09.10.2000

FRAUENBEWEGUNG„Die gläserne Wand“

Siege und Niederlagen der Frauen im Kampf gegen die Männerherrschaft. Von Alice Schwarzer
Sie trägt ein blaues Kostüm. Tailliert und kniekurz. Dazu Stöckelschuhe Ton in Ton. Wir kennen sie alle. Es ist Barbie. Aber diesmal nicht im Minirock oder Hochzeitskleid. Diesmal im Karriere-Outfit der Präsidentin von Amerika. Ja. Der weltweit ins Stocken geratene Verkauf der Barbie-Puppe zwang den Hersteller, seiner magersüchtigen Blondine ein zeitgemäßes Image zu verpassen. Auch Hillary begnügt sich schließlich nicht länger damit, dekorative First Lady zu sein, sie will mächtige First Woman werden. Nach dem ersten Emanzipationsschock latschte Barbie als Fußballerin aus der Schachtel, sodann als Astronautin, jetzt tippelt sie als President 2000 Barbie ans Mikro. - Das ist der Stoff, aus dem zu Beginn des dritten Jahrtausends die Mädchenträume sind.
Die Saat geht auf. Wir Feministinnen haben mehr erreicht, als ich vor 30 Jahren auch nur zu träumen gewagt hätte. Sicher, damals wollten wir die Welt aus den Angeln heben und die Sterne vom Himmel holen. Dass wir dazu aber auch Muskeln und Macht auf Erden brauchen, das hatten wir noch nicht so richtig zu Ende gedacht. Da kamen wir erst mit den Jahren drauf, nach dem Auszug aus den Frauenzentren und dem Einzug in die Welt.
Es fiel nur ein Schuss. Am 3. Juni 1968 zielte in Manhattan Valerie Solanas, die Autorin des provokanten Manifestes der "Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" (S.C.U.M.) im Namen des Feminismus auf den Popkünstler Andy Warhol. Er überlebte. Ansonsten bewahrte die Frauenbewegung in Zeiten blutiger Aufstände die Ruhe und machte sich lächelnd an die gewaltfreieste und erfolgreichste Revolution des 20. Jahrhunderts.
Was Feministinnen nach 4000 Jahren unerschütterlicher Männerherrschaft innerhalb von diesen nur 30 Jahren erreicht haben, ist überwältigend. Und das, obwohl ihnen von Anfang an schärfster Gegenwind ins Gesicht blies. Die Erwartung, mit der eine junge Frau heute in die Welt geht, unterscheidet sich fundamen-
tal von dem, was ihre Altersgenossin in den Fünfzigern und Sechzigern auch nur hoffen konnte. Innerhalb einer einzigen Generation hat es eine Revolution in den Köpfen gegeben. Junge Frauen fühlen sich heute gleich stark mit Männern, das sehen wir nicht nur im Alltag, das zeigen auch alle Umfragen - auch wenn es darunter eine wortlose Unterströmung gibt, die das neue Selbstbewusstsein unterhöhlt.
Die weiterhin existierende Kluft zwischen den Geschlechtern klafft nicht mehr wie einst in der Pubertät, sondern erst ein paar Jahre später. So um 22, 23, wenn die neuen Frauen beginnen, ernsthaft die Hälfte der Welt zu fordern - und von den Männern im Gegenzug die Übernahme der Hälfte des Hauses erwarten. Erst dann wird offensichtlich, dass die Realitäten sich nicht so schnell verändern lassen wie das Bewusstsein. Aber das Bewusstsein ist der erste Schritt. Den zweiten, den Griff nach ihrer Hälfte, den üben die Frauen gerade - und sie lernen dabei, dass die Männer auf ihre Privilegien nicht freiwillig verzichten.
Je mehr die reale Gleichheit wächst, umso mehr wird die symbolische Ungleichheit propagiert und steigt die Gewalt. Der angebliche "Unterschied" zwischen den Geschlechtern ist, wie offizielle Statistiken belegen, das Software-Programm zur Aufteilung der Welt in 99 Prozent Männerbesitz und ein Prozent Frauenbesitz. Die Gewalt ist die Hardware. Denn alle Machtverhältnisse - egal, ob zwischen Völkern oder Geschlechtern - basieren im Kern auf Gewalt: ausgeübt oder drohend. Und so ist das auch zwischen Männern und Frauen.
Diese Gewalt zwischen den Geschlechtern ist fast immer eine sexualisierte Gewalt, die Frauen oft schon in der Kindheit - durch Missbrauch - bricht und lebenslang in Schach hält. Sexualgewalt ist das dunkle Herz der Männerwelt. Und es ist kein Zufall, dass mit der Forderung nach mehr Emanzipation auch die Sexualgewalt steigt.
Doch erstmals brechen Frauen auf breiter Front ihr Schweigen und benennen das Grauen. Seit sie formal die gleichen Rechte und ökonomisch eine relative Unabhängigkeit haben, schicken sie sich an, nun auch die härteste Bastion der Männerherrschaft zu stürmen: das männliche Gewaltmonopol über Frauen und Kinder. Sie könnten es schaffen. Denn es ist viel passiert in diesen letzten 30 Jahren.
Erst seit 1974 kann eine Frau überhaupt um "die Erlaubnis" bitten, in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen abtreiben zu dürfen. Bis 1977 konnte ein deutscher Ehemann seiner Frau noch die Berufstätigkeit verbieten, wenn sie seiner Meinung nach "ihre Hausfrauenpflichten vernachlässigt". Erst seit 1994 haben Frauen das Recht, ihren eigenen Namen zu behalten, auch wenn der Name einer Frau offiziell noch immer als "Mädchenname" bezeichnet wird. Als sei ihre eigenständige Existenz eine Art Jugendsünde. Und erst seit 1997 - und nur, weil die Politikerinnen aller Parteien sich zusammenschlossen und Druck machten! - ist die Vergewaltigung in der Ehe strafbar. Bis dahin konnte der Mann auf seinem Recht zur "Erfüllung der ehelichen Pflichten" bestehen.
Auch das, wofür die englischen Suffragetten Anfang des 20. Jahrhunderts verhaftet und mit Zwangsernährung gefoltert und deutsche Feministinnen 1933 von den Nazis ins Exil gejagt wurden - das Wahlrecht und den uneingeschränkten Zugang zu Bildung und Beruf -, haben die Frauen sich längst im Sturm erobert: Zu Beginn des dritten Jahrtausends macht in Deutschland jedes dritte Mädchen Abitur, und an den Universitäten beginnen inzwischen mehr Studentinnen ein Studium als Studenten. Im Parlament, das die Frauen nach langen Kämpfen 1918 erstmals betreten durften, gibt es heute viermal so viele Frauen wie in den fünfziger Jahren: Fast jeder dritte Abgeordnete ist weiblich.
Und trotz aller Widernisse und trotz Arbeitslosigkeit sind 43 Prozent aller Berufstätigen Frauen, und in den Nachbarländern liegt die Zahl noch höher. Stimmt, die Mädchen gehen noch immer überwiegend in die 10 "weiblichen" von insgesamt 331 Ausbildungsberufen, wie zum Beispiel Arzthelferin oder Friseurin. Aber sie haben ja auch noch gar nicht so lange die Wahl und erst seit kurzem ermutigende Vorbilder: Architektinnen, die Flughäfen bauen; Bankerinnen, die Börsenchefin sind; oder Juristinnen, die es bis zur Präsidentin des höchsten Gerichts bringen. Um diesen Weg wirklich würdigen zu können, dürfen wir nicht vergessen, dass die Mütter dieser Karrierefrauen im Dritten Reich noch Berufsverbot hatten.
Es gibt also reichlich Siege zu feiern - aber: Es gibt auch Niederlagen. Präsidentin Barbie höchstpersönlich verkörpert Sieg und Niederlage zugleich. Ja, sie bringt das Dilemma der Frauen von heute auf den Punkt, der da heißt: Ihr könnt sogar Präsidentin werden, aber nur unter einer Bedingung - ihr müsst dabei ganz Frau bleiben. Was immer das bedeuten mag, ganz Frau zu sein.
Unter anderem Schuhe, in denen ihr kaum gehen, geschweige denn starten könnt; ein dümmlicher Blick, der Unterwerfung signalisiert (und wenn ihr ihn nicht habt, weicht Mister President auf die Monicas dieser Welt aus); und vor allem das unermüdliche Bestreben, von Ihm begehrt zu werden. Und ob ihr begehrenswert seid, darüber entscheidet nicht ihr Frauen, darüber entscheiden wir Männer allein. Das Gesetz machen wir (auch wenn wir es zunehmend gern von Frauen exekutieren lassen). Und unser oberstes Gebot lautet: Ihr müsst uns gefallen. Was uns gefällt, bestimmen wir.
Und genau das ist der herzzerreißende Konflikt, in dem sich 30 Jahre nach dem erneuten Aufbruch der Frauen in die Welt nicht nur die Töchter der Emanzipation befinden, sondern auch ihre Mütter. Die modernen Frauen wollen gleichberechtigt sein mit den Männern, doch auf dem Weg zu dieser Gleichheit müssen sie für die Männer vor allem eines sein: anders. Sonst droht Liebesentzug. Und in dem Punkt ist auch die neue Frau noch ganz die Alte. Nichts erträgt sie weniger, als nicht geliebt zu werden.
Und der moderne Mann? Auch für ihn ist nichts mehr, wie es einmal war. Viele Erfahrungen, Studien und Umfragen deuten zurzeit auf eine Zwei-Drittel-Männergesellschaft hin: Das erste Drittel steht der Sache der Frauen aufgeschlossen und sympathisierend gegenüber, wenn auch nicht ohne Rückfälle. Das zweite Drittel versucht, sich durchzuschlawinern. Das dritte Drittel hat verstanden und hält hart gegen. Wobei Bewusstsein und Bereitschaft zur Veränderung keineswegs immer eine Frage des Alters sind; die jungen, von emanzipierten Müttern und Schwestern geforderten Männer sind jedoch überproportional im ersten Drittel vertreten.
Wovon Barbies Gefährte Ken träumt, muss er uns noch erzählen. Eines der großen Männeridole der Old Boys aber, Ernest Hemingway, hat es schon ausgeplaudert. Sein demonstratives Machotum prägte ganze Männergenerationen, darunter die, die heute an der Macht ist.
So verriet zum Beispiel der deutsche Kanzler jüngst unbefangen in "Bild am Sonntag": "Für mich ist Hemingway der Größte." Ja, "Papa Hem" sei nicht nur sein Vorbild, sondern ein "globaler Volksheld" und Teil des "Weltkulturerbes", da seien sich "alle Nationen einig". Denn Hemingway war, so Schröder bewundernd, "Kriegsreporter, Jäger, Soldat, Trinker, Weltenbummler, Frauenheld. Und er war alles mit Grandezza". Auch sei verbürgt, man höre und staune, dass er 16 Frozen Daiquiri an einem Abend geschafft habe, "ohne umzufallen".
Was Gerhard Schröder vermutlich nicht weiß, ist, wie sehr "Papa Hem" selbst unter diesem Machogehabe litt und was der Homophobe unter seiner rauen Schale verbarg: nämlich die Sehnsucht nach sexueller Hingabe, ja danach, eine Frau zu sein (das schreibt sein Biograf und enthüllt auch sein posthum veröffentlichter Text "Der Garten Eden").
Vom anderen Teil des Paradieses, aus dem sich die Geschlechter auch selbst verjagen, träumen natürlich nicht nur Ken und Hem, sondern auch die Barbies und die Veronas dieser Welt. Auch sie verhüllen mit ihrem transvestitischen Weibchenspielen ihre andere Seite, in ihrem Fall die männliche. Eine ironische Antwort auf den Zwang zur Entscheidung zwischen Mann und Frau geben heute die augenzwinkernd überzogenen Maskeraden einer Madonna oder eines Schwarzeneggers. Madonna hat Weltkarriere mit ihrer Doppelstrategie gemacht. Sie bedient die Erwartung an die Superwoman und signalisiert gleichzeitig: Ich kann aber auch ganz anders.
Diese Maskeraden und Spielchen können vorübergehend amüsant sein - doch was für eine Erleichterung und Befreiung wäre es für alle Beteiligten, endlich die Geschlechterzwänge ablegen und wirklich frei sein zu können. Denn nicht nur der Zwang zur Weiblichkeit engt ein, die Männlichkeit tut es nicht minder. Und beide Rollen können sogar tödlich sein. Und das nicht nur an der Front, im Ring oder an Papa Hems Bar, sondern auch im ganz banalen Alltag. Der zurzeit angesagte unrasierte Zuhälterlook oder die kahlköpfige Skinpose überfordern auch so manchen netten Jungen. So ging im Frühling 2000 die Meldung durch die Presse, in England seien die Selbstmordraten bei jungen Männern drastisch in die Höhe geschnellt. Als Grund glaubt die englische Regierung das Auseinanderdriften zwischen dem Männerbild in den Medien und dem Männerlos im Leben erkannt zu haben. Sie plant nun eine Männer-Aufklärungskampagne, Tenor: Auch Männer sind Menschen.
In der Tat sterben die Männer immer noch sechs Jahre früher als die Frauen. Und kein Mensch hat eine Erklärung dafür. An Überarbeitung kann es nicht liegen, denn laut Uno tun sie nur ein Drittel der Arbeit, erhalten aber 90 Prozent des Lohns und sind im Besitz von 99 Prozent des Vermögens der Welt. Auch die Spekulation, ihr früherer Tod sei ihrem abweichenden 46. Chromosom zuzuschreiben, das sich als Y vom weiblichen X durch ein fehlendes Viertel unterscheidet, konnte nie belegt werden.
Es stellt sich also die Frage, ob die Männer nicht ganz einfach von der Männlichkeit dahingerafft werden, so wie Papa Hem, der sich irgendwann mal in tiefer Depression die Kugel gab. Sind Herzinfarkt und andere (noch) typisch männliche Stresskrankheiten der Preis für die unmenschliche Anstrengung, ein echter Mann zu sein? Zerbricht der Mann also am eigenen Männlichkeitswahn?
In Wahrheit glauben auch die Männer selber nicht mehr so richtig ans Mannsein. So gestand das Superman-Idol Arnold Schwarzenegger im SPIEGEL: "Ich bin ja auch älter geworden. Mit 30 steht man auf diese Macho-Nummer. Wer hat die größte Knarre, wer schießt am schnellsten. Aber wenn man aus dieser Phase nicht herauswächst, ist irgendetwas nicht in Ordnung." Gleichzeitig jedoch gaukeln die Schwarzeneggers den anderen Männern vor, es gäbe ihn, den Superman - es zerreißt die neuen Männer der selbst nicht unambivalenten "neuen" Frauen so richtig zwischen Old Men und New Boys.
Es könnte jetzt loslassen, das starke Geschlecht. Das angeblich schwache Geschlecht ist bereit, mit ihm die Hälfte der Welt zu schultern - und ihm dafür die Hälfte des Hauses zu überlassen.
Und was passiert? Das Imperium schlägt zurück.
Dank einer Jahrtausende bewährten Erfahrung ist es mit dem Patriarchat wie mit dem Hasen und dem Igel: Es ist immer schon da. So manche neue Freiheit läuft darum Gefahr, in eine alte Unfreiheit verkehrt zu werden: Du hast die Freiheit, einen Minirock zu tragen - dann wundere dich nicht, wenn du vergewaltigt wirst. Du bist schwanger - du kannst ja abtreiben. Du willst Karriere machen - wunderbar, das bessert unsere Kasse auf; aber nicht, dass du nervst oder die Kinder zu kurz kommen.
So manche optimistische junge Frau hat noch nicht begriffen, dass sie eben nicht "alles" haben kann, sondern Kompromisse eingehen muss. Leider. Diejenigen, die auf den Du-kannst-alles-Schwindel reinfallen, rennen sich schnell den Schädel ein: Im Beruf erschöpft vom Kampf gegen die gläserne Decke, die den Frauen immer noch die oberen Etagen der Karriere versperrt, stoßen sie zu Hause schnell gegen die gläserne Wand - auf deren anderer Seite steht der Mann, schwer erreichbar und kaum einklagbar. Nur solange er jünger ist, hilft er noch im Haushalt. Sobald er verheiratet ist, sinkt seine Bereitschaft schon auf die Hälfte. Und ist erst mal ein Kind da, teilt nur noch jeder zehnte Mann die Hausarbeit partnerschaftlich. Studien beweisen: Wenn ein Kind kommt, fallen junge Mütter beruflich zurück und machen junge Väter ihren ersten Karrieresprung - befreit von der Konkurrentin am Arbeitsplatz und unterstützt von der Hausfrau zu Hause.
Kein Wunder also, dass die Frauen immer später und immer weniger heiraten - und immer weniger Kinder kriegen. Im krassen Gegensatz zu den schönen bunten Trendstorys in den Medien, die uns so gern von den neuen Hochzeitsbooms und Kinderbooms erzählen, sieht die Wahrheit ganz anders aus, nämlich genau umgekehrt. Jede dritte 35-Jährige (Jahrgang 1965) ist heute kinderlos (im Jahrgang 1945 ist es nur jede achte). Immer mehr Frauen treten also in den Kinderstreik. Und die Männer? Die Männer treten in den Sexstreik!
Highnoon im Geschlechterkampf. Die Waffen der Frauen sind der Rückzug in Küche und Kinderzimmer - oder die Offensive in Beruf und Politik. Die Waffen der Männer sind die altbewährten, nämlich die Behauptung vom natürlichen Anderssein der Frauen und vor allem: die Gewalt. Sie ist das dunkle Herz aller Machtverhältnisse. Das ist so zwischen den Klassen, Rassen oder Völkern. Und es ist zwischen den Geschlechtern nicht anders. Das besondere Problem zwischen Männern und Frauen aber ist, dass bei ihnen Hass und Liebe, Gewalt und Begehren schier unlösbar miteinander verknüpft sind. So ist in drei von vier Fällen von Kindesmissbrauch oder Vergewaltigung der Täter nicht der fremde böse Mann, sondern der eigene Vater oder Onkel beziehungsweise Mann oder Freund. Der geliebte Mann kann für eine Frau gleichzeitig der gefürchtete Feind sein.
Wie sehr die Frauen sich andere Verhältnisse wünschen, zeigen unter anderem zwei Umfragen, die eine von Emnid aus dem Jahre 1999 und die andere von Allensbach aus dem Jahre 2000. Sie beweisen: Der Glaube an die Gleichberechtigung sinkt wieder, und der Zorn steigt. 78 Prozent aller Frauen finden laut Allensbach: "Für die Gleichberechtigung muss noch einiges getan werden." (Und 44 Prozent aller Männer stimmen ihnen zu!) Die überwältigende Mehrheit der Frauen ist: Pro Emanzipation! Pro Frauenpolitik! Pro Feminismus!
Und bei allen Forderungen liegen ausgerechnet die viel geschmähten jungen Frauen an der Spitze. So fordern 77 Prozent aller jungen Frauen die "Organisation von Frauen", und 52 Prozent sind sogar "für eine Frauenbewegung". Sieh an: Die angeblichen Girlies sind also Emanzen.
© Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2000. Der ungekürzte Text erscheint am 17. Oktober unter dem Titel "Der große Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen". 304 Seiten; 36 Mark.
Von Schwarzer, Alice

DER SPIEGEL 41/2000
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