Zentralasiens. Unser Kommandant Abd el-Wadud erwies sich als vorzüglicher Reiter und als geborener "Chapandoz".
Nachts schliefen wir in der Moschee zu Füßen der Gebetsnische des "Mihrab", was wohl für uns Ungläubige eine besondere Ehrung darstellte.
Abd el-Wadud hatte uns abgeraten, den Weg nach Nordwesten weiterhin mit seiner Truppe fortzusetzen. Wir würden Schwierigkeiten haben, Futter für unsere Tiere zu finden. Nach der Bombardierung des Tesin-Passes müßten wir voraussichtlich ein total unwegsames Gelände durchqueren, und vor allem böte sich keine Gelegenheit, die Straße Kabul-Dschalalabad bei Tageslicht zu filmen, da wir sie in aller Eile bei Nacht überqueren müßten.
Der Aufbruch der Mudschahidin war ursprünglich für den Zeitpunkt des Morgengebets um 4.30 Uhr angesetzt. Plötzlich wurden jedoch die Weisungen geändert, und um zwei Uhr fand der Abmarsch statt. Binnen einer Viertelstunde war diese Truppe von etwa 300 Mann wieder voll bewegungsfähig.
Wir brauchten sehr viel länger, bis wir unsere Saumpferde beladen hatten und mit einer kleinen Eskorte in entgegengesetzter Richtung den Rückweg antraten. Ich wollte die Ankunft des Morgenlichts nicht in Dschanoschel abwarten. Am Vortag war so viel Lärm und Schießerei veranstaltet worden, daß wir allen Ernstes mit der Ankunft sowjetischer Hubschrauber rechnen mußten. Die Dunkelheit war unser bester Schutz.
Auf dem Rückritt sah ich schon so verwildert aus, daß ich häufig von älteren Männern angehalten wurde, die ein Gespräch in Paschtu oder Dari mit mir führen wollten. In mühseligem Aufstieg erreichten wir wieder die Raststätte von Aserre, lagerten uns um den unvermeidlichen "Samowar" und sprachen mit Hilfe unseres Dolmetschers Amin über die Probleme des Islam.
Sogar die ganz einfachen Mudschahidin zeigten sich erstaunlich gut informiert über die Vorgänge im benachbarten Iran und in der arabischen Welt. Unser zuverlässigster Leibwächter war ein kleiner, aber kräftig gewachsener Hasara, ein Mongole aus der Umgebung von Kabul namens Daud.
Er hatte mich aufgrund meiner Koransprüche besonders ins Herz geschlossen. Wir diskutierten darüber, warum die Fundamentalisten des Hisb-i-Islami sich weigerten, bei den Amerikanern wirksame Unterstützung gegen die Russen zu suchen.
Aber hier handelt es sich um eine grundsätzliche, fast theologische Frage. Der Bekennersatz des Islam: "La illaha illa ''llah!" - "Es gibt keinen Gott außer Gott!" - wird konsequent in die Politik übertragen. Eine irgendwie geartete Unterwerfung oder auch nur Anlehnung an eine Supermacht wäre gewissermaßen als Verrat an dem Prinzip erschienen, wonach Gott größer ist als alles andere - "Allahu akbar!"
Auf seiten der afghanischen Mudschahidin besteht starke Sympathie für die Bewegung der Moslembrüder im arabischen Raum. Hingegen wird das syrische Baath-Regime des Präsidenten Hafis el-Assad als gottlos bezeichnet, als Satellit der Sowjet-Union, ja als objektiver Komplice Israels.
Vor allem beeindruckte mich die egalitäre Grundhaltung dieser Bewegung, auch wenn sie das Wort "sozialistisch" von sich weist. Amin zitierte einen Vers des Propheten Mohammed, wonach "alle Menschen gleich seien wie die Zähne eines Kamms".
An diesem Tag waren wir 15 Stunden lang zu Fuß und zu Pferd unterwegs. Der Zustand unserer Erschöpfung, als wir wieder in Laredar eintrafen, läßt sich ausmalen. Von nun an waren wir nur noch schwach bewacht, und das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer Plünderung wuchs.
Trotzdem fühlten wir uns keine Sekunde bedroht, weil unsere Leibwächter, besonders der Student Kais und der Mongole Daud, es als ihre Ehrenpflicht betrachteten, uns heil zurückzubringen. Im Stammesgebiet der Dschördschi kam es zu unterschwelligen Spannungen mit der Bevölkerung, was unsere Begleiter uns zu verheimlichen suchten. Aber ihre Nervosität entging uns nicht.
Nach einigen mühseligen Etappen erreichten wir schließlich wieder das zerstörte afghanische Grenzfort. Auf der Paßhöhe, die zur ersten pakistanischen Ortschaft Teremangal überleitet, stand ein einzelner pakistanischer Soldat. Wir hatten uns in kleine Gruppen von zwei bis drei Mann aufgeteilt; der Posten musterte erstaunt und mißtrauisch diese seltsamen Gestalten, die ihm entgegenkamen.
In Teremangal wurden wir so diskret, wie es ging, wieder in der dortigen Tschaichana untergebracht, wo sich zweifelhafte Figuren sammelten und uns argwöhnisch musterten; darunter, wie wir später hörten, auch zwei pakistanische Geheimpolizisten. Die Erklärung Amins, wir wären Reisende aus Nuristan, stieß verständlicherweise auf Skepsis.
Wir hatten Eile, aus Teremangal wegzukommen, denn die Stimmung unter den dortigen Paschtunen war unerfreulich. Es kam unter einem Plakat zu Ehren Chomeinis zu heftigen politischen Auseinandersetzungen. Als die Nachtlager ausgebreitet wurden, spürten wir, daß wir uns in einer sehr homophilen Umgebung befanden. Mit einem Schlag waren wir aus der hehren Stimmung des Heiligen Krieges in die Atmosphäre eines "Midnight Express" versetzt.
Mit der gewohnten Effizienz hatten Amin und Wali einen Bus voller Mudschahidin organisiert, in dem wir untertauchten. Aufgrund unserer Bartstoppeln und unserer schmutzigen Kleidung sahen wir inzwischen sehr viel glaubwürdiger aus. Das Fahrzeug war S.123 von innen mit Silberblech ausgeschlagen wie ein Tabernakel.
Die pakistanischen Kontrollen waren schärfer als auf der Hinfahrt, weil die Sicherheitsbehörden von Islamabad offenbar befürchten, daß die bewaffnete Opposition gegen das Regime des Präsidenten Sia ul-Hak - insbesondere die Anhäger des hingerichteten früheren Staatschefs Sulfikar Ali Bhutto - Agenten und Saboteure der aufgelösten "Pakistan People''s Party" aus Afghanistan einschleusen will.
Im Hauptquartier der Hisb-i-Islami von Fakirabad verabschiedeten wir uns schließlich mit den traditionellen Küssen und ehrlicher Rührung von unseren treuen afghanischen Schutzengeln und Freunden.
Unmittelbar im Grenzgebiet bei Teremangel wurde uns von der Hisb-i-Islami noch eine besondere Überraschung geboten. Dr. Karim, ein in Osnabrück praktizierender afghanischer Arzt, der unsere Expedition von Anfang an organisiert hatte, ließ uns zwei Angehörige der sowjetischen Streitkräfte vorführen, die von den Mudschahidin gefangengenommen worden waren.
Es handelte sich um einen russischen Sergeanten aus der Gegend von Perm am Ural, der sich angeblich bei Bagram von der Truppe entfernt und in den ersten Tagen befürchtet hatte, von seinen afghanischen Bewachern umgebracht zu werden. Jetzt wirkte er wieder recht zuversichtlich. Sein Name: Jurij Grigorjewitsch Powarnizyn. Sehr aufschlußreich waren seine Erklärungen nicht, was wohl vor allem an der mangelnden Sprachkenntnis unseres Dolmetschers lag.
Der Chefredakteur der Zeitschrift "Schahada", ein grauhaariger und bärtiger Kollege namens Sediki, hatte zwar einen väterlichen Umgangston mit den beiden Gefangenen, war aber nicht in der Lage, klare Aussagen zu erzielen. Immerhin verglich Powarnizyn das sowjetische Vorgehen in Afghanistan mit der faschistischen Aggression gegen die Sowjet-Union im Zweiten Weltkrieg.
Der zweite Sowjetarmist war ein Turkmene namens Jaskulijew, dessen Vorname Mohammedgul ihn als Moslem auswies. Er bezeichnete sich als Überläufer. Während Powarnizyn im Umkreis von Bagram den Mudschahidin in die Hände gefallen war, hatte Jaskulijew bei Scharikar längs der Straße, die zum Salang-Paß führt, das Lager gewechselt.
Damit war der zusätzliche Beweis erbracht, daß sich die Mudschahidin auch in dieser Gegend, die als Kerngebiet der sowjetischen Machtentfaltung in Afghanistan betrachtet wird, ziemlich unbehelligt bewegen und weite Landstriche verunsichern.
Der Turkmene Jaskulijew beklagte sich darüber, von den russischen Vorgesetzten seiner Einheit schlecht behandelt worden zu sein. "Ich wurde häufig geschlagen", so meinte er, "so wie das bei uns mit den Ehefrauen passiert." Er wolle nun am Heiligen Krieg teilnehmen und äußerte nach einigem Zögern, daß die Islamische Revolution auch auf die muselmanischen Völker in Sowjetisch-Zentralasien übergreifen würde.
Mein Angebot an die beiden Gefangenen, Briefe an ihre Familien über das sowjetische Rote Kreuz zu übermitteln - die Afghanen waren damit einverstanden -, wurde von den beiden Sowjetsoldaten abgelehnt.
Den ersten Abend nach unserem Eintreffen in Peshawar verbrachten wir im gastlichsten Haus dieser Hauptstadt der pakistanischen Nordwest-Region, beim deutschen Honorarkonsul Rudolf von Przyborowski. Er hatte auch den Typus des "Colonel Blimp". Der interessanteste Gast, der hohe pakistanische Sicherheitsbeauftragte, der die gesamte Grenze von Chinesisch-Sinkiang bis Belutschistan überwacht.
"Wir stehen vor einer verblüffenden und erschütternden Tatsache", befand der Grenzkommissar, "die Russen sind dabei, ihren Partisanenkrieg in Afghanistan zu verlieren - denn wer eine solche Guerilla nicht durch totale militärische und politische Überlegenheit erdrückt, der ist am Ende der Unterlegene."
"Aber die Weltöffentlichkeit und die Medien des Westens nehmen diese Entwicklung nicht zur Kenntnis", behauptete er. "Vielleicht gibt es ein stillschweigendes, augenzwinkerndes Einverständnis zwischen den beiden Supermächten in Ost und West, die Islamische Revolution unter Kontrolle zu halten und ihr die gebührende Publizität zu versagen."
S.123 Mohammedkul Jaskulijew und Juri Grigorjewitsch Powarnizyn. *
Von Peter Scholl-Latour

DER SPIEGEL 34/1981
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