07.02.2000

Terror am Telefon

Seine Titelgeschichte zum Thema Moral in Heft 51/1999 hat der SPIEGEL mit Bildern verschiedener "Moralapostel" illustriert. Neben dem Philosophen der Aufklärung Immanuel Kant, dem chinesischen Philosophen Konfuzius und einem gekreuzigten Christus wurde auch ein Gemälde des deutschen Malers Theodor Hosemann aus dem Jahr 1847 abgebildet, das den Propheten Mohammed zeigt.

Seither wird die Redaktion mit wütenden Briefen und Unterschriftenlisten von Muslimen aus ganz Europa überschüttet, die sich durch die Abbildung beleidigt fühlen.

Der türkische Sender Show-TV forderte zum Protest auf - und blendete die Nummer eines SPIEGEL-Redakteurs ein, der an der Titelgeschichte völlig unbeteiligt war. Der erhält seither täglich zahlreiche Anrufe, in denen er teils unflätig beschimpft und sogar mit dem Tode bedroht wird. Ein aufgebrachter Muslim kündigte per Fax an, sich an der Frau des Redakteurs zu vergreifen.

Zu der Reaktion seiner Glaubensbrüder äußert sich der saudische Arzt Nadeem Elyas, 55, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland.


DER SPIEGEL 6/2000
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