30.04.2016

SiemensOB rüffelt Kaeser

Betriebsrat und IG Metall erhalten beim Kampf gegen den Abbau von Jobs bei Siemens neuerdings Unterstützung von ungeahnter Seite: durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Firmenchef Joe Kaeser will in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe 2500 Stellen streichen – gegen den erbitterten Widerstand von Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften. Auf einer Betriebsversammlung am Siemens-Standort München-Perlach kritisierte nach Darstellung von Teilnehmern nun auch der OB die Konzernführung. Er könne nicht verstehen, so Reiter, dass die Weltfirma in der Landeshauptstadt, aber auch im übrigen Bayern und im Rest der Republik trotz erheblicher Gewinne immer wieder Arbeitsplätze abbaue. Es gebe auch andere Möglichkeiten, ein Unternehmen zu restrukturieren. Gleichzeitig appellierte der SPD-Mann an die Siemens-Leitung, zumindest einen Teil der rund 3000 offenen Stellen in Deutschland in der bayerischen Metropole zu besetzen. Auch gegenüber Kaesers Vorgänger Peter Löscher fand der Sozialdemokrat deutliche Worte. Unter dessen Führung hatte sich der Konzern in München und Erlangen von rund 3400 firmeneigenen Wohnungen getrennt. Angesichts der aktuellen Mietpreisexplosion sei das "ein Riesenfehler" gewesen, so Reiter. Schließlich könne man "auch mit Werkswohnungen durchaus Rendite erzielen".
Von Did

DER SPIEGEL 18/2016
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