08.01.2001

James Watson

James Watson, 72, amerikanischer Wissenschaftler und Mit-Entdecker der DNS-Struktur ("Doppel-Helix"), benahm sich auf einem Vortrag ziemlich neben den Comment der Scientific Community. Vor rund 200 Forschern verkündete er, dunkelhäutige Menschen hätten eine stärkere Libido als hellhäutige. "Darum spricht man auch von Latin Lovers. Man hat noch nie von English Lovers gehört, nur von einem ,Englischen Patienten'." Der fröhliche Wissenschaftler hatte noch eine zweite Theorie auf Lager. Männer, so der Nobelpreisträger, finden dicke Frauen sexuell attraktiver als dünne. Und zum Beweis, dass schlanke Frauen deshalb unglücklicher seien, zeigte er ein Dia von einem niedergeschlagen wirkenden Model Kate Moss, 26. Watsons politisch unkorrekte Vorlesung fand geringe Wertschätzung, etwa bei Thomas Cline, Professor für Genetik in Berkeley: "So was kann er im stillen Kämmerlein für sich sagen, aber nicht in einem wissenschaftlichen Vortrag."


DER SPIEGEL 2/2001
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