06.11.2000

ABFALLBESEITIGUNG Tieflader auf hoher See

Ein mächtiger Schwimmtank aus Stahl soll künftig ausgediente Bohrinseln in einem Stück aufnehmen und zum Abwracken an Land schleppen. Mit dieser Idee reagiert die Petrochemie auf das Verbot, die Öltürme einfach zu versenken. Ersonnen hat das Huckepack-Verfahren die amerikanisch-norwegisch-deutsche Firma MSO. Bis zum Jahr 2003 will das Unternehmen eine Art stählernen Tieflader von 150 mal 85 Metern bauen. Auf See werden die Rumpfrohre des Schwimmtanks geflutet, bis er sich unter die Plattform schieben kann. Dann wird das Wasser ausgepumpt, der Tank steigt auf und hebt die Bohrinsel zum Abtransport empor. Fünf Ölgesellschaften haben bereits ihr Interesse angemeldet. Allein in der Nordsee stehen in den nächsten Jahren fünf Millionen Tonnen Bohrtechnik zum Verschrotten an.


DER SPIEGEL 45/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.