17.04.2000

KAMBODSCHA Vormarsch der Thai-Armee

Thailands Streitkräfte nutzen den desolaten Zustand der kambodschanischen Armee aus, um Territorium jenseits der gemeinsamen Dschungelgrenze unter ihre Kontrolle zu bringen. An insgesamt 18 Stellen sollen Bangkoks Soldaten in den vergangenen Wochen Stützpunkte im Nachbarland ausgebaut und gefestigt haben. Westliche Militärattachés berichten in Übereinstimmung mit kambodschanischen Behörden, die Thais hätten zum Teil Straßen durch den Regenwald geschlagen und Minen gelegt, um ihre Gebietsansprüche zu sichern. Die Landnahme betraf ausschließlich die Provinz Battambang, in der sich vor gut einem Jahr die letzten Roten Khmer der Regierung in Phnom Penh ergeben haben. Der durch jahrzehntelangen Bürgerkrieg geschwächten Armee Kambodschas war es in der Folgezeit nicht gelungen, das unübersichtliche Gebiet zu sichern, dessen Grenzverlauf von jeher umstritten ist.


DER SPIEGEL 16/2000
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