03.09.2001

SERIE - TEIL 18 ABRECHNUNG MIT DEN TÄTERNIM VISIER DER NAZI-JÄGER

Die Verfolgung der NS-Verbrecher geht weiter. Spät erst kommen viele braune Täter vor Gericht - auch, weil Kirche und Politik sie jahrzehntelang vor Strafe schützten. / VON --- S.172 Christian Habbe ist SPIEGEL-Redakteur in Hamburg.
CHRISTIAN HABBE
Halb Europa war 55 Jahre lang dem Mann auf den Fersen. Denn Anton Malloth, den sie in Böhmen einst den "schönen Toni" nannten, gilt als Mehrfachmörder.
Im Polizeigefängnis "Kleine Festung Theresienstadt" hat der damalige SS-Oberscharführer, so berichten Augenzeugen, Häftlinge umgebracht - "sehr brutal mit einem höhnischen Lächeln". In der Tschechoslowakei wurde er dafür 1948 zum Tode verurteilt, allerdings in Abwesenheit, denn der Mann war nie zu fassen.
Erst floh er nach Österreich, dann weiter nach Italien. Dort schafften sie nicht einmal seine Ausweisung - Malloth tauchte ab und lebte jahrelang in Südtirol als Illegaler, der oft nur nachts das Haus verließ.
1988 schien die Flucht zu Ende, Malloth zog in ein Münchner Altersheim und war von nun an behördlich erreichbar. Aber weitere zehn Jahre vergingen mit schleppenden Ermittlungen, ehe die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat.
So erschien in diesem Frühjahr, sehr bildhaft, die Vergangenheit vor Gericht: Der "schöne Toni" von einst, mittlerweile 89, saß, von dicken Kissen fixiert, im Rollstuhl. Wenn der Richter von den Opfern sprach, "die unsägliches Unrecht erlitten haben, die gequält und ermordet wurden", blickte der Alte unbewegt und sagte nur: "Ich kann da nicht richtig folgen." Das Urteil von Ende Mai - lebenslänglich - müsse der Greis, so sein Anwalt, erst in die "eigene Weltsprache übersetzen", um es - vielleicht - zu verstehen.
Malloth ist ein Problemfall später Gerechtigkeit, und er steht für viele. Wie gespenstische Relikte aus einer bösen Zeit beschäftigen sie scheinbar ohne Ende die Rechtsinstanzen. Paradox, 55 Jahre nach Untergang des Nazi-Reichs - die Beschuldigten werden immer hinfälliger, aber die Zahl der Verfahren will nicht abnehmen: In Ravensburg wurde der frühere SS-Untersturmführer Julius Viel, 83, wegen Ermordung von Gestapo-Häftlingen in Böhmen verurteilt. Zehn Jahre älter noch ist Friedrich Engel, ehemals Chef der Sicherheitspolizei in Genua. Italienische Richter verurteilten ihn vor zwei Jahren schon wegen Massenerschießungen, jetzt ermittelt auch die Justiz in Hamburg, wo der "Henker von Genua" bislang unbehelligt lebte.
Die alten Verbrechen steigen aus der Vergessenheit und zeigen Gesicht: In Vilnius kamen der frühere Chef der litauischen Geheimpolizei Saugumas, der 93jährige Aleksandras Lileikis, sowie sein gleichaltriger Stellvertreter Kazys Gimzauskas vor Gericht. Sie waren für den Mord an 200 000 jüdischen Litauern mitverantwortlich, müssen aber nicht mehr sühnen - der eine starb während des Prozesses, der andere kam, Alzheimer-krank, nach dem Schuldspruch auf freien Fuß.
Verbrecher aus den alten Zeiten büßen überhaupt nur noch ausnahmsweise ihre Freiheit ein wie der französische Judenverfolger Maurice Papon, 90, oder der von Argentinien abgeschobene Erich Priebke, der vor zwei Jahren in Italien wegen Geiselerschießung verurteilt wurde und wenigstens noch Hausarrest bekam.
Unübersehbar nähert sich dieser Justizbereich der Altersgrenze. Aber der Stoff geht nicht aus - im Gegenteil: Kurz bevor die Verfolgung der Jahrhundertverbrechen zur Gespensterparade mutiert, gibt es fast überall neuen Aufschwung bei der Jagd nach den letzten Tätern.
Die Polizeischergen von Vilnius sind im amerikanischen Exil vom US-Justizministerium aufgespürt worden. Dessen Office of Special Investigations (OSI) durchsucht alte Einwandererlisten nach versteckten Nazis. Gegen 222 US-Bürger ermittelt das OSI, schon 54 Delinquenten wurden ausgewiesen. Einwanderungsländer wie Kanada, Australien und Neuseeland lassen Fahndungsexperten ihre Akten durchforsten. Selbst Südamerika, Lieblingsplatz brauner Ruheständler, ist nicht mehr sicher. Täter sollen "für ihre Verbrechen bezahlen, solange Strafverfolgung irgend möglich ist", fordert Simon Wiesenthal, 92, weltweit der angesehenste Ermittler von NS-Taten.
So kommen ungeahnte Datenbestände über noch nicht gesühnte Taten zu Tage. Im Archiv der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Jad Waschem fand Wiesenthal-Mitarbeiter Efraim Zuroff, als er Verbrechen im Baltikum recherchierte, Tausende von Täterunterlagen, "die dort 30 Jahre lagen, bevor jemand es bemerkte".
Die National Archives der USA enthalten Riesenmengen unangetasteter Nazi-Akten, darunter Großbestände des Nürnberger Militärtribunals, die 1945 in der Eile der Prozessvorbereitung gar nicht mehr durchforstet werden konnten.
Gemäß dem amerikanischen "Nazi War Crimes Disclosure Act" von 1998 gibt neuerdings sogar die CIA ein paar Kostproben ihrer Archivakten über braune Täter heraus - etwas verschämt, denn 9 von 14 NS-Verbrechern, deren Namensdossiers unlängst freigegeben wurden, hatten Kontakte mit US-Geheimdiensten. Noch mehr Peinlichkeiten sind freilich kaum zu befürchten - die Herren sind tot.
Die alten Männer, die vor Gericht jetzt ihre späten Schuldsprüche hören, sind die letzten Helfer eines Molochs, der wohl 60 Millionen Menschenopfer forderte, darunter 20 Millionen Sowjetbürger sowie die 6 Millionen planmäßig ermordeten Juden und Zigeuner. Für seine Jahrhundertverbrechen baute das System auf ein mächtiges Schergenheer:
* Die Gestapo jagte, vor allem im Landesinnern, mit zeitweise über 30 000 Angehörigen nach Juden und anderen Missliebigen; zusammen mit der deutschen Kripo (fast 13 000 Beamte), bildete sie die "Sicherheitspolizei" - ein allgegenwärtiges Terrorinstrument; außerdem beging etwa ein Dutzend ihrer "Polizeibataillone" Massenmorde im Osten.
* Die allgemeine SS zählte gut 200 000 Mitglieder, von denen schätzungsweise jeder siebte im Beherrschungsapparat engagiert war - als Polizisten, Bürokraten oder Vernichtungsgehilfen.
* Die Waffen-SS, eine 600 000 Mann starke, zur Hälfte aus Volksdeutschen und Ausländern rekrutierte Elite-Kampftruppe, richtete Massaker an; unter dem Vorwand der Terrorvergeltung brachte sie Zivilisten um, darunter alle Einwohner des französischen Orts Oradour.
* Vier "Einsatzgruppen", 3000 Mann aus Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst der SS, hatten laut Aussage ihrer in Nürnberg angeklagten Führer "Zigeuner, Saboteure und Agenten" zu liquidieren, und dabei mit Vorrang "das Ostjudentum" als "Reservoir des Bolschewismus". Allein auf sowjetischem Gebiet ermordeten sie über 500 000 Menschen.
Diesem riesigen Mordapparat stellte die Anti-Hitler-Koalition lange vor Kriegsschluss ein Strafgericht ohnegleichen in Aussicht. Alle "hitleristischen Hunnen", so schworen die alliierten Staatschefs Franklin D. Roosevelt, Josef Stalin und Winston Churchill in ihrer Moskauer Erklärung vom Oktober 1943, müssten für "ihre ruchlosen Grausamkeiten" zahlen; sie würden "zur Stätte ihrer Verbrechen gebracht und dort von den Völkern abgeurteilt, an denen sie sich vergangen haben".
So startete 1945 eine wohlvorbereitete Aktion; nach einer siebenstelligen Namensliste wurden Kriegsverbrecher ausgesiebt und 85 000 Steckbriefe ausgestellt.
Als Erstes sorgten die Siegermächte für die Aburteilung und Hinrichtung der deutsch-österreichischen Nazi-Spitze mitsamt zahlreichen Handlangern - die "Hauptkriegsverbrecher" hatten sich vor dem Nürnberger Viermächtetribunal zu verantworten, zwölf Nürnberger "Nachfolgeprozesse" der US-Militärjustiz sowie weitere NS-Verfahren der Alliierten richteten vor allem Mörder und Menschenschinder aus den Todesapparaten, all den KZs, Mordbataillonen, Euthanasiekliniken.
In den westlichen Besatzungszonen sprachen die Alliierten 806 Todesurteile aus, und 486 davon wurden vollstreckt. Allein in ihrem Kriegsverbrechergefängnis in Landsberg henkten die Amerikaner 255 Verurteilte.
Über die Zahl der in Osteuropa als Nazi- und Kriegsverbrecher zum Tode Verurteilten gibt es nur aus Polen Genaueres. Dort starben Verantwortliche wie Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß oder Amon Göth aus dem Arbeitslager Krakau-Plaszów, Vorbild für den KZ-Oberen in dem Spielberg-Film "Schindlers Liste", dazu scharenweise Helfershelfer. Nach Angaben des Bundesjustizministeriums verurteilten die Polen 1214 Deutsche zum Tode.
Abrechnung mit den Nazi-Delinquenten gab es ebenfalls in der DDR. Freilich litt dort der Vollzug stark unter politischem Kalkül - die Ermittlungen führte eine Hauptabteilung der Stasi. Die ignorierte die Nazi-Vita hoher Funktionäre aus Partei und Militär, sogar die propagandistische Enttarnung schwer belasteter West-Nazis unterblieb - sofern der Täter als Spitzel oder Enthüllungsobjekt für später brauchbar schien. Einer der mutmaßlichen Mörder des KPD-Führers Ernst Thälmann blieb unbehelligt, obwohl DDR-Rechercheure ihn schon 1968 in Niedersachsen aufgespürt hatten.
Immerhin aber brachte die Stasi zahlreiche schwere NS-Fälle vor Gericht, sie löste sogar das Rätsel, das eines der brutalsten Fotos von der Vernichtung des Warschauer Ghettos 1943 umgab: Der SS-Mann, der einen mit erhobenen Händen wartenden kleinen Jungen bewacht, wurde als DDR-Bürger Josef Blösche identifiziert und 1969 hingerichtet.
Insgesamt, bilanzierte das Bundesjustizministerium 1965, seien etwa 80 000 Deutsche "wegen der Beschuldigung, Kriegsverbrechen oder nationalsozialistische Straftaten begangen zu haben, verurteilt worden", 12 000 davon durch DDR-Gerichte. (Das waren immerhin doppelt so viele wie in der nach Einwohnern 3,5-mal so großen Bundesrepublik.)
Weltweit lief die Strafaktion über Jahre weiter, ein enges Fahndungsnetz entstand, in dem sich viele der Untergetauchten verfingen.
Die Entführung des Endlösungsplaners Adolf Eichmann aus Argentinien zur Aburteilung und Hinrichtung in Israel machte 1960 den Geheimdienst Mossad weltberühmt. Und allein die Dokumentationszentren des KZ-Überlebenden Simon Wiesenthal brachten 1200 Flüchtige vor Gericht. Manchmal "mit nichts bewaffnet als dem Gedächtnis der Überlebenden" (Zuroff), fanden sie sogar die Ex-Kommandanten der Vernichtungslager Treblinka und Sobibór - sowie Eichmann.
Immer wieder blamierten jüdische Privatfahnder die Staatsanwaltschaften aller Welt durch spektakuläre Erfolge. Der New Yorker Detektiv Steven Rambam beispielsweise ortete in den USA die Verstecke von 170 Abgetauchten, und er findet immer neue, speziell in Kanada - laut Rambam heute noch "ein gottverdammtes Hotel für Kriegsverbrecher". Auf den Nazi-Hort Deutschland spezialisierten sich der Pariser Rechtsanwalt Serge Klarsfeld und seine Ehefrau Beate, die 1968 durch die Ohrfeige an
Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen dessen Nazi-Vergangenheit Aufsehen erregte.
Der Versuch eines vierköpfigen Klarsfeld-Teams, den früheren Pariser Gestapo-Chef Kurt Lischka im Mossad-Stil von Köln nach Frankreich zu verschleppen, endete tragikomisch: Die Amateurtäter bekamen den strampelnden Alten nicht ins Fluchtauto, hoben ihm aber, bevor sie das Weite suchten, noch sein Rentnerhütchen von der Straße auf. Allerdings sorgte das Ehepaar für die Bestrafung mehrerer in Deutschland lebender NS-Verbrecher; auch Lischka kam später daheim vor Gericht.
Das war in den siebziger Jahren; wie viele solcher NS-Kaliber bis heute überlebt haben mögen, weiß kein Fahnder. Den nach Syrien entwischten Österreicher Alois Brunner, prominenter Helfer Adolf Eichmanns bei der Judendeportation aus Wien, bekam selbst der Mossad nicht zu fassen; er wäre jetzt 89 Jahre alt. Brunner wird schon seit Jahren totgesagt, steht aber noch zur Fahndung an. Ebenso Aribert Heim. Den KZ-Arzt und Häftlingsmörder (Jahrgang 1914) kann die Justiz nicht finden, auch ein Porträt des Verschollenen, als Mittachtziger im Computer simuliert und ins Internet gestellt, brachte keine heiße Spur.
Dass sich Heere von Gewalt- und Schreibtischtätern über die Jahrzehnte so erfolgreich einnebeln konnten, wäre ohne das Zutun mächtiger Stellen nicht möglich gewesen - tatsächlich bewirkten von Anfang an Staatseingriffe, dass in der Bilanz der weltweiten Strafaktion hässliche große Lücken entstanden und seit Ende der vierziger Jahre viel Schuld ohne Sühne blieb. "Sagen wir ruhig - der Mut zur Bestrafung war gesunken", zürnte Robert Kempner, einer der Ankläger in Nürnberg.
Um Teile der diskreditierten deutschen Eliten für den Wiederaufbau der Republik einspannen zu können, betrieb Bonn behutsame "Vergangenheitspolitik" (so der Historiker Norbert Frei). "Mit der Nazi-Riecherei muss Schluss sein", postulierte 1952 der oberste Vergangenheitspolitiker, Kanzler Konrad Adenauer, vor dem Bundestag.
NS-Belastete aller Besoldungsstufen wurden folglich wieder hoffähig, ganz an der Spitze: Kanzleramtsstaatssekretär Hans Globke, der 1935 als Kommentator der NS-Rassengesetze den juristischen Weg zur Judenverfolgung ebnen half. Und die Vorschriften zur Wiedereingliederung von Reichsbeamten ("131er-Gesetz") stellten sicher, dass auch Gestapo-Büttel in den Bundesdienst kamen.
Dieses mollige Klima für NS-Belastete förderten die Verbündeten nach Kräften. Von Beginn an gab es in den USA widersprüchliche Positionen zur Nazi-Verfolgung. So sah der einflussreiche Außenpolitiker George F. Kennan die Nürnberger Prozesse "mit Entsetzen"; entsprächen doch die NS-Taten, verkündete Kennan, lediglich "den Kriegsbräuchen, die sich seit Jahrhunderten in Osteuropa und Asien durchgesetzt haben".
Winston Churchill war sogar dagegen, einem der verrufensten Hitler-Militärs, Generalfeldmarschall Erich von Manstein, den Prozess zu machen. Zur Verteidigung des Armeeführers, der seine Truppen zur Vernichtung "des jüdisch-bolschewistischen Systems" angespornt hatte, spendete Churchill 25 Pfund vom eigenen Geld.
Ausgewählte Kriegsverbrecher wurden auf einmal mit kaum verdienter Milde bedacht: wie SS-Brigadeführer Walter Schellenberg, Chef des Auslandsnachrichtendienstes im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und mitverantwortlich für die Deportation französischer Juden, für dessen Aussagebereitschaft in Nürnberg. Oder sein Stellvertreter, SS-Hauptsturmführer Wilhelm Höttl, der gutgläubigen Amerikanern seine wertlosen Ostagentennetze im Tausch gegen Straffreiheit angedreht hatte.
"Forscher mit brauner Weste" ("Frankfurter Rundschau") machten sogar US-Karriere - vor allem Hitlers Raketentechniker um SS-Sturmbannführer Wernher von Braun, immerhin mitschuldig am Tod Tausender Zwangsarbeiter bei der Produktion der V2-"Wunderwaffen".
"Man kann das natürlich einfach Realpolitik nennen", spottete der amerikanische NS-Experte Christopher Simpson. Entsprechend pragmatisch ließen die Westmächte die deutschen Sicherheitsapparate wiederherstellen: Die Bundeswehr führten Wehrmachtsoffiziere; die "Org" des früheren Militärgeheimdienstlers Reinhard Gehlen, Vorläuferbehörde des Bundesnachrichtendienstes, wurde zum braunen Biotop. Personal für Gehlen suchte der frühere SS-Oberführer Willi Krichbaum aus, einst Freund des RSHA-Chefs Reinhard Heydrich und Verfolger von Hitler-Gegnern. So zogen alte Kämpfer aus SD und Gestapo ins neue Amt und wurden schnell wieder von Gejagten zu Jägern.
Proteste gegen diese Kumpanei mit den Tätern waren unerwünscht. Als General Arthur Trudeau, Leiter des amerikanischen Armeegeheimdienstes, Kanzler Adenauer 1954 während eines Washington-Be-
suchs auf "diese schaurige Nazi-Bande in Pullach" ansprach, verlor er seinen Posten.
"Bei der Spionage gibt es nur wenige Erzbischöfe", verkündete CIA-Direktor Allen W. Dulles, ein Mann mit einschlägigen Einblicken: Als Chef des CIA-Vorläufers Office of Strategic Services hatte Dulles manchen Kontakt mit hohen NS-Verbrechern. So verhandelte er im Frühjahr 1945 bei der "Operation Sunrise", einer von Vatikan-Männern inspirierten Geheimrunde, mit der SS über die deutsche Kapitulation in Italien.
Unter seinen "Sunrise"-Partnern: SS-General Karl Wolff, Adjutant Himmlers und verantwortlich für Judendeportationen, dazu SS-Standartenführer Walther Rauff, Polizeikommandeur in Mailand und vormals Leiter der technischen Abteilung im RSHA - in deren mobilen Gaskammern waren 200 000 Menschen umgekommen.
Die "Sunrise"-Partner blieben noch länger im Geschäft - einvernehmlich mit US-Diensten halfen Kleriker kapitalen SS-Verbrechern, sich ihrer Strafe zu entziehen.
Im Nachkriegschaos war das nicht schwer. Versprengte Tatverdächtige mischten sich unter die riesige Menge, die nach Befreiung aus KZ und Zwangsarbeiterlagern durch Europa irrte. Und die Kirche nahm sich vieler an - "Hauptsache sie sind Antikommunisten", wie ein Geheimbericht des State Department einschränkte.
Das wussten die US-Geheimdienste zu schätzen - schließlich wurden die kirchlich gelenkten Flüchtlingsströme "zu einer der wichtigsten Rekrutierungsquellen der Emigrantenkomitees der CIA", schreibt Fachautor Christopher Simpson.
Um alte Nazis kümmerte sich besonders wirksam die Flüchtlingshilfe-Organisation "Intermarium". Führender Aktivist dort war der Geistliche Krunoslav Draganovic. Der Monsignore hatte sich im Krieg für Kroatiens faschistisches Ustascha-Regime mit der Deportation von Serben und Juden befasst. Nun schmuggelte er Protegés des amerikanischen Gegenspionage-Korps CIC aus Europa heraus. Das nannten selbst die Auftraggeber "ratline" (Rattenlinie).
Draganovic schaffte es sogar, den meistgesuchten Mann Jugoslawiens, Ustascha- Führer Ante Pavelic, in einer Priestersoutane diskret außer Landes zu bringen. Nur einmal erregte diese Rattenlinie unliebsam Aufsehen: nach der Schleusung des Ex-Gestapo-Chefs von Lyon, Klaus Barbie. Das CIC hatte ihn trotz seines besonders blutigen Rufs französische Einrichtungen und osteuropäische Emigranten ausspitzeln lassen. Das wurde 1950 ruchbar, und so musste Draganovic Barbie mit CIC-Falschpapieren (auf den Namen "Klaus Altmann") eilig nach Südamerika schaffen.
Reisehilfe fanden NS-Handlanger beim Internationalen Roten Kreuz (IRK): Das durfte nach internationaler Übereinkunft Flüchtlinge, "die der Krieg auf diese oder jene Weise gezwungen hat, ihr reguläres Aufenthaltsland zu verlassen", mit provisorischen Papieren ausstatten - auf welchen Namen auch immer. 25 000 solcher IRK-Pässe wurden in der Nachkriegszeit ausgegeben. Dass ganze Nazi-Gruppen zu den Beziehern gehörten, konnten die Grenzer in Genua den höhnischen Gesängen entnehmen, die ihnen von der Reling ablegender Auswandererschiffe entgegenschmetterten ("Wir fahren gegen Engelland").
Ihre wunderbare Rettung vor Strafverfolgern dankten NS-Aktivisten oftmals der "rührenden, selbstlosen Mithilfe italienischer Ordensbrüder" (so der in Rom residierende Nazi-fromme Bischof Alois Hudal). Das fand auch der Fliegerheld und Hitler-Fan Hans-Ulrich Rudel, der nach dem Krieg als "Emilio Meier" abgereist war und von Argentinien aus meldete: "Was in diesen Jahren durch die Kirche an wertvoller Substanz unseres Volkes oft vor dem sicheren Tode gerettet worden ist, soll billigerweise unvergessen bleiben."
Um Kirchenhilfe für NS-Größen war es offenbar bereits bei den "Sunrise"-Kontakten gegangen. SS-General Wolff, der sogar eine Privataudienz bei Papst Pius XII. bekam (Thema: "Die Zukunft Europas nach Kriegsende"), profitierte persönlich davon - die Amerikaner ersparten ihm die Nürnberger Anklagebank. Erst 1964 verurteilte ihn ein Münchner Schwurgericht wegen Mordes.
Auch seinem Kompagnon Rauff krümmten die Alliierten kein Haar: Der floh 1946 bei einem mysteriösen Massenausbruch aus dem US-Lager Rimini und versteckte sich für ein Jahr " in den Klöstern des Heiligen Stuhles" (Rauff). Als Kontaktmann dabei haben Nazi-Jäger Simon Wiesenthals einen Dulles-Vertrauten ausgemacht, den "Sunrise"-Vermittler Monsignore Giuseppe Bicchierai.
Nach US-Erkenntnissen half Rauff später selbst, mit kirchlicher Assistenz Fluchtwege zu organisieren. In seiner Regie flohen Großverbrecher wie Franz Stangl, Ex-Kommandant von Treblinka, oder Josef Schwammberger, dem Tausende Morddelikte im Ghetto Przemysl zur Last gelegt werden. Der Größte von allen: "SS-Untersturmführer Otto Eckmann", der 1945 aus US-Haft von Bayern nach Österreich entkam und sich 1950 mit IRK-Papieren als "Riccardo Klement" nach Argentinien einschiffte - Adolf Eichmann.
Das Land bot sich als Asyl deutscher Täter an. Argentinien hatte in beiden Weltkriegen mit dem Reich sympathisiert. Auf Initiative des Monsignore Draganovic hatte die argentinische Regierung sogar gelegentlich Einwandererkontingente ohne Namensliste und Einreisekontrolle zugestanden. In solchen Karawanen mit bis zu 250 Personen haben die Fluchthelfer nach argentinischen
Unterlagen auch viele Deutsche versteckt - gegen Zahlung der doppelten Passage.
Kein Wunder, dass in diesem Umfeld neben braunen Mythen Autorenstoffe gediehen. So genießt Standartenführer Rauff beim britischen Schriftsteller Bruce Chatwin morbide Altersfreuden in Patagonien: Da sitzt er in Punta Arenas am Hafen, träumt Lieder summend von Tannenbäumen und beobachtet die Verarbeitung von "scharlachroten Krabben, die erst zappeln und dann dampfen".
Auschwitz-Arzt Josef Mengele spukt über Leinwände - mal als sadistischer Zahnarzt aus dem Dschungel ("MarathonMann") oder versteckt in bischöflichen Gemächern -, demnächst in der Costa-Gavras-Verfilmung des Papst-Stücks "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth.
Schon den realen Mengele umgaben düstere Storys genug. Nach Eichmanns Entführung ist er in Paraguay untergetaucht. Dort soll ein weiteres Kidnapperkommando blutig gescheitert sein: Israelische Mengele-Greifer wurden nach südamerikanischen Angaben von Sicherheitskräften aufgerieben; "einige Angreifer wurden machetiert und in den Paraná geworfen", berichtet der Kölner Historiker Holger Meding, der Nazi-Fluchten erforschte.
Seit 1985 gilt das Rätsel als gelöst. Da wurde in Brasilien die Leiche eines im Atlantik Ertrunkenen als Mengele identifiziert. Der Körper wies sogar jene Beinverkürzung auf, wie sie Mengele 1943 bei einem Motorradunfall nahe Auschwitz erlitten haben soll. Der oft Totgesagte schien nun wirklich tot - oder doch nicht?
Ben Abraham, ein in Brasilien lebender jüdischer Kaufmann und besessener Mengele-Forscher, recherchierte weiter und meldete neue Ungereimtheiten. Besonders der Indizienbeweis mit dem Beinbruch erregte seinen Argwohn. Abraham war dem SS-Arzt mit den "kalten, durchdringenden, erschreckenden Augen" auf der Selektionsrampe von Birkenau selbst begegnet. Seither wusste er, was auch andere Überlebende bestätigten - dass der "Engel des Todes" (Abraham) keinesfalls gehinkt hat.
Darin sah Abraham sich durch die in Breslau ausgegrabene Untersuchungsakte ("SY.L I 17/43") bestätigt. Derzufolge könne der Mann, der am 21. Juni 1943 das Motorrad mit dem Kennzeichen SS-16 134 kaputtfuhr, allenfalls Bagatellverletzungen, kaum aber Knochenbrüche erlitten haben.
Bei so viel Zwielicht hilft kein brasilianischer Leichenschein - einer wie Mengele ist und bleibt bei den Untoten, über die Holocaust-Forscher Raul Hilberg sagte: "Nach dem Gesetz haben sie nicht gelebt, nach dem Gesetz sind sie nicht gestorben."
Dieses Zwischenreich beliefern gelegentlich selbst Fachleute mit Stoff. US-Fahnder ließen Hitlers Kanzleichef Martin Bormann lange noch auf ihrer Liste, obwohl er mit hoher Sicherheit schon im Mai 1945 beim Kampf um Berlin gestorben ist; Experten suchten Bormann auf allen Kontinenten, BND-Chef Reinhard Gehlen wähnte ihn gar - als raffiniertesten aller Sowjetagenten - im Moskauer Exil.
Genau 100 wäre Bormann im letzten Jahr geworden, ebenso alt wie das ande-re Großphantom, Heinrich Müller vom RSHA, der 1942 auf der Wannsee-Konferenz die "Endlösung der Judenfrage" mit initiierte. Den "Gestapo-Müller" wussten Tippgeber mal in Ägypten, mal in Panama (als Schotte getarnt), mal in Albanien - wo ihn der "Stern" als "Hauptmann Nakoschiri" wähnte. Alle Nachrecherchen gingen ins Leere. "Außer dummem Zeitungsgeschwätz liegen mir keine neuen Erkenntnisse vor", schrieb der zuständige Stuttgarter Staatsanwalt in Müllers Akte.
1997 setzte die argentinische Regierung eine Kommission ein, um ein für allemal "das Bermuda-Dreieck für entschwundene Nationalsozialisten" gründlich zu durchleuchten, so der Kölner Holger Meding, Mitglied der Kommission. Das Resultat ernüchterte. Es fanden sich "nach juristischer Definition allerhöchstens 50 NS- und Kriegsverbrecher" (Meding).
Viele von ihnen müssen umsichtige Helfer gehabt haben, etwa der Neu-Argentinier Ludolf von Alvensleben. Ohne Komplizen hätte der von einem Todesurteil bedrohte Höhere SS- und Polizeiführer es kaum geschafft, in einem Milchbehälter versteckt aus dem Internierungslager Neuengamme zu entkommen. Judenmörder Schwammberger tönte Jahre später, zu seiner Flucht aus alliierter Internierungshaft nach Argentinien habe ihm 1948 "der Papst" verholfen.
Aktenkundig wurde Fluchthilfe allerdings nur einmal - beim Abtauchen des Gauinspekteurs Berthold Heilig. Weil er bei Kriegsende den Braunschweiger Landrat Bergmann "wegen Defätismus" hinrichten ließ, verurteilte das Landgericht Braunschweig Heilig zum Tode, doch der floh aus der Haft.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig vermerkte später, "ein Otto Meyer" habe Heiligs Frau besucht und dabei versprochen: Ihr Mann "werde im letzten Augenblick befreit und nach Spanien gebracht. Geld brauche sie dafür nicht aufzuwenden, da die Organisation, die das Vorhaben ausführe, über genügend Geldmittel verfüge." Der Mörder floh nach Tucumán, wo er bis zu seinem Tod 1978 unbehelligt lebte.
Wildesten Geschichten sind Polizei- und Justizstellen nachgegangen, um Netzwerke zu ermitteln. Befunde aber blieben aus, dafür gab es immer wieder neue Rätsel.
Beispielsweise identifizierten US-Dienste in Südamerika den SS-Handlanger Friedrich Schwend als Anlaufstelle prominenter Flüchtlinge. Das würde Sinn ergeben, denn Schwend besaß Geldquellen: Er war im Krieg am "Unternehmen Bernhard" beteiligt, bei dem Sachsenhausen-Häftlinge für die SS ausländische Banknoten fälschen mussten. Tatsächlich hat Schwend, laut CIA-Akten, mit früheren SS-Kollegen von Peru aus falsche Dollar verbreitet, Treffs mit Klaus Barbie in Bolivien und Josef Mengele in Uruguay wurden dokumentiert.
Andere Fluchtbünde bleiben Mythos. So wurde die "Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen" (Odessa) von Nazi-Jägern und Thriller-Autoren immer wieder raunend beschworen, doch nie gelang ein harter Beweis ihrer Existenz.
Die besten Chancen, die Nachkriegszeit zu überdauern, bot viele Jahre lang so-
wieso Deutschland. Dort halfen Täter einander verlässlich. Schon beim Nürnberger Prozess waren auf dem Hauptbahnhof der Stadt deutsche Zeugen von Gleichgesinnten abgefangen und instruiert worden.
Die effizienteste "Kameradenhilfe" organisierte ein Schreibtischtäter mit wildbewegter NS-Vita, SS-Obergruppenführer Werner Best. Jurist Best, zeitweise engster Mitarbeiter des RSHA-Chefs Reinhard Heydrich, hatte die Gestapo und die Einsatzgruppen mit aufgebaut; wegen seiner Rolle als Reichsbevollmächtigter für das besetzte Dänemark war er in Kopenhagen zum Tode verurteilt, später aber begnadigt worden.
Die Resozialisierung des braunen Intensivtäters gelang glänzend. Bald schon war der SS-Karrierist Direktor beim Stinnes-Konzern. Das eröffnete hochkarätige Bonner Kontakte und half ihm bei jahrelanger Lobbyarbeit für "Generalamnestie". "Beinahe alle in Westdeutschland lebenden höherrangigen Angehörigen der Sicherheitspolizei", schrieb der Best-Biograf Ulrich Herbert, hätten ihn "in der einen oder anderen Sache" kontaktiert; "wie eine Spinne im Netz" habe Best in Verfahren gegen andere Nazis Zeugen gesteuert und "Persilscheine" organisiert, klagte ein Staatsanwalt.
Solche Verfahren liefen nur schleppend an, Schwerstbeschuldigte lebten offen unter Echtnamen und blieben doch jahrelang unbehelligt. Dabei wäre der Namenswechsel für Interessenten ein Leichtes gewesen. Mit Beziehungen gab es beizeiten exzellent hergestellte Falschpässe. "Vorbeugende Maßnahme für den Fall eines verlorenen Krieges", nannte SS-General Wilhelm Koppe seine im April 1945 gefertigte Umbenennung auf "Wilhelm Lohmann". Diese Papiere wurden regelgerecht fabriziert. Das Reichssicherheitshauptamt setzte dazu die Spezialisten vom "Unternehmen Bernhard" ein. Sie wurden nach Mauthausen verlegt und mussten nun Nazi-Dokumente fälschen.
Wer ganz sichergehen wollte, setzte sich damit beizeiten in die künftige britische Besatzungszone ab. Deren Lage kannten SS-Leute seit Anfang 1945: Während der Ardennen-Offensive hatten sie den Amerikanern Planpapiere über die Zonen-Aufteilung abgenommen.
Spekulationen, die Engländer würden wie daheim auch in Deutschland auf eine Meldepflicht verzichten, gingen auf. So hielten sich in Britisch-Niedersachsen oder Britisch-Schleswig-Holstein schwere Kaliber auf Jahrzehnte verborgen. Der SS-Arzt Werner Heyde, ein Hauptakteur der Euthanasie, wirkte zehn Jahre lang als Gerichtsgutachter "Dr. Sawade" in Flensburg.
Beim Absichern neuer Identitäten half wiederum braune Solidarität. Gestapo-Stellen erklärten als letzte Amtshandlung flüchtige Kollegen für tot. So wurde ein Gestapo-Inspektor Gustav Jürges zum Bombenopfer und floh als "Federico Pahl" nach Südamerika. Von da korrespondierte er ungeniert mit der Ehefrau daheim (die danach wegen betrügerisch erlangter Witwenrente belangt wurde). Vor Ort wachte Fluchtkoordinator Rauff lange noch über die Szene. Flüchtling Jürges jedenfalls legte dem Standartenführer gehorsamst seine Heimatpost vor ("Heil Hitler! Gustav").
Wirksamster Gegner dieser Illegalen war bis in die jüngste Vergangenheit die Ludwigsburger Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen, die in Deutschland NS-Strafermittlung koordiniert. Seit Gründung 1958 hat Ludwigsburg über 100 000 Fälle für die Staatsanwaltschaften aufgearbeitet.
Die Arbeit der Ludwigsburger hat der deutschen Justiz am Ende noch einen passablen Ruf als NS-Aufklärer eingebracht. Das Wiesenthal-Zentrum benotete jüngst die Nazi-Verfolgung in 18 hauptbetroffenen Ländern: Deutschland kam gleich hinter den USA auf "moderat erfolgreich", während 13 Kandidaten hart kritisiert wurden, besonders Österreich, Schweden und Großbritannien.
Doch in der Zentralstelle geht kaum noch Material ein. Mit den Fakten, die jetzt überwiegend von der Warschauer Kommission zur "Untersuchung von Verbrechen gegen das polnische Volk" geliefert werden, ist es auch nicht mehr weit her.
Über die Täter ist manchmal nicht mehr zu erfahren, als dass "zwei Nazis (SS-Männer) in schwarzen Uniformen" die Mörder waren. Dann bleibt nur der Ludwigsburger Vermerk, dass der Mord (Tattag: 12. September 1939, Ort: Wald von Garczyn, Kreis Koscierzyna in Pommern, drei Tote) mangels "erfolgversprechender Ermittlungsansätze" nicht mehr verfolgt werden kann.
Die Nazi-Jagd ist nicht zu Ende. Zwar wird sie für die Justiz zusehends unergiebig, auch sind die modernen Strafziele - Vorbeugung und Resozialisierung - nicht mehr realisierbar. Aber darauf ist es beim Richten der ungesühnten Fälle immer nur teilweise angekommen - gleichwertig ging es stets um die historische und symbolische Bedeutung der Verfahren.
Bereits am Strafgericht über Eichmann fand der israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion, wichtig sei "nicht die Strafe, sondern die Tatsache, dass der Prozess stattfindet". Eher unabhängig vom Ausgang sieht auch Simon Wiesenthal das Ziel des Nazi-Jägers: "Eines Tages die Opfer anschauen und guten Gewissens sagen können: Wir haben euch nicht vergessen."
DIE GEGENWART DER VERGANGENHEIT
"Der Spion Heinz Felfe wäre nie in die Organisation Gehlen aufgenommen worden, wenn er nicht Nazi und SS-Mann gewesen wäre."
US-Experte Christopher Simpson
"Der Vatikan ist die größte Organisation, die an der illegalen Weiterleitung der Emigranten beteiligt ist."
Geheimbericht des US-Außenministeriums, 1947
* Oben: Hinrichtung des wegen tödlicher Menschenversuche im KZ Dachau verurteilten Arztes Claus Schilling, 1946 in Landsberg; unten: Abtransport der Überlebenden des Warschauer Aufstands 1943, mit SS-Mann Jürgen Blösche (r.). * Im Sommer 1941 bei Minsk, mit einem weißrussischen Waisenjungen. * Häftlinge des KZ Dora-Mittelbau bei V2-Produktion. * Gesichtsrekonstruktion nach dem Schädelmodell eines als Mengele identifizierten Ertrunkenen, 1986 in Sao Paulo.
Von Christian Habbe

DER SPIEGEL 36/2001
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DER SPIEGEL 36/2001
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SERIE - TEIL 18 ABRECHNUNG MIT DEN TÄTERN:
IM VISIER DER NAZI-JÄGER

  • Spektakuläre Drohnen-Aufnahmen: Die größte Felsbrücke der Welt
  • Recycling in China: Familie Peng im Plastikmüll
  • Darts-WM: Acht Millimeter entscheiden über den Sieg
  • Seltene Aufnahmen: Hier schlüpft gerade ein Tintenfisch