27.09.1999

AUTOREN

Aus der Asche ein Feuer

Von Follath, Erich

Als er sein erstes Buch schrieb, war er 64. "Die Asche meiner Mutter" wurde ein Welterfolg. Jetzt ist er 69 und die Fortsetzung erscheint in Millionenauflage: Der amerikanische Ire Frank McCourt genießt seinen Ruhm als spätes Wunderkind - und lebt seine eigene Legende. Von Erich Follath

Frank McCourt hat gelernt, mit Gesten sparsam umzugehen. Damals, in den Slums von Limerick zu den Zeiten seiner irischen Kindheit, holte sich jeder schnell eine blutige Nase, der eine falsche Bewegung machte. So duckt er sich bis heute bei jedem Treffen und jedem Gespräch instinktiv weg, als wolle er keine Angriffsflächen bieten: ein Boxer, der selten die Deckung aufgibt. Ein Misstrauischer, gestählt im permanenten Überlebenstraining.

Aber an diesem Morgen könnte Frank McCourt die ganze Welt umarmen. Und er zeigt es - mit einer weit ausladenden, jeden Selbstschutz vernachlässigenden Geste. "Dies alles hier ist mein Besitz", sagt er und lässt mit weit erhobenen Händen seinen Zeigefinger kreisen bis zum Horizont. Ein umgebautes Herrenhaus, eine riesige Wiese mit Bäumen, ein naturbelassener Teich - McCourt-Country, so weit das Auge reicht. Er hat das millionenteure Anwesen nahe der kleinen Stadt Roxbury im US-Bundesstaat Connecticut vor einem halben Jahr gekauft und ist damit zum Nachbarn von Meryl Streep, Dustin Hoffman und Arthur Miller geworden.

Außerdem besitzt Frank McCourt noch eine große Wohnung an der New Yorker Fifth Avenue. Außenministerin Madeleine Albright hat ihn zum Frühstück in ihre Privatwohnung gebeten. Und als der Schriftsteller zweimal eine Einladung ins Weiße Haus ausschlug - er war mit seinen Brüdern unterwegs, Familienangelegenheiten gehen für ihn nun mal vor -, fragte eine New Yorker Boulevardzeitung an, ob er mit seiner Brüskierung Clintons eine politische Haltung zum Ausdruck bringen wolle; an seiner Stelle sei nach einer peinlichen Pause beim Galadinner Lauren Bacall an den Tisch des Präsidenten geholt worden.

McCourt schrieb schnell einige klärende Zeilen ans Weiße Haus (er mag Clinton, trotz allem) und wurde gleich wieder zu einer familiären Lesung in die Präsidentengemächer gebeten. Er fuhr hin, und Hillary und Bill waren sehr dankbar.

Kein Zweifel: Da ist einer angekommen unter den Glitterati und Literati der USA, Konkurrenz für den weisen John Updike und den weiß gekleideten Tom Wolfe. Schwer begreiflich ist dieser Aufstieg für Kenner des Literaturbetriebs, aber noch verblüffender für ihn selbst. Geschichten wie die von den Clintons erzählt er wie eine doppelte Persönlichkeit: Er weiß, was er tut, und genießt es; beobachtet sich aber gleichzeitig wie ein Unbeteiligter - und kommt aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Frank-im-Glück, hineinkatapultiert in ein Wunderland.

"Das alles habe ich mit einem einzigen Buch geschafft. Andere Autoren, viele bedeutende darunter, haben für ihr gesamtes umfangreiches Lebenswerk nicht so viel Anerkennung erfahren", sagt McCourt, und dann, als müsse er ob all seiner Erfolge ein schlechtes Gewissen haben: "Höchste Zeit, dass ich jetzt den zweiten Teil meiner Erinnerungen vorlege."

In seinem Debüt "Angela''s Ashes" kommen keine bestsellerträchtigen Berühmtheiten und keine strahlenden Aufsteiger vor. Frank McCourt erzählt von dem alkoholsüchtigen Vater, einem irischen Möchtegernpatrioten, der wegen seiner Hilfsdienste für die katholischen Terroristen der IRA Hals über Kopf Irland verlassen muss und später mit seiner Familie wegen wirtschaftlicher Probleme zurückkehrt. Von seiner Mutter, die verzweifelt versucht, ihre Kinder durchzubringen. Von den Armenvierteln im westirischen Limerick, wo alles im Schlamm und Kot erstickt, wo gesoffen, gehurt, vor allem aber gehungert wird. Und, oft schon in Kindertagen, an Krankheit und Auszehrung gestorben.

Die kleinen Zwillingsbrüder McCourt, mit denen die anderen Kinder ein Bett teilen, rafft eine Lungenentzündung dahin. "Sechs Monate nach Olivers Heimgang wachten wir an einem ekligen Novembermorgen auf, und da lag Eugene - kalt neben uns." So lapidar schildert Frank das Ungeheuerliche.

Aber Frank weiß gar nicht, was aufgeben heißt, für Selbstmitleid hat er keine Zeit. Elfjährig ist er mit seinen Gelegenheitsjobs - und Klauen - schon Haupternährer der Familie: streetsmart und nie um einen originellen Einfall verlegen. Wie er Fish and Chips auftreibt, wie er seine ersten Erfahrungen mit Sex macht (er ist 15, als seine Geliebte an Tuberkulose stirbt), wie er eine geizige Alte übers Ohr haut und schließlich das Geld für die Flucht nach Amerika zusammenkratzt: Das sind Geschichten, die süchtig machen, herzzerreißend traurig und oft zwerchfellerschütternd komisch zugleich.

Ein Teil des Bestseller-Erfolgsgeheimnisses liegt in der besonderen Erzählperspektive begründet. Jahrzehntelang hat sich McCourt, längst in den USA eingebürgert und inzwischen Lehrer für Englisch und Literatur, mit seiner Story gequält, hat immer neue Anfänge geschrieben und wieder zerrissen. Erst nach seiner Pensionierung kam ihm die zündende Idee: Er schrieb seinen Lebensroman aus der Sicht und in den Sprachebenen des Kindes.

Als Frank McCourt diesen Kunstgriff gefunden hatte, war er 64 Jahre alt - ein spätes Wunderkind. Zwölf Monate lang schrieb der Autor wie im Fieberwahn, dann hatte er den ersten Teil seiner Memoiren fertig. Sie versetzen den Leser mit solcher Intensität in die Hinterhöfe von Limerick, dass er den Angstschweiß der Hungernden zu spüren, das Trost spendende Guinness zu schmecken glaubt. Sie transportieren ihn, auf den letzten Buchseiten, an Bord eines Überseedampfers, wo der 19-jährige Frank 1949 seiner Zukunft entgegenschlingert und schon sieht, "wie die Lichter von Amerika funkeln".

Selten hat ein Buch Kritiker wie Publikum in so vielen Ländern so gleichermaßen begeistert. In den USA erhielt "Angela''s Ashes" den "National Book Critics Circle Award" und den Pulitzerpreis. In Deutschland wählten die Buchhändler McCourt zum "Autor des Jahres". Das Werk wurde in 19 Sprachen übersetzt und verkaufte sich weltweit bis jetzt mehr als vier Millionen Mal - die Branche spricht vom "Phänomen des Jahrzehnts".

Hat ein Autor nach einem solchen Über-Wurf überhaupt Lust auf eine Fortsetzung, zumal ihm die Stimme des Kindes und sein schaurig schönes Limerick nun zwangsläufig verloren gehen? Zittert Frank McCourt, dessen Debüt die "New York Times" mit James Joyce'' "Ulysses" verglich, vor den Kritikern seines zweiten Buches?

"Ich weiß, es gibt genug Immigranten-Romane, aber ich hoffe doch, dass sich viele dafür interessieren, wie es mit Angela, meinem Vater, meinen Geschwistern und mir weiterging", sagt Frank McCourt. "Außerdem musste ich diese Fortsetzung einfach schreiben - ich war''s mir schuldig und auch meinem Verlag." Ellen, seine dritte Frau und selbst Publizistin, hat ihn zusätzlich zum Schreiben angefeuert.

Er hat ihr einen traditionell irischen Claddagh-Ehering gekauft, obwohl sie keine Irin ist, und er trägt auch selbst diesen Bekennerschmuck. Er sagt, er wolle in den USA leben, aber ein kleines Häuschen in der Stadt seiner Jugend zu kaufen, das könnte er sich "im hohen Alter" schon vorstellen. Er weiß: Man kann einen McCourt aus Limerick herausholen, aber Limerick nie ganz aus einem McCourt. "Ich bin auf beiden Kontinenten, in beiden Kulturen zu Hause. Ich sitze auf dem Bindestrich von Irisch-Amerikanisch."

Früher, in ihrem Slum, träumten sie von fernen Ländern. Den einzigen einigermaßen läusefreien Raum nannten seine Geschwister und er "Italien". Jetzt ist für Frank McCourt überall Italien, ach was, jetzt gehört ihm das ganze Mittelmeer und die Anrainer dazu: Er brennt darauf, sein amerikanisches Anwesen zu zeigen.

Viel Holz, viel Glas, viel hohe Wände und Platz zum Atmen ist in der luxuriös umgebauten Scheune. Auf Möbel legt der Hausherr weniger Wert; dafür auf Spielsachen. Fein säuberlich aufgereiht steht eine große Armee von Zinnsoldaten auf dem Schreibtisch. "Das hier ist meine IRA, aber ich lasse sie nie gegen die Briten ins Gefecht ziehen", sagt McCourt, der als Kind in Limerick nie Spielzeug besessen hat. "Die fanatischen Iren, wie mein Vater einer war, müssen in Schach gehalten werden."

Auf dem Tisch liegen Zeitungen und Zeitschriften aus aller Welt, so zerlesen, als habe da einer Seite für Seite nach etwas Bestimmtem gesucht - zum Beispiel nach den ersten Kritiken seines neuen Buchs, das in diesen Tagen in den USA und in Deutschland erscheint.

"''Tis" hat McCourt sein Zweitwerk genannt, weil er sich vorgenommen hat, genau dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat: Das Wort beschließt "Angela''s Ashes". Harry Rowohlt hat es mit "Doch" übersetzt - also kommt auf den deutschen Markt ein Buch mit dem Titel "Doch"? Der Luchterhand Literaturverlag entschied sich lieber für die vorletzten Worte des ersten Memoirenteils, mit denen ein hoffnungsvoller Frank (allerdings im Original in Frageform) seine neue Heimat charakterisiert: "Ein rundherum tolles Land"*.

"Eines würde mich kränken", sagt der Autor, "wenn Kritiker mir vorwerfen, dass ich auf Teufel komm raus meinen Erfolg wiederholen will und deshalb in die Klischeekiste greife."

Frank McCourt hat alles getan, um aus der "Asche" keine Masche werden zu lassen. Er erzählt nun mit "erwachsener" Stimme, er geht auch kritischer um mit seiner Familie. Und doch ist die Magie von der ersten Seite an wieder da: Die Sprache, die Figuren fesseln - der Vater, der sich nur noch dem Suff widmet und sich von seiner Familie abwendet, eine Scheidung auf irisch; die Mutter, die nicht weiß, wie sie sich aus den Fängen ihrer Armut und ihrer Vorurteile befreien soll.

Franks amerikanische Story ist keine Tellerwäscher-wird-Millionär-Geschichte. Der junge Mann dient sich schmerzlich langsam nach oben. Er schrubbt in einem Hotel, schleppt Tiefkühlfleisch durch Schlachthöfe. Er wird verspottet wegen seines Akzents, seiner schlechten Zähne, seiner entzündeten Augen. Er fühlt sich als Aussätziger. Er träumt von den blonden All-American-Girls mit ihrem "Schneeglöckchenlächeln" und kommt in den ersten Jahren doch nur an irische Mauerblümchen heran.

Weil er in Irland schon mit 14 die Schule verlassen musste, scheint ihm der Weg nach oben verbaut; immerhin verdient er als ungelernter Arbeiter so viel, dass er seinen Brüdern Malachy, Michael und Alphonsus bei ihrem Weg von Limerick nach Amerika helfen kann. Seine Rettung ist schließlich - die U. S. Army. Über deren Ausbildungsprogramm im Rahmen der "GI Bill" findet er zum Studium.

Frank McCourt verbringt seinen Militärdienst von 1951 bis 1953 hauptsächlich in Deutschland. Die Zeit im bayerischen Lenggries hält er noch heute für "die schönste meines Lebens". Er wird, zurück in New York, Berufsschullehrer und verbietet den Kids als erstes, mit Sandwiches

* Frank McCourt: "Ein rundherum tolles Land". Deutsch von Rudolf Hermstein. Luchterhand Literaturverlag, München; 496 Seiten; 48 Mark.

zu werfen - da ist er empfindlich. Später schafft er den Sprung an die renommierte Stuyvesant High School.

Aber die Erinnerung an Limerick hört nie auf, ihn zu quälen - und ihn zu locken. In der ersehnten Neuen Welt martert ihn nun nicht mehr der Hunger, sondern die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Er holt Vater und Mutter zu einem Besuch nach New York, beide getrennt - beide Trips werden zum Fiasko.

Der Vater, der behauptet hat, er rühre keinen Tropfen mehr an, kommt volltrunken im New Yorker Hafen an. Frank verfrachtet den Torkelnden schnell zurück und sieht ihn erst wieder, als er gestorben ist. Zur Trauer am Sarg ist er nicht fähig, und alles, woran er sich später von der Beerdigung erinnert, ist ein Lachen über eine Möwe. "Er wurde in der falschen Zeit geboren", sagt Frank McCourt über seinen Erzeuger, eher nüchtern als bitter. "In einem früheren Jahrhundert hätten ihn die Engländer als Rebellen gehängt. Er wäre glücklich und singend gestorben - und hätte uns Kinder mit der Aufforderung verschont, wir sollten für die irische Sache unser Leben geben."

Die Mutter, die Frank und sein Bruder Malachy für zwei Wochen eingeladen haben, geht zur Verblüffung ihrer Kinder nicht mehr zurück. Doch glücklich wird Angela nicht in New York. Sie schikaniert ihre Söhne, weigert sich, deren Frauen zu akzeptieren, und vermisst sogar die oft ausgebrannte Feuerstelle in ihrem alten Slum-Haus, die "Asche", die Frank McCourts erstem Buch den Titel gab. "Sie wollte, dass wir nette, irische, katholische Mädchen heiraten, und wir taten ihr diesen Gefallen nicht", sagt Frank McCourt.

Als sie stirbt, bringt er ein großes Opfer: Gemeinsam mit seinen Brüdern verstreut er ihre Asche auf dem katholischen Friedhof von Limerick. Für Angela war die Kirche ein Anker. Für Frank ist sie der Quell allen irischen Übels, "bei uns gab es viele Katholiken, aber ganz wenige Christen". Nie hat sich einer der Priester in Limerick um die Slums gekümmert, erinnert er sich - außer bei der "Osterpflicht": Da kamen die Pfaffen und sammelten bei den Ärmsten der Armen Spenden.

Gelegentlich treffen sich die übrig gebliebenen McCourts. Dass sie der Welterfolg von "Angela''s Ashes" besonders zusammengeschweißt hätte, kann man nicht sagen. Malachy, Schauspieler, Barbesitzer, Hansdampf in allen Flaschen, hat sich clever an den Erfolg des Bruders herangehängt. Er veröffentlichte 1998 seine eigenen Memoiren, eine amüsante, aber uninspirierte Anekdotensammlung aus den frühen New Yorker Jahren: die Erinnerungen eines Berufs-Iren. Damit kam Malachy Franks zweitem Buch zuvor - und landete einen Bestseller. Ein weiterer aus der irischen Bettlerfamilie war in den USA groß herausgekommen. Noch ein Big Mc.

Frank grollte und mochte das Buch des Bruders nicht lesen. Doch inzwischen haben sie sich versöhnt und organisieren Familienfeiern mit Michael (Barkeeper in San Francisco) und Alphonsus (Restaurateur in New York). Nicht immer arten die Treffen in Harmonie aus; zu unterschiedlich sind die Charaktere, zu gebrochen die Erfolgsgeschichten. Auch Frank, inzwischen Großvater, erlitt Rückschläge: Zwei seiner Ehen gingen in die Brüche. Immer wieder wurde er, auf der Suche nach dem Amerikanischen Traum, in die irischen Trinkerkreise von New York zurückgestoßen.

Als er dann, schon als Berühmtheit, nach Limerick reiste, hatte er ein mulmiges Gefühl. Manche beschimpften ihn als Nestbeschmutzer, aber die meisten feierten ihn begeistert. Das Touristenbüro der Stadt veranstaltet inzwischen "Angela-Touren" zu den (meist abgerissenen) Schauplätzen der McCourt-Memoiren. Die Universität, die es zu Franks Jugendzeiten noch nicht gab, verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Das hat er als einen Triumph empfunden. Und sollte jemand gesehen haben, wie er sich die eine oder andere Träne aus den Augen wischte, so kümmerte ihn das einen "Fiedlerfurz", um es mal auf Limerickisch zu sagen.

Seine Erfolgsstory zieht Kreise: Mit einem Budget von 45 Millionen Dollar stellt Hollywood Limericks Elend nach. Frank McCourt war auf dem Film-Set, und die Ironie der Geschichte sprang ihn an wie ein Metro-Goldwyn-Mayer-Löwe.

Die Produzenten fanden weder in Limerick oder irgendeiner anderen Stadt im prosperierenden Irland die für die "Authentizität" notwendige bittere Armut. So zogen die Filmemacher im Niemandsland in der Nähe von Dublin graue Fassaden hoch, eine ganze Gasse, bis sie fast aussah wie damals die Gosse; und als sie das Ambiente zu wenig dramatisch fanden, pinselten sie alles noch rissiger, noch verhärmter. "Sie haben die künstlichen Häuser künstlich verslumt", sagt Frank McCourt kopfschüttelnd. "Herr im Himmel, sie haben eine ganze Industrie um mich und meine Lebenserinnerungen herum gebaut."

Aber der Immigrant hat Amerikas Spielregeln längst perfekt inhaliert. Er verdrängt die Schmerzen, die ihm die Beobachtung der Filmszenen bereitet. Er lässt sich am Drehort fotografieren. Regisseur Alan Parker, der schon "Evita" erfolgreich verfilmte, sei sein Wunschregisseur und werde auch dies hier schaffen, sagt McCourt, pflichtgemäß begeistert. Emily Watson, die Preisgekrönte von "Breaking the Waves", sei eine "perfekte" Angela.

Was bleiben dem Mann, der nächstes Jahr 70 wird, sonst noch für Wünsche? Er überlegt nicht lange. Er möchte ein Buch über Ehen schreiben und warum sie selten halten, da fühlt er sich als Experte. Er würde, ein begeisterter Marathonmann, viel dafür geben, den New York Marathon mitzulaufen. Und er hätte verdammt gern mehr Zeit, McCourt-Country in Connecticut zu genießen.

Frank McCourt ist zufrieden mit sich, seinen Büchern, der Welt - und doch immer auch auf der Suche nach der verlorenen Zeit. "Vier zu drei steht es in dem Kampf der McCourts gegen Gott", sagt er, als gehe es um ein Fußballspiel; vier Kinder der Familie sind durchgekommen, drei hat der Allmächtige im Babyalter zu sich genommen, Frank wird nie verstehen, warum, und es Ihm auch nie verzeihen.

"Vier zu drei - wir führen. Aber wer weiß, wie lange noch?"

* Frank McCourt: "Ein rundherum tolles Land". Deutsch von Rudolf Hermstein. Luchterhand Literaturverlag, München; 496 Seiten; 48 Mark.

DER SPIEGEL 39/1999
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