20.11.2000

TIERSCHUTZ

Millionen für Werber

Beim Deutschen Tierhilfswerk (DTHW) fließt auch zwei Jahre nach der Verhaftung des früheren Vorsitzenden Wolfgang Ullrich, der mehr als 70 Millionen Mark veruntreut haben soll, nur ein kleiner Teil der Spenden in konkrete Tierschutzprojekte. Der Verein, mit 280 000 Mitgliedern eine der größten Organisationen der Branche, steckte nach eigenen Angaben "in den letzten zehn Monaten acht Millionen Mark in die direkte Tierschutzarbeit". Die eingehenden Gelder liegen jedoch im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches höher - ein Insider, der auf Spendenwerbung spezialisierte Unternehmer Harry Lermer, spricht von "über 40 Millionen Mark" im laufenden Jahr. Der neue DTHW-Vorstand nennt selbst keine Summe und will jetzt "einen Bericht erstellen". Ein erheblicher Teil der Mitgliedsbeiträge landet in den Kassen professioneller Werber, die seit vielen Jahren für den Verein tätig sind und auch im Management des DTHW Schlüsselpositionen einnehmen wie etwa den Vorsitz im sechsköpfigen Beirat des Vereins. Laut Verträgen, die im März 1999 ausgefertigt wurden, kassieren die Werberfirmen Service 94 in Hannover und Concept in Schönwalde bei Berlin von 1999 bis 2003 insgesamt 51,1 Millionen Mark als "Vergütung in Form eines Jahreswerbeetats". Der Verein ist nicht als gemeinnützig anerkannt.


DER SPIEGEL 47/2000
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