15.07.2017

ZeitgeschichteEichmanns BND-Verbindung

Der Anwalt von Holocaust-Organisator Adolf Eichmann arbeitete während dessen Prozesses in Jerusalem 1961/62 offenbar als Informant des Bundesnachrichtendienstes (BND). Das legen Unterlagen des BND-Archivs in Pullach nahe. Danach führte der BND-Vorläufer "Organisation Gehlen" den Anwalt Robert Servatius 1953 als "Verbindung". Servatius war zuvor mehrfach nach Moskau gereist. Pullach hielt ihn deshalb für eine "zwielichtige Persönlichkeit", wollte aber seine Kontakte nutzen. Seit 2011 ist bekannt, dass der BND Zugang zum Verteidigerteam Eichmanns hatte, bislang war aber unklar, wie. Der BND fürchtete zu Beginn des Prozesses, Eichmann könne den damaligen Kanzleramtschef Hans Globke belasten, der während des "Dritten Reichs" im Innenministerium tätig gewesen war. Diese Sorge erwies sich als überflüssig. Der Kanzleramtschef habe ein "sehr positives Urteil über Servatius", notierte ein BND-Mitarbeiter nach einer Besprechung mit Globke 1960.
Von Klw

DER SPIEGEL 29/2017
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