17.07.2000

SPANIENSozialisten suchen frischen Schwung

Spaniens Sozialisten wollen sich in dieser Woche von der Lähmung befreien, die sie befallen hat, seit die konservative Volkspartei von Ministerpräsident José María Aznar bei den Wahlen im März die absolute Mehrheit errang. Die Sozialistische Arbeiterpartei PSOE, die einst unter Felipe González 14 Jahre lang Spanien regierte, verspricht sich frischen Schwung von einem neuen Parteichef. Vier Anwärter bewerben sich um das Spitzenamt, darunter zwei Frauen. Die baskische Europa-Abgeordnete Rosa Díez kann mehr Anhänger mobilisieren als die Ex-Sozialministerin Matilde Fernández, die aus der Gewerkschaftsbewegung stammt. Die findet Rückhalt vor allem bei den Linken, die in Andalusien, Heimat von fast 30 Prozent der Delegierten, den Ton angeben. Der jüngste Anwärter ist José Luis Rodríguez Zapatero. Gemeinsam mit seiner Gruppe "Neuer Weg für den Wandel" fordert er den Bruch mit der alten von Skandalen beschädigten Parteiführung. Am Ende einigt sich die in ideologische Lager zersplitterte PSOE aber womöglich auf einen Kompromisskandidaten - den farblosen Anwalt José Bono, der in Kastilien-La Mancha regiert. Er hat als Einziger bereits erklärt, dass er 2004 als Spitzenkandidat für die Parlamentswahl zur Verfügung steht. Dann hätte er es immerhin nicht mehr mit dem erfolgreichen Aznar zu tun - der will nicht wieder antreten.

DER SPIEGEL 29/2000
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