04.03.2002

Lionel Jospin

Lionel Jospin, 64, französischer Premierminister und sozialistischer Präsidentschaftskandidat, der gegen den Ruf anficht, spröde und humorlos zu sein, recycelte für seinen Wahlkampf ein ziemlich vergessenes Verb. Er verwirrte seine Landsleute mit der Ankündigung, im Wahlkampf werde er "ebrouer". Sprachforscher klärten die Wähler auf. Dieser normannische Ausdruck habe Ende des 16. Jahrhunderts die Bedeutung gehabt, "Pferde zum Schäumen bringen", sei dann im 17. Jahrhundert auch auf Menschen angewandt worden im Sinne von "schnauben" und "den Kopf hoch werfen". Spöttischen Zwischenrufen von Journalisten, ob sich der Premier da nicht etwas zu sehr Gewalt angetan habe, trat die Sozialistenpartei mit einer Neuigkeit entgegen: Jospin habe vergangene Woche auch seinem Wahlkampfhauptquartier in der Pariser rue Saint-Martin einen poetischen Namen verpasst: "Atelier".

DER SPIEGEL 10/2002
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