05.03.2016

LebensmittelAldi provoziert Industrielobby

Der Lebensmittelriese Aldi Süd stößt mit seiner Forderung, Mineralölrückstände aus Nahrungsmitteln zu verbannen, auf den Widerstand der Lebensmittelindustrie. Der Discounter hatte seine Lieferanten aufgefordert, die Eigenmarken künftig ohne solche Rückstände herzustellen. Bislang können die potenziell krebserregenden Stoffe durch Altpapierverpackungen oder billige Schmierstoffe der Maschinen in die Nahrungsmittel gelangen. Der Lobbyverband der deutschen Lebensmittelindustrie BLL reagierte postwendend abweisend auf den Vorstoß. Man wolle sich nicht in die vertragliche Ausgestaltung der Eigenmarkenanforderungen einmischen, schrieb er an Aldi, erlaube sich aber "im Interesse der gesamten Lebensmittelkette nachfolgende Stellungnahme": Mineralölrückstände seien "bedingt tolerierbar", sie stellten "keine Gefahr für die Verbrauchergesundheit dar". Das sehen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und das Bundesinstitut für Risikobewertung allerdings anders, sie haben in der Vergangenheit auf die Gefahr der krebserregenden Substanzen hingewiesen. "Um wirklich saubere Lebensmittel zu produzieren, müssten die Hersteller ihre gesamte Produktionskette durchgehen, die Maschinen verändern oder sogar ersetzen", sagt ein Branchenkenner. Das sei teuer und aufwendig. Es könnte sich aber lohnen, da mit Lidl der nächste große Händler ähnliche Vorgaben plant. Antwort von Aldi bekamen die Lobbyisten bisher nicht.
Von Sam

DER SPIEGEL 10/2016
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