13.08.2016

Künstliche IntelligenzMehr Roboter als Menschen?

Sie heißen Asimo, Nao oder Dreamer, und meist haben ihre Entwickler ihnen Kulleraugen und kugelrunde Köpfchen verpasst. Viele humanoide Roboter wirken daher so liebenswert, dass man sie sofort mit nach Hause nehmen will. Jobs gibt's dort genug: aufräumen, bügeln, Kaffee kochen, im besten Fall sogar die Oma pflegen. Doch noch bleibt die künstliche Intelligenz weit hinter solchen Verheißungen zurück. Es sind eher tumbe Industriemaschinen, die heute die Menschen entlasten – wegen ihrer Monsterkräfte oft weggesperrt in massive Käfige. Ingenieur Luis Sentis von der University of Texas in Austin will Roboter und Mensch nun näher zusammenbringen. In seinem Human Centered Robotics Laboratory hat er Dreamer entwickelt, einen putzigen Humanoiden, der schon für den Blockbuster "Transformers: Ära des Untergangs" im Einsatz war. Der Clou ist seine Steuerung: Sentis und seine Mitarbeiter haben ein System ersonnen, mit dem Dreamer seine Befehle über einen gewöhnlichen Webbrowser empfangen kann. So haben Entwickler auf der ganzen Welt Zugriff auf das Maschinchen, etwa via Smartphone, und können es mit ihren Ideen schlauer und sicherer machen. Auch ganze Robo-Trupps könnten einst so befehligt werden. Das wäre spätestens dann nötig, wenn eine Prognose von Forscher Sentis eintritt: "Eines Tages wird es mehr Roboter geben als Menschen", glaubt er, "dann muss jeder von uns mehrere humanoide Roboter kontrollieren."
Von Jko

DER SPIEGEL 33/2016
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