Von Bölsche, Jochen; Pötzl, Nobert F.; Repke, Irina; Schnibben, Cordt
Sonntag, 26. November 1989
Oggersheim
In seinem weißen Bungalow in Ludwigshafen-Oggersheim hat Helmut Kohl zwei alte Freunde versammelt, denen er mehr vertraut als allen Koalitionspartnern in Bonn und den meisten Bündnispartnern in den Regierungen der Nato-Staaten.
Oft schon waren ihm die Brüder Fritz und Erich Ramstetter - der eine pensionierter Studiendirektor, der andere Stadtdekan von Ludwigshafen - beim Verfassen von Neujahrsansprachen behilflich gewesen. Nun feilt der Kanzler mit den beiden katholischen Theologen an einem Dokument von weltpolitischem Rang: einem "Zehn-Punkte-Plan" zur Wiedervereinigung Deutschlands.
Handschriftlich ergänzt Kohl einen Entwurf, den unter strengster Geheimhaltung eine Arbeitsgruppe unter der Leitung seines Beraters Horst Teltschik gefertigt hat. In dem Papier wird ein Vorschlag Hans Modrows vom 17. November aufgegriffen und stark ausgeweitet: zu einem "Dreischritt von der ,Vertragsgemeinschaft'' über die ,Konföderation'' bis hin zum Ziel ,Föderation''" (Kohl).
In etlichen Telefonaten mit dem Berliner Staatsrechtler und CDU-Abgeordneten Professor Rupert Scholz erörtert der Kanzler von Oggersheim aus alle denkbaren Einheitsmodelle.
An der Zielvorstellung eines deutschdeutschen Staatenbundes - dem sich Moskau nach Kohls Überzeugung am wenigsten widersetzen würde - stört den Christdemokraten, dass so die "Zweistaatlichkeit festgeschrieben" würde. Kohl, noch vor kurzem skeptisch gegenüber allen Wiedervereinigungsplänen, geht es nun jedoch "um eine Föderation, das heißt um die bundesstaatliche Einheit Deutschlands", wie sie auch das Grundgesetz postuliert.
Ehefrau Hannelore tippt die geänderten Passagen in ihre Reiseschreibmaschine. Ein Kurier bringt das Papier von Oggersheim nach Bonn. In der Bundeshauptstadt machen sich Kohls Redenschreiber Michael Mertes und Martin Hanz daran, die Endfassung herzustellen.
Allen Beteiligten verordnet der Kanzler Stillschweigen. Vortragen will er seinen Plan am Dienstag im Rahmen der Haushaltsdebatte des Bundestages - im Alleingang, ohne zuvor den freidemokratischen Koalitionspartner oder die Alliierten zu konsultieren.
"Hätte ich", argumentiert Kohl später, "die Zehn Punkte innerhalb der Koalition oder gar mit unseren Verbündeten abgestimmt, dann wären sie am Ende völlig zerredet worden. Jetzt war nicht die Stunde der Bedenkenträger."
Montag, 27. November 1989
Leipzig
Aus Sicht der Ost-Berliner Staatspartei ist der Süden der Republik bereits außer Kontrolle geraten. Stasi-Leute werden bedroht, Polizeiwagen nicht mehr betankt, Polizistenkinder aus Krippen ausgeschlossen.
In Berlin fühlt sich SED-Agitator Günter Schabowski schon an "Vietnam ''75" erinnert: "Saigon hat noch Regierungsgewalt, aber in Hue, also Leipzig, da ist schon nichts mehr zu machen."
In Leipzig fordert an diesem Abend jedes zweite Transparent die Wiedervereinigung Deutschlands. Überdimensionale schwarz-rot-goldene Flaggen ohne das Hammer-und-Zirkel-Emblem der DDR beherrschen das Bild.
Den Organisatoren entgleitet die Veranstaltung. Als der Student Michael Arnold, 25, Mitbegründer des Neuen Forums, ans Mikrofon tritt und seine "Ängste" vor einer Wiedervereinigung offenbart, brandet ihm aus der Masse der 200 000 Demonstranten ein Pfeifkonzert entgegen.
Auf Linke wie Arnold zielt ein Appell, den der Ost-Berliner Schriftsteller Rolf Schneider an diesem Tag im SPIEGEL veröffentlicht:
Die Opposition in der DDR sollte sich des nationalen Problems inne werden, statt es zu verketzern. Ihrer sozialen Herkunft zufolge aber sind die Oppositionellen höhere Angestellte, Künstler, freischwebende Intellektuelle. Die Arbeiterschaft ist bei ihnen unterrepräsentiert. Seit dem 10. November strömt diese über die Westgrenze. Ihr volonté générale ist gesamtdeutsch.
Schneider wagt die Prognose: "Die deutsche Einheit wird kommen, früher, als alle mutmaßten."
Dienstag, 28. November 1989
Bonn In den ersten Morgenstunden geht eine verschlüsselte Telex-Botschaft über den Heißen Draht, der das Weiße Haus und das Bundeskanzleramt verbindet. Helmut Kohl übermittelt dem "lieben George" Bush als einzigem Verbündeten vorab seinen Zehn-Punkte-Plan zur "Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands".
Der US-Präsident, der am 2. Dezember auf einem Kriegsschiff vor Malta den Kremlchef treffen will, hat Kohl gebeten, ihm zur Vorbereitung des Gesprächs die deutschlandpolitischen Positionen Bonns darzulegen. Nun kabelt der Kanzler seinem Freund über den Atlantik:
Haben Sie herzlichen Dank für Ihre telefonische Bitte, Ihnen für Ihre bevorstehende Begegnung mit Generalsekretär Gorbatschow bei Malta auch unsere deutschen Anliegen mitzugeben ... Sie geben damit ein unübersehbares Zeichen deutsch-amerikanischer Freundschaft.
Allen anderen befreundeten Regierungen lässt Kohl den Redetext erst am Vormittag zustellen, fast zeitgleich mit der Vorstellung des Zehn-Punkte-Plans im Bundestag.
Die Kanzlerrede findet weltweites Echo: Sie wirkt in Ost und West wie ein Schock - obwohl das Reizwort "Wiedervereinigung" moderat verpackt ist in den Satz: "Wie ein wiedervereinigtes Deutschland schließlich aussehen wird, das weiß heute niemand."
"Ganz bewusst" hat Kohl in seinem Stufenplan "jegliche zeitliche Festlegung vermieden": "Wir wollten uns einerseits nicht den eigenen Handlungsspielraum verbauen, andererseits die mancherorts ohnehin aufgeregten Gemüter nicht unnötig reizen."
Aus dem gleichen Grund hat Kohl die Frage nach der Bündniszugehörigkeit eines vereinigten Deutschlands ausgeklammert - obwohl für ihn außer Frage steht, dass "ein Austritt aus der Nato niemals der Preis für die Wiedervereinigung" sein darf.
Kohl im Rückblick: "Es wäre in diesem Augenblick töricht gewesen, dieses Thema hochzuspielen. Möglicherweise hätte dies den Kreml dazu veranlasst, die Notbremse zu ziehen."
Mittwoch, 29. November 1989
Ost-Berlin Christa Luft, 51, fühlt sich unwohl in ihrem Büro. Die Wissenschaftlerin, seit wenigen Tagen Wirtschaftsministerin im Kabinett Modrow, empfindet ihr Amtszimmer als zu "monströs und pompös": Mit 25 Lichtquellen verschiedener Form und Größe gleicht der Raum einer "Mischung aus holzgetäfeltem Salon und Lampenladen".
Ihre Amtsgeschäfte erledigt die Mecklenburgerin mit wachsendem Unbehagen. Als Hans Modrow sie vor zwei Wochen für sein Kabinett gewann, ahnte sie nicht, welches "heimtückische Erbe" sie erwartete.
Der politisch wenig erfahrenen Wissenschaftlerin, seit 1988 Rektorin der Berliner Hochschule für Ökonomie, macht nun nicht allein die hohe Auslandsverschuldung zu schaffen. Mehr noch plagen sie die politischen Hypotheken, die auf der neuen Regierung lasten.
Als "makaber" empfand sie es schon, dass das neue Kabinett ausgerechnet vom Staatsratsvorsitzenden Egon Krenz vereidigt wurde, der in der Bevölkerung binnen kurzem jegliches Vertrauen eingebüßt hatte. Außerdem findet die Newcomerin, dass der Reformregierung entschieden zu viele "langgediente Staatsfunktionäre" und zu wenige "kompetente Parteilose" angehören.
Und mehr und mehr beschleicht sie der Verdacht, sie diene im - ansonsten frauenfreien - Kabinett lediglich "als schönes Feigenblatt für jene, die meinten, hinter den Kulissen weiter die Fäden in der Hand halten zu können".
Die Ministerin, in ihrer Studentenzeit selbst als IM "Gisela" in das Netz der Stasi geraten, gewinnt zunehmend den Eindruck, dass Modrow die Auflösung der Geheimpolizei nicht energisch genug betreibt: "Härte", begreift sie, sei "seine Stärke nicht".
Die Schwäche des Ministerpräsidenten kommt dem neuen Geheimdienstchef zugute, der Modrow gegenüber ein doppeltes Spiel treibt. An ein und demselben Tag präsentiert Generalleutnant Wolfgang Schwanitz, seit kurzem Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (Nasi), zwei Papiere zum selben Thema - mit ganz unterschiedlichem Inhalt.
Für Modrow erstellt Schwanitz ein unverfänglich wirkendes Reformkonzept, das eine Reduzierung des Personalbestandes der ehemaligen Stasi um mehr als die Hälfte vorsieht, aber das Heer der Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) unerwähnt lässt.
Intern unterrichtet Schwanitz die "Leiter der Diensteinheiten", dass die alten Stasi-Anweisungen zur Arbeit mit IM in Kraft bleiben. In Dienstbesprechungen fordert der Nasi-Chef seine Untergebenen auf, dafür zu sorgen, dass "kein für die Arbeit des Amtes perspektivvoller IM verloren geht".
Retten will Schwanitz auch seine Offiziere im besonderen Einsatz (OibE), mit denen die Stasi seit Jahrzehnten den Staatsapparat unterwandert hat. Das für Modrow bestimmte Reformpapier spricht vage vom "Einsatz von ausgewählten Kadern ... unter strenger Wahrung der Konspiration" in Ministerien und wissenschaftlichen Einrichtungen. Modrow "bestätigt" das Konzept, das die Bespitzelung seiner eigenen Regierung erlaubt.
Nachträglich nimmt Schwanitz an dem Papier einschneidende Veränderungen vor. So drängt der Geheimdienstchef auf weitere "Nutzung der operativen Möglichkeiten zur Eingrenzung bzw. Verhinderung des Missbrauchs der Kirchen zur Durchführung verfassungsfeindlicher Aktivitäten durch feindliche Kräfte in Sammlungsbewegungen/Vereinigungen" - die alten Unterdrückungstechniken sollen offenbar beibehalten werden.
Im Nachhinein wird Christa Luft das "Zickzack-Herangehen an die Auflösung des Sicherheitsapparates" als "einen Grundfehler der Regierung Modrow" erkennen. In ihren Memoiren wirft sie die Frage auf, warum sie im Herbst 1989 Modrow nicht aufgefordert hat, Schwanitz abzulösen*.
"Vielleicht hielt ich das Thema", schreibt sie, "mehr für Männersache."
Donnerstag, 30. November 1989
Ost-Berlin
Der große Dicke mit dem goldenen Händchen gerät ins Schwitzen. Auf einer Delegiertenkonferenz des Ministeriums für
Außenhandel knöpfen sich erzürnte Genossen den Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski vor, der den Staat jahrzehntelang mit Devisen und die Bonzen mit Pretiosen versorgt hat, etwa mit Brillantschmuck zum Geburtstag der First Lady Margot Honecker.
Die Delegierten wollen wissen, was dran ist an den Berichten und Gerüchten, die im ganzen Land kursieren. Schalck verwickelt sich in Widersprüche. Hatte er noch vor wenigen Tagen öffentlich erklärt, mit der Vorzugsbehandlung für die Wandlitzer nichts zu tun zu haben, so verrät er nun, er habe auf Befehl gehandelt.
Erich Honecker persönlich, gesteht der Staatssekretär, habe ihn angewiesen, über den Bereich "Kommerzielle Koordinierung" jährlich sechs Millionen Valutamark für die Versorgung der Politbüro-Familien mit Westwaren bereitzustellen (siehe Analyse Seite 110).
Den kritischen Genossenfragen entnimmt Schalck, dass die Luft für ihn dünn wird in der DDR. Tags zuvor bereits ist Kulturminister Dietmar Keller auf Distanz zu dem Devisenhai gegangen: Schalcks Kunst- und Antiquitäten-GmbH, die jahrzehntelang Privatsammler und Museen ausgeplündert und Kunstgüter ins Ausland verscherbelt hat, habe ihre Tätigkeit bereits eingestellt, versucht Keller die Öffentlichkeit zu beschwichtigen.
Hektisch bemühen sich die Staats- und Parteiführer seit Tagen, als Saubermänner zu erscheinen. Gegen Honecker und fünf weitere Spitzenfunktionäre ermittelt die Staatsanwaltschaft schon wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung von Staatseigentum.
Rasch werden alle "Sonderjagdgebiete" der SED-Führung aufgelöst. Die exklusiven Jagdhäuser von Honecker, Ex-Premier Willi Stoph und dessen Stellvertreter Günther Kleiber sind versiegelt worden.
Bis zum SED-Sonderparteitag Mitte Dezember, verkündet Egon Krenz abends im Fernsehen, sollten alle Korruptionsfälle so weit aufgeklärt sein, dass die DDR-Bürger erkennen könnten: Bestechlich sei "nicht die ganze SED" gewesen, sondern nur ein Bruchteil der Genossen.
Freitag, 1. Dezember 1989
Ost-Berlin Drei Wochen erst sind vergangen, seit Wolf Biermann, 53, seine "Ballade von den verdorbenen Greisen" gedichtet hat. Aus seinem westdeutschen Exil verfolgte der Barde, vor 13 Jahren zwangsausgebürgert aus der DDR, die Fünferbande der Altstalinisten in Ost-Berlin mit bitterem Spott.
Vier der fünf, die Biermann ins Visier nahm, sind bereits gestürzt: SED-Generalsekretär Erich Honecker ("Die schlimmste Krankheit hattest du immer: die stalinistische Syphilis"), Parteiideologe Kurt Hager ("Du hast deine Jugendträume verraten"), Stasi-Minister Erich Mielke ("Nichts wird dir vergessen, kein einziger Schlag") und Chefpropagandist Karl-Eduard von Schnitzler ("In dich gehn nicht mal die Würmer rein"). Nur einer ist noch am Ruder - Staats- und Parteichef Egon Krenz, über den der Dichter höhnte:
Hey Krenz, du fröhlicher kalter Krieger Ich glaube dir nichts, kein einziges Wort Du hast ja die Panzer in Peking bejubelt Ich sah dein Gebiss beim Massenmord Dein falsches Lachen ...
Doch nun verliert auch die Nummer fünf der alten Riege zusehends an Einfluss.
Die Blockparteien versuchen mit aller Macht, sich von der Krenz-Partei abzukoppeln. In einer Sitzung, die, wie der Generalsekretär klagt, zum "Tribunal über Funktionäre der SED" wird, beschließt die Volkskammer, die Führungsrolle "der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei" aus der Verfassung zu streichen. Wenig später muss Krenz nach einem Schwächeanfall für 20 Minuten den Plenarsaal verlassen.
Am selben Tag wird ein offener Brief publik, der belegt, dass der Parteichef nicht einmal mehr das Vertrauen der eigenen Basis genießt. Genossen aus dem Berliner Großbetrieb VEB Bergmann-Borsig schreiben: "Egon Krenz ist uns als Vorsitzender einer Wahlkommission, die gefälschte Wahlergebnisse verantwortet hat, sowie als Mitwisser und Dulder von Wandlitz-Schlaraffenland nicht tragbar."
Doch den schlimmsten Gesichtsverlust fügt an diesem Tag Biermann, der verbannte Dichter, dem angeschlagenen Führer der Einheitspartei zu.
Noch am 4. November - Biermann wollte auf dem Alex auftreten - war ihm die Einreise verweigert worden. Auch am 14. November, als er zu einem Konzert in der Ost-Berliner Samaritergemeinde eingeladen war, sah sich der wortgewaltigste unter den DDR-Dissidenten "ausgekrenzt" - wegen Beleidigung von Krenz.
Mittlerweile aber haben sich in der Ost-Berliner Führung die Krenz-Kritiker durchgesetzt: Biermann darf jetzt nicht nur einreisen und auftreten, sondern auch mit dem neuen Kulturminister Dietmar Keller zusammentreffen. Der SED-Politiker entschuldigt sich bei Biermann für dessen jahrzehntelange Drangsalierung.
Zwei Jahre später, bei Durchsicht seiner Stasi-Akten, wird der Sänger erfahren, was die SED gegen ihn im Schilde führte. Eine MfS-Liste sah vor, den Staatsfeind noch nach dessen Ausbürgerung 1976 mit ausgesuchten "Maßnahmen" zu terrorisieren - etwa:
Geeigneten Journalisten-IM zur Diffamierung einsetzen ...
Tonbandgeräte u. a. Geräte zerstören ... Verbreitung sinnentstellender Verfälschung ...
Leitungsstörungen verursachen ...
Maßnahmen zur Schaffung psychischer Belastungen ...
Zum Alkoholmissbrauch veranlassen ...
Zu sexuellen Ausschweifungen (Minderjährige) veranlassen ...
Liebesverhältnisse, die bestehen,
zerstören ...
Falsche ärztliche Betreuung ...
"Die Ausbürgerung war ein Fehler", erklärt Keller. Er verspricht dem Sänger: "Wir als diejenigen, die jetzt die Verantwortung haben, bekennen uns dazu, dass das in diesem Land nicht mehr vorkommen wird."
Biermann erwidert, er glaube dem Minister. Er gehe nämlich davon aus, "dass ich es mit einem Menschen zu tun habe und nicht mit einem berufsmäßigen Schweinehund".
Dann reist der Sänger weiter nach Leipzig. Dort soll am Abend sein erstes öffentliches DDR-Konzert nach 24 Jahren Auftrittsverbot stattfinden.
Leipzig
In der kaum geheizten Leipziger Messehalle frieren 6000 Zuhörer in dicken Winterjacken, während oben im Scheinwerferlicht der Liedermacher schwitzt und klampft und singt, bis ihm ein Nagel abbricht und die Stimme versagt.
Millionen Fernsehzuschauer erleben live das triumphale Comeback des Wolf Biermann. Als er seine Ballade von den verdorbenen Greisen anstimmt, wird er von Jubel unterbrochen:
Hey Krenz ...
Du bist unsre Stasi-Metastase Am kranken Körper der Staatspartei Wir wolln dich nicht ins Verderben stürzen Du bist schon verdorben genug Nicht Rache, nein, Rente! Im Wandlitzer Ghetto und Friede deinem letzten Atemzug.
Lediglich höflichen Beifall erntet der Reformkommunist jedoch, als er den "Traum der Pariser Commune" vom humanen Sozialismus beschwört und vor Wiedervereinigungsgerede warnt: "Wir wären schön dumm - ihr wäret schön dumm -, wenn ihr rückwärts laufen würdet ins alte Reich à la Kohl." Denn Biermanns Publikum, erkennt der West-Berliner Journalist Max Thomas Mehr nach diesem Konzert, hat von den sozialistischen Modellen - auch von denen der DDR-Opposition - schlicht "die Schnauze voll".
Den Mitgründer der rot-grünen "Tageszeitung" ("taz") beschleicht "am Ende das Gefühl, dass der tatsächliche Einfluss dieser Opposition auf den Gang der Geschichte abnimmt, das Volk längst woandershin will, vielleicht gar nicht weiß, wohin, und die Opposition dieser Volksbewegung hinterherhechelt".
Sonnabend, 2. Dezember 1989
Kavelstorf Die Dörfler nennen das mysteriöse Areal in ihrer Nachbarschaft die "verbotene Zone". Seit Jahren rätseln die Bürger der 1000-Seelen-Gemeinde Kavelstorf bei Rostock, was sich wohl hinter den meterhohen Betonmauern verbergen mag, die das streng abgeschottete Betriebsgelände der volkseigenen Imes Export-Import GmbH umgeben.
An diesem grau verhangenen Vormittag verlangen die beunruhigten Nachbarn - Motto: "Volksauge, sei wachsam" - kategorisch Glasnost. Dutzende von Dorfbewohnern pilgern zum Imes-Gelände und bedrängen Firmenchef Erhard Wiechert, das Tor zu öffnen.
Neugierig stürmen die Kavelstorfer in eine kameragesicherte graue Wellblechhalle, angeblich eine Reparaturwerkstatt. Der Imes-Chef versucht den Bürgern weiszumachen, in dem Hochsicherheitstrakt werde lediglich mit Kochgeschirr und Landmaschinen gehandelt. Als er den zunehmend misstrauischen Besuchern die Besichtigung einer weiteren Riesenhalle verwehrt, kommt es fast zum Handgemenge. Schließlich gibt Wiechert den Widerstand auf und gestattet den Kavelstorfern einen Blick in die Sperrzone.
Gleißendes Neonlicht füllt einen scheinbar endlos langen, fast zehn Meter hohen Wellblechbau, in dem sich bis zur Decke Munitions- und Waffenkisten stapeln. Die Container sind mit weißer Farbe beschriftet - in Deutsch, Kyrillisch und Arabisch.
Wie unter Schock, teils mit Tränen in den Augen, irren die Dörfler zwischen den Kisten-Türmen umher. Bald schwinden die letzten Zweifel: Die DDR, von deren Friedensliebe manch einer auch in Kavelstorf überzeugt war, bereichert sich in großem Stil an weltweiten Waffenschiebereien.
Ost-Berlin
Rechtsanwalt Wolfgang Vogel, 64, ist zu Gast bei Franz Bertele, 58, Bonns Ständigem Vertreter in Ost-Berlin. Noch während
des Abendessens in Berteles Residenz in der Kuckhoffstraße im Bezirk Pankow wird der DDR-Jurist in einer dringenden Angelegenheit ans Telefon gerufen.
Alexander Schalck-Golodkowski, der tagsüber noch mit Kanzleramtsminister Rudolf Seiters in Stuttgart über einen deutsch-deutschen Reisedevisenfonds verhandelt hat, ist über Berlin-Tegel in die DDR-Hauptstadt zurückgekehrt. Jetzt bittet er Vogel inständig, ihn sofort zu besuchen - die Sache vertrage keinerlei Aufschub.
Wenige Minuten nach 22 Uhr trifft der Anwalt in Schalcks Büro in der Wallstraße ein. "Big Alex" - den Krenz noch vor kurzem mit dem Posten des DDR-Ministerpräsidenten betrauen wollte - sitzt hinter seinem Schreibtisch, vor sich eine Pistole. Schluchzend beschwört er den Anwalt: "Wenn du das Mandat nicht übernimmst, erschieße ich mich."
Das Politbüro, barmt der Devisenschieber, habe ihm das Vertrauen entzogen; vor seinem Haus werde demonstriert; die Volkskammer verlange Auskunft über sein Valuta-Reich; selbst Geheimdienstchef Schwanitz erkläre, er könne seinen wichtigsten OibE nicht länger schützen. Zu allem Überfluss hat die "Aktuelle Kamera" am Abend über Schalcks Waffenschiebereien berichtet:
Als geheimes Waffenversandunternehmen entlarvten Einwohner des Landkreises Rostock heute in Kavelstorf die Imes GmbH, die Handelsbeziehungen zu Ländern in Nahost, Afrika und Südamerika unterhält. Letzte Lieferungen nach Übersee wurden Ende Oktober vom Rostocker Hafen umgeschlagen und verschifft. Weitere Posten an Waffen und Munition stehen in einer riesigen Wellblechhalle mit Gleis- und Autobahnanschluss bereit ... Die GmbH gehört zum Bereich Kommerzielle Koordinierung, die dem Staatssekretär Schalck-Golodkowski unterstellt ist.
Vogel glaubt, dass Schalck jederzeit mit seiner Festnahme rechnen muss. Er rät ihm, schnellstens abzuhauen.
An Modrow schreibt Schalck rasch noch einen irreführenden Brief. "Ich fahre nicht in die BRD, nach West-Berlin oder Nato-Staaten", lügt er und bettelt: "Gib mir persönlich die Chance, in geordneten Verhältnissen über fast 40 Jahre im Dienst unseres Staates nachzudenken."
Dann wirft sich Schalck in seinen nachtblauen Volvo und steuert den Grenzkontrollpunkt Invalidenstraße an. Gegen 0.40 Uhr erreicht er West-Berliner Territorium. Noch in derselben Nacht wechseln im Osten drei Koffer mit brisantem Inhalt ihren Besitzer. Die Gepäckstücke mit geheimen Unterlagen über illegale Embargogeschäfte und mit den Protokollen von Gesprächen, die Schalck in früheren Jahren mit CSU-Chef Franz Josef Strauß und anderen westdeutschen Spitzenpolitikern geführt hat, bringt ein Fahrer zu Vogels Wohnung im Dorf Schwerin südlich von Berlin.
Der Anwalt nimmt die Koffer entgegen. Anderntags deponiert er sie ungeöffnet in seiner Kanzlei in Berlin-Friedrichsfelde.
Geheimdienst-Offizier Schalck weiß, wen der Inhalt der Koffer bald schon brennend interessieren wird: die Nachrichtendienste des Westens, denen er sich anzuvertrauen gedenkt - nachdem sein eigener Dienstherr ihm den Schutz entzogen hat.
Malta Sturmböen peitschen die See vor Malta, Ort des Elefantentreffens zwischen den Präsidenten der USA und der UdSSR. Vor der Südküste der Inselrepublik, in Sichtweite des Fischerdorfes Marsaxlokk, reißen zwei riesige graue Kriegsschiffe an den Ankerketten.
Der Sturmwind lässt das Sternenbanner am Bug der "Belknap" knattern, Flaggschiff der sechsten US-Flotte, das für George Bush bereitliegt. Für Michail Gorbatschow ist der sowjetische Zerstörer "Slava" durch den Bosporus ins winterliche Mittelmeer gerauscht.
So heftig heult der Wind, dass die Gespräche, die ursprünglich an Bord der beiden Kriegsschiffe stattfinden sollten, auf das im Hafen liegende russische Kreuzfahrtschiff "Maxim Gorki" verlegt werden müssen. Korrekturbedürftig ist auch das Programm des "Seegipfels", der eigentlich als Routinetreffen geplant war.
Bush hatte angenommen, beide Partner könnten "die Füße auf den Tisch legen" und entspannt miteinander reden. Doch unversehens hat sich durch Kohls Zehn-Punkte-Plan die deutsche Frage auf die Tagesordnung gedrängt.
Gorbatschow wertet jedes unvermittelte Abrücken von der Zweistaatlichkeit Deutschlands als Risiko für die politische Stabilität in Europa: "Es gibt zwei deutsche Staaten - so hat es die Geschichte gefügt."
Bush macht sich Kohls Argumentation zu eigen und erwidert, er erwarte die Einigung Deutschlands als Ergebnis eines Prozesses; der allerdings dürfe nicht "von außen" beschleunigt werden.
Er selbst, versichert Bush im Vier-Augen-Gespräch, werde nichts unternehmen, was gefährliche Folgen haben könnte: "Ich habe nicht die Absicht, vor der Mauer zu demonstrieren, weil hier viel zu viel auf dem Spiel steht."
Gorbatschow lacht: "Vor Mauern zu demonstrieren gehört sich nicht für einen Präsidenten."
Nebenher reden die beiden Staatsmänner über eine Möglichkeit, die noch wenige Wochen zuvor blanke Utopie gewesen ist: die Überlegung, im Jahre 2004 die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin stattfinden zu lassen.
Sonntag, 3. Dezember 1989
Ost-Berlin
Adventslieder klingen vom Weihnachtsmarkt im Prenzlauer Berg herüber zur Schönhauser Allee, wo sich zur Mittagsstunde tausende von Menschen ballen. Hier, mitten in Ost-Berlin, kreuzen sich zwei Menschenketten, die von 12 Uhr bis 12.15 Uhr die gesamte DDR von West nach Ost und von Nord nach Süd überspannen sollen.
Hunderttausende sind dem Aufruf des Neuen Forums und anderer Gruppen gefolgt, auf diese Weise für die Demokratisierung der Deutschen Demokratischen Republik zu demonstrieren. Kaum jemand hält sich an den Appell, Kreuzungen und Schienenwege nicht zu blockieren - vielerorts ruht eine Viertelstunde lang der Verkehr.
Punkt 12.15 Uhr löst die Demonstration sich auf. Auf den Bordsteinen bleiben flackernde Kerzen zurück, in der Gosse liegt hin und wieder ein Zettel mit der zur Zeit meistgeäußerten Forderung: "SED ade."
Bereits eine Stunde später bahnt sich im "Großen Haus", der ehemaligen Reichsbank der Nazis, die Erfüllung dieses Wunsches an: Auf wachsende Kritik auch aus den eigenen Reihen reagieren Zentralkomitee und Politbüro der SED mit ihrer Selbstauflösung.
Schon am Vorabend waren tausende von Genossinnen und Genossen vor der Zentrale aufmarschiert und hatten den Abtritt des Politbüros verlangt, "das Amtsmissbrauch und Korruption verschleiert". Als Egon Krenz sich den Demonstranten stellte, wurde er ausgebuht und ausgepfiffen - bis ihm klar wird: "Ich habe keine Chance mehr."
Die Sonntagssitzung ist kaum eröffnet, als Hans Modrow den überraschenden Abgang eines ZK-Mitgliedes bekannt gibt: Schalck-Golodkowski habe in der Nacht die DDR mit unbekanntem Ziel verlassen. "Ach du Scheiß, das ist ja unglaublich", ruft jemand dazwischen und löst, wie der Stenograf in seinen Block krakelt, "große Unruhe und Empörung" aus.
Der 86-jährige Altkommunist Bernhard Quandt erklärt unter Tränen, die Partei müsse "abrechnen" mit der "Verbrecherbande des alten Politbüros", und plädiert für die Wiedereinführung der Todesstrafe: "Alle standrechtlich erschießen, die unsere Partei in eine solche Schmach gebracht haben!"
Ein anderer stößt schluchzend hervor: "Ich habe keine Schuld! In mir ist etwas zerbrochen! Mein Leben ist zerstört! Ich habe geglaubt an die Partei! So bin ich mit der Muttermilch erzogen."
Egon Krenz übernimmt die Verantwortung für die Fälschung der Kommunalwahlen im Mai. Dennoch weist er alle Forderungen zurück, die Ergebnisse zu annullieren:
Würden wir jetzt diese Frage neu aufrollen, ich habe die Furcht, dann räumen wir nicht nur Positionen, die wir noch besitzen, dann können wir ganz nach Hause gehen.
Zwar sei es ehrenhaft, die "Wende" nicht mit einer Lüge beginnen zu wollen, windet sich der Funktionär: "Nicht zu vertreten aber ist es, Kader zu belasten, die noch das Vertrauen haben" - Krenz meint offenbar sich selbst.
Von Altkadern, die bei ihnen in Misskredit geraten sind, trennen sich die Genossen in Windeseile: Honecker, Stoph, Tisch, Sindermann und Mielke werden gemeinsam mit anderen hohen Funktionären wegen "schwerer Verstöße" gegen das SED-Statut aus der Partei ausgeschlossen.
Die Sitzung endet chaotisch. Das "würdelose Auseinanderlaufen" des Zentralkomitees, notiert Krenz über diesen Tag, sei "der bisher bitterste Punkt in meinem Leben".
Draußen formieren sich unterdessen aufständische Parteigenossen aus der Akademie der Wissenschaften zu einem Sternmarsch auf das ZK-Gebäude.
Sie wollen, so Mitinitiator Bernd Florath, 35, "die Verwalter der alten Macht aus ihren Amtsstuben vertreiben oder sie zumindest durch Bürgerkomitees kontrollieren"; außerdem plädieren sie für "Umwandlung des Parteivermögens in Volkseigentum".
Als die Parteibasis vor dem "Haus der 1000 Fenster" aufmarschiert, verdrückt sich das ZK durch den Hinterausgang. Nur Schabowski wagt sich vor die wütende Menge - und überrascht das Parteivolk mit der Mitteilung, das ZK sei bereits zurückgetreten und habe einen "Arbeitsausschuss" eingesetzt, der einen Außerordentlichen Parteitag einberufen werde.
Einige der Demonstranten durchschauen die Taktik. "Auf diese Weise wurde verhindert, dass unabhängige Mitglieder von der Basis den Apparat und die dazugehörigen Papiere unter Kontrolle nahmen und den Parteitag eigenständig organisierten", begreift Akademie-Historiker Florath.
Noch am selben Tag tritt im kalten, leeren ZK-Gebäude der neu installierte "Arbeitsausschuss" zusammen, darunter Reformsozialisten wie Ex-Geheimdienstler Markus Wolf, Filmhochschulrektor Lothar Bisky und Dresdens Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer.
Zum Wortführer der "nicht legitimierten Quasi-Führung" schwingt sich, wie Wolf bemerkt, rasch der quicke Gregor Gysi auf. Der wortgewandte Advokat, der binnen kurzem zum "Idol der rebellierenden Parteibasis" geworden ist, soll die Partei retten - samt ihrem Milliardenvermögen.
Bei Brötchen und Kaffee aus Thermoskannen zimmern die Ausschussmitglieder - die sich laut Wolf wie "Teilnehmer einer Palastrevolution" fühlen - in aller Eile einen Aktionsplan zusammen, mit dessen Bekanntgabe Gysi sogleich die protestierende Basis zu besänftigen versucht.
Der Anwalt verspricht, der Ausschuss werde umgehend eine Untersuchungskommission einsetzen, um Korruptionsvorwürfen nachzugehen. Außerdem würden sofort alle Konten gesperrt, alle Computer kontrolliert und alle Zimmer der alten Führung versiegelt werden.
Brüssel Am frühen Abend landet die Kanzlermaschine der Bundesluftwaffe auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem. Helmut Kohl ist auf Schloss Styvenberg in Laeken, in der Residenz des amerikanischen Botschafters, mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Abendessen verabredet.
Kohl, in diesen Tagen von aller Welt bedrängt, sieht in George Bush einen "großen Glücksfall für uns Deutsche" - einen Mann, der "zu echter Freundschaft fähig" sei und für den überdies eines "unverrückbar" feststehe: "Ein Land darf nicht geteilt sein." Mit dem Zehn-Punkte-Planer Kohl liegt der Präsident, wie er dem Kanzler schon Mitte der Woche am Telefon versichert hat, politisch "auf einer Wellenlänge".
Nun, auf Château Styvenberg, berichtet Bush seinem transatlantischen Freund vom Malta-Gipfel. Gorbatschow habe beim Thema Deutschland "recht angespannt" gewirkt und zu erkennen gegeben, dass es Kohl "zu eilig" habe. Der Russe komme "einfach nicht mit dem ungeheuren Tempo zu Rande", mit dem sich Osteuropa umwälze.
Er habe Gorbatschow beschwichtigt, erzählt der Präsident, dass er Kohl gut kenne. Daher wisse er, dass der Oggersheimer "die Sache nicht überstürzen" werde.
Kohl bittet Bush, nicht zu verkennen, dass sich die deutsche Frage zur Zeit "wie eine Grundwelle im Ozean" entwickle. Zugleich aber beteuert er, "Gorbatschow natürlich nicht in die Ecke drängen" zu wollen; er strebe ein baldiges Treffen mit dem Moskauer an.
Bush bestärkt den Kanzler: Ein solches Gespräch sei sicher "nützlich", biete es doch Gelegenheit, "einige falsche Eindrücke zurechtzurücken".
Am Ende verspricht der US-Präsident, die deutsche Position anderntags in Brüssel beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der Nato zu unterstützen, wo Kohl scharfen Widerstand erwartet. "Ohne Wenn und Aber", so weiß der Kanzler, unterstützen seinen Einheitskurs zur Zeit "nur der spanische Ministerpräsident Felipe Gonzáles und der irische Regierungschef Charles Haughey".
Bush hält Wort - und ebnet mit einem starken Auftritt beim Nato-Gipfel ein weiteres wichtiges Stück des Weges zur deutschen Einheit. "Er machte unseren Partnern klar", urteilt Kohl später, "dass die Vereinigten Staaten meine Politik unterstützten. Sein Kalkül war, sich zum Fürsprecher der deutschen Sache zu machen und im Gegenzug unsere feste Zusicherung zu erhalten, dass wir uns für eine Mitgliedschaft auch des vereinten Deutschland in der Nato stark machten." Kohl: "Beides war ganz in meinem Sinne."
Erleichtert registriert Kanzlerberater Tel tschik, dass weder vor Malta noch in Brüssel neue Hindernisse auf dem Weg zur Einheit errichtet worden sind. "Im Gegenteil", schreibt er in sein Tagebuch, "das Signal steht auf grün - zur Vorsicht wird ermahnt, aber die Weichen sind richtig gestellt."
JOCHEN BÖLSCHE; NORBERT F. PÖTZL,
IRINA REPKE, CORDT SCHNIBBEN
DER SPIEGEL 48/1999
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