28.12.1981

„Weg mit euch, ihr Astrologen!“

Der Katastrophen-Hellseher Nostradamus und das Geschäft mit der Panik Laßt euch von den Propheten, die unter euch sind, nicht betrügen, spricht der Herr. Jeremias 23,16. Altes Testament. Na, Bammel vor dem Weltuntergang? - Schlimmer als dieser Auftritt kann er auch nicht werden. Waldorf und Statler, Muppets-Show.
Doktor Michel de Notredame (latinisiert: Nostradamus) kam elf Jahre nach der Entdeckung Amerikas zur Welt und wurde zwanzig Jahre nach Martin Luther zu Grabe getragen. Aber mit seinem hartnäckigen Ruhm macht er bis heute sogar dem Christkind Konkurrenz. Für den deutschen Okkultisten Max Kemmerich (1911) ist er "eines der größten Genies der Weltgeschichte", für den italienischen Esoteriker A. Voldben eine "herausragende Figur", und für den in den USA lebenden Amateur-Historiker Edgar Leoni (1961) "the most celebrated prophet". Denn Nostradamus hat nicht nur einen Rauschebart, sondern insbesondere Augen gehabt, die auch den scharfsichtigsten Adler wie blind wirken lassen.
Er soll die Abschaffung der Ohrenbeichte in der protestantischen Kirche und die Bartholomäus-Nacht Karls IX. gegen die Hugenotten 1572, den Import der Raucherpflanze Nikotin durch Nicot in Europa und den Großbrand im sommerlichen London 1666, die Erfindung der Eisenbahn und die Hiroschima-Bombe, das Attentat in Sarajevo 1914 und die Olympischen Spiele des Monsieur de Coubertin vorausgesehen haben; und selbst vor der EWG ("dem Europa der Neun") und den autofreien Sonntagen im Gefolge des Ölschocks verschloß sich seine titanische Pupille nicht.
Ihm waren bereits um 1555 die politischen Ränke des Korsen Napoleon (des "Kahlkopfes"), der Sturm der Freunde Lenins auf das Petersburger Winterpalais, der Bürgerkrieg des Spaniers Franco, die Gründung des Staates Israel, der Zusammenbruch des Schah-Regimes in Persien und die Ermordung des Ägypters Anwar el-Sadat geläufig. Daß er, sozusagen als Wimper-Klimper-Übung, für den August 1846 auch die Entdeckung des Planeten Neptun berücksichtigt hat, versteht sich von selbst. Denn Planeten waren sein Steckenpferd.
Die Reaktion der Nachgeborenen auf soviel Klarsicht fielen unterschiedlich aus. Der Dichter Goethe war hingerissen und hat den Horror-Doktor im "Faust" mit einem "Gott" verglichen. Der Philosoph Ernst Bloch glaubte ihm kein Wort und hat ihn im "Prinzip Hoffnung" verächtlich einen "Zwerchfell-Philosophen" genannt. Der Nazi Joseph Goebbels dagegen empfand zwiespältig: Erst bat er den Schweizer Nostradamus-Experten Karl Ernst Krafft ins Propagandaministerium und ließ sich, über die Schriften des Sehers gebeugt, die imperiale Zukunft Hitlers bestätigen, dann schickte er Krafft nach Buchenwald.
Seit dem Asthma- oder Wassersucht-Tod des Nostradamus am 2. Juli 1566 (dessen Ankündigung am Abend zuvor für den Meister eine Kleinigkeit war), hat es etwa 400 Interpretationen seiner verschlüsselt niedergeschriebenen Prophetien gegeben. Wo immer in den vergangenen vierhundert Jahren ein Gaul mit zwei Schädeln das Heu der Welt erblickte, eine königliche Urlaubergruppe in einer Gletscherspalte verschwand oder ein Erdgezitter ein Gotteshaus verschluckte, griff stets ein Nostradamit zu Federkiel oder Schreibmaschine und "bewies" im Handumdrehen, daß Michel die Unbill längst notiert hatte.
Mit dem Franzosen Jean-Charles Pigeard de Gurbert (der sich als Autor das Pseudonym Jean-Charles de Fontbrune zugelegt hat) aber betrat nun ein Exeget die Bühne der politischen Kleinbürgerei, der alles nostradamitisch bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Fontbrunes "Nostradamus. Historien et Prophete" biegt die apokryphen Zukunfts-Visionen des Renaissance-Doktors so zurecht, daß sie sich wie "Argumente" der bei den Präsidentschafts-Wahlen geschlagenen Rechten gegen die "ekelhaften Revolutionäre" (Fontbrune) lesen. Im Januar wird das Buch, das in Paris ein regelrechtes Nostradamus-Fieber ausgelöst hat, S.92 im Wiener Zsolnay-Verlag auch in deutscher Sprache erscheinen.
Jean-Charles de Fontbrune ist 46 Jahre alt, Algerienkriegs-Veterane, Mitglied der Ehrenlegion und 133 Jahre nach der Demission des letzten französischen Königs Louis Philippe immer noch Monarchist. Seinen "Nostradamus" hat er in siebzehnjähriger Galeerenarbeit zu Aix en Provence gefertigt, die ihn, wie er unablässig kundtut, "jeden Morgen um 4" aus den Federn schnellen ließ - bevor er die "fensterlose Einsiedelei" ("Minute") verließ und sich als Angestellter eines provencalischen Pharmazieunternehmens seinem offensichtlich langweiligen Beruf widmete.
Mit einer verkauften Auflage von annähernd 600 000 Exemplaren (bei einem Preis von umgerechnet immerhin 50 Mark) ist sein Elaborat das europäische Katastrophenbuch dieser Tage. Denn es wartet mit dem schockierenden Szenario auf, daß, laut einer Weissagung des Nostradamus: der Papst während eines Besuches in Lyon noch in diesem Jahr (!) ermordet werden, die von linken Ministern unter dem Symbol der Rose regierte Fünfte Republik "spätestens im September 1984" blutig zusammenbrechen, Paris von der Roten Armee dem Erdboden gleichgemacht, eine islamische Verschwörung im August 1999 den Dritten Weltkrieg entfesseln und Europa unter der milden Hand des Franzosen Heinrich des Glücklichen danach endlich zur Monarchie zurückkehren wird.
Den im Fürstentum Monaco ansässigen Freizeit-Verlag "Editions du Rocher", der das OEuvre vertreibt und dem ein Herr mit dem verdächtigen Namen Christian Bourgeois vorsteht, hat der sensationelle Erfolg seines Produktes zeitweise förmlich in ein Tollhaus verwandelt: Kaum eine Rundfunkanstalt, die den ersten Star-Autor des Verlags nicht zum Interview gebeten, kaum eine Zeitung, die ihn nicht gefeiert, belächelt oder verdammt hätte. Das Nachrichtenmagazin "Le Point" verglich die von Monsieur de Fontbrune in seinem Reißer verbreitete Atmosphäre mit Roman Polanskis Gruselfilm "Rosemaries Baby" und titelte: "Le marche de la peur". Das Geschäft mit der Angst.
Theologen wie Kardinal Etchegaray, der Erzbischof von Marseille, haben dem Autor daraufhin den christlichen Krieg erklärt. Militärexperten wie Colonel Michel Garder vom "Cercle d''Etudes de Strategie Totale" halten seine abenteuerlichen Deutungen dagegen für "möglich". Präsident Mitterrand zählt zur Legion der Leser. Der selbst Cineasten nicht unbedingt bekannte Regisseur Rinaldo Bassi soll sich an die Verfilmung gemacht haben. Und von der Pariser Buchhändlerin Elisabeth Bellecour ist bereits ein Anti-Fontbrune ("Nostradamus trahi") erschienen: "Der verratene Nostradamus".
Als das Buch im Oktober 1980 die Druckerei verließ, hätte diese traumhafte Resonanz auch der hoffnungsfroheste Freimaurer nicht für möglich gehalten. Der Verkauf ging vielmehr so bescheiden vonstatten, wie Verleger Bourgeois es auch mit seinen bisherigen Petitessen gewöhnt war: mit seinen Scrabble- und Bridgespiel-Führern und seinen Vampir- und Buddha-Büchern. Bis Weihnachten 1980 wurden 9000 Exemplare, bis zum Wahlsieg der Sozialisten am 10. Mai weitere 6000 Exemplare losgeschlagen. Tatsächlich hat der Bestseller von heute zuerst nur die Pilger des Jenseitigen aus ihren Katakomben gelockt: Okkultisten, Logen-Brüder, Astral-Ministranten.
Die Panik-Bombe platzte zu Beginn der französischen Schulferien im Juli: gezündet von der Illustrierten "Paris-Match", deren Boß Daniel Filipacchi eine feine Nase dafür hatte, daß sich die Katastrophen-Mathematik des Buches (Fontbrune im Nachwort: "Sozialismus! Sozialismus! Wie viele Verbrechen hat man schon in deinem Namen begangen") S.93 in Stimmung gegen die Regierung Mitterrand übersetzen ließ.
Nachdem der Autor auch in der Talkshow "Apostrophes" des Kritikers Bernard Pivot zu besichtigen war, verließ sein aktualisierter "Nostradamus" die Buchläden "comme petits pains en boulangerie": wie frische Brötchen aus einer Bäckerei. Monatelang ein Ladenhüter, hat das Rachewerk der "alten Mehrheit" (Verleger Bourgeois) vom Regierungswechsel in Frankreich profitiert und ist allein im August 270 000mal verkauft worden.
Seit dieser Zeit ist der alte Nostradamus dank der "contre les rouges", gegen die "Roten" eingestimmten Deutungen des Jean-Charles de Fontbrune auch in der Sowjet-Union bekannt. Unter dem Datum des 1. September 1981 meldete sich in der Regierungszeitung "Iswestija" A. Kriwopolow zu Wort: "Das Boulevardblatt ''Paris-Match'' hat einen Leitartikler eingestellt, der auf allen Gebieten des Journalismus gleichermaßen kühn die Feder führt: in der Außen- und Innen-, in der Wirtschafts- und Militärpolitik. Es ist unglaublich, aber wahr: Der neue Mann bedient die kapitalistische Presse ohne einen Franc Gehalt. Denn er heißt Nostradamus und ist seit über 400 Jahren unter der Erde."
Nostradamus wurde als Sohn eines für 20 Dukaten Taufgeld zum Katholizismus konvertierten jüdischen Notars in St-Remy (Provence) geboren: nach dem Julianischen Kalender am 14. Dezember 1503. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er bei seinem Großvater mütterlicherseits, einem Leibarzt des Herzogs von Kalabrien und "homme de lettres", der seinen Enkel Griechisch und Hebräisch lehrte, mit der Kabbalistik (Buchstaben- und Zahlenspiele) des portugiesischen Rabbi Abarbanel (gestorben 1508) vertraut machte und dem Kind in langen Nächten von der "Weisheit der Sterne" erzählte.
Nach dem Tod des geliebten Alten kehrte Nostradamus erst in sein Elternhaus zurück, studierte später in Avignon antike Rhetorik, promovierte 1529 in Montpellier mit Auszeichnung zum Doktor der Medizin und ließ sich in Agen an der Garonne als Arzt gegen die Pest (und wahrscheinlich auch die Syphilis) nieder. In Agen gehörte er zum handverlesenen Debattierzirkel des enzyklopädisch gebildeten Botanikers und lateinischen Dichters Jules-Cesar Scaliger (der den deutschen Lyriker Klopstock beeinflußte) und heiratete eine nach dem übereinstimmenden Zeugnis aller Nostradamus-Forscher "außergewöhnlich liebliche Frau", die ihm einen Knaben und ein Mädchen gebar.
Als fahrender Medikus gegen den schwarzen Gevatter Tod, dessen Schreckensregiment er in einem bereits 1572 ins Deutsche übersetzten Rezeptbuch beschrieb ("Ob jemand auch Gold oder Silber besaß, er mußte trotzdem sterben"), hatte sich Nostradamus schon während seines Studiums engagiert: in Bordeaux, La Rochelle, Toulouse. Zwar war er ein gottesfürchtiger Mann, aber er teilte keineswegs den selbstmörderischen Aberglauben, nach dem die Seuche als eine Strafe des Allmächtigen galt.
Er muß, wie sein Zeitgenosse Paracelsus, die bakterienvertreibende Bedeutung einer gewissen Hygiene geahnt haben und ging auch sonst für damalige Verhältnisse sehr "progressiv" zu Werke: Er behandelte die Pest mit "rosaroten Pillen" aus dem selbst fabrizierten Giftschrank und verabreichte gegen die Ansteckung ein aus Kräutern gebrautes Aromatikum.
Zwei Ereignisse bereiteten seinem fabelhaften Leumund ein vorläufiges Ende. Als ihm die Diphtherie die schöne Frau und die beiden Kinder nahm, schlug die Bewunderung seiner Patienten in erschrockenes Mißtrauen um; seine ärztliche Praxis leerte sich, und die Familie seiner verstorbenen Frau forderte erzürnt die Mitgift zurück. Als er im idyllischen Agen einen Arbeiter beim Aufstellen einer Bronzestatue der Jungfrau Maria beobachtete und zum Schock des andächtigen Mannes die Bemerkung fallen ließ, die Bronzette sei das reinste Teufelswerk, lud den fortan als heimlichen Calvinisten verdächtigten Doktor 1538 die Heilige Inquisition in Toulouse vor.
Nach Auskunft des Nostradamus-Biographen Edgar Leoni verteidigte sich der Meister irgendwann einmal mit dem Argument, er habe nicht die Jungfrau Maria, sondern lediglich ihre künstlerisch prekäre gotische Gestaltung beleidigen wollen. Für diese gediegene Deutung, nach welcher die Marienbeschimpfung eine besonders inbrünstige Marienverehrung war, spricht tatsächlich, daß Nostradamus, stets auf der Flucht vor seiner jüdischen Herkunft, sich zeit seines Lebens katholischer als der Papst gebärdete.
Einen für das Jahr 1562 verfaßten "Almanach" widmete er Pius IV. Sein Testament liest sich streckenweise wie eine vatikanische Moral-Enzyklika. Aber die christlichen Freunde der Daumschraubenkunst in Toulouse hätten ihm soviel Dialektik wahrscheinlich nicht abgenommen. Also sattelte er seinen S.94 Esel und setzte sich, nach einer kleinen Fastenzeit in einem belgischen Kloster, nach Venedig und Sizilien ab.
Die zweite Karriere des Michel de Notredame: sein unaufhaltsamer Aufstieg zur ersten Adresse unter den Hellsehern der Renaissance begann erst nach seiner Rückkehr aus dem italienischen Exil. 1547 ließ er sich in Salon bei Marseille nieder, ging eine zweite Ehe (3 Mädchen, 3 Jungen) mit der reichen Witwe Anne Ponsarde Gemelle ein und praktizierte erneut als Pestarzt, dem ein sagenumwitterter Zufall zu abermaligem Respekt verhalf: Obwohl er und sein Esel mit der Pest beständig auf Tuchfühlung waren, erkrankten die beiden selber nie.
Es war wie alles im Leben des Nostradamus paradox: Nun wurde ihm ausgerechnet sein ärztlicher Erfolg zur Falle. Der Legende nach nämlich war seine Heilkunst in Salon dermaßen gesundbringend, daß seiner Dienste bald kein Mensch mehr bedurfte und ihm schließlich nur noch kosmetische Salben für die Damen der Lokalhonoratioren abverlangt wurden. Der Saloner Alltag des Abenteurers drohte seine Kurzweil einzubüßen.
Da besann er sich auf die Märchenstunden des Großvaters, baute das oberste Stockwerk seines Hauses in ein Observatorium um, richtete sich eine stattliche Bibliothek mit okkulter Literatur ein, ließ sich auf einem dreibeinigen Magier-Schemel nieder und befragte per Wünschelrute, Destillierkolben und Wasserschüssel die Sterne.
Seine Visionen legte er, meist leicht bei Trance, in insgesamt 965 gereimten Vierzeilern nieder, die er, neben einigen Dutzend Sechszeilern, in zwölf altfranzösisch abgefaßten kleinen Büchern präsentierte: den berühmten "Centurien", deren erste Gesamtausgabe zwei Jahre nach seinem Tod 1568 in Lyon erschien. Diese Bücher heißen "Centurien" vermutlich darum, weil die meisten (nicht alle) dieser Bücher genau 100 solcher Verse versammeln. In den ersten beiden, 1555 veröffentlichten Versen dieser Centurien, gibt Nostradamus nach dem Versmaß einer Büttenrede seinen Arbeitsstil "ekannt: Sitz ich des Nachts, zu forschen in geheimen Dingen, / " " Allein, zurückgelehnt auf ehernem Gestühl, / Dann läßt die " " Einsamkeit und ihre kleine Flamme das gelingen, / Was für den " " Glauben nimmer ist zuviel, // Faß'' ich die Wünschelrute an " " den Zweigen, / So dringt''s wie eine Welle mir durch Kleid und " " Glieder, / Furcht, eine Stimme heißt mich schweigen, / " " Göttlicher Glanz. Göttliches schwebt hernieder. "
In dieser zurückgelehnten Haltung schwebten ihm durch das Guckloch seines Dachgestühls die von Robespierre angeordnete Enthauptung Marie-Antoinettes (1793), der kirchliche Ärger um den seiner Ämter enthobenen Erzbischof Kardinal Lefebvre, die Gründung der Vereinigten Arabischen Republik (1954), die Entdeckung des Radiums (1898) und das Attentat auf den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy in Dallas (1963) hernieder; Kriege aller Art inklusive.
Laut schriftlich fixierter Überzeugung des Nostradamus-Autors Rudolf Putzien drang ihm natürlich auch die CDU "durch Kleid und Glieder". In Centurie 11, Vers 25 soll der Magier gedichtet haben: "Ein Kanzler, dick wie ein Ochse" werde dereinst einem anderen "Kanzler" heimleuchten, "der alt ist wie der Vogel Phönix". Putzien: "Im Jahre 1963 trat Bundeskanzler Dr. Adenauer (alt wie der Vogel Phönix) von seinem Posten zurück. An seine Stelle rückte der korpulente Prof. Erhard (dick wie ein Ochse)."
Das Metier der Hellseherei war in einer von epidemischen Krankheiten, unberechenbaren Kriegen und der Heiligen Inquistion bis an den Rand des Wahnsinns verängstigten Epoche ein ganz normaler Job: Selbst so vernünftige Leute wie der Physiker-Astronom Johannes Kepler (1571 bis 1630) und der Literatur-Artist Rabelais (1494 bis 1553), den Nostradamus unter den Medizinstudenten in Montpellier wahrscheinlich gekannt hat, besserten durch S.95 Wahrsagerei ihre spärlichen Einkommen auf.
Der einzigartige Ruf, den Nostradamus genoß, verdankte er, wie der deutsche Forscher N. Alexander Centurio (Pseudonym für einen verstorbenen bayrischen Philologen namens Zentgraf) entwaffnend gläubig herbetet, dem unverschämten Glück, "mit dem Weltgeist" offenbar besonders intim zu verkehren. Sogar nach Ansicht nicht-verhexter Skeptiker hat Nostradamus den Turnier-Tod des Franzosen-Königs Heinrich II. bis in die Details genau vorausgesagt. In der 1555 niedergeschriebenen Centurie I, Vers 35, ist, in Nuancen "mmer wieder anders übersetzt (hier: Max Kemmerich, 1911), zu lese": " Der junge Löwe wird den alten überwinden / Auf kriegerischem " " Felde durch Einzel-Zweikampf: / In Goldenem Käfig wird er ihm " " die Augen ausstechen, / Von zwei Brüchen der erste, dann " " sterben eines grausigen Todes. "
Am 1. Juli 1559 - bereits vier Jahre später erfüllte sich dies Orakel. Während einer königlichen Hochzeitsfeier fordert Heinrich II. den schottischen Grafen Delorges Montgomery, der ihm als Hauptmann seiner Leibwache dient, spaßeshalber zum Wettstreit mit Pferd und Lanze heraus. Aus der Show wird vor Zeugen ein Unglück: Montgomerys Lanze durchsticht Heinrichs goldenes Visier ("den Käfig") und tritt in sein königliches Auge ein. Zehn Tage später ist Heinrich tot. Nostradamus hatte ihn während einer Audienz bei Hofe 1556 mit eigener Zunge gewarnt.
Seit dieser prophetischen Glanzleistung war Nostradamus der gemachte Hellseher. Sie ist bis heute seine astrologische Visitenkarte. Die Königinwitwe Katharina von Medici besuchte den Weitblickenden in seiner Saloner Studierstube. Heinrichs und Katharinas Sohn Karl IX. ernannte ihn 1564 zu einem seiner Leibärzte. Alexandre Dumas der Jüngere inszenierte die gelungene Prophetie in einem historischen Roman. Und Goethes Faust sitzt in der "Tragödie erster Teil" seit der Uraufführung am Hoftheater 1829 in Braunschweig auf allen Bühnen der Welt mit einem Buch des Nostradamus "unruhig auf seinem Sessel am Pulte".
Als der Visionär 1566 starb, war er ein Günstling des Hofes. Die einfachen Leute und Bauern in Salon aber haben ihn von Herzen gehaßt, da sie ihn für einen Hugenotten-Freund hielten. Er ließ ein bedeutendes Vermögen und unter seiner Kinderschar einen Sohn Michel zurück, der 1574 hingerichtet wurde: Er hatte es wie der Vater zum Hellseher gebracht, eine Feuersbrunst in der belagerten Stadt Le Pourzin prophezeit, und sich, als es nicht zündeln wollte, selber als Flammenwerfer betätigt.
Der Theologe Jean Aime de Chavigny, ein Lieblingsschüler des Meisters, hat sich 1594 an den Verblichenen erinnert: "Nostradamus war etwas unter Mittelgröße, kräftig im Körperbau, von munterem Wesen und stets gut gelaunt. Er hatte eine hohe Stirn, eine gerade Nase, graue Augen, einen sanften Blick, der im Zorn Flammen sprühen konnte. Er lachte gern und oft, hatte rote Wangen, sein Augenlicht blieb gut bis zuletzt. Nach der Sitte der damaligen Zeit trug er einen Vollbart, sein Gebiß war vollständig." Sein Sohn Cäsar, ein Historiker, dem er ein "Vorwort" zu seinen Prophezeiungen widmete, hat ihn gemalt. Das Original des Bildes wird in Aix-en-Provence aufbewahrt.
Jean-Charles de Fontbrune ist alles andere als ein Pionier der Nostradamus-Exegese. Die Ahnengalerie seiner am nostradamitischen Deutungsfieber ernstlich erkrankten Kollegen zählt (wie gesagt) vielmehr auf einige hundert, fast ausnahmslos männliche Privatgelehrte. Einer der berühmtesten dieser Veteranen war 1710 der Pariser Pfarrer Jean de Roux; ein anderer Jean-Charles de Fontbrunes eigener Vater, Max de Fontbrune, dessen 1938 erschienene Interpretation wegen angeblicher Deutschenfeindlichkeit auf Befehl der nazistischen Besatzer zwei Jahre später von der Vichy-Polizei dem Feuer übergeben wurde. Eine Neuausgabe (1976) des Vater-Max-Buches überraschte mit einem kritischehrerbietigen Begleitbrief (1951) des amerikanischen Schriftstellers Henry Miller.
Aber keiner dieser ins Astrale eingeweihten Herrschaften konnte eine so schillernde und das Portefeuille segnende Resonanz wie nun Monsieur Jean-Charles verbuchen: Bis heute hat Verleger Bourgeois einen Umsatz von umgerechnet 30 Millionen Mark in die Scheuer gefahren. Eine von "Paris-Match" gestartete Meinungsumfrage ergab, daß 70 Prozent aller Franzosen von Jean-Charles de Fontbrune gehört haben und 25 Prozent (das sind beinahe 14 Millionen Menschen) ihm ohne Einwand Glauben schenken. Und auch nach Auskunft seriöser Zeitungen haben vor allem "Damen und Herren aus den besseren Kreisen" S.96 bei ihren Reisebüros um Auswanderertickets nach Australien und Alaska angefragt.
Diese hanebüchene Aufregung aber hat nicht etwa das ganze Buch des Jean-Charles de Fontbrune zuwege gebracht. Im Gegenteil. Von den ersten 350 Seiten, auf denen Fontbrune den "Historiker" Nostradamus zum besten gibt, redet in Frankreich kein Mensch. Die Panik hat weniger als ein halbes Dutzend von Vierzeilern bewirkt, mit deren Klippschüler-Deutung Fontbrune den Magier auch als "Propheten" für die Gegenwart und Zukunft empfiehlt. Den spektakulärsten dieser alten französischen Abrakadabra-Verse (Centurie II, Vers 97) zitiert "er Interpretationsfanatiker auf Seite 367: Romain Pontife garde "e " t''approcher / De la cite que deux fleuves arrose: / Ton sang " " viendra aupres de la cracher / Toy et les tiens quand " " fleurira la Rose. "
In der deutschen Übersetzung des Zsolnay-Verlages löst sich das "uzzle so auf: Hüte Dich, römischer Papst, jene Stadt zu betreten" " die von zwei Flüssen umspült wird: Es wird Dein Blut und das " " Blut der Deinen hier vergossen werden, wenn die Rose blühen " " wird. "
An den Erläuterungen, die der Interpret diesem Vers hinzufügt, zeigt sich das ganze Ausmaß seiner unfreiwillig kuriosen Falschmünzerei. Die Stadt der beiden Flüsse: natürlich Lyon, denn dort begegnen sich Rhone und Saone. Es gibt aber etliche Städte mit zwei Flüssen auf der Welt. - Die blühende Rose? Keine Frage: "wenn die Linke an die Macht gekommen sein wird". Nostradamus aber hatte sich, was der "leidenschaftliche Wissenschaftler" (Fontbrune über Fontbrune) wissentlich verdreht, bei "la Rose" für ein klein geschriebenes r entschieden, kann also nur die Liebesblume oder die Jahreszeit und selbst bei der gebenedeitesten Auslegungskunst kein politisches Symbol im Auge gehabt haben.
In der Centurie IX, Vers 68, jedoch war er dafür so freundlich, ein Datum des Mordes preiszugeben: "jour de Lucie" = "am Fest der heiligen Lucia". Schüler Jean-Charles de Fontbrune: Johannes Paul II. stirbt durch Soldatenhand aus dem Hinterhalt im Wald am 13. Dezember. Als aber die gespannten Franzosen am 13. Dezember ihre Fernsehapparate einschalteten, sahen sie Johannes Paul putzmunter hinter einem Fenster des Vatikans aufgebaut und hörten ihn in polnischer Sprache den Warschauer Militärs ins Gewissen predigen. Einen Besuch in Lyon hat der Pontifex vorerst nicht geplant.
Der englische Höfling und Tagebuch-Autor Samuel Pepys (1633 bis 1703) hat über ein im Hause seines Freundes Sir Carteret 1667 geführtes Gespräch berichtet, bei dem die letzte Bitte des Nostradamus erwähnt wurde, man möge niemals sein Grab in Salon öffnen. Als es 60 Jahre nach seinem Tode dennoch geschah, erschreckte die Leute ein Kupferplättchen auf der Brust des Toten, dessen Inschrift ihre Niedertracht verdammte.
Solcherart Grabesschändung ist im übertragenen Sinn wohl auch die gewalttätige Exegese Jean-Charles de Fontbrunes: aus dem "Anagram" Rapis wird die Stadt Paris, aus Hister Adolf Hitler und aus der Sonne ("le soleil") die "Rückkehr der Monarchie". Also ließ die Rache des Hellsehers nicht lange auf sich warten: Fontbrune hat wegen seines Bestsellers zwei Prozesse am Hals.
Mit Hilfe des einen wollte ihm eine französische Familie namens de Fontbrune das Pseudonym verbieten lassen. Bei dem anderen klagt sein eigener Bruder darüber, Jean-Charles habe das "seriöse" Andenken des Vaters Max verunglimpft. Tatsächlich hat der Bestseller-Autor 17 Jahre gebraucht, um das Buch des General de Gaulle zugeneigten Vaters aus dem Jahre 1938 abzuschreiben. Seine eigene Leistung ist die Panikmache.
In einem amüsanten Wettlauf mit der Zeit versuchen gleich acht deutschsprachige Verlage, die aus Frankreich kommende Lust am Kladderadatsch auf Nostradamus komm raus zu verhökern. Noch bevor Zsolnay Jean-Charles de Fontbrunes "Nostradamus. Historiker und Prophet" feilbieten kann, hat Molden bereits die Epistel des Vaters Max auf dem Markt. Titel: "Was Nostradamus wirklich sagte". Goldmann vertreibt in Lizenz "Die großen Weissagungen des Nostradamus" aus der Feder Alexander Centurios, die 1977 der Turm-Verlag noch als "Prophetische Weltgeschichte" offerierte, und hat bereits Erfolg damit: SPIEGEL-Bestsellerliste Platz 7 diese Woche.
Der Drei Eichen Verlag gibt Rudolf Putziens "Nostradamus. Weissagungen über den Atomkrieg" (1958) abermals die Ehre. In einer Edition Sachbuch Aktuell tritt der Magier mit seinen "Prophezeiungen bis zum Jahr 2000" auf. Ein Kurt Allgeier hat für Heyne dagegen die "Weissagungen bis ins Jahr 2050" zusammengekehrt. Und das Verlagshaus Langen Müller ist unter dem Etikett "Nostradamus und die großen Weissagungen" mit einem Buch dabei, das den Erleuchteten vor einigen Jahren noch unter ferner liefen abfeierte und schlicht "Die großen Weissagungen über die Zukunft der Menschheit" hieß.
"Meine Arbeit am Werk des Nostradamus erhebt keinen Anspruch auf Genialität." Aber "ich frage mich, wie Leute es überhaupt wagen können, das Kulturdenkmal, das die Prophezeiung des Michel de Notredame darstellt, zu kritisieren und in Frage zu stellen". Dieser auf ein intellektuell nicht eben begnadetes Leser-Publikum berechnete Geist des Jean-Charles de Fontbrune hat (von Moldens Max noch am ehesten abgesehen) auch den meisten anderen Interpreten die emsige Feder geführt. Die Geschäftsparole lautet: glauben und kaufen! Kein Wunder darum, daß die Nostradamus-Exegese S.97
des deutschen Forschers C. Loog (1921) in einer Berliner Präsenz-Bibliothek vergilbt; die vergleichsweise exzellente Studie des Amerikaners Edgar Leoni "Nostradamus. Life and Literature" (1961) noch keinen deutschen Verleger fand; die unsentimentale Nostradamus-Kritik des Grafen Carl von Klinckowsstroem in der "Zeitschrift für kritischen Okkultismus" (1927) wahrscheinlich kein deutscher Lektor zur Kenntnis genommen hat.
Denn Loog deutet die Centurien ohne viel Spektakel als historisch pfiffigen "Zukunftsroman". Leoni hat auch Nostradamus nachträglich in den Mund gelegte "Fälschungen" wie den "Vogel Phönix" Adenauer aufgespürt. Und Klinckowsstroem vergreift sich sogar an der Star-Prophezeiung des Magiers über den Tod König Heinrichs II.: niemals könne, gibt der Graf zu bedenken, mit dem "alten Löwen" Heinrich und mit dem "jungen Löwen" Montgomery gemeint gewesen sein. Denn während ihres Turniers waren beide Herren etwa 40 Jahre alt.
Der Hellseher und seine Jünger: Wie Jean-Charles de Fontbrune war Nostradamus ein giftiger Anti-Republikaner. Nicht ein einziger seiner Verse ist politisch neutral. Aber er war anders als seine Erbschleicher auch ein Witzbold. Es ist viel darüber gerätselt worden, warum wohl der Magier seine Schriften verschlüsselt hat. Die gängige Antwort: vor der Inquisition. Das ist wahr, aber nur zur Hälfte. Mit dem Verschlüsselungs-Gag hat er sich die Garantie eines langlebigen Andenkens besorgen wollen: 400 meist ahnungslose Interpretationen, einen französischen Bestseller und zu Silvester 1981 einen SPIEGEL-Titel.
Für Nachgeborene wie Monsieur de Fontbrune aber hatte der ins Katastrophale verknallte Charly Rivel der Renaissance die Centurie VI, 100, den einzigen lateinischen Vers, parat: "Wer diese Verse liest, prüfe sie gründlich! Gemeines und unwissendes Volk soll sich nicht mit ihnen beschäftigen: Weg mit euch, ihr Astrologen, Strohköpfe und Barbaren! Wer dem zuwider handelt, der sei rechtmäßig verflucht!"
S.91
Laßt euch von den Propheten, die unter euch sind, nicht betrügen,
spricht der Herr.
Jeremias 23,16. Altes Testament.
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Na, Bammel vor dem Weltuntergang? - Schlimmer als dieser Auftritt
kann er auch nicht werden.
Waldorf und Statler, Muppets-Show.
*
S.94
Sitz ich des Nachts, zu forschen in geheimen Dingen, / Allein,
zurückgelehnt auf ehernem Gestühl, / Dann läßt die Einsamkeit und
ihre kleine Flamme das gelingen, / Was für den Glauben nimmer ist
zuviel, // Faß'' ich die Wünschelrute an den Zweigen, / So dringt''s
wie eine Welle mir durch Kleid und Glieder, / Furcht, eine Stimme
heißt mich schweigen, / Göttlicher Glanz. Göttliches schwebt
hernieder.
*
S.95
Der junge Löwe wird den alten überwinden / Auf kriegerischem Felde
durch Einzel-Zweikampf: / In Goldenem Käfig wird er ihm die Augen
ausstechen, / Von zwei Brüchen der erste, dann sterben eines
grausigen Todes.
*
S.96
Romain Pontife garde de t''approcher / De la cite que deux fleuves
arrose: / Ton sang viendra aupres de la cracher / Toy et les tiens
quand fleurira la Rose.
*
Hüte Dich, römischer Papst, jene Stadt zu betreten, die von zwei
Flüssen umspült wird: Es wird Dein Blut und das Blut der Deinen hier
vergossen werden, wenn die Rose blühen wird.
*
S.92 Nach einem Gemälde von Chappel. * S.93 Die siegreiche deutsche Barren- und Reckturnmannschaft. * S.97 unten: Gemälde des Japaners Hatsusaburo Yoshida. * Oben: Nach Scheuchzer in der "Physica sacra"; *

DER SPIEGEL 53/1981
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