08.10.2001

Gottes eigene Krieger

Sie waren entwurzelt, arm und von messianischem Glauben: Die Taliban, zumeist Koranschüler aus den Flüchtlingslagern in Pakistan, wollten eine ideale islamische Gesellschaft aufbauen. Doch unter ihrem Führer Mullah Omar entstand die grausamste Religionsdiktatur der Welt. Von Ahmed Rashid
Seit der Machtergreifung der Schiiten in Iran hat keine andere religiös-politische Bewegung der islamischen Welt so viel Aufmerksamkeit erregt wie die Taliban in Afghanistan. Doch ihre Machtstrukturen, ihr Führungssystem und die Entscheidungsprozesse sind nur Eingeweihten bekannt. Obwohl die Taliban Presseerklärungen abgeben, sind ihre politischen Positionen undurchsichtig. Aufgrund des von ihnen erlassenen Verbots von Foto- und Fernsehaufnahmen weiß niemand, wie ihre hochrangigen Führer aussehen. Der einäugige Mullah Mohammed Omar, von dem es nur ein einziges Foto gibt, tritt kaum an die Öffentlichkeit. Der pakistanische Journalist Ahmed Rashid, 52, war über 20 Jahre lang Korrespondent in Afghanistan, er schreibt für die "Far Eastern Economic Review" und den "Daily Telegraph". Kaum jemand kennt das Land, seine Geschichte und seine Menschen so gut wie er. Er war dabei, als 1979 in Kandahar die Sowjets einmarschierten, 1981 wurde er von dem damaligen Chef des Geheimdienstes, Nadschibullah, persönlich verhört; Gulbuddin Hekmatjar, der extremistische Mudschahidinführer, verurteilte ihn zum Tode. In seinem Buch "Taliban. Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad" beschreibt Rashid den Aufstieg der Taliban, ihre Kultur und ihre brutale Herrschaft. Der SPIEGEL druckt Auszüge in einer mehrteiligen Serie.
Der Taliban-Gouverneur von Kandahar, Mullah Mohammed Hassan Rehmani, hat die etwas nervtötende Angewohnheit, mit seinem verbliebenen heilen Bein ununterbrochen den Tisch vor sich hin- und herzukicken. Bis zum Ende des Gesprächs wird der Holztisch Dutzende Male um seinen Stuhl herumgerückt. Hassans nervöse Zuckungen signalisieren entweder das psychologische Bedürfnis, zu spüren, dass noch ein Bein vorhanden ist, oder sie sind nur eine Art Fitnesstraining.
Anstelle des verlorenen Beins trägt Hassan eine Holzprothese wie Pirat Long John Silver in Stevensons Schatzinsel. Es ist aber eher ein alter Holzstumpf. Der Lack ist abgeblättert, das Holz zerkratzt und angeknackst. Hassan ist über 40 und damit einer der ältesten Führer der Taliban und auch einer der wenigen, die noch gegen die sowjetischen Truppen angekämpft haben. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Taliban-Bewegung und wird nach seinem alten Freund Mullah Omar als die Nummer zwei angesehen.
1989 verlor Hassan sein Bein an der Kandahar-Front, kurz bevor die Sowjettruppen ihren Rückzug aus Afghanistan antraten. Auch eine Fingerkuppe fehlt ihm - verloren durch ein Schrapnell. Die Führerschaft der Taliban kann für sich den zweifelhaften Ruhm in Anspruch nehmen, die versehrteste der Welt zu sein, und Besucher wissen meist nicht, ob sie darüber lachen oder weinen sollen. Mullah Omar verlor 1989 sein rechtes Auge, als in seiner Nähe eine Rakete explodierte. Der Justizminister Nuruddin Turabi und der frühere Außenminister Mohammed Ghaus gehören ebenfalls zu den Einäugigen. Abdul Madschid, dem Bürgermeister von Kabul, fehlen ein Bein und zwei Finger. Andere Milizführer und Militärkommandeure sind auf ähnliche Weise versehrt.
Die Wunden der Taliban erinnern ständig an 20 Jahre Krieg, in dem mehr als 1,5 Millionen Menschen getötet und das Land verheert wurde. Die Sowjetunion brachte ungefähr fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr nach Afghanistan, um die Mudschahidin zu unterwerfen - insgesamt also ungefähr 45 Milliarden -, und verlor. Die USA stifteten den Mudschahidin zwischen 1980 und 1992 vier bis fünf Milliarden US-Dollar Hilfsgelder. Zusammen mit Unterstützungen aus Saudi-Arabien sowie anderen europäischen und islamischen Ländern flossen den Mudschahidin insgesamt über zehn Milliarden US-Dollar zu. Die meisten dieser Hilfsmittel wurden in Form von tödlichen modernen Waffen geliefert, die man an die einfache Landbevölkerung austeilte - mit verheerenden Folgen.
Zufällig war ich im Dezember 1979 in Kandahar und sah mit an, wie die ersten sowjetischen Panzer einrollten. Sowjetsoldaten im Teenageralter waren zwei Tage lang aus der Sowjetrepublik Turkmenistan erst nach Herat gezogen und dann weiter über die Landstraße nach Kandahar. Viele der Soldaten stammten aus Zentralasien. Sie stiegen aus ihren Panzern, klopften sich den Staub von der Uniform und eilten gleich zum nächsten Stand, um eine Tasse ungezuckerten grünen Tee zu trinken - ein Hauptnahrungsmittel in Afghanistan und Zentralasien. Die Afghanen im Basar standen einfach da und starrten sie an.
Kandahar ist Afghanistans zweitgrößte Stadt. Vor dem Krieg 1979 lebten hier ungefähr 250 000 Menschen, heute doppelt so viele. Kandaharis sind immer schon großartige Kaufleute gewesen, da die Stadt am Schnittpunkt der alten Handelsrouten lag - zum Osten hin über den Bolan-Pass nach Sindh, das Arabische Meer und Indien, und zum Westen hin nach Herat und Iran. Die Stadt war die Schnittstelle für Handel, Kunst und Kunsthandwerk zwischen Iran und Indien und war jahrhundertelang für ihre Basare berühmt.
Die neue Stadt unterscheidet sich nur wenig von den 1761 von Ahmed Schah Durrani, dem Begründer der Durrani-Dynastie, groß angelegten Proportionen. Ahmed Schahs Mausoleum beherrscht den Zentralbasar, und immer noch kommen Tausende Afghanen hierher, um zu beten und dem Begründer der Nation Respekt zu zollen. Neben seinem Grab befindet sich der Schrein mit dem Umhang des Propheten Mohammed - es ist eine der heiligsten Pilgerstätten Afghanistans. Um seine Rolle als Führer des afghanischen Volkes und Gesandter Gottes zu legitimieren, nahm Mullah Omar 1996 den Umhang heraus und präsentierte ihn einer großen Anzahl von Taliban, die ihm daraufhin den Titel Amir-ul Momineen, Befehlshaber der Gläubigen, verliehen.
Seinen klangvollen Namen in der Region verdankt Kandahar aber besonders seinen Obstplantagen. Bis zum Krieg wurden die Plantagen von einem komplexen und gut unterhaltenen Bewässerungssystem versorgt, dann verminten die Sowjets und die Mudschahidin die Felder so stark, dass die Landbevölkerung nach Pakistan floh und die Plantagen verwaisen ließ.
Nach dem Rückzug der Sowjets 1989 folgte ein langer Kampf gegen das Regime von Präsident Nadschibullah, bis dieser 1992 zu Fall gebracht wurde und die Mudschahidin Kabul besetzten. Es war ein psychologisch vernichtender Schlag für die Paschtunen, denn zum ersten Mal in gut 200 Jahren hatten sie die Kontrolle über die Hauptstadt verloren. Fast unverzüglich brach der Bürgerkrieg aus, als der Führer der Islampartei, Gulbuddin Hekmatjar, die Paschtunen versammelte, Kabul belagerte und gnadenlos mit Granaten beschoss.
Afghanistan befand sich Ende 1994 in einem Zustand des Zerfalls, kurz bevor die Taliban auftauchten. Das Land war in Lehnsgüter für die Kriegsherrn aufgeteilt, die verwirrende Bündnisse schlossen, wieder lösten, Blut vergossen, die Seiten wechselten und kämpften.
Die Regierung von Präsident Burhanuddin Rabbani und seinem militärischen Befehlshaber Ahmed Schah Massud kontrollierte Kabul, die nähere Umgebung und den Nordosten des Landes, während drei Provinzen im Westen, mit Herat im Zentrum, von Ismail Khan kontrolliert wurden. Im Osten, an der Grenze zu Pakistan, waren drei Paschtunen-Provinzen unter der unabhängigen Kontrolle eines Rats (Schura) von Mudschahidin-Befehlshabern mit Sitz in Jalalabad. Eine kleine Region südlich und östlich von Kabul wurde von Hekmatjar kontrolliert. Im Norden hielt der usbekische Kriegsherr General Raschid Dostam sechs Provinzen in seiner Macht. Der Süden des Landes und Kandahar waren unter Dutzenden unbedeutender Milizführer, ehemaligen Mudschahidin und Banditen, aufgeteilt, die willkürlich die Bevölkerung ausplünderten.
Sogar internationale Hilfsorganisationen hatten Angst davor, in Kandahar zu arbeiten, da die Stadt in sich bekriegende Gruppen geteilt war. Die Kriegsherrn beschlagnahmten Häuser und Höfe, warfen ihre Bewohner hinaus und übergaben sie ihren Anhängern. Die Befehlshaber missbrauchten die Bevölkerung, griffen sich Mädchen und Jungen für sexuelle Vergnügungen, beraubten Händler in den Basaren und randalierten auf den Straßen. Die Flüchtlinge in Pakistan kehrten nicht zurück, stattdessen setzte sich eine neue Welle Flüchtlinge aus Kandahar in Richtung Quetta in Bewegung.
Insbesondere für die Mudschahidin, die das Nadschibullah-Regime bekämpft hatten und dann nach Hause oder in ihre Madrassen nach Quetta oder Kandahar zurückgekehrt waren, war die Situation bitter.
"Die alte Führerschaft der Mudschahidin hatte völlig versagt und uns keinen Frieden gebracht", sagte Mullah Mohammed Abbas, der später Gesundheitsminister in Kabul werden sollte. "Also begab ich mich mit Freunden nach Herat, um auf den Appell Ismail Khans hin die Schura zu besuchen, aber auch dort fand man keine Lösung, und die Dinge verschlimmerten sich noch. Schließlich kamen wir nach Kandahar, um mit Mullah Omar zu sprechen und schlossen uns ihm an."
Nach langen Diskussionen fasste diese uneinige, aber zutiefst betroffene Gruppe einen Plan mit dem noch heute erklärten Ziel: Frieden herstellen, die Bevölkerung entwaffnen, die Scharia durchsetzen, Integrität und islamischen Charakter Afghanistans verteidigen. Die meisten von ihnen hatten als Teilzeit- oder Vollzeitschüler die Madrassen besucht, und so ergab sich der Name, den sie sich zulegten, wie von selbst. Ein Talib ist ein Koranschüler, ein nach Wissen Strebender - im Vergleich zum Mullah, der Wissen lehrt. So distanzierten sie sich mit dem Namen "Taliban" (Plural von Talib) von der Parteipolitik der Mudschahidin und signalisierten, dass sie sich als eine Bewegung zur Läuterung der Gesellschaft und nicht als Partei zur Ausübung von Macht verstanden.
Alle, die sich um Omar scharten, waren Kinder des Dschihad, zutiefst desillusioniert durch die Zersplitterung und kriminellen Aktivitäten der einstmals idealisierten Mudschahidin-Führerschaft. Sie betrachteten sich als Säuberer von einem ausgearteten Bürgerkrieg, einem fehlgeleiteten Gesellschaftssystem und einem islamischen Lebensstil voller Korruption und Exzesse. Viele von ihnen waren in pakistanischen Flüchtlingslagern geboren, in pakistanischen Madrassen erzogen worden und hatten ihre kämpferischen Fähigkeiten von in Pakistan operierenden Mudschahidin-Parteien gelernt. So kannten die jüngeren Taliban ihr eigenes Land und seine Geschichte kaum, aber in den Madrassen hatten sie alles über eine ideale islamische Gesellschaft gelernt, die der Prophet Mohammed vor 1400 Jahren erschaffen hatte, und diese wollten sie neu schaffen.
Einige Taliban sagen, Omar sei nicht auf Grund seiner politischen oder militärischen Fähigkeiten zum Führer gewählt worden, sondern wegen seiner Gottesfurcht und seines unerschütterlichen Glaubens an den Islam. Andere wiederum behaupten, Gott habe ihn auserwählt. Omar selbst gab dem pakistanischen Journalisten Rahimullah Yusufzai eine einfache Erklärung: "Wir griffen zu den Waffen, um das Ziel des afghanischen Dschihad zu erreichen und unser Volk vor weiterem Leid aus den Händen der so genannten Mudschahidin zu bewahren. Wir glaubten uneingeschränkt an die Allmacht Gottes. Das haben wir nie vergessen. Er kann uns segnen und den Sieg bescheren, so wie er uns ins Verderben stürzen kann."
Omar wurde irgendwann um 1959 im Dorf Nodeh in der Nähe von Kandahar in eine Familie armer Bauern geboren, die zum Hotak-Stamm der Ghilzai-Paschtunen gehört. Er ist ein stattlicher Mann mit langem schwarzem Bart, trägt einen schwarzen Turban und verfügt über einen trockenen Humor. Fremden gegenüber bleibt er außerordentlich zurückhaltend, anderen Taliban gegenüber jedoch zugänglich. Am Anfang der Bewegung ging er gern unter Leute, wenn er seine Freitagsgebete in der Hauptmoschee in Kandahar abgehalten hatte, doch im Laufe der Zeit zog er sich immer mehr zurück und verließ seine Regierungsvilla immer seltener. Von Zeit zu Zeit besucht er sein Dorf, stets in Begleitung Dutzender Leibwächter, in einem Luxus-Konvoi aus japanischen Geländewagen mit verdunkelten Scheiben.
Bei den Zusammenkünften der Schura ergreift Omar selten das Wort, hört lieber den anderen zu. Seine Zurückhaltung in der Öffentlichkeit lässt ihn als nicht sehr redegewandt erscheinen, und er besitzt, trotz des ihn umgebenden Mythos, wenig Charisma. Von seinem kleinen Büro in der Villa aus geht er den ganzen Tag lang seinen Geschäften nach. Zu Anfang saß er zusammen mit den anderen Taliban auf dem Zementboden, jetzt sitzt er auf einem Divan, während sich die anderen auf dem Boden um ihn scharen - was seinen Status als Führer hervorheben soll.
Ihm zur Seite stehen mehrere Sekretäre, die bei seinen Gesprächen mit Befehlshabern, einfachen Soldaten, Ulama und Klägern Protokoll schreiben. Im Hintergrund knacken Funkgeräte, über die er mit Befehlshabern im ganzen Land in Verbindung steht. Neben Omar steht ein Blechkoffer mit afghanischen Banknoten. Irgendwann kam ein zweiter Blechkoffer hinzu - voller US-Dollar-Bündel. Diese beiden Blechkoffer gehören zum Schatz der Taliban-Bewegung.
***
Im März 1995 stieg am nördlichen Ende der Dashte-e-Mango - der Todeswüste - feiner weißer Staub über dem engen Asphaltband der Landstraße auf, die Kandahar mit dem 560 Kilometer entfernten Herat verbindet. Die in den fünfziger Jahren von den Russen gebaute Straße führt durch den Sand einer der heißesten und wasserärmsten Wüsten der Welt.
Die Kriegsfahrzeuge der Taliban - japanische zweitürige Pick-ups mit offenen, Wind und Wetter ausgesetzten Ladeflächen - fuhren voll beladen mit schwer bewaffneten jungen Männern nach Herat, um die Stadt zu erobern. In entgegengesetzter Richtung brachte eine nicht abreißende Fahrzeugkolonne verwundete Taliban zurück. Auf Feldbetten geschnallt lagen sie auf der Ladefläche neben Gefangenen aus den Streitkräften Ismail Khans, der Herat fest im Griff hielt.
In den ersten drei Monaten nach der Besetzung Kandahars hatten die Taliban das Patt im afghanischen Bürgerkrieg gebrochen - sie hielten 12 der 31 Provinzen Afghanistans besetzt und waren im Norden an den Randbezirken Kabuls und im Westen an denen Herats angelangt. Seit der Besetzung Kandahars waren ungefähr 20 000 Afghanen und Hunderte pakistanischer Madrassen-Schüler aus den Flüchtlingslagern über die Grenze geströmt, um sich Mullah Omar anzuschließen. Tausende weitere afghanische Paschtunen taten es ihnen auf ihrem Marsch nach Norden gleich. Die meisten von ihnen waren blutjung - zwischen 14 und 24 Jahre alt - und hatten noch nie gekämpft, konnten aber wie alle Paschtunen mit Waffen umgehen.
Viele von ihnen waren in den Flüchtlingslagern in Belutschistan und der Nordwestprovinz Pakistans aufgewachsen, eingebunden zwischen Arbeit und Koranstudium in den Dutzenden Madrassen, die an der Grenze aus dem Boden geschossen waren und von afghanischen Mullahs und pakistanischen Fundamentalisten geleitet wurden. Dort studierten sie die Lehren des Propheten Mohammed und die Grundlagen der islamischen Gesetze - interpretiert von Lehrern, die selbst kaum lesen und schreiben konnten. Weder Lehrer noch Schüler verfügten über mathematische, wissenschaftliche, historische oder geografische Kenntnisse. Kaum einer der jungen Soldaten war über die eigene Geschichte oder gar den Dschihad gegen die Sowjetunion informiert.
Diese Jungs entstammten einer anderen Welt als die Mudschahidin, die ich in den achtziger Jahren kennen gelernt hatte und die über ihre Stammes- und Clanherkunft genau im Bilde waren, die sich wehmütig an die verlassenen Gehöfte und Täler ihrer Jugend und die historischen Legenden Afghanistans erinnerten. Diese Jungs hier hatten ihr Land nie im Frieden erlebt. Sie hatten keine Erinnerungen an Stammeszugehörigkeit, Stammesälteste, Nachbarn oder das bunte Völkergemisch des Heimatdorfs. Durch den anhaltenden Krieg waren diese Burschen an den Ufern der Geschichte gestrandet.
Sie hatten weder eine Vergangenheit noch Pläne für die Zukunft - nur die Gegenwart zählte. Sie waren Kriegswaisen im klassischen Sinn: entwurzelt, rast- und arbeitslos, arm und ohne jede Kenntnisse. Ihnen gefiel der Krieg, da er möglicherweise die einzige Beschäftigung war, der sie sich anpassen konnten. Ihr schlichter Glaube an einen messianischen, puritanischen Islam, eingetrichtert von einfachen Dorfmullahs, war ihr einziger Halt und gab ihrem Leben eine gewisse Bedeutung. Ohne Ausbildung und ohne Kenntnis traditioneller Beschäftigungen wie Ackerbau, Viehzucht oder Handwerkskunst waren sie, was Karl Marx Lumpenproletariat nannte.
Zudem hatten sie sich freiwillig dieser durchweg männlichen Bruderschaft angeschlossen. Viele von ihnen waren Vollwaisen, aufgewachsen ohne jede Frau - ohne Mutter, Schwester oder Cousine. Andere waren unter den strengen Einschränkungen der Flüchtlingslager aufgewachsen, wo ein normales Kommen und Gehen weiblicher Verwandter eher die Ausnahme war. Sogar gemessen an den Normen konservativer Paschtunenstämme, bei denen die Dorfgemeinschaft oder das Nomadenlager immerhin eng verstrickt war und Männer mit ihren Frauen zusammenlebten, führten diese Burschen hier ein raues und hartes Leben. Sie hatten einfach nie die Gesellschaft von Frauen kennen gelernt.
Die Mullahs hatten ihnen erklärt, Frauen stellten eine Versuchung, eine unnötige Ablenkung vom Dienst an Allah dar. Als die Taliban nach Kandahar kamen und die Frauen in ihre Wohnungen verbannten, indem sie ihnen jede Arbeit und sogar den Schulbesuch verboten, fand die Mehrheit dieser Jungen an den Maßnahmen nichts Ungewöhnliches.
Sie fühlten sich bedroht von dieser anderen Hälfte der Menschheit, von der sie überhaupt nichts wussten. Am einfachsten war, diese Hälfte wegzusperren, zumal dies von den Mullahs mit primitiven Satzungen geradezu angeordnet wurde, die jeder rechtlichen islamischen Grundlage entbehrten. Die Unterjochung der Frauen wurde zu einer Mission der wahrhaft Gläubigen und ein fundamentaler Wendepunkt, der die Taliban von den Mudschahidin grundsätzlich unterschied.
Die männliche Bruderschaft bot den blutjungen Burschen nicht nur ein religiöses Ideal, für das es sich zu kämpfen lohnte, sondern einen umfassenden Lebensstil, auf den sie sich völlig einlassen konnten und der ihrem Dasein Bedeutung gab. Ironischerweise wies die Ordnung der Taliban dieselben Merkmale auf wie die des militärisch-religiösen Christentums während der Kreuzzüge: diszipliniert, motiviert und rücksichtslos, um das gesteckte Ziel zu erreichen. In den wenigen ersten Monaten, in denen die Taliban ihre rasanten Siege errangen, entstand ein Mythos der Unbesiegbarkeit, den nur Gottes eigene Krieger erlangen konnten. In jenen impulsiven ersten Tagen verstärkte jeder Sieg noch die angenommene Wahrheit ihrer Mission: Gott stand auf ihrer Seite, und ihre Auslegung des Islam war die einzig richtige.
***
Der chaotische und anarchistische Paschtunen-Süden, wo nur ein Mob von Befehlshabern herrschte, war den Taliban leicht in den Schoß gefallen, aber jetzt stießen sie auf bedeutendere Kriegsherrn mit größerer politischer und ethnischer Vielfalt, die den Rest des Landes fest im Griff hielten. Ohne Flugzeuge, mit nur geringer logistischer Unterstützung aus Kandahar und einer schwachen Kommandostruktur mussten die Taliban bei ihren Angriffen auf die Regierungspositionen um Shindand schwere Verluste in Kauf nehmen.
Ende März 1995 zogen sie sich zurück, verloren den Großteil des besetzten Territoriums und mindestens 3000 Mann. Hunderte Verwundete wurden sterbend in der Wüste zurückgelassen, weil jede medizinische Einrichtung an der Front fehlte. Die mangelhafte Infrastruktur machte es ihnen unmöglich, die Truppen mit Nahrung und Wasser zu versorgen.
Die Taliban mussten an zwei Fronten zurückweichen, und ihre politische und militärische Führung brach zusammen. Ihr Image als potenzielle Friedensstifter litt heftig, denn in den Augen vieler Afghanen waren sie zu einer weiteren Krieg führenden Gruppe verkommen. Präsident Rabbani hatte vorübergehend seine politische und militärische Position um Kabul und Herat herum konsolidiert. Im Mai 1995 kontrollierten Regierungstruppen sechs Provinzen um Kabul herum und den Norden, während Ismail Khan die Kontrolle über die drei westlichen Provinzen hatte. Die anfängliche Kontrolle der Taliban über zwölf Provinzen hatte sich nach ihrer Niederlage auf acht verringert.
***
Am 20. März 1996 trafen mehr als 1200 religiöse Paschtunen-Führer aus dem Süden, Westen und der Mitte Afghanistans in Kandahar ein. Es war die größte Mullah- und Ulama-Versammlung, die je in der modernen Geschichte Afghanistans stattgefunden hatte. Nur religiöse Führer waren von Mullah Omar herbeigerufen worden, um einen Aktionsplan für die Zukunft zu debattieren, aber auch, was noch wichtiger war, um den Führer der Taliban als mächtigsten Führer im Land zu legitimieren.
Trotz zehnmonatiger Belagerung Kabuls hatten es die Taliban nicht geschafft, die Stadt einzunehmen, und als die Verluste unter den Taliban zunahmen, verbreitete sich Unruhe in ihren Reihen. In den langen Wintermonaten sprachen die Gemäßigteren der Bewegung offen über die Notwendigkeit, mit dem Regime in Kabul zu verhandeln. Jene mit härterer Haltung wollten die Eroberung des gesamten Landes weiterführen. Es herrschte Uneinigkeit unter den Paschtunen. Die aus Kandahar um Omar wollten den Krieg fortsetzen, während die aus den erst kürzlich von den Taliban eroberten Gebieten stammenden Paschtunen Frieden und ein Ende des Konflikts herbeisehnten.
Das Treffen endete mit der Erklärung des Dschihad gegen das Rabbani-Regime. Die Taliban gelobten, mit keinem ihrer Gegner das Gespräch zu eröffnen, und verkündeten, dass die endgültige Entscheidung darüber, ob Frauen eine Ausbildung erlaubt würde, erst getroffen werden könne, "wenn es eine legitime Regierung in Afghanistan gebe". Mullah Omar hatte seine harte Haltung durchgesetzt.
Das Treffen der Ulama war auch durch den wachsenden politischen Erfolg des Regimes, andere Oppositionsführer für sich zu gewinnen, und auf Grund von Präsident Rabbanis zunehmend internationalem Ansehen veranlasst worden. Anfang März unternahm er mit einer Delegation von 60 Mann eine ausgedehnte Reise nach Iran, nach Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, um eine internationale Unterstützung und Aufstockung der Militärhilfe durchzusetzen.
Iran, Russland und Indien erhöhten ihre Militärhilfe für die Streitmacht des Regimes. Russland entsandte technische Hilfe, um den Flughafen Bagram zu überholen. Iran errichtete eine Luftbrücke von Maschhad in Ost-Iran nach Bagram, über die der Staat Waffenlieferungen einflog. Zudem hatte Iran bei Maschhad fünf Ausbildungslager für ungefähr 5000 Mann eingerichtet.
Im Gegenzug stockten Pakistan und Saudi-Arabien ihre Waffenlieferungen an die Taliban auf. Pakistan richtete den Taliban ein neues kabelloses Telefonnetz ein, möbelte den Flughafen in Kandahar auf, half mit Ersatzteilen und Ausrüstungen für die Luftwaffe. Die Saudi-Araber lieferten den Taliban Treibstoff, Geld und Hunderte Pick-ups. Viele dieser Hilfsgüter wurden aus Dubai nach Kandahar eingeflogen.
Die starrsinnige Weigerung der Taliban, mit anderen Kriegsherrn zu verhandeln, frustrierte die Pakistaner, aber schließlich schien sie sich doch auszuzahlen, denn es gelang den Taliban, Pakistan und Saudi-Arabien davon zu überzeugen, sie bei einem erneuten Versuch, Kabul noch vor Einbruch des Winters einzunehmen, zu unterstützen. Innerhalb von wenigen Tagen nahmen mobile Taliban-Einheiten die drei östlichen Provinzen Nangarhar, Laghman und Kunar ein und rückten in der Nacht zum 24. September nach Sarobi vor, dem Tor zur Hauptstadt, 45 Kilometer vor Kabul. Ihr Blitzangriff aus verschiedenen Richtungen überraschte die Regierungstruppen völlig - sie flohen zurück nach Kabul.
Zum ersten Mal war die Hauptstadt nach Osten hin weit geöffnet. Die Taliban legten keine Pause ein, um sich neu zu gruppieren, sondern verfolgten Sarobis Verteidiger bis nach Kabul. Andere Taliban-Einheiten fuhren von Sarobi weiter nach Norden, um den Flughafen Bagram zu besetzen und damit Armeechef Massuds einzige Luftverbindung abzuschneiden.
Die Geschwindigkeit dieser Offensive verblüffte die Regierung. Am Abend des 26. September 1996 fielen die Taliban-Truppen in Kabul ein, ein paar Stunden nachdem Massud einen generellen Rückzug angeordnet hatte, um die Stadt zu evakuieren. Kleine Einheiten blieben zurück, um den Vormarsch der Taliban zu verzögern und Munitionslager zu sprengen, während Massud mit einem Großteil seiner Panzertruppen und Artillerie nach Norden floh. Massud entschied, kampflos aus der Stadt abzuziehen, da er wusste, er würde sie nicht gegen Angriffe aus allen vier Himmelsrichtungen verteidigen können. Er wollte auch nicht die Unterstützung der Bevölkerung Kabuls durch weiteres Blutvergießen aufs Spiel setzen. Der Sieg der Taliban war komplett.
Die erste und blutigste Tat der Taliban war, dass sie den zu der Zeit 49-jährigen früheren Präsidenten Nadschibullah, der Afghanistan von 1986 bis 1992 regiert hatte, töteten. Nadschibullah lebte seit 1992 in der Uno-Vertretung im Zentrum Kabuls, als der Uno-Friedensplan, eine Interimsregierung zu bilden, scheiterte. Es gab drei eingeschüchterte afghanische, von der Uno eingestellte Wachen, die sofort flohen, als sie die Schüsse der Taliban in den Vororten der Stadt hörten.
Die Taliban traten in Nadschibullahs Zimmer, schlugen ihn und seinen Bruder bewusstlos, warfen sie auf einen Pick-up und fuhren sie zum verdunkelten Präsidentenpalast. Dort kastrierten sie Nadschibullah, schleiften seinen Körper an einen Jeep gebunden mehrmals um den Palast herum und erschossen ihn schließlich. Ähnlich wurde sein Bruder gequält und schließlich erdrosselt. Dann wurden die beiden Toten von den Taliban an einem Zementpfosten vor dem Palast, nur ein paar Häuserblocks von dem Uno-Gebäude entfernt, aufgehängt.
Im Morgengrauen kamen die ersten Neugierigen, um die beiden geschundenen, aufgedunsenen Leichen, die an einer um den Hals gelegten Stahlschlinge hingen, zu inspizieren. Zwischen ihren Fingern steckten Zigaretten, und ihre Taschen waren voll gestopft mit Geldscheinen - klare Hinweise der Taliban auf Ausschweifungen und Korruption. Die beiden anderen Gefährten Nadschibullahs hatten aus der Siedlung fliehen können, waren aber beim Verlassen der Stadt gefasst und ebenfalls gefoltert und gehängt worden.
Seit der Einnahme Kabuls waren noch keine 24 Stunden vergangen, und schon hatten die Taliban das strengste islamische System der Welt verhängt. Allen Frauen wurde untersagt zu arbeiten, obwohl ein Viertel von Kabuls Beamtenstellen, das gesamte Grundschulwesen und ein Großteil des Gesundheitswesens von Frauen besetzt war. Mädchenschulen wurden geschlossen, wovon über 70 000 Schülerinnen betroffen waren, und eine strenge Kleiderordnung, die eine Verschleierung von Kopf bis Fuß vorschrieb, verhängt. Es wurde befürchtet, dass die 25 000 Familien der Kriegswitwen, die auf deren Arbeit und die Hilfe der Uno angewiesen waren, verhungern würden.
Täglich gab es neue Verkündungen: "Dieben werden die Hände und Füße abgeschlagen, Ehebrecher werden zu Tode gesteinigt, und das Trinken von Alkohol wird mit Peitschenhieben geahndet", kündigte Radio Kabul am 28. September 1996 an.
Fernseher, Videos, Satellitenschüsseln, Musik und alle Spiele einschließlich Schach, Fußball und Drachenfliegen wurden untersagt. Radio Kabul musste sich in Radio Scharia umbenennen, und alle Musik verschwand. Taliban-Milizen standen auf den Hauptstraßen und verhafteten Männer ohne Bart. Anders als in Herat waren in Kabul die internationale Presse und Fernsehanstalten vertreten, und zum ersten Mal wurde ausführlich über die Restriktionen der Taliban berichtet. Die Taliban richteten eine Schura aus sechs Männern ein, um Kabul zu regieren, in der Durrani-Paschtunen vorherrschten und kein einziger Einwohner Kabuls war. Angeführt von Mullah Mohammed Rabbani, umfasste die Schura Mullah Mohammed Ghaus als Außenminister, Mullah Amir Khan Muttaqi als Informationsminister, Mullah Syed Ghayasuddin Agha, Mullah Fazil Mohammed und Mullah Abdul Razaq.
Keines der Schura-Mitglieder hatte je zuvor in einer großen Stadt gelebt, die meisten waren noch nie in Kabul gewesen und leiteten jetzt diese vibrierende, halbmoderne Vielvölkerstadt mit ihren 1,2 Millionen Einwohnern, unter denen die Paschtunen nur eine Minderheit stellten. Während es der neu gebildeten Religionspolizei vorwiegend darum ging, der Scharia Geltung zu verschaffen, wurde Kabul als besetzte Stadt angesehen. Es gab nur wenig Verständnis dafür, eine Großstadt anders als ein Dorf regieren zu müssen. Es schien, als stünde den Taliban zu ihrem völligen Sieg nur noch Ahmed Schah Massud im Wege.
Massud war einer der brillantesten militärischen Befehlshaber, die aus dem Dschihad hervorgegangen waren. Man nannte ihn den "Löwen von Pandschir", nach seinem Geburtsort in seiner tadschikischen Heimat im Pandschir-Tal nördlich von Kabul. Sein Heer von ungefähr 20 000 Mann verehrte ihn, und sein legendärer Ruf war auf dem Höhepunkt, als er 1992 Kabul einnahm. Aber vier Jahre an der Macht in Kabul hatte Massuds Armee zu einem arroganten Verein werden lassen, der Zivilisten schikanierte, Läden beraubte und Häuser konfiszierte, weshalb die Taliban bei ihrer Einnahme Kabuls anfangs von der Bevölkerung willkommen geheißen wurden.
Der Fall Kabuls und die intensiven Kämpfe, die sich daran anschlossen, lösten in der gesamten Gegend ernste Befürchtungen aus. Iran, Russland und vier Republiken Zentralasiens warnten die Taliban davor, weiter nach Norden vorzurücken. Sie erklärten öffentlich, der Anti-Taliban-Allianz zu helfen. Währenddessen sandten Pakistan und Saudi-Arabien Diplomaten nach Kabul, um herauszufinden, welche Art von Hilfe sie den Taliban anbieten konnten. Appelle von Seiten der Uno und anderen internationalen Organisationen, die Gefechte einzustellen und sich auf Vermittlung einzulassen, fanden kein Gehör. Die gesamte Region war jetzt zutiefst polarisiert zwischen Pakistan und Saudi-Arabien, die den Taliban verbunden waren, und den anderen Staaten der Region, die die Opposition unterstützten. Noch immer erhielten die Taliban nicht die internationale Anerkennung, nach der sie sich so sehr sehnten.
"Wir haben keinen einzigen Freund in der Welt. Wir haben drei Viertel des Landes und die Hauptstadt erobert, und wir haben nicht eine einzige Gratulation erhalten", klagte Mullah Mohammed Hassan schwermütig. Und doch schien es, als habe sich Mullah Omars Weigerung, mit der Opposition oder der Uno einen Kompromiss einzugehen, zusammen mit seinem unerschütterlichen Glauben und seiner Entschlossenheit, einen militärischen Sieg zu erringen, letztlich bezahlt gemacht. Die nach 1772 von Paschtunen-Königen regierte Hauptstadt Kabul, die über die vergangenen vier Jahre an Tadschiken-Herrscher verloren gewesen war, lag wieder in Händen der Paschtunen. Viele hatten prognostiziert, diese Bewegung aus Koranschülern würde nie im Stande sein, die Hauptstadt einzunehmen - und genau das hatte sie getan. Trotz der enormen Verluste war das Ansehen der Taliban nie höher gewesen. Der Preis für ihren Sieg war allerdings die sich vertiefende ethnische Teilung, die Afghanistan immer deutlicher spaltete und die Region polarisierte.
Von Ahmed Rashid

DER SPIEGEL 41/2001
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