03.12.2001

FLEISCH-SKANDALPanscher am Pranger

Zu den Fleischpanschern, die Kochschinken- und Putenfleisch mit Wasser strecken (SPIEGEL 48/2001), gehören Firmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Bezirksregierung im westfälischen Arnsberg nennt 19 Hersteller aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen, Berlin und Bayern. Ein Betrieb aus dem Kreis Unna streckte gleich acht Produkte, kam aber billig davon. Die Firma zahlte 2000 Mark Bußgeld; vier Ordnungswidrigkeitsverfahren laufen noch. Der Schinken-Pfusch beschränkt sich nicht auf Supermarktware, noch ärger werden vielerorts Restaurantbesucher getäuscht. Das Landesuntersuchungsamt Nordbayern fand in "überwiegend für Pizzen und Nudelgerichte verwendetem ,Schinken' einen Fleischanteil von nur 60 Prozent, dafür aber einen Wassergehalt von bis zu 35 Prozent". Die gestreckten Zutaten stammten "nahezu ausschließlich" aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Italien, so das Landesuntersuchungsamt Südbayern. Das beanstandete 2001 von 38 Proben 34 wegen "erheblicher Mängel" und moniert, "dass die Qualität dieser Erzeugnisse in den letzten Jahren noch weiter abnahm". Verbraucherministerin Renate Künast (Bündnis 90/Grüne) spricht von "Missbrauch" und fordert von den Ländern, "derartigen Verstößen in verstärkter Weise nachzugehen".

DER SPIEGEL 49/2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 49/2001
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

FLEISCH-SKANDAL:
Panscher am Pranger

  • Golden State stellt NBA-Rekord auf: 51 Punkte in zwölf Minuten
  • Videoanalyse zum gescheiterten Brexit-Deal: Das gespaltene Königreich
  • Unterwasservideo: Krabbe kämpft gegen Kamera
  • Abgelehnter Brexit-Deal: Gegner und Befürworter in Wut auf May vereint