28.01.2002

INSIDER-HANDEL

Haftstrafe für Schmitz?

Dem Jungunternehmer Kim Schmitz, der wegen möglicher Insider-Vergehen im Gefängnis von München-Stadelheim sitzt, droht eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren. Für den Münchner Oberstaatsanwalt Manfred Wick besteht "dringender Tatverdacht, dass sich Schmitz beim Handel mit Aktien der Internet-Firma Letsbuyit.com unter Ausnutzung von Insiderwissen um 1,192 Millionen Euro bereichert hat". Am 24. Januar hatte Schmitz dem Vergleichsverwalter von Letsbuyit.com mitgeteilt, er sei bereit, 1,15 Millionen Euro in die Firma zu investieren. Noch am gleichen Tag kaufte er nach Erkenntnissen des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel zwei Millionen Aktien für 375 000 Euro. Daraufhin meldete eine Nachrichtenagentur die Rettung des Unternehmens, der Aktienkurs schoss in die Höhe. Am 25. Januar informierte Letsbuyit.com seine Aktionäre, die Eröffnung des Konkurses sei zurückgezogen worden, und der Firma werde Geld zufließen. Der Kurs stieg an dem Tag um knapp 200 Prozent, auch weil Schmitz unverbindlich erklärte, 50 Millionen Euro zu investieren. Tatsächlich verkaufte er in den folgenden Tagen die billig erstandenen Aktien für 1,568 Millionen Euro und vervierfachte seinen Einsatz. Schmitz fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.


DER SPIEGEL 5/2002
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