Zwischen Mercedes-Benz-Chef Helmut Werner und dem Daimler-Benz-Vorsitzenden Jürgen Schrempp gibt es heftigen Krach. Anlaß ist der Austausch des für das Lkw-Geschäft verantwortlichen Vorstands bei Mercedes. Tatsächlich beginnt nun offenbar der Machtkampf zwischen dem sehr erfolgreichen Automobil-Chef Werner und dem Konzern- Sanierer Schrempp.Werner suchte seit längerem Ersatz für den glücklosen Lkw-Manager Bernd Gottschalk und fand mit dem Veba-Vorstand Kurt Lauk den geeigneten Nachfolger. Schrempp, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender bei der Tochter Mercedes, stimmte zu. Doch am Mittwoch mußte Werner in mehreren Zeitungen lesen, daß Schrempp die überfällige Neubesetzung des Nutzfahrzeug-Vorstands endlich durchgesetzt habe. Es konnte der Ein- druck entstehen, daß Werner nur noch Befehlsempfänger des Daimler- Vorsitzenden sei. Der Mercedes-Chef erhielt aus dem Konzern mehrere Hinweise, daß Schrempp diese Version gestreut habe, um ihn zu demon- tieren. Werner bestand auf einer Aussprache. Die geriet am Donnerstag ver- gangener Woche in Schrempps Büro dann so lautstark, daß Teile davon noch im Vorzimmer deutlich zu verstehen waren. Ein Mercedes-Manager : "So wütend habe ich unseren Chef noch nie erlebt."
DER SPIEGEL 31/1996
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