20.11.2000

GESTORBENJosef Ertl

Josef Ertl, 75. Er war, Rarität in der Politik, ein Original, ein urbayerisches dazu, gewichtig in jeder Hinsicht und gewitzt, wenn es drauf ankam. Über 13 Jahre, zwischen 1969 bis 1983 und unter drei Kanzlern, hielt der konservative FDP-Mann das Amt des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, effektiv in Bonn wie in Brüssel. Er entstammte einer Bauernfamilie, flog im Krieg den Furcht erregenden "Stuka" (Sturzkampfbomber), studierte anschließend Landwirtschaft und marschierte mit dem Diplom zielstrebig in die Landes- und Bundespolitik, als Skifahrer und Bergwanderer immer in Form. Nach der Minister-Ära wurde er Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Am Ostermontag 1993 kam das Unheil: Auf dem Bauernhof eines seiner Söhne drückte ihn ein Stier an die Wand und verletzte ihn schwer; auf demselben Hof stürzte er nun mit seinem Rollstuhl in ein Herbstfeuer und erlitt lebensgefährliche Verbrennungen. Josef Ertl starb am 16. November an den Folgen des Unfalls in einem Murnauer Krankenhaus.

DER SPIEGEL 47/2000
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